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WOMAN-Talk mit Dr. Markus Dawid und Dr. Hans-Jörg Furrer über gesunde Bräune

Wie lang darf ich in der Sonne baden? Welcher Schutzfaktor ist sinnvoll? Und was können die neuen Anti-Aging-Sonnenprodukte? Zwei Experten beantworten die heißesten Fragen.


WOMAN-Talk mit Dr. Markus Dawid und Dr. Hans-Jörg Furrer über gesunde Bräune

So ein Sonnenbad sorgt nicht nur für einen strahlend schönen Bronze-Teint, sondern es hebt nach dem Wintergrau auch unsere Laune. Kein Wunder also, dass in unseren Gärten, Parks und Straßencafés derzeit jeder noch so kleine Sonnenstrahl genutzt wird. Worauf dabei aber kaum jemand achtet, ist der ausreichende Schutz vor den bereits im Frühling sehr starken UV-Strahlen! Denn die sorgen leider nicht nur für die gewünschte Bräune, sondern können im schlimmsten Fall sogar Hautkrebs verursachen! Und: Sie lassen unsere Haut vorzeitig altern, indem sie die Faltenbildung ankurbeln. Wir fragten zwei Experten, wie man trotz des einen oder anderen glücklich machenden Sonnenbads den jugendlich-strahlenden Teint bewahren kann.

WOMAN: Welche negativen Auswirkungen haben UV-Strahlen?

Dr. Furrer: Leider viele. Grundsätzlich schwächen sie das Abwehrsystem und die Zellen unserer Haut. Außerdem führen sie zu Hautinfektionen, allergischen Reaktionen und im schlimmsten Fall zu Hautkrebs.

WOMAN: Was unterscheidet dabei eigentlich die UVA- und die UVB-Strahlen?

Dr. Dawid: Generell wirken beide schädlich auf die Haut. UVB-Strahlen besitzen eine kürzere Wellenlänge, sind jedoch hochenergetisch. Als Schutzmaßnahme vor UVB-Strahlen reagiert die Haut mit Melaninbildung, so entsteht die Bräune. Wird die Haut jedoch zu lange den kurzwelligen Strahlen ausgesetzt, entsteht Sonnenbrand. Achtung, diesen vergisst der Körper nicht: Wer in der Kindheit viele Sonnenbrände hatte, besitzt ein erhöhtes Krebsrisiko!

WOMAN: Und wie wirken UVA- Strahlen auf die Haut?

Dr. Furrer: UVA-Strahlen verursachen keinen Sonnenbrand, weil sie weniger Energie haben. Sie dringen aber sehr tief in die Haut ein, zerstören das Gewebe und fördern die Hautalterung.

WOMAN: Was genau passiert bei UVA-bedingter Hautalterung?

Dr. Dawid: Im Körper werden durch die Einwirkung von UVA-Strahlen schädliche freie Radikale produziert. Diese regen die Glykation an durch diesen Verzuckerungsprozess entstehen Klumpen, die sich an die kollagenen Fasern, also ans Bindegerüst der Haut, heften. Auch die Haut-Feuchtigkeit, die für pralle Haut wichtig ist, nimmt ab. Das Resultat ist eine erschlaffte, ledrige und faltige Haut.

WOMAN: Zum Glück gibt es doch mittlerweile hochwertige Sonnenschutzpräparate gegen beide schädlichen UV-Wellen ...

Dr. Furrer: Ja, ein wirklich gutes Sonnenschutzprodukt filtert beides raus. Bisher lag der Fokus aber fast nur auf der UVB-Strahlung. Gemäß einer neuen gesetzlichen EU-Regelung muss jetzt auch ein sehr hoher Anteil von UVA-Schutz im Produkt vorhanden sein.

WOMAN: Woran erkennt man Sonnenschutzprodukte mit zusätzlichem UVA-Schutz?

Dr. Furrer: Wenn auf dem Produkt das UVA-Zeichen in einem Kreis abgebildet ist, ist garantiert genügend UVA-Schutz in der Flasche.

WOMAN: Wie wirken Sonnenschutzfilter eigentlich?

Dr. Dawid: Schutzpräparate besitzen chemische und physikalische Filter. Der chemische Filter nimmt die Energie auf und wandelt sie in Wärme um. Der physikalische Filter reflektiert die Strahlung. Das absolute Optimum ergeben Produkte, die beide Filter kombinieren.

WOMAN: Was können die neuen Sonnenschutzprodukte mit Anti-Aging-Effekt?

Dr. Dawid: Sie besitzen zusätzliche Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure, die die Haut praller macht, zellschützendes Vitamin E und Peptide zur Ankurbelung der Kollagenbildung. Und natürlich bieten sie sowohl UVB- als auch UVA-Schutz.

WOMAN: Wie viel und wie oft muss man eigentlich Sonnencreme auftragen?

Dr. Furrer: Optimal sind 2 mg Creme pro Quadratzentimeter Haut das kommt auf etwa vier Esslöffel Creme für den ganzen Körper. Einmal pro Tag eincremen geht aber nicht. Durch Schwimmen, Abtrocknen, Umziehen und den Abrieb auf der Sonnenliege geht der Schutz wieder verloren. Daher alle zwei Stunden nachcremen. Aber Achtung: Das verlängert keinesfalls die Schutzzeit, die man in der Sonne bleiben darf!

WOMAN: Für den richtigen Schutzfaktor der Creme braucht man die Eigenschutzzeit. Wie errechnet man diese?

Dr. Dawid: Die Eigenschutzzeit ist die Zeitspanne, in der die Haut in der Sonne noch keinen Schaden davonträgt. Das ist je nach Hauttyp unterschiedlich. Bei Hellhäutigen kann das fünf bis höchstens zehn Minuten dauern, bei sehr dunklen Typen dagegen bis zu 45 Minuten.

WOMAN: Und was sagt dann der Schutzfaktor auf der Produktflasche aus?

Dr. Dawid: Der Lichtschutzfaktor (LSF oder SPF) gibt an, wie viel länger man nach Auftragen geschützt in der Sonne bleiben kann. Das heißt: Mit SPF 25 darf ein sehr heller Mensch mit einer Eigenschutzzeit von 5 Minuten ganze 125 Minuten lang in der Sonne bleiben. Es ist aber ratsam, nicht die vollen 125 Minuten auszuschöpfen.

WOMAN: Creme, Gel, Milch oder Spray welche Textur ist die richtige für die Haut?

Dr. Furrer: Dabei kommt es nur auf die persönliche Vorliebe und den Hautcharakter an. Bei normalem bis fettigem Teint sind leichte, rasch einziehende Fluids oder nicht fettende Sprays gut. Wer trockene Haut hat, kann eine feuchtigkeitsspendende, cremigere Variante wählen. Wichtig: Ein Produkt ist nach dem Öffnen grundsätzlich maximal 12 Monate haltbar.

WOMAN: Wie pflegt man den Teint nach dem Sonnenbad?

Dr. Dawid: Feuchtigkeitsmasken oder Après-Sun-Produkte sind optimal für die durstige, stark beanspruchte Haut. Sie spenden nicht nur Feuchtigkeit, auch die Hautbarriere wird stabilisiert, und natürliche Wirkstoffe beruhigen Irritationen.

Interview: Sermin Kaya