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WOMAN-Talk: Frenkie Schinkels & Barbara Rett

Beim WOMAN-Sommertalk bitten wir Promis aus konträren Lebenswelten an einen Tisch. Diesmal: ORF-Kulturlady Barbara Rett und Fußball-Star Frenkie Schinkels.

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WOMAN-Talk: Frenkie Schinkels & Barbara Rett
© Ferrigato

Wer mit Barbara Rett , 59, ein Date hat, braucht Vertrauen. Zum einen, weil die aparte ORF III-Kulturmoderatorin kein Handy besitzt, falls man sich verpasst. Und zum anderen, weil ihr Wunsch-Treffpunkt der Wiener Resselpark vor der Karlskirche ist, wo sich bekanntlich Junkies herumtreiben.

Rett beschwichtigt: „Keine Angst! Ich bin hier aufgewachsen. Gehe heute noch oft durch den Park, wenn ich meine Mutter besuche. Beim Brahms-Denkmal bekam ich meinen ersten Kuss und im Sommer tanze ich hier oft beim Open-Air-Tango. Der Platz vor der Kirche ist ein Kraftplatz für mich, ein magischer Ort“.

Davon ließ sich auch Frenkie Schinkels , 49, überzeugen und folgte unserer Einladung zum abendlichen Sommertalk. Sogar mit Ehefrau Romana, „damit sie nicht eifersüchtig ist, wenn ich ein Rendezvous mit einer anderen habe“. Zurecht, so herzlich wie sich Rett und der Vize-“Dancing Star“ mit holländisch-mostviertler Akzent begrüßen. Kurz danach kraxeln sie für das WOMAN -Shooting auch schon auf einer gusseisernen Brunnenskulptur herum. Doch kaum sind dieersten Fotos geschossen, beginnt‘s zu regnen. Sportskanone Schinkels zückt prompt den Schirm, bietet Rett den tätowierten, muskelgestählten rechten Arm zum Einhängen an und sucht mit ihr schnurstracks in der Bar des „Hotel Imperial“ das Trockene...

Rett : Frenkie, weißt du eigentlich, dass ich dich schon vor Dancing Stars kannte – obwohl ich gar keinen Fernseher zuhause habe! Aufgefallen bist du mir bei einer Gala, wo Promis Geschichten von Kindern vorlasen. Du kamst in den Raum und die Bubenaugen begannen zu leuchten! Da fiel mir auf wie gleichberechtigt du deine Kinderfans behandelt hast! So wie du sie ernst nimmst, so tun es die wenigsten in Österreich! Seither bin ich ein Fan von dir.

Schinkels: Danke. Es stimmt, viele Fußballer tun nur kinderlieb. Wenn die Presse kommt, schreiben sie Autogramme. Aber sonst sind ihnen die Kidsegal. ( Der Kellner serviert Sherry für Rett, einen grünen Veltliner für Schinkels und Wasabi-Nüsse zum Knabbern ) Ah, die Kohlrabi-Nüsse!

Rett: ( lacht ) Wasabi heißen die. Ich bin süchtig danach!

Schinkels: Des gfoit ma! In Wien kannst um 22 Uhr noch in einer Bar sitzen. In St. Pölten heißt’s nur: „Gute Nacht, Johnboy! Gute Nacht, Mary Ellen!“ Dann geht das Licht aus. Romana und ich machen es übrigens
ähnlich. Wir haben getrennte Schlafzimmer, weil sie leicht schnarcht
( blickt grinsend zu Romana ). Anfangs meinte sie: „Wenn wir nicht in einem Bett übernachten, brauchen wir gar nicht zusammen sein!“ Heute weiß sie: Die Ehe wird so viel besser. Wenn wir im Urlaub im Wohnwagen nebeneinander liegen, wacht sie nämlich ständig auf. Prost, G’sundheit! ( hebt das Glas )

Rett: Wie war eigentlich Dancing Stars für dich? Haben sich deine
Erwartungen erfüllt?

Schinkels: Mehr als das! Aber die Zeit war nicht einfach. Romana war skeptisch, weil sie von anderen Staffeln wusste: „Dancing Stars heißt
Ehe-Aus!“ Ich sagte ihr: „Gib’ mir wenigstens die Chance für einen
Ausrutscher!“ Sie meinte okay ( lacht ). Doch nach drei Wochen voll mit Tanztraining und Kostümproben muckte sie erneut auf: „Jetzt bist du scho wieder so viel unterwegs!“ Ich zu ihr: „Hurch zua, do kumm i ham, hob Kopfweh vom Tanzen und muaß a no mit dir streit’n. I mog des net.“ Also habe ich sie mehr einbezogen, damit sie sieht, wie viele Termine ich
tatsächlich habe. Da hat‘s bei ihr klick gemacht...

Rett: Ich finde es fabelhaft, dass du so authentisch bist. Auch in der Show nach der Zahn-OP. Jeder andere hätte sich mit dieser Backe zu Tode geniert. Du hast dich nicht größer gemacht – aber auch nicht kleiner. Das ist sehr selten! Dein Latin-Hüftschwung war legendär. Meine Fußpflegerin Elfi schwärmt heute noch davon!

Schinkels: I bin wie i bin! Ich wollte nie lügen. In der Fernsehwelt fährt jeder die Ellbogen aus, beginnt zu schauspielern. Bei dir, Barbara, habe ich diesen Eindruck nicht so sehr.

Rett: Ich bin mir selbst zu gut, um zu lügen.

Schinkels: Was ich dich immer schon fragen wollte: Bei uns Fußballern ist’s oft so, dass der Papa mit dem Buam auf den Sportplatzplatz ging. Wie kommt man zur Kultur?

Rett: Genauso. Ich war 4, da nahm mich mein Vater mit in die Operette „Die Zirkusprinzessin“. Am Ende vor dem zweiten Akt heiraten sie. Aber dann gibt es noch einen Konflikt und der Bräutigam lässt sie stehen. Erst im dritten Akt finden sie zueinander. 30 Jahre dachte ich aber, das Stück endet traurig. Denn beim dritten Akt waren wir längst zuhause, weil es zu schütten begonnen hatte... Ich habe wochenlang die Figuren aus der „Zirkusprinzessin“ nachgezeichnet, so sehr hatte mich die Musik gefesselt... In meiner Familiewaren alle Ärzte. Vater, Mutter, Schwester, alle Cousins. Nur ich konnte der Medizin entkommen ( lacht ).

Schinkels: Ärzte nehmen Schmerzen, wir Fußballer verursachen sie ( lacht ). Wie machst du eigentlich Urlaub? Immer kulturell angehaucht?

Rett: Ja, denn mein Beruf ist mein Hobby. Da macht es mir nichts aus, immer am Ball zu sein.

Schinkels: Verstehe. Fußball war für mich immer ein Anker. Ich kann nichts anderes.

Rett: Wenn man spürt, dass es das Richtige ist, dann muss man dabei bleiben. Ich spürte es schon mit 12. Hatte aber nie Karriereziele oder Pläne. Es hat mich geführt – dorthin, wo ich hingehöre. Insofern hab ich das Vertrauen, dass es so sein soll. Dass es so stimmt.

Schinkels: Bist du gläubig?

Rett: Nein, ich glaube aber, dass es uns Menschen guttut, dass wir etwas Höheres spüren. Ob es Gott ist, die Weltseele oder die Sonne ist für mich nicht wichtig. Zwar habe ich bei meinem Mühlviertler Bauernhof eine eigene Kapelle – die war dabei, als ich ihn gekauft habe. Und in meiner Wiener Wohnung steht die Heilige Margarethe, aber vor allem, weil sie eine schöne Barockfigur ist und mir viel Energie gibt.

Schinkels: Ich habe auch stark gezweifelt, ob es den lieben Gott gibt. Er hat mir meine erste Frau Esther genommen, als sie 28 war. Unsere Töchter waren noch klein, als sie mit dem Auto tödlich verunglückte. Und als der Pfarrer mir sagte „Vielleicht wird Esther im Himmel gebraucht“, habe ich den Glauben auch kurz abgelegt. Aber ich fand ihn wieder. Denn jedes mal wenn’s mir schlecht ging, und ich das Zwiegespräch mit Gott suchte, um Schutz für meine Familie zu erbeten, hat er mir geholfen! ( schaut auf seine Tatoos ) Deshalb habe ich mir auch dieses Kreuz stechen lassen. Ich will meinen Kindern ein gutes Vorbild sein... Und wenn sie ihr eigenes Geld verdienen, können sie sich auch tätowieren lassen.

Rett: Sind deine Kinder nun tätowiert?

Schinkels: Aber nein. Meine Älteste, die Romy, die damals vom Tod ihrer Mutter am meisten mitbekommen hat, wollte mit 14 unbedingt ein Tattoo haben. Sie hat Vieles vom Kummer in sich hineingefressen und wollte nach außen zeigen, dass sie hart im Nehmen ist. Romana meinte zu ihr: „Mach’s nicht, der Papa wird springen, wenn er das mitkriegt!“ Also tat Romy es nicht. Nun ist meine Älteste selbst Mutter. Zum ersten Geburtstag der Kleinen erlaubten Romana und ich uns einen Jux und stellten einen Gutschein aus: dass wir unserer Enkelin eine Tätowierung finanzieren, sobald sie 14 ist. Na mehr haben wirnicht gebraucht! ( lacht ) Romy polterte: „Seid’s deppat? Sicher nicht!“

Rett: ( lacht ) Ich habe nicht mal Ohrringe. Das sind nur Clips.

Schinkels: Wie auch immer: Familie ist mir das Allerwichtigste! Das habe ich schon als kleiner Bub begriffen, als mein Vater und ich quasi allein waren. Meine Mutter war schwer depressiv, musste für ein Jahr in die Psychiatrie. Ich war gerade 12. Die Eindrücke in der Klinik werde ich nie vergessen. Leider hat’s nicht geholfen. Sie war später schwer tabletten-und alkoholsüchtig und ist mit 50 gestorben. Gehirnschlag. Drei Monate nach dem Unfall meiner ersten Frau. Am Tag des Begräbnisses meiner Mutter starb dann noch mein Schwiegervater. Ich bekam die Watschen vom Leben – links, rechts.

Rett: Umso bewundernswerter ist es, dass du so außergewöhnlich bist. Ein anderer zerbricht an solchen Schicksalsschlägen. Mein Eindruck ist, dass du daran gewachsen bis. Du bist offen, ehrlich, sehr beidir. Ich hatte solche Prüfungen nie. ( hält inne ) Wenn ich bei „Licht ins Dunkel“ telefoniere und mir die Leute von ihren Schicksalsschlägen erzählen oder jemand ganz arm ist, Mindestrente kriegt und trotzdem 25 Euro spendet,werde ich immer so bescheiden. Es ist beachtlich, wie viel Gutes da ist.

Schinkels: Das sollten wir im Auge behalten, denn unsere Gesellschaft wird leider immer egoistischer. Wir schenken uns zu Weihnachten nichts außer einem kleinen Gutschein.

Rett: Mein Mann, meine Mutter, meine Schwester und ichschenken uns gar nichts außer Zeit. Das ist das einzige, das wir alle nicht haben.

Schinkels: Aber Weihnachten feierst du schon, oder?!

Rett: Naja, ich habe 12 Jahre lang am Heiligen Abend die ZiB moderiert, weil die Kolleginnen Andrea Schurian und Karin Resetarits kleine Kinder hatten. Klar gab’s einen kleinen Weihnachtsbaum und etwas Feines zu essen. Aber mir sind Rituale nicht wichtig. Auch meinen Geburtstag feiere ich nicht nach dem Datum. Mal überkommt mich drei Tage vorm Geburtstag derImpuls, ihn zu feiern. Mal ist es eine Woche später. Das sind so Momente, wo ich das Leben ganz stark spüre. Daten sind mir nicht wichtig.

Schinkels: Nächstes Jahr haben wir beide den Fünfziger, gell? ( zwinkert, denn Rett wird 60 )

Rett: ( lacht ) Du! Ich nicht! Was bist du im Sternzeichen?

Schinkels: Steinbock. Ich wurde im Jänner geboren.

Rett: Dann bist du wie mein verstorbener Vater: Der Sache leidenschaftlich dienend, aber ohne Ego!

Schinkels: Jeder Mensch muss egoistisch sein...

Rett: Ja. Jeder Mensch muss manchmal schauen, dass er kriegt, was für ihn wichtig ist. Das ist die gesunde Form. Aber es gibt auch Menschen mit einem aufgeblähten „Ich“. Die glauben, sie seien besser als andere!

Schinkels: Interessant. Das mit der Leidenschaft trifft auf mich zu. Mein Vater, Piet, steht jeden Tag um 6 Uhr auf, fährt in die Trafik, kauft sich seine Zeitungen und studiert dann die Horoskope. Er liest solange, bis irgendwo etwas Gutes steht. Dann sagt er: „Heute wird ein guter Tag!“ Er steht auch auf Glücksziffern, spielt Lotto und legt sich auch ab und zu die Karten. Aber er ist allein, weißt du...

Rett: Meine Mutter auch. Sie ist 90, aber sie liest jeden Tag mein Horoskop, weil sie noch so Anteil an meinem Leben nimmt. Ich bin übrigens Löwe.

Schinkels: Wie Romana! Löwen sind hilfsbereit, packen an, aber manchmal brüllen sie so laut, dass du glaubst, sie fressen dich!

Rett: Stimmt, wenn jemand meine Grenze überschreitet, dann hebe ich die Pranke. Dann ist es vorbei. Dann schließe ich diese Person innerlich ab. Für immer und ewig.

Schinkels: Barbara, da brauchst du jetzt nicht antworten, aber in der Fernsehwelt ist der Kampf beinhart. Da fahren viele ihre Ellbogen aus... Ich finde es stark, dass man so lange und so erfolgreich bei diesem Medium arbeitet wie du. Die meisten sind irgendwann weg. Und werden vergessen.

Rett: Der ORF ist ein tolles Haus. Wenn du dort arbeitest, ist es, als bekämst du einen Kredit von dieser Institution. Ohne diese Firma hätte ich nicht die Möglichkeit, den Kanal, um die Menschen draußen zu erreichen. Und ohne ihr Vertrauen, hätte ich kein Publikum. Aber es ist nicht nur dietolle Energie von uns Moderatoren, die das ermöglicht. Aber wir Moderatoren allein sind gar nichts. Wir schauen beim Kastl raus, aber hinter den Kulissen gibt es so viele Mitarbeiter, die anpacken – die man aber nie sieht! Wenn der Kameraassistent nicht rechtzeitig das Kabel hält, damit der Kameramann eine Fahrt machen kann, kann der Moderator gar nix tun! Fernsehen ist Teamarbeit. Es gibt nicht nur einen Star! Die Wertschätzung beginnt beim Portier, wenn man das Gebäude betritt...Sag, wie ging’s dir bei „Dancing Stars“ mit Kritik?

Schinkels: Die war mir wurscht. Das tut nur weh, wenn man als Experte kritisiert wird. Aber trotzdem: Mit einem „Einser“-Taferl braucht kana kumman. Auch net der Balasz! Wenn man die ganze Woche trainiert, hast du schon zwei Punkte verdient. Dann schminken, in die Strumpfhosen rein und Lampenfieber aushalten, sind wieder drei Punkte. Der Wolfram Pirchner, der leider einmal nur einen Punkt bekam, hat damals leider nicht gut reagiert. Er war zu verbissen. So wie der Balasz. Der wollte ja auch unbedingt der Böse sein – eine Rolle, die doch jahrelang Hannes Nedbal ausfüllte. Zwei Böse sind einer zu viel.

Rett: Wie viele Staffeln hast du mitverfolgt?

Schinkels: Ich habe im besten Fall drei Tänze gesehen, von Staffeln und Sendungen ganz zu schweigen. Der Goldberger und der Polster haben mir gefallen. Aber wenn die neue Staffel kommt, sitze ich fix jeden Freitag um 20:15 Uhr vorm Fernsehkastl.

Rett: Mir fährt’s auch durch Mark und Bein, wenn ich nur die Signation-Melodie höre. Da ist das Familiengefühl wieder da.

Schinkels: Ob das herzliche Gebussle auch immer echt gemeint war...Naja...Aber mit dir, Barbara, fühle ich mich wohl. Ich glaube, wir haben Vieles gemeinsam!

Rett: Schön! Ich bin gern unkompliziert und lustig. Brauche nicht einmal einen Kaffee in der Früh, um gut drauf zu sein. Und wenn ich müde bin, gibt’s powernapping!

Schinkels: Bitte was!?

Rett: Napp. Das kommt aus dem Englischen und meint „Krafttanken durch ein kurzes Nickerchen“. Das habe ich beim Training bei Dancing Stars für mich entdeckt und seither mache ich es wann immer es geht. Eine innere Uhr sagt mir ganz genau, wenn zum Beispiel sieben Minuten um sind... ich muss mir keinen Wecker stellen. Viele Firmen richten jetzt Napp-Lounges ein, damit sich die Mitarbeiter während eines stressigen Arbeitstages erholen können. Danach fühlt man sich wie neugeboren. Und im Kopf ganz frisch. Dancing Stars war ja für mich vor allem hier oben ( zeigt auf ihren Kopf ) sehr anstrengend.

Schinkels: Für mich auch! Ich dachte, ich bin der Dümmste, merke mir die Schrittkombinationen nie! Bis ich den Schönborn und den Fortell tanzen gesehen hab! ( lacht ) Am Schlimmsten war’s zum Schluss mit meiner Lehrerin, der Rosi Wieland. Die ganze Zeit hat sie mich gelobt. Aber zum Ende hin merkte ich schon an ihrem Gesichtsausdruck: „Bist du deppat, mit dem reiߒ ich nix!“

Rett: Deine Latin-Hipp war aber legendär! Meine Fußpflegerin, die Elfi, schwärmt heute noch davon! Apropos tolle Performance: Wie schaffen es Fußballer direkt nach einem Match – also noch im verschwitzten Leiber – ganz konzentriert Interviews zu geben und Spielanalysen zu machen? Da will man sich doch nur ausruhen!

Schinkels: Medientraining gehört längst zum Programm. So viele Tore kannst du nicht schießen, wenn du mit einem Satz alles kaputt machst. Aber für mich ist diese mentale Konstitution nur eine Randgeschichte. Wo sind denn die Topstars nach Krankl, Prohaska, Vastic? Die müssen wiederarbeiten! Schaut’s euch nur den Arnautovic und den Alaba an: beide sind gleich gut, haben Ballgefühl. Aber ohne Intelligenz und Intuition kann man sich’s auch imagemäßig vermasseln... Manchmal muss man sich’s halt gefallen lassen, dass wir Fußballer als „einfach gestrickt“ abgestempelt werden. Es gibt ja wirklich wenige „Herr Magister“. Aber eine akademische Auszeichnung braucht’s für diesen Beruf auch nicht! Sondern Teamgeist, Disziplin und Ziele. Was nutzt dir derbeste Kicker, wenn er sich jeden Tag vier Flaschen Wein ins Hirn schießt?! Ohne Ziele geht gar nichts! Deshalb wundert es mich, Barbara, dass du nie Ziele hattest!

Rett: Im Kleinen schon. Ich gehe ins Restaurant, schlage die Speisekarte auf und weiß sofort was ich essen will. Oder beim Einkaufen: Ich bin in fünf Minuten aus jeder Boutique draußen – mit dem passenden Kleid, das ich wollte. Aber die großen Dingen des Lebens sind mir passiert. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich einem Ziel hinterherhetze. Kultur ist mein Leben!

Schinkels: Hast du denn auch Hobbys?

Rett: Ja. Ich gehe gern laufen und tanzen. Doch im Herzen bin ich eine Gärtnerin. Die Natur, das ist meine ganz große Liebe. Aber in meiner Familie war’s klar, dass man studiert. Deshalb kam ich nie auf die Idee, das zum Beruf zu machen. Aber wer weiß, was noch kommt. Ich schreib ja jetzt auch einen Blog, obwohl ich’s mit der neumodischen Technik nie so hatte...

Schinkels: Was ist ein Blog und was machst du damit?

Rett: Eine Art Zeitung, die ich täglich selbst gestalte und ins Internet stelle. Der Blog heißt „Mit besten Empfehlungen“ und da kannst du nachlesen, welche TheatervorstellungenBücher, Konzerte, Opern etc. ich gutfinde. Und jeden Tag gibt es Interview von den Salzburger Festspielen. Dieser Blog ist wie ein Garten. Er wächst und wächst. Und ich kann das Schöne mit anderen teilen...

Redaktion: Petra Klikovits und Kathi Domiter