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Wiener Unternehmerin für "Women in Media Award" nominiert

Die Jungunternehmerin Judith Zingerle befindet sich als einzige Österreicherin unter den Nominierten des "Women in Media Award 2013" des Axel Springer Verlags.

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Wiener Unternehmerin für "Women in Media Award" nominiert

Frauenpower 2.0.

© Johannes Gstöttenmayer/Goodshoots

Der "Women in Media Award" ist eine Initiative des Axel Springer Medienkonzerns in Deutschland, der die von Frauen verfassten Abschlussarbeiten im Themenbereich "Trends im digitalen und crossmedialen Marketing" auszeichnet. Unter den Top 6 Nominierten befindet sich auch eine Österreicherin - Judith Zingerle überzeugte die Jury mit ihrer Abschlussarbeit an der Akademie für integrierte Kommunikation in Wien. Zingerle widmet sich darin dem Einsatz und Nutzen der Near Field Communication (NFC). Bevor es zur großen Awardverleihung nach Deutschland geht - wir drücken ganz fest die Daumen - haben wir mit der Jungunternehmerin über das Gefühl nach der Nominierung und zukunftsweisende Online-Trends gesprochen.

WOMAN: Du hast die Jury des "Women in Media Award" mit deiner Abschlussarbeit überzeugt und bist als einzige Österreicherin unter die Top 6 der vielversprechendsten Newcomer gewählt worden - was war das für ein Gefühl?

Zingerle: Ein aufregendes Gefühl. Es war aber auch eine Bestätigung dafür, dass ich mich mit dem richtigen Thema beschäftigt hatte. Gleichzeitig war ich hoch erfreut, dass ich als Frau mit einem technikaffinen Projekt wahrgenommen werde.

WOMAN: Erzähle uns bitte, um was es in deiner eingereichten Arbeit geht.

Zingerle: Es geht um den Einsatz und Nutzen der Nahfunktechnologie NFC (Near Field Communication). NFC kann mit aktiven Geräten (z.B. einem Smartphone) als Zugriffsschlüssel für Inhalte, Services - bald vielleicht auch für Gebäude - und für die bargeldlose Zahlung verwendet werden. Das geht bis zur Möglichkeit, via NFC direkt von intelligenten Werbeplakaten weg einzukaufen: Die ausgesuchten Waren warten dann schon fertig verpackt und bezahlt im Supermarkt oder gleich vor der eigenen Haustür.

Judith hat kürzlich ihre eigene Agentur gegründet.

WOMAN: In einem Interview hast du gesagt, du würdest dich über den 5.000-Euro-Siegespreis für den "Women in Media Award" freuen, aber es ginge dir vor allem darum, zu beweisen, dass Frauen auch im technischen Marketingsegment innovativ und leistungsfähig sein können. Was ist dein Expertentipp für Frauen, die diese berufliche Richtung einschlagen wollen?

Zingerle: Frauen sollten über die aktuellen technischen Entwicklungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien gut informiert sein und die Organisation, der sie angehören, unbedingt mit Fachwissen von der Notwendigkeit überzeugen, sich jetzt an die neuen Kommunikationsgesetze im Netz anzupassen, um nicht in den nächsten Jahren den ausbleibenden Markterfolg zu spüren. Eine Portion Mut gehört natürlich auch dazu. Und ganz wichtig ist es, sich entsprechende Netzwerke aufzubauen und auch zu nutzen. Und: Immer authentisch bleiben.

WOMAN: Du hast kürzlich die Agentur "Good News" gegründet, erzähle uns darüber - und würdest du den Siegespreis in "Good News" investieren?

Zingerle: Mit meiner Agentur "Good News" bin ich Teil der Kooperationsplattform "WebOwls" und sorge durch Social Media Beratung, Konzeption und Umsetzung von Content Management bis Monitoring für relevante soziale Beziehungen zwischen Marke und Zielgruppe. Ich liebe es. Wenn ich den Siegespreis bekomme, würde ich in "Good News" investieren. Als Startup gibt es genug Investitionsbedarf. Vielleicht ergibt sich aber gerade im NFC-Bereich ein eigenes Projekt. Da gibt es Ideen, wo die 5.000,- Euro ein Anfang wären, aber weitere Geldgeber willkommen sind. Auch Crowdfunding wäre interessant. Gerade für Frauen in der Startup-Phase kann so ein Finanzierungsmodell helfen, Projekte auf die Beine zu stellen. Da steht auch ein großes Netzwerk und viel Know-how dahinter. Da ich den Co-Founder von der Crowdfunding Plattform www.1000x1000.at gut kenne, weiß ich, dass 95 % der eingereichten Startups von Männern kommen. Hier könnte durchaus eine Erhöhung des Frauenanteils erreicht werden. Nein, die ist sogar gewünscht! Ladies, traut euch! Außerdem gibt es noch den sozialen Verein "SocialWord", den ich mitgegründet habe und der in der Startphase läuft. "SocialWorld" ist ein Verein zur Förderung internationaler Begegnungen, der jungen Leuten Auslandspraktika ermöglicht und auch Cross-Cultural-Wissen vermittelt.

WOMAN: Du sagst selbst "Meine Leidenschaft ist das Web 2.0" - welche zukunftsweisenden Online-Trends siehst du derzeit?

Zingerle: Die Herausforderung, die sich mir stellt ist Offline mit Online – und im nächsten Schritt mit Social so verbinden, dass nicht nur eine Marke zum Leben erwacht, sondern auch das Leben im Alltag einfach unkomplizierter wird. Leitthema 2013 ist sicher auch die "Share Economy", das ist die Veränderung des gesellschaftlichen Verständnisses vom Haben zum Teilen. Nutzungsrechte statt Eigentum. Die "Share Economy" wird entscheidenden Einfluss auf Prozesse in Unternehmen haben, da Social Media Instrumente immer populärer werden. Es heißt umdenken und bereit sein, Wissen, Kontakte und Ressourcen zu teilen. Der Wohlstand wird für alle erhöht, umso mehr unter den Marktteilnehmern geteilt wird.

Thema: Karriere