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Woran man erkennt, dass ihr euch trennen werdet

Sagen dir die "4 Reiter der Apokalypse" etwas? Laut dem bekanntesten Paar-Therapeuten John Gottman verraten sie, ob ihr euch bald trennen werdet.

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Woran man erkennt, dass ihr euch trennen werdet
© iSotckphoto

Hattest du schon jemals einen heftigen Krach mit deinem Partner - und der zieht plötzlich sein Handy aus der Tasche und beginnt, irgendwas darauf zu lesen oder zu tippen?

Dieses Blockade-Verhalten hat der Ehetherapeut John Gottman als eines von vier Anzeichen identifiziert, die darauf hindeuten, dass die Beziehung vor ihrem Ende steht.

Gottman ist Psychologieprofessor an der Universität von Washington, gilt als angesehenste Koryphäe auf dem Gebiet der Paarforschung. Über 14 Jahre lang studierte und analysierte er das Verhalten von 79 verheirateten Paaren, um herauszufinden, ob und welche Gemeinsamkeiten Paare haben, die sich scheiden lassen.

Und tatsächlich: Alle Ehepaare, die sich innerhalb der Langzeituntersuchung trennten, wiesen zumindest eine von vier Verhaltensweisen bei einem Konflikt auf. Diese nannte Gottman die "4 apokalyptischen Reiter": "Wenn einer oder auch beide Partner bei Schwierigkeiten so reagieren, dann ist das Ende ihrer Liebe eingeläutet."

Immerhin lässt er uns ein wenig Hoffnung: Wenn man diese negativen Verhaltensweisen früh genug erkennt, dann kann man daran arbeiten, sie möglicherweise bessern. Und damit die Beziehung retten.

Die 4 apokalyptischen Reiter, die deine Beziehung beenden:

1. Verachtung

Eine schreckliche Mischung aus Wut und Ekel, die laut Gottman noch giftiger auf eine Beziehung wirkt als Frust oder Pessimismus. Statt den Partner auf Augenhöhe zu sehen, hat man ihn innerlich bereits erniedrigt. Gottman in einem Interview mit "Business Insider": "Verachtung ist ein unglaublich destruktives Verhalten, weil es bedeutet, dass man sich damit den Bedürfnissen und Emotionen seines Partners verschlossen hat."

Wer sich ständig schlauer und überlegener fühlt oder die eigenen Empfindungen bedeutsamer findet als die des Liebsten, dann wird er dessen Meinung auch nie gelten lassen. Gottman: "In einer intakten Beziehung muss man aber auch die Perspektive des anderen einnehmen können und dessen Gefühle gelten lassen. Nur dann ist die Liebe zu retten."

2. Kritik

Kritik muss erlaubt sein - aber nicht, wenn man einen Fehler, den der Partner gemacht hat, verwendet, um seinen Charakter und ihn als Person herabzusetzen.

Sagen wir mal, dein Partner hat die Angewohnheit, in der ganzen Wohnungen seine Sachen herumliegen zu lassen. Es nervt dich. Du kannst ihn auffordern, seinen Kram aufzuräumen und dieses Verhalten zu ändern. Aber wenn du ihn als Person attackierst ("Der unordentlichste und schmuddeligste Typ, den ich je kennengelernt habe!"), dann wirkt das persönlich verletzend. Und das wieder fördert Gefühle von Wut und Verachtung.

Gottman: "Das nächste Mal, wenn man den Charakter seines Partners kritisiert, sollte man sich fragen, warum man das macht. Steckt dahinter ein größeres Problem, für das man einen Stellvertreter-Krieg führt?"

3. Eskalation

Wie Gottman während seiner Untersuchung herausfand, eskalieren Streits von Paaren, die sich innerhalb der ersten Ehejahre auch wieder scheiden lassen, schneller und höher. Lautstarke Diskussionen, krachende Türen, Gegenstände, die auf den Boden geschmissen werden: "Je emotionaler Streits aufgeladen sind, desto giftiger sind sie für die Liebe," sagt der Paartherapeut.

Es sei ein Wechselspiel aus Anklage und Verteidigung, dass einen konstruktiven Streit und damit auch die Versöhnung für die Paare so extrem schwierig macht. Sein Rat: "Jeder Partner muss Verantwortung für seine Rolle in dieser Negativ-Spirale übernehmen. Das kann unangenehm sein, weil man dann erkennt, wie man ganz bewusst verletzt und Schwächen des Partners triggert. Aber wer Verantwortung für sein Verhalten übernimmt, der kann es auch ändern."

4. Blockade

Du spürst genau, wenn es zu einem Krach kommt. Deine Herzfrequenz beschleunigt sich, deine Stimme wird lauter. Aber wenn es dann soweit ist: Drehst du dich um, gehst weg und ignorierst deinen Partner?

Zu mauern, den Partner auf Distanz zu halten und zu blockieren ist für die Beziehung tödlich. Gottman: "Sich gegen ein Gespräch zu sperren, entwertet den Partner, es gibt ihm das Gefühl, nicht wertvoll genug für eine Auseinandersetzung zu sein." Er rät: Wenn man dazu neigt, sich bei einem Streit einzumauern und den Partner zu ignorieren oder abzuweisen, sollte man innehalten und darüber nachdenken, wie man weiterhin so offen bleiben kann, um seinem Partner zuzuhören.