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Yoga für die Finger

Einfache Gesten, die auf Knopfdruck für mehr Wohlbefinden sorgen: Fingeryoga, spezielle Handhaltungen, macht es möglich. So funktionieren die besten Übungen.

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Yoga für die Finger
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Entspannung, Ausgeglichenheit und Selbstbewusstsein findest du auch in der U-Bahn oder in der Warteschlange an der Supermarktkasse. Das hört sich vielleicht absurd an, ist aber tatsächlich machbar: mit sogenannten Mudras – indischen Fingerübungen.

Berührungen. Wie die Füße haben auch die Hände – speziell die Finger, in denen sich tausende Nervenzellen befinden – Reflexpunkte, die bestimmten Organen, Körperteilen und Befindlichkeiten zugewiesen sind. Der Daumen z.B. ist für den Magen-Darm-Trakt zuständig und für Lebensenergie, der Ringfinger steht für Kreativität und Sinnlichkeit. Berührungen an den richtigen Stellen lindern Beschwerden oder vertreiben sie sogar. Beim Üben zu berücksichtigen: Fingeryoga ist zwar überall möglich, achte dennoch auf eine entspannte und gerade Körperhaltung. Beine nie überkreuzen, im Sitzen sind die Fußsohlen fest auf dem Boden. Im Stehen sollen die Beine hüftbreit sein und die Knie etwas gebeugt. Beim Gehen achte auf gleichmäßige, lockere Schritte und hetze keinesfalls.

1

Niwa - Mudra.
Das bringt's. Optimal für Menschen, die viel Zeit vor dem Computer verbringen. Denn durch die krumme Haltung beim Tippen verspannt der Brustbereich. Die Mudra lockert ihn und kräftigt gleichzeitig das Herz.
So geht's. Handgelenke vor der Brust kreuzen, Innenflächen zeigen nach außen. Die kleinen Finger miteinander verhaken, die anderen locker gebeugt wegstrecken. Tief einatmen, die Hände sanft auseinanderziehen. Lang ausatmen, die Spannung wieder lösen. 36 Wiederholungen. Variation: Daumen und Mittelfinger aufeinander gelegt, verleiht diese Übung zusätzlich innere Stärke.

2

Shankh-Mudra.
Das bringt's. Hilft, wenn man sich unsicher fühlt. Die Geste gibt Kraft und schafft Zufriedenheit mit dem Selbst. Sie unterstützt dabei, sich so anzunehmen, wie man ist. Die Übung verleiht einem außerdem eine starke Stimme und schafft Linderung bei Halsweh sowie Erkältung.
So geht's. Für mehr Selbstsicherheit auf Brusthöhe mit der rechten Hand den linken Daumen umschließen. Die Finger der linken Hand und der rechte Daumen zeigen nach oben. Seine Fingerkuppe berührt die des linken Mittelfingers. Fünf Minuten halten, tief ein- und ausatmen. Die Pose vor dem Hals gehalten ist wohltuend für die Stimme und mildert Schmerzen.

3

Gyan-Mudra.
Das bringt's. Ideal, wenn man Chaos im Kopf hat, das man beseitigen möchte. Die Übung hilft nämlich dabei, die Gedanken zu sortieren, Klarheit zu schaffen und sich zu entspannen. Aber nicht nur das: Sie vertreibt auch depressive Verstimmungen und sorgt für inneren Frieden sowie bessere Konzentration.
So geht's. An beiden Händen Daumen und Zeigefinger mit sanftem Druck aufeinander legen, die restlichen Finger locker strecken. Die Pose nun fünf bis zehn Minuten halten. Die Arme dabei am besten gemütlich auf den Oberschenkeln ablegen oder locker hängen lassen.

4

Apan-Mudra.
Das bringt's. Ungeduldige und nervöse Geister aufgepasst! Wer viel Stress hat und sich unter Druck gesetzt fühlt, erhält durch diese Geste mehr Gelassenheit und wird mit der Zeit generell zuversichtlicher. Die Mudra schenkt Selbstbewusstsein und Ausgeglichenheit. Sie hat außerdem eine reinigende Wirkung: Die Handhaltung hilft dem Körper beim Entgiften.
So geht's. Kuppen von Daumen, Mittel- und Ringfinger sanft aufeinander pressen, Zeige- und kleinen Finger durchstrecken. Die Übung beidhändig für mindestens fünf Minuten halten.

5

Shakti-Mudra.
Das bringt's. Gut für Menschen, die Probleme mit dem Einschlafen haben bzw. sich schwer tun, das Gedankenkarussell im Kopf abzuschalten. Diese Geste lässt Sie im Nu entspannen, beruhigt Körper und Geist.
So geht's. Fingerspitzen von Ring- und kleinem Finger sanft zusammenpressen. Mittel- und Zeigefinger um die Daumen legen. Zum Relaxen die Pose zehn Minuten halten. Achtung: Nicht öfter als drei Mal täglich, macht sonst träge. Wer abends besser Einschlummern möchte: Rückenlage, Hände auf dem Bauch ablegen, die Mudra formen und dabei tief ein- und ausatmen.

6

Pran-Mudra.
Das bringt's. Du fühlst sich schlapp und kraftlos? Dann brauchen Sie einen Energie-Kick in Form des sogenannten Lebens-Mudras. Diese Geste bringt müde Geister im Handumdrehen wieder auf Trab, gibt neue Motivation und vertreibt jegliche Müdigkeit.
So geht's. Beidhändig Daumen, Ring- und kleinen Finger mindestens fünf Minuten aneinander drücken. Alternativ den Daumen nicht auf die Fingerkuppen, sondern sanft auf die Nägel von Ring- und kleinem Finger pressen. Die Variation lässt die Gehirnhälften besser miteinander arbeiten und erhöht so u.a. die Konzentration.