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YouTube-Suche nach Liebe - ein Fake!

Via YouTube sucht die hübsche Natalie Amyot ihren Urlaubsflirt, Vater ihres ungeborenen Kindes. Doch jetzt stellt sich raus: Die rührende Story war erstunken und erlogen.

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YouTube-Suche nach Liebe - ein Fake!

Natalie Amyot: Ein reiner Fake

© Youtube/Natalie Amyot

Natalie Amyot ist eine schöne Frau. Und so erhält sie schnell Aufmerksamkeit. Medien weltweit übernehmen ihre Geschichte, ihr Video auf YouTube wird über 1,4 Millionen Mal geklickt, auf Facebook tausendfach geteilt.

Denn Natalie ist nicht nur ansehnlich, auch die Story, die sie an einem traumhaften Strand in die Kamera spricht, berührt das Herz zahlreicher User.

Sie sei Französon, erzählt sie, und vor drei Monaten auf Urlaub ins australische Mooloolaba gereist. Es sei eine grandiose Zeit gewesen, sie habe tolle Leute kennengelernt, berichtet Natalie. Am letzten Abend dann eine Strandparty. Ein süßer Typ. "Es war Liebe auf den ersten Blick," flötet sie in die Kamera.

Eine gemeinsame Nacht blieb dem jungen Paar, danach habe sie zurück nach Paris gemusst. Dort – quelle catastrophe! – habe sie ihr Handy verloren. Und damit auch die Nummer ihrer großen Liebe. Jetzt aber kommt's: Die 26-Jährige sei schwanger.

Jetzt suche sie den werdenden Vater, die User sollen sie bitte unterstützen: "Helft mir! Teilt dieses Video! Je mehr Menschen es sehen, desto größer ist die Chance, dass ihn jemand erkennt und unsere kleine Familie eine Chance hat."

YouTube-Aufruf: "Suche den Vater meines Kindes"

Auf ihrer Facebook-Seite hält die hübsche Natalie die User am Laufenden über den Fortschritt der Suche – und ihr Seelenleid:

Ihre neue Community schickt Aufmunterung und Tipps, wie sie den jungen Liebhaber wieder finden könnte:

Doch ihr schlägt auch Hass entgegen. "Klar, saufen und feiern und nicht verhüten. Was für eine "tolle" Story!" , schreibt ein User. Andere beschimpfen die junge Frau noch extremer, Kraftausdrücke und schlimme Beleidigungen werden unter ihre Facebook-Updates gepostet. Sie reagiert geschockt: "Wenn ihr mir nicht helfen und mich nur beschimpfen wollt, dann lebt euer Leben, aber verurteilt nicht meines. Wenn mich mein Freund nicht mehr sehen und auch kein Baby will, dann muss ich das akzeptieren. Aber versuchen muss ich es!"

...und dann war alles nur erstunken und erlogen

Doch manche User wollen die rührselige Geschichte einfach nicht glauben. Sie beginnen zu recherchieren. Und finden heraus: die schwangere Französin "Natalie Amyot" existiert nicht. Wohl aber eine ambitionierte junge Schauspielerin namens Alizée Michel, die auch nicht erst vor drei Monaten hier urlaubte, sondern schon seit etlichen Jahren im hübschen Urlaubsort Mooloolaba lebt.

Ausgeknobbelt hat das YouTube-Rührstück der Tourismus- und Social Media-Manager Andy Sellar. Mit den Strandbildern und der Story sollten potentielle Touristen auf Mooloolaba aufmerksam gemacht werden. In einem bemüht launigen Video erklärt Sellar, wie es zum "Natalie Amyot"-Fake kam...

Nur leider: Herr Sellar bekam wenig Applaus für seine gefinkelte Tourismus-Werbung. Im Gegenteil. Die Geschichte ging nach hinten los. Während sich die Klicks für das Aufklärungsvideo mit rund 40.000 in Grenzen halten, gibt es 1.3000 Negativ-Positngs.

Und trotzdem ist der Fake ein Lehrstück. Denn nicht nur User waren leichtgläubig, auch internationale Medien übernahmen die Geschichte. Unüberprüft....

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