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Yves Saint Laurent: Magermodel von Behörde verboten

Dünn, dünner, am dünnsten - schon seit Jahrzehnten macht man sich Sorgen um Models und deren Vorbildwirkung auf junge Mädchen. Bei einer Werbung für Yves Saint Laurent wurde aber nun sogar von offizieller Behördenseite eingeschritten.

von

Yves Saint Laurent /Werbung
© advertising standards authority

"Unnatürlich dünn" - so lautet das Urteil der britische Werbebehörde zu einem Werbesujet des Modekonzerns Yves Saint Laurent: Das darauf abgebildete Model wirke ungesund, was durch den gewählten Fokus des Bildes und die Beleuchtung noch verstärkt werde und daher wird die Kampagne künftig offiziell untersagt.

Die britische Behörde zur Überwachung der Werbung (ASA) wurde auf das Bild durch zahlreiche Beschwerden von Leserinnen und Lesern der britischen Elle, wo die Werbung aktuell erschienen ist, aufmerksam und verbot dieses für zukünftige Publikationen, um den Einfluss auf jüngere Generationen und deren Körperbewusstsein zu minimieren. Aber damit hätte man wohl schon vor langer Zeit beginnen müssen...

Nun will ich hier auf keinen Fall Skinny-Shaming betreiben und mich wie so viele auf Social Media-Kanälen abwertend ("Hungerhaken", "nur Haut und Knochen") zum Körper der hier zu sehenden Frau äußern. Denn dies zeigt vielleicht ohnehin unsicheren Menschen nur, dass man es egal wie, nie "richtig" machen kann und man scheins nie "schön" oder "normal" ist.

Abgesehen davon finde ich es immer wieder erschreckend, WIE Frauen in Werbekampagnen dargestellt werden: Auf obigem Bild wirkt das Model weggetreten. Meine erste Assoziation war, dass wohl Alkohol oder mehr im Spiel war und sie nach einer Party irgendwo abgestürzt ist. Ist so eine Situation wirklich sexy - was Werbung ja immer impliziert? Soll eine wehrlose, am Boden liegende Frau tatsächlich als verführerisch dargestellt werden? Oder sollten da nicht eher die Date Rape-Alarmglocken klingeln?

Noch eigentümlicher wird das Gesamtbild dieser Kampagne, wenn man bedenkt, dass der Konzern Yves Saint Laurent der Kering Foundation angehört. Dieselbe will mit der eigens gegründeten Kering-Stiftung Gewalt gegen Frauen bekämpfen und das Bewusstsein dafür stärken - vor allem in Hinsicht auf sexuelle und häusliche Gewalt. Darüber hinaus will die Stiftung, der Unternehmensleiter François-Henri Pinault als Präsident persönlich vorsteht, Frauen auf ihrem Weg zu mehr Eigenständigkeit unterstützen. Alles überaus löblich - aber eben leider im krassen Gegensatz zur Objektifizierung von Frauen in der eigenen Werbung.

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