Ressort
Du befindest dich hier:

Wie die Zauberflöte und künstliche Diamanten aus dem Labor zusammenkommen

Swarovski stattete bei den Salzburger Festspielen nicht nur die Kostüme der Zauberflöte aus, sondern präsentierte auch Schmuck aus Labor-Diamanten. Wir trafen Nadja Swarovski zum Talk über nachhaltige Juwelen, Innovation & Verantwortung.

von

Kunst & künstliche Diamanten
© neumayr.cc

Nadja Swavoski, 48, ist Teil des Executive Boards beim österreichischen Kristall-Imperium und verantwortlich für die Designer-Kollektionen & Kooperationen mit Künstlern und Architekten. Ihr jüngster Coup: Eine exklusive Echtschmuck-Kollektion. Das Besondere daran: Nicht mehr nur die Kristalle aus Wattens, sondern künstlich hergestellte Diamanten und Edelsteine sind die Stars der hochpreisigen Linie. Bei den Salzburger Festspielen wurde sie jetzt präsentiert. Wir wollten von der Business-Frau wissen, was es damit auf sich hat…

Wie kam es zur Zusammenarbeit für die Kostüme der Zauberflöte?
Swarovski: Wir arbeiten schon zum sechsten Mal mit den Salzburger Festspielen, haben schon die Aida oder den Jedermann ausgestattet. Kristall ist perfekt für die Bühne, er gibt Energie!

Welche Bedeutung haben die Festspiele für Sie persönlich?
Swarovski: Salzburg war immer ein Teil meiner Kindheit. Meine Großmutter war ein großer Opernfan und sie hat uns Kinder immer mitgebracht. Die ersten paar Vorstellungen waren eine große Inspiration – bis heute! Ich freue mich sehr! Und meine Kinder kommen auch mit in die Premiere.

Sie sind für die Designer-Kollektionen bei Swarovski verantwortlich und kooperieren regelmäßig mit Künstlern und Architekten. Wie bekommen sie die Bereiche Kunst, Design, Architektur und Mode unter einen Hut?
Swarovski: Es ist die kreative Welt, die Designwelt. Mode, Schmuck, Luster – das sind die drei Bereiche, die für Swarovski wichtig sind. Mode ist auch Kostümdesign. Bühnendesign hat viel mit Lustern zu tun. Und dann natürlich der Schmuck!

Swarovski macht jetzt auch Echtschmuck. Wie passt das zum Modeschmuck, für den sie ja weltweit bekannt sind?
Swarovski: Die Kollektionen sind komplett unterschiedlich. Der Modeschmuck soll den Echtschmuck nicht kannibalisieren und umgekehrt. Die neuen Stück sind einfach eine ganz andere Designlinie.

Warum werden dafür künstliche Edelsteine und Diamanten verwendet?
Swarovski: Sie nehmen weniger Energie in Anspruch und die Natur wird nicht ausgebeutet. Und auch für die Menschen bei der Herstellung ist es besser. Außerdem verwenden wir Fair Trade-Gold aus Peru. Die Minenarbeiter dort sind auch Bauern, die über den Minen Alpacas züchten.

Wie funktioniert der Herstellungsprozess und sind die Steine qualitativ vergleichbar?
Swarovski: Sie sind „bio-identical“, haben also die gleiche chemische Komposition. Aus Diamantsplittern wächst dann über mehrere Wochen wie in der Natur mit Hitze und Druck der Stein.

Welche Unterschiede gibt es beim Preis?
Swarovski: Sie sind 30 bis 50 Prozent günstiger als herkömmliche Diamanten.

Worauf sollte man als Kunde achten, wenn man nachhaltigen Schmuck kaufen möchte?
Swarovski: Auf Siegel und dass die Materialien aus fairem Handel stammen. Aber auch wie etwas verpackt ist. Und ich finde als Frau einfach gut zu wissen, dass keiner für meinen Schmuck leiden musste. Gerade die jüngere Generation ist gut informiert, die stellen nicht in Frage ob es ein echter oder künstlich hergestellter Diamant ist. Aber ihnen ist wichtig, dass etwas fair hergestellt wurde und dass die Umwelt nicht belastet wird. Wir sind zertifiziert vom Responsible Jewellery Council und kontrollieren die ganze Wertschöpfungs- und Lieferkette.

Female Empowerment ist aktuell ein wichtiges gesellschaftliches Thema. Gerade Frauen werden in der Modebranche oft ausgebeutet. Was unternehmen Sie dagegen?
Swarovski: Mit unserer Foundation arbeiten wir z.B. mit Women for Women. Der Fokus liegt auf Bildung. Je mehr Wissen Frauen haben, desto selbstbewusster treten sie auf.

Welche Maßnahmen trifft Swarovski noch?
Swarovski: Wir als Unternehmen versuchen Frauen zu unterstützen, die Balance zwischen Arbeit und Familie leichter hinzukriegen. Flexible Arbeitszeiten sind da auch ganz essentiell. Oder beispielsweise haben wir in Österreich eine Kinderkrippe, die Kristallmäuse. Wenn man Frauen durch die Karenz verliert, verliert man so viel Wissen. Und Frauen haben eine bessere Balance, wenn es nicht nur um die Kinder geht. Meine Kinder geben mir einen Reality Check, aber auch umgekehrt. Man schätzt beides mehr, wenn man auch das andere hat.

Welche Auswirkung hat #metoo Ihrer Meinung nach auf die Modebranche?
Swarovski: Ich glaube #metoo war augenöffnend. Und es spornt jede Industrie an, sich besser zu benehmen. Die Filmindustrie war schockiert, die Modebranche beinahe überrascht. Generell kann man sagen: Wenn sich durch diese Bewegung die Leute besser benehmen, höflicher sind, loyaler und netter miteinander umgehen, dann ist es begrüßenswert.

Und was sind die stärksten Schmucktrends für den Herbst?
Swarovski: Es geht darum, dass man Statements setzt. Je auffälliger, desto besser. Schmuck soll Geschichten erzählen, muss für etwas stehen. Symbolismus ist ganz wichtig.

Und welche Designerkollektionen erwarten uns?
Swarovski: Eine von Peter Pilotto, die ich ganz wunderbar finde. Und Stephen Webster mit kreierten Diamanten. Und Page Novak, die ebenfalls mit Diamanten und Farbsteinen arbeitet. Sie glaubt an die Wirkung von Colour Therapy.

Ist Modeschmuck zeitgemäßer als Echtschmuck?
Swarovski: Es spielt verschiedene Rollen. Salzburg etwas ist perfekt für Echtschmuck, alles ist sehr elegant. Aber nicht jeder kann oder möchte sich Echtschmuck leisten. Dann kommt Modeschmuck wieder ins Spiel. Er krönt einfach die Mode. Und wenn man reist ist es ohnehin leichter und sicherer mit Modeschmuck zu reisen. Weniger Stress! (lacht)

Kunst & künstliche Diamanten
LUXURIÖS. Die High-Jewelry-Stücke werden aus synthetischen Diamanten und Edelsteinen hergestellt. 2019 kommt auch eine günstigere Echtschmuck-Linie in den Handel.
Kunst & künstliche Diamanten

WOMAN Newsletter

Deine täglichen Infos per Mail: News, Gewinnspiele und tolle WOMAN-Aktionen.

Ja, ich möchte den WOMAN-Newsletter erhalten. Ich nehme zur Kenntnis, dass ich die Newsletterzusendung jederzeit durch den in jedem Newsletter enthaltenen Abmeldelink widerrufen kann.