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Zeckenbiss: Wie du Zecken richtig entfernst

Schmerzhaft ist der Zeckenbiss nicht - aber sehr gefährlich. Denn jede 5. Zecke ist Träger des FSME-Virus. Wie du die Zecken richtig entfernst und warum das Jahr 2019 ein Rekordjahr für Zecken werden könnte...

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Zeckenbiss: Wie du Zecken richtig entfernst

Zecken: Sie lauern im Gras, auf Bäumen und Sträuchern

© iStockphoto

Wir hoffen, dass du eine Zeckenimpfung hast. Vielleicht geht es dir aber auch so wie uns: Irgendwie vergisst man immer, wann die letzte Auffrischungsimpfung war, ob es dieses Jahr wieder fällig wäre - oder ob man sich noch Zeit lassen kann. Bitte schaue unbedingt in deinem Impfpass nach (am besten gleich jetzt und hier) und versäume die Termine nicht. Die Zeckenimpfung kann dich nämlich vor schlimmen Schäden bewahren....

Und gerade das Jahr 2019 soll laut Prognosen ein Rekordjahr für Zecken werden. Alle Infos findest du im Video:


Borreliose durch Zeckenbiss

Zecken übertragen Krankheitserreger wie FSME-Viren oder Borreliose-Bakterien. Der Zeckenbiss beziehungsweise -stich wird dabei nur selten bemerkt, weil die kleinen Viecher mit dem Speichel ein Betäubungsmittel freigibt. Dabei reicht für eine FSME-Erkrankung schon der Zeckenbiss, für die Übertragung der Borrelien braucht es etwas länger. Trotzdem ist es die Borreliose, die am häufigsten von Zecken übertragen wird. Die bakterielle Erkrankung ist nicht ansteckend und lässt sich gut mit Antibiotika behandeln.

Borreliose-Symptome

Problematisch ist es allerdings, die Symptome von Borreliose zu erkennen. Dazu gehören Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen. Ein typisches Krankheitszeichen ist außerdem die sogenannte Wanderröte. Dabei zeigt sich im Bereich des Stichs eine großflächige und kreisförmige Rötung. Die Einstichstelle sollte daher in der Folgezeit nach einem Zeckenbiss gut beobachtet werden.

FSME-Erkrankungen durch Zeckenbiss

Wie viele Zecken haben FSME?

Jede fünfte Zecke ist außerdem mit dem Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus infiziert. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung mit grippeähnlichen Symptomen, die unter anderem zu Gehirnhautentzündung führen kann. Während man die ebenfalls durch Zecken übertragene Borreliose bei rechtzeitiger Erkennung gut behandeln kann, können bei FSME lediglich die Symptome therapiert werden. Nach einer Langzeitstudie der Universitätsklinik Pforzheim litten 50 Prozent der schwer erkrankten FSME-Patienten und -Patientinnen dauerhaft unter Folgeschäden, 20 Prozent starben sogar.

Die Ängste vor einem Zeckenbiss sind also absolut berechtigt – vor allem, wenn man weiß, dass in Österreich 2015 mehr als neun Millionen Zeckenbisse gemeldet wurden. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Vor allem Kinder und Jugendliche, die sich besonders oft im Freien aufhalten, sollten sich impfen lassen.

Wie oft muss ich die Zeckenimpfung auffrischen lassen?

Prinzipiell sieht der Impfplan so aus:

  • Grundimmunisierung für Erwachsene: 1. Teilimpfung; 2. Teilimpfung ein bis drei Monate später; 3. Teilimpfung neun bis zwölf Monate nach der 2. Teilimpfung.
  • Auffrischung: 1. Auffrischung drei Jahre nach Abschluss der Grundimmunisierung, danach alle fünf Jahre (ab dem 60. Lebensjahr alle drei Jahre).
  • Grundimmunisierung für Kinder: 1. Teilimpfung im 13. Lebensmonat; 2. TI im 14. Lebensmonat; 3. TI zwischen dem 20. und 24. Lebensmonat.
  • Auffrischung: 1. Auffrischung im 5. Lebensjahr; danach alle fünf Jahre.

Zeckenbiss: Wie entferne ich die Zecke richtig?

Solltest du nicht geimpft sein und trotzdem von einer Zecke gebissen worden sein, dann heißt es schnell sein. Es dauert ungefähr zehn bis 24 Stunden, bis die Bakterien von der Zecke in den menschlichen Körper gelangen. Also die Zecken sofort entfernen, um das Risiko einer Infektion zu senken.

  • Zecken setzen sich besonders gerne an feuchten und geschützten Bereichen des Körpers fest – Kniekehlen, Hautfalten, Genitalbereich , aber auch die Kopfhaut oder hinter den Ohren sind Stellen, an denen sie sich gerne festsetzen.
  • Auf keinen Fall Öl, Kleber oder andere Flüssigkeiten auf die Zecke träufeln oder sprühen! Die Zecke stirbt sonst und gibt zuvor vermehrt Speichel in die Wunde ab. Das steigert die Infektionsgefahr.
  • Mit einer speziellen Pinzette oder Zeckenkarte (Apotheke) das Tier direkt an der Haut greifen.
  • Hast du die Zecke sicher gepackt, übe sanften Zug aus, etwa eine Minute halten. Löst sich die Zecke aus der Haut, langsam ziehen. Den Körper nicht quetschen, da sonst Erreger in die Wunde gelangen können. Ist das Tier sauber entfernt, die Einstichstelle mit einem Desinfektionsmittel betupfen.
  • Achte darauf, dass die Zecke vollständig – mit Kopf – entfernt wird. Bleibt ihr Kopf stecken: ab zur Hausärztin oder zum Hausarzt! Unbehandelt droht eine Entzündung.
  • Beobachte auf jeden Fall in den nächsten Tagen, ob sich um die Bissstelle ein roter Kreis ausbreitet.
  • Wenn du eine Veränderung feststellst, suche schnellstmöglich eine Ärztin oder einen Arzt auf und informiere sie oder ihn über den Zeckenbiss.
  • Um eine mögliche Borreliose-Infektion zu vermeiden, kann von Ärztin oder vom Arzt eine Therapie mit Antibiotikum eingeleitet werden.