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Prokrastination beenden? Da hilft der "Zeigarnik-Effekt"

Ein Projekt, das du schon ewig vor dir herschiebst? Wir auch. Wie dir der sogenannte "Zeigarnik-Effekt" hilft, die Prokrastination zu durchbrechen.

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Prokrastination beenden? Da hilft der "Zeigarnik-Effekt"
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Wir haben so viel auf unserem Zettel, da fällt es schwer, ein Projekt zu beginnen, von dem wir bereits im Vorfeld wissen, dass es einiges an Zeit in Anspruch nehmen wird. Also schieben wir es vor uns her und schieben es vor uns her ...

Wenn es bloß einen narrensicheren Weg gäbe, diese Prokrastination zu beenden und einfach loszulegen, damit die Sache vom Tisch ist.

Tja. Da hilft nur der "Zeigarnik-Effekt". Der ist nach der russischen Psychologin Bluma Zeigarnik benannt. Entdeckt hat sie ihn 1927 in einem Restaurant in Berlin, wo sie beobachtete, dass die Kellner sich nur an jede Bestellungen erinnerten, die sie eben servierten. Kaum hatten sie den Teller abgestellt, verschwand die Order wieder aus ihrem Gedächtnis.

Um diese Beobachtung weiter zu untersuchen, bat Bluma Zeigarnik ihre Studenten, im Labor einige einfache Aufgaben zu erledigen. Etwa das Lösen von Rätseln oder das Auffädeln von Perlenketten.

Nach einer gewissen Zeit unterbrach Zeigarnik die Tatigkeiten der Probanden. Bei anschließenden Fragerunden stellte sich heraus: Die Studenten konnten sich tatsächlich vor allem an jene Arbeiten erinnern, bei denen sie unterbrochen wurden (und nicht die, die sie beendet hatten).

Der "Zeigarnik-Effekt": Ein Cliffhanger für unser Gedächtnis

So. Und was hat das nun mit Prokrastination, also dem Verschleppen von Aufgaben, zu tun?

Der Zeigarnik-Effekt legt nahe, dass das Nicht-Erledigen einer Aufgabe eine mentale Spannung erzeugt, die so im Gedächtnis haften bleibt. Das einzige, was diese Spannung auflöst: Man schließt die Aufgabe ab. Du kannst es also als "Cliffhanger" betrachten, wie du ihn aus dem Fernsehen kennst. In der spannendsten Sekunde bricht die Sendung ab und startet der Werbeblock. Nur wenn du dranbleibst, gibt es auch eine Auflösung.

Bluma Zeigarnik fand heraus, dass wir Menschen den dringenden Wunsch haben, etwas abzuschließen. Man muss also den ersten Schritt setzen, schon folgt der Rest wie von alleine.

Erinnerst du dich an Situationen, in denen du den ersten Schritt gesetzt hast und dich einer schwierigen, langweiligen, herausfordernden oder zeitaufwändigen Aufgabe gestellt hast? Wie ging es dir danach? Du warst bestimmt zufrieden und sogar verblüfft, wie leicht es dir am Ende von der Hand gegangen ist...

Also nutze einfach den Zeigarnik-Effekt und beginne viel öfter damit, etwas anzufangen.

Thema: Psychologie

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