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Zu viel Sonne: Hautkrebs-Gefahr!

Sonne ist lebenswichtig und macht Laune. Dochzu viel ist nicht gut: Hautschäden oder sogar Krebs können die Folge sein. So schützen Sie sich.


Zu viel Sonne: Hautkrebs-Gefahr!

Genießen wir die letzten Sonnenstunden, ehe Herbst und Winter beginnen! Denn die Sonne ist einerseits lebenswichtig, da sie die Bildung von Vitamin D fördert, das für die Knochen wichtig ist (funktioniert auch bei bedecktem Himmel). Sie stärkt das Immunsystem und erzeugt Endorphine, die unsere Stimmung heben.

Doch die im Sonnenlicht enthaltenen UV-Strahlen sind auch gefährlich. Zwei Arten gibt es: die langwelligen UVA-Strahlen, die tief in die Epidermis eindringen. Sie sind für rasche Bräune zuständig und bewirken keine sofort sichtbaren Schäden. Ihre Folgen zeigen sich erst Jahre später, dann aber meist massiv. Sie können von Falten über Pigmentstörungen bis zu Hautkrebs gehen.

Hautschäden durch Sonne

Die kurzwellige UVB-Strahlung wirkt dagegen auf die oberste Hautschicht. Sie sorgt für den Aufbau einer Schutzbarriere, zu viel davon führt allerdings unweigerlich zu Sonnenbrand .

Geringe Veränderungen, die dabei an der DNA entstehen, können von körpereigenen Reparaturenzymen behoben werden. Häufige oder schwere Sonnenbrände aber überfordern das System und führen zu bleibenden Schäden im Erbgut.

Die Haut vergisst nicht!

Jeder Sonnenbrand (auch aus Kindheit und Jugend) ist gespeichert und kann später zu Hautkrebs führen. Ein Irrglaube ist übrigens, dass das Solarium auf die Sonne vorbereitet. Die Haut erreicht hier nur den Eigenschutzfaktor 4, während bei Sonnenschutzmittel - je nach Hauttyp - ein Faktor ab 20 empfohlen wird. Da im Solarium vor allem UVA-Strahlung zum Einsatz kommt, wird man zwar braun, baut aber kaum Lichtschutz auf.

Früherkennung von Hautkrebs

Jeder neue Sonnenbrand erhöht die Gefahr von Hautkrebs. In Österreich werden jährlich etwa 1.300 Melanome operiert: Je früher sie entdeckt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Wir sprachen mit Univ.-Prof. Dr. Hubert Pehamberger, Leiter der Abteilung für Dermatologie am Wiener AKH, zum Thema Sonne und Hautkrebs.

WOMAN: Wann muss Sonnenschutz unbedingt sein?

Pehamberger: Natürlich immer, wenn man im Sommer baden geht. Aber auch bei Sonnenbestrahlung im täglichen Leben, etwa am Weg zur Arbeit oder wenn man eine Stunde spazieren geht. Passen Sie besonders auf Kinder auf: Ihre Haut hat noch kein ausgeprägtes Reparatursystem, und es kommt schneller zum Sonnenbrand. Daher sind Sonnencreme, Kopfbedeckung und adäquate Kleidung hier besonders wichtig.

WOMAN: Ist Sonnenschutz auch bei Regen oder bewölktem Himmel notwendig?

Pehamberger: UV-Strahlung ist dann zwar auch da, sie ist aber nicht sehr intensiv. Wenn keine Sonne scheint, benötigt man keinen Extraschutz.

WOMAN: Viele Menschen schützen sich noch immer zu wenig vor der Sonne, Hautkrebs ist im Ansteigen begriffen. Wie groß sind hier die Heilungschancen?

Pehamberger: Der schwarze Hautkrebs, das Melanom, ist die gefährlichste Art von Hautkrebs, da er in frühen Stadien schon metastasieren kann. Der weiße Krebs ist hautfarben, er ist lokal bösartig, metastasiert aber kaum. Besonders betroffen davon sind Stirn, Nase, Lippen, Wangen und Ohrläppchen. Anfangsstadium sind kleine, helle Knötchen, die stark anwachsen können. Grundsätzlich sind die Heilungschancen bei beiden Krebsarten bei Früherkennung gut.

WOMAN: Wann sollte man zum Arzt gehen?

Pehamberger: Bei vielen atypischen Muttermalen (asymmetrisch, mit unregelmäßiger Oberfläche) ist der ärztliche Check ein- bis zweimal im Jahr Pflicht. Bei Hautveränderungen sofort zum Arzt gehen. Da Hautkrebs an der Körperoberfläche sichtbar ist, hat man gute Chancen, ihn früh zu erkennen. Das heißt: Regelmäßige Selbstchecks machen.

Redaktion: Barbara Schaumberger