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Wenn zu viel Pflege zum Problem wird

Plötzlich schuppige, rötliche Pickelchen im Gesicht: Periorale Dermatitis oder auch die "Stewardessenkrankheit" ist die Quittung für zu viel Pflege.


Wenn zu viel Pflege zum Problem wird
© iStockphoto

Du pflegst deine Haut. Jeden Abend ein Peeling nach der Reinigung, dazu eine reinigende, klärende oder befeuchtende Maske. Dazu noch eine Pflegecreme, die deine Haut über Nacht mit möglichst allen Nährstoffen versorgt.

Am nächsten Morgen plötzlich: Rote, schuppige Pickelchen, Bläschen rund um Mund und Nase, die jucken und spannen. Über Nacht hat sich trotz all der Pflege dein Hautbild verändert.

Oder besser gesagt: Hast du die Quittung erhalten: Periorale Dermatitis – oder wie der Volksmund sagt: die "Stewardessenkrankheit" – ist die Folge zu intensiver Pflege. Der medizinische Fachbegriff beschreibt eine nicht ansteckende Hauterkrankung, die sich „perioral“, also „um den Mund herum“, ansiedelt.

Periorale Dermatitis: Wenn der Haut die Pflege zu viel wird

Eine Zeit lang kommt die Haut mit der intensiven Pflege noch zurecht, doch irgendwann wird es ihr zu viel ... Dann wehrt sie sich gegen die übermäßige Pflege und signalisiert in Form eines trockenen und schuppigen Ausschlags rund um Kinn und Mundpartie, dass sie eine Auszeit braucht.

Gefährlich ist die Periorale Dermatitis nicht – aber natürlich nicht schön und damit auch nicht angenehm.

Wie entsteht die Periorale Dermatitis?

Wenn du deine Kosmetik oder Pflegeprodukte sehr häufig wechselst oder zu viele Produkte gleichzeitig verwendest, läufst du in die Gefahr, eines Tages mit dem lästigen Ausschlag aufzuwachen.

Bei der Perioralen Dermatitis handelt sich um eine Entzündungsreaktion der Haut – eine Art Abwehrreaktion gegen Überpflegung. Die Haut wird trockener und schuppig, sie spannt, bildet Pickel und rote Knötchen.

Was darf ich bei der "Stewardessenkrankheit" auf keinen Fall tun?

Aufgrund der schuppigen, trockenen Stellen ist man leicht versucht, noch mehr Pflege aufzutragen, um die betroffenen Partien mit Fett und Feuchtigkeit zu versorgen – nur ist das für die ohnedies schon überbeanspruchte Haut genau das Falsche. Langfristig verschlimmert das die Symptome jedoch, da die Hautzellen in eine Art Abhängigkeit geraten. In manchen Fällen bildet sich dann sogar eine Allergie gegen die Inhaltsstoffe des Produkts. Und: Die betroffenen Stellen auf keinen Fall mit den Fingern berühren. Die Bakterien können nämlich zu Entzündungen führen – und daraus dann sogar Narben entstehen.

Was hilft bei Perioraler Dermatitis?

Sobald du die ersten kleinen Pickelchen entdeckst, setze das Produkt ab und vereinbare einen Termin beim Dermatologen. Früher lautete die Empfehlung, dass man bei "Stewardessenkrankheit" für einen längeren Zeitraum auf alle kosmetischen Produkte verzichtet. Bei schweren Fällen empfiehlt der Hautarzt sogar ein leichtes Antibiotikum, meist reichen aber dermatologisch wirksame Salben (zuvor muss der Patient jedoch auf Unverträglichkeiten getestet werden).

Wichtig: Lass bitte die Finger Hausmittelchen, die im Internet empfohlen werden. Auch Kortisonsalben aus der Apotheke bringen zwar kurzfristig Verbesserung, können aber nach dem Absetzen zu einer "Entzugsdermatitis" führen – mit weit schlimmeren Symptomen.

Wie lange dauert es, bis der Ausschlag abheilt?

Die gute Nachricht: Die Periorale Dermatitis betrifft nur die oberen Hautschichten. Richtig behandelt heilen die Entzündungen nach ein paar Wochen ohne weitere Folgen wieder ab.

Warum nennt man den Ausschlag "Stewardessenkrankheit"?

Natürlich hat der Name nicht wirklich viel mit Flugbegleiterinnen zu tun. Doch früher kamen Flugbegleiterinnen in Duty-Free-Shops einfach mit zahlreichen Kosmetikartikeln und -pröbchen in Kontakt und konnten so ständig Neues ausprobieren. Deshalb wurden sie zu Namens-Patinnen eines Hautausschlags. Heute betrifft das Problem natürlich auch viele andere Menschen.

Thema: Pflege