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Hast du den Zucker-Durchblick?

Ja, wir wissen es alle: Zu viel vom weißen, süßen Zeug macht uns dick und krank. Und wir nehmen es uns auch immer wieder vor, zumindest eine Zeit lang drauf zu verzichten. Wäre da nicht diese verdammt leckere Tafel Schokolade.

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Hast du den Zucker-Durchblick?
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Schau, wie sie da liegt! Hübsch verpackt und verführerisch. Gefüllt auch noch, herrlich! Aber nein, diesmal nicht! Pfui, weg, Gift! Wir wollen doch keinen Zucker mehr anrühren. Doch da zerreißt die Hand schon das Papier, der Mund geht wie automatisch auf. Schmeckt göttlich. Gleichzeitig meldet sich das schlechte Gewissen: Schon wieder versagt! Nein, so wird das nichts mit dem Zuckerverzicht. Regel Nummer eins ist also: Sofort weg mit allem, was süß ist in diesem Haus! Denn Haushaltszucker, auch Saccharose, birgt gesundheitliche Gefahren:

Übergewicht . Durch Zucker nimmt man zu. Besonders Fructose verstärkt auch noch das Hungergefühl.

Diabetes Typ 2. Je mehr Zucker, desto mehr Insulin kommt zum Einsatz. Das Masthormon ist hauptsächlich für die Gewichtszunahme verantwortlich. Bei einem Übermaß kann es zu einer Insulinresistenz und damit zu Diabetes Typ 2 kommen.

Fettleber. Auch sie kann eine Folge hohen Zuckerkonsums sein, ebenso wie Herzkrankheiten. Entzündungen und Übergewicht, die in Zusammenhang mit dem süßen Gift stehen, können diese verursachen.

Karies und Parodontose. Unsere Zähne mögen Zucker gar nicht. Auch das Hautbild kann leiden.

Weniger Energie. Nach einem Hochgefühl, gepaart mit Glückshormonen, kommt das Tief. Man fühlt sich schlapp, möchte sich erst mal hinlegen. Ein stark variierender Blutzuckerspiegel könnte sogar für Depressionen verantwortlich sein. Hier wird intensiv geforscht.

Statt zum klassischen Haushaltszucker solltest du deshalb lieber zu diesen Alternativen greifen:

Zuckeraustauschstoffe wie Maltit, Mannit, Isomalt, Sorbit, Xylit oder Erythrit. Sie gehören zu den Zuckeralkoholen und sind natürlich vorkommende Kohlenhydrate, die dem Haushaltszucker in Struktur und Geschmack sehr ähneln. Sie haben weniger Kalorien als Zucker, Erythrit sogar null, und bedingen keine Insulinausschüttung. Nachteil ist, dass diese "Versüßer" in höheren Dosen Blähungen und Durchfall auslösen können, mit Ausnahme von Erythrit. Hier gilt ein Gramm pro Kilo Körpergewicht als gut verträglich. Bei 70 Kilo also 70 Gramm pro Tag. Die Zuckeraustauschstoffe sind außerdem zahnfreundlich.

Zu den Süßstoffe n zählen zum Beispiel Aspartam, Cyclamat, Saccharin, Sucralose. Diese Ersatzsüßen haben null Kalorien, schmecken aber anders als Zucker. Wie schädlich oder unschädlich sie sind, darüber sind sich Experten uneinig. Mal hieß es, einzelne Stoffe würden krebserregend sein oder dick machen, weil sie dem Körper Brennstoffzufuhr vortäuschen und den Insulinspiegel so durcheinanderbringen. Heißhungerattacken sind die Folge. Wirklich bewiesen scheint das nicht zu sein. Süßstoffe sind allerdings auf jeden Fall reine Chemie.

Honig hat zwar ein paar gute Inhaltsstoffe, ist aber die Insulinausschüttung betreffend nicht gesünder als Zucker. Ebenso Agavendicksaft, Ahornsirup und Ähnliches.

Kokosblütenzucker ist voller Mineralstoffe und Vitamine und triggert Insulin auf jeden Fall weniger als Haushaltszucker. Viel weniger Kalorien als dieser hat er allerdings nicht.

Stevia wird aus der Stevia-Pflanze, dem Honigkraut, gewonnen und industriell verarbeitet. Es süßt 300 Mal so stark wie Zucker, hat viel weniger Kalorien, allerdings einen bitteren Nachgeschmack. Es wird in der Nahrungsmittelproduktion daher gern mit anderen Süßungsmitteln gemischt.

Schnelle Tipps gegen den süßen Gusto

Eine Heißhungerattacke auf Schoki und Co. dauert maximal 15 Minuten. So kannst du versuchen, diese kritische Zeit zu überstehen:

Ein paar Tropfen Vanille oder Kakao-Öl auf ein Taschentuch träufeln und daran riechen. Das kurbelt die Serotoninproduktion im Gehirn auch ein bisschen an, und vielleicht lässt es sich ja täuschen und ablenken. Täuschung. Bitterstoffe sind ebenfalls für Ablenkungsmanöver gut. Gibt es als Tropfen oder auch Mundsprays in der Apotheke und in Drogerien. Kaugummi kauen, am besten Pfefferminz. Der starke Geschmack kann die Gier auf Süßes meist mildern. Auch Zähneputzen soll helfen. Das vermittelt den grauen Zellen die Botschaft: Schluss mit Essen. Dient der Griff in die Naschlade der Entspannung? Dann probieren Sie es mal mit Alternativen wie Musik, einem Bad oder Kuscheln -mit wem auch immer. Brainwork. Intensive Denkarbeit lenkt ab. Wie wäre es mit einem Sudoku, Kreuzworträtsel oder Quiz?