Ressort
Du befindest dich hier:

Kommt die Zuckersteuer auch bei uns?

Starkoch Jamie Oliver freut sich darüber, dass in seiner Heimat Großbritannien zukünftig Limonaden mit viel Zucker zusätzlich besteuert werden. Aber er kann es sich ja auch leisten, gesündere Alternativen zu kaufen.


Jamie Oliver
© Ben Pruchnie/Getty Images

Ein Liter Limonade hat bis zu 110 g Zucker - das sind 40 Stück Würfelzucker. Das ist eindeutig zu viel. Aber kann ausgerechnet eine neue Steuer etwas daran ändern?

Die britische Regierung scheint so zu denken, denn es wurde offiziell verlautbart, dass eine Zuckersteuer auf Softdrinks eingeführt wird. So soll dem immer größer werdenden Problem des Übergewichts und dessen gesundheitlichen Folgen in der Bevölkerung der Kampf angesagt werden. Die Hoffnung lautet, dass so weniger Limonaden konsumiert werden und darüber hinaus werden sämtliche Einnahmen dieser Steuer in den Schulsport fließen.

Je mehr Zucker enthalten ist, desto höher ist die Steuer: Fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter werden mit 23 Cent pro Liter besteuert, acht Gramm mit 31 Cent. So könnten Getränke bis zu 80 Prozent teurer werden. Die Steuer wird zwar von den Unternehmen eingehoben, aber diese werden die erhöhten Kosten sicherlich an die Kundinnen und Kunden weitergeben. Allerdings wird die Zuckersteuer erst 2018 umgesetzt, die Frist soll den Firmen die Möglichkeit geben den Zuckergehalt in ihren Getränken zu senken.

Aber was, wenn der zumindest natürliche Zucker einfach durch künstliche Süßstoffe ersetzt wird, die zwar kalorienärmer sind, dafür aber im Verdacht stehen, alle möglichen anderen schädigenden Konsequenzen zu haben. Und unter anderem in der Tierindustrie als Mastmittel eingesetzt werden, da sie den Appetit erhöhen...

Bedeutet ein höherer Preis automatisch Verzicht auf Ungesundes? Eine Studie in Mexiko zeigt auf, dass eine zehnprozentige Steuer auf Soft Drinks einen Rückgang im Konsum von 6 Prozent innerhalb der ersten Monaten bewirkte. Aber vielleicht verlagerte sich die Zuckeraufnahme dadurch nur: Denn statt Limonaden werden dann eben mehr Süßigkeiten oder Fertigprodukte gegessen.

Zucker ist auch an sich nichts unbedingt Negatives - auf die Menge kommt es einfach an! Und leider verstecken sich in vielen Nahrungsmitteln - vor allem in Fertigprodukten - Mengen, mit denen man gegebenenfalls nie gerechnet hat.

Wirksamer als eine neue Steuer wären daher eher Bemühungen, die Menschen aufzuklären, warum Ernährung so wichtig ist und warum zu viel Zucker für den Körper gefährlich ist. Die Folgen von Übergewicht können Diabetes, Herzkrankheiten, Gicht, diverse Krebserkrankungen und vieles mehr sein. Größeres Wissen und damit ein Umdenken könnten langfristig mehr bewirken.

Vor allem auch, weil diese Steuer vor allem die Ärmsten in der Bevölkerung treffen wird. Die meisten Übergewichtigen sind in dieser Bevölkerungsschicht anzutreffen, da das günstigste Essen, wie Fast Food und Fertiggerichte, leider meist das Kalorienreichste und Ungesündeste ist, voller Zucker, Salz und chemischer Zusatzstoffe. Lange Arbeitszeiten und wenig Gehalt lassen einem aber oft nicht viele Chancen, sich besser zu ernähren.

Zuckersteuer

TV-Koch Jamie Oliver, der sich schon seit einigen Jahren für gesünderes Essen in der Schule einsetzt, lobbyierte für die Zuckersteuer und zeigte seine Freude auch auf Instagram:

Thema: Ernährung

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .