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Orgasmus: Ach, komm' doch!

15 Sekunden dauert der weibliche Orgasmus - wenn wir kommen. Das "Ah!" und "Oh!" lässt sich nämlich nicht leicht erreichen. Was du über den Höhepunkt wissen musst.

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Orgasmus: Ach, komm' doch!
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Und dann ... hebe ich ab. Alles zieht sich süßlich zusammen, es rüttelt mich kurz innerlich durch: Erlösung. Wunderwerk Orgasmus. Stimmungshebend. Entspannend. Sexy. Trotzdem erlebt jede zehnte Frau nie einen Höhepunkt.

Denn erstens kommt sie anders – und zweitens als man denkt. Weshalb sich Hirnforscher, Mediziner und Psychologen seit Jahren den Kopf zermartern, wie man den weiblichen Orgasmus endlich final erforschen und Wege finden kann, um alle Frauen ihren Höhepunkten zuzuführen.

Was wir über den weiblichen Orgasmus wissen

Er verursacht ein Feuerwerk im Hirn. Das ist keine Sexroman-Prosa, das ist das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung. Ein Forscherteam der US-amerikanischen Rutgers University ließ eine Reihe von Testpersonen in einer Magnetröhre masturbieren (wo finden dir nur immer ihre Probanden?) und stellte fest: Der weibliche Orgasmus wirkt wie ein Blitzlichtgewitter in unterschiedlichsten Hirnregionen – und zwar abhängig davon, ob die Frau den Höhepunkt eher in der Vagina oder an der Klitoris spürt.

Orgasmus durch Klitoris-Stimulation

Warum diese Trennung in klitoral und vaginal? Nun, da die Wand der Vagina kaum Nervenenden aufweist, ist eigentlich jeder Orgasmus ein klitoraler Orgasmus. Die Nervenenden, die bei vaginaler Penetration für Lustgefühle sorgen, gehören nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen ebenfalls zur Klitoris.

Trotzdem lassen sich weibliche Orgasmen, die primär durch die Stimulation der Klitoris ausgelöst werden, noch immer am einfachsten als klitorale Orgasmen bezeichnen. Ein vaginaler Orgasmus wird im Gegensatz dazu durch indirekte Reizung der Klitoris ausgelöst, deren Nervenenden bis in den Vaginalbereich reichen. Sportliche Frauen haben da übrigens einen Vorteil. Ausdauertraining verbessert nämlich die Durchblutung im Becken, der Beckenboden wird ebenfalls trainiert – und so der Sex dann auch intensiver erlebt. Alles klar? Keine Ausreden vor dem Gym mehr.

Am Ende ist der Orgasmus jedoch ein Zusammenspiel verschiedener Lustorgane. Und das größte davon ist .... unser Hirn.

Wie Frauen schneller zum Orgasmus kommen

Ja, Stimulation der Klitoris ist eine Sache. Nur bitte: Nicht zu fest. Nicht zu leicht. Jede Frau hat spezielle Vorlieben, wie sie gerne berührt wird. Ob es eher feste Reibung oder zartes Streicheln und Klopfen ist. Da müsst ihr Männer euch herantasten, im besten Fall sagt und zeigt sie euch ganz deutlich, was ihre Erregung steigert.

Der eigentliche Orgasmus-Treiber ist aber unser Kopfkino. Und hier konnten Wissenschaftler feststellen: Am größten ist die Orgasmus-Wahrscheinlichkeit bei einer Frau, wenn sie das Gefühl hat, wirklich begehrt zu werden. Das hat mit emotionaler Nähe zu tun, aber auch damit, wie sehr ihr der Mann signalisiert, dass er sie unfassbar sexy und erotisch findet. Viel hängt aber auch von der generellen Stimmung der Frau, ihrem Körpergefühl und ihrem Selbstbewusstsein zusammen.

Was passiert beim Orgasmus?

Dann erhöhen sich Puls und Blutdruck und die Scheidenfeuchtigkeit nimmt zu. Die Klitoris, die mit zwei Schwellkörpern die Vagina umschließt, füllt sich mit Blut und verengt sich. Das sorgt beim Sex für lustvollen Kontakt. Die Reibung wieder stimuliert die über 8.000 (!) Nervenenden, das Finale nähert sich. Puls und Atem werden schneller, der Blutdruck steigt, die Pupillen vergrößern sich. Die Vagina zieht sich im Abstand von 0,8 Sekunden zusammen – genau im gleichen Rhythmus, in dem Männer ihre Muskelkontraktionen spüren, wenn sie einen Orgasmus haben.

Wie lange dauert der weibliche Orgasmus?

Länger als jener der Männer, haha! Während die Jungs etwa drei bis vier lustvolle Kontraktionen verspüren, können es bei uns bis zu 12 sein. Im Schnitt 15 Sekunden dauert der weibliche Orgasmus. Ein Drittel bis die Hälfte aller Frauen verliert übrigens beim Höhepunkt etwas Flüssigkeit aus einer Drüse, die der männlichen Prostata entspricht. Die Franzosen nennen das dann „femmes fontaines“, Springbrunnenfrauen. Ein anderer Begriff wäre "Squirting" – auf Porno-Portalen übrigens einer der meistgesuchten Begriffe.

Der weibliche Orgasmus ist störanfälliger

Wir haben zwar länger etwas vom Orgasmus – wir erreichen ihn nur leider nicht so leicht wie die Männer. Ein Grund dafür liegt im erotischen Zentrum – dem Gehirn. Unser Orgasmus ist nämlich störanfälliger als jener der Männer. Das ist genetisch bedingt. Denn in der Steinzeit war es die Aufgabe der Frauen, die Kinder zu beschützen. Sie waren also auch beim Liebesspiel immer in Alarmbereitschaft, sollte ein Säbelzahntiger die Brut angreifen. Ein Instinkt, der sich nach Meinung von Forschern nach wie vor erhalten hat. Weshalb viele Frauen entgegen der landläufigen Meinung vom stundenlangen Vorspiel sogar bei einem heißen Quickie schneller zum Orgasmus kommen können. Denn als Voraussetzung für guten Sex gilt: Man muss alles um sich herum vergessen können. Und das geht einfacher, wenn nicht nebenan das Baby jederzeit aufwachen, die Mutter anrufen kann oder die unerledigte Steuererklärung durch den Kopf spukt.

Thema: Sex & Erotik