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Zumba: Tanz-Workout feuert mit Latinomusik die Stimmung an

Zumba im Test: Das Tanz-Workout feuert mit heißer Latinomusik die Stimmung an und verspricht jede Menge Spaß und Fitness. Gesund-Ressortleiterin Pia Kruckenhauser hat das Tanz-Workout für Sie getestet ...


Zumba: Tanz-Workout feuert mit Latinomusik die Stimmung an
© Thinkstock

Koordinationsgenie bin ich keines. In meiner bisherigen Laufbahn habe ich bereits ein oder zwei Aerobic-Kurse besucht, bis ich aber Arme und Beine dorthin gebracht hatte, wo sie sein sollten, war der Kurs vorbei (nicht eine Stunde, sondern der gesamte Kurs). Irgendwann habe ich beschlossen: Das ist nichts für mich, habe mit Yoga begonnen und bin damit auch sehr glücklich. Da derzeit aber ein richtiger Zumba-Boom die Fitnesswelt erfasst hat und die Begeisterung auch nicht vor den KollegInnen Halt gemacht hat, fiel bei uns in der Redaktion die Entscheidung: Das müssen auch wir testen! Und die Wahl fiel auf mich.

Zumba, so ergeben meine Recherchen, ist ein Workout zu lateinamerikanischer Musik, mit Salsa-, Merengue-, Cumbia- und Samba-Schritten – Tänze, die ich alle nicht beherrsche. Dementsprechend zweifle ich, dem Programm aus dem Stand heraus folgen zu können, wie Beschreibungen behaupten.

Im Studio angekommen, sind bereits einige Leute im Saal versammelt. Ich stelle schnell fest: Zumba ist weiblich. Meinen Kurs besuchen etwa 50 Frauen, ein einzelner Schüler vertritt die männliche Bastion. Und natürlich der Trainer: Gerdschi Laister ist der Kopf des Bodydays-Netzwerks, das seit Stunden anbietet ( www.bodydays.at ). Für den Boom in Österreich ist er wesentlich mitverantwortlich. Als er das in Kolumbien entstandene Workout entdeckt hat, war er ebenso begeistert wie Sängerin Shakira, die die Bewegungen in ihren Choreografien nutzt. Um die Bekanntheit von Zumba zu steigern, stellte er sich mit Freunden im Sommer 2009 auf die Donauinsel und tanzte. Bald hatte er eine treue Fangemeinde, aus der sich sein erster Kurs entwickelt hat. Mittlerweile bietet sein Trainer-Netzwerk über 30 Kurse wöchentlich in Wien und rund um Wien herum an.

Doch zurück zum Kurs: Alle Teilnehmer sind guter Dinge und schon voller Vorfreude. Aus den Lautsprechern wummern nach einigen Minuten laute und feurige Latino-Rhythmen, Trainer Gerdschi beginnt zu tanzen, und alle folgen ihm. Auch ich stürze mich mit Elan in die Bewegung. Schnell wird klar: Das hier ist harte körperliche Arbeit. Die Erklärung „Zumba ist ein Tanz-Fitness-Workout“ trifft den Nagel ziemlich genau auf den Kopf. Ein Lied folgt ohne Pause auf das andere, und jeder Song hat seine eigene Choreografie. Ich versuche, den Schritten zu folgen, und erstaunlicherweise gelingt mir das auch ganz gut. Zwar sind meine Arme prinzipiell dann oben, wenn der Großteil meiner Mittänzerinnen sie unten hat, aber das ist nicht wichtig. Denn das ist das Schöne an Zumba: Jeder macht so gut mit, wie er kann, man muss die Schrittabfolge nicht auswendig können. Improvisation ist – im Gegensatz zum klassischen Aerobic-Kurs – ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Ein Umstand, den ich zu meinen Gunsten nutze. Schon nach kurzem bin ich voll und ganz dabei und merke gar nicht, wie sehr ich durch die schnellen Bewegungen ins Schwitzen komme. Und das, obwohl meine Kondition nicht die schlechteste ist. Aber die vielen verschiedenen Tanzschritte, die schnellen Richtungswechsel, die Sprünge und Armbewegungen haben es ganz schön in sich.

Ein kurzer Blick in die Runde – der mich natürlich sofort aus dem Takt bringt – bestätigt: Alle anderen haben ebenso viel Spaß wie ich. Rund um mich sind nur lachende Gesichter, denen man die Anstrengung nicht ansieht. Mit einem weiteren Blick stelle ich fest: Von 6 bis 60 Jahre sind wirklich alle Altersklassen und Gruppen vertreten: Singles, Berufstätige, Mütter mit Kindern und sogar eine Schwangere. Denn bei Zumba gibt es keine Altersgrenzen und auch keine Fitness-Voraussetzungen. Wichtig ist die Freude an der Bewegung, der Rest kommt von selbst. Inklusive eines beeindruckenden Trainingseffekts: Alle Muskelgruppen werden durch ein intensives Workout geformt, die Beweglichkeit steigert sich, die Ausdauer wird trainiert, die Lebensfreude wird angefeuert Und: In einer Stunde verbrennt man obendrein 500 bis 600 Kalorien. Das zahlt sich aus. Am Tag darauf erinnert mich zwar ein Muskelkater an die Stunde. Aber ich stelle fest: Fitness-Tanzen kann richtig viel Spaß machen – gerade weil nicht alles perfekt sein muss.

Thema: Zumba