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Zweitgeborene werden häufiger kriminell

Große Schwester, kleiner Bruder: Was hat der Zeitpunkt der Geburt mit Kriminalität zu tun? Eine amerikanische Studie verrät die Gründe!

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Zweitgeborene werden häufiger kriminell
© istockphoto.com/SolStock

Wer selbst das älteste Geschwisterkind ist, weiß Bescheid: Jeder Tag mit den 'Kleinen' ist wie ein neues Abenteuer. Vor allem das zweitgeborene Kind gilt oft als der Schlingel des Hauses. Nun hat eine amerikanische Studie festgestellt, dass dies nicht nur eine allgemeine Beobachtung ist. Es ist bewiesen: Zweitgeborene haben tendenziell häufiger Probleme in der Schule und verstoßen später öfter gegen das Recht.

Zweitgeborene Buben sind am ehesten Schlingel.

Dies haben ForscherInnen der amerikanischen Universitäten MIT, Northwestern and University of Florida herausgefunden. Über viele Jahre beobachteten sie Familien in Florida und Dänemark. Die Kultur in diesen Orten unterscheidet sich sehr, was die Ergebnisse noch beeindruckender macht.

"Obwohl sich das Leben in Florida und Dänemark so sehr unterscheidet, haben wir sehr ähnliche Beobachtungen gemacht: In Familien mit zwei oder mehr Kindern haben zweitgeborene Jungs eine um 20 bis 40 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit auf Maßregelungen in der Schule und spätere kriminelle Handlungen." , schrieben die Wissenschaftler in der Studie.

Doch wo liegt der Zusammenhang zwischen Kriminalität und dem Zeitpunkt der Geburt? Die ForscherInnen mutmaßen dreierlei. Erstens könnte dies mit der fehlenden Aufmerksamkeit zu tun haben. Das erste Kind genießt anfangs die alleinige Liebe der Eltern. Dies wird dem zweiten Kind nie zu Teil.

Die Geburtenreihenfolge beeinflusst die einzelnen Kinder.

Zweitens könnte es auch am zeitlichen Engagement der Eltern liegen. Für das erste Kind nehmen sich frischgebackene Eltern nämlich meistens länger frei, als für die folgenden Kinder. Dies bedingt auch den dritten Punkt: Vorbilder. Denn während der Erstling meistens Erwachsene zum Vorbild hat, schaut der Zweitgeborene zu seinem großen Bruder oder zur großen Schwester auf.

So benehmen sich die Älteren oft reifer, als die jüngeren Geschwister. Und letztere haben dann ein Volksschul-, oder Kindergartenkind als Vorbild, dessen Egoismus und kindliche Art sie übernehmen. Doch egal, was den Zusammenhang ausmacht: Zweitgeborene müssen keine Angst haben, das sie über Nacht kriminell werden! Die Studie zeigt nur, dass die Geburtsreihenfolge einen Einfluss auf die einzelnen Kinder haben kann. Wie stark sich dieser Einfluss jedoch entwickelt, hängt auch noch von vielen anderen Faktoren ab.

Themen: Kinder, Familie

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