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Lena Hoschek: Österreichisches Design mit Liebe zu Handwerk und Tradition

Die Modedesignerin aus Graz verzückt die ganze Welt und sogar Königinnen mit ihren großartigen Modellen, welche die weibliche Silhouette gekonnt in den Fokus rücken.

von

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© Susanne Hassler-Smith

Die in Graz geborene Designerin ist international bekannt für ihr außergewöhnliches Design und hat ihren Sitz in Wien. Ihr Stil ist von verschiedenen Elementen geprägt und zeigt sich in zeitloser Schönheit. Lena Hoschek ist besonders bekannt für ihre hochwertigen Dirndl und Taille betonenden Tellerröcke. Katy Perry und Dita von Teese sowie Königin Maxima wurden schon in Lena Hoschek Mode gesichtet.

Steckbrief

    • Name: Magdalena "Lena" Hoschek
    • Geboren am: 23. April 1981
    • Ausbildung: Make-Up Artist/ Modedesign
    • Ehepartner: Mario Hoschek- Frajuk
    • Kinder: Johann, Apollonia
    • Eltern: Ernestine und Christian Hoschek
    • Beruf: Modedesignerin
    • Sternzeichen: Stier

Ihre Designs sind von Weiblichkeit, Stil und Eleganz geprägt. Lena Hoschek designt für Frauen, die nicht auf Dresscodes achten, sondern sich selbst mit Stolz präsentieren:

»Ich designe für Frauen, die sich primär für sich selbst schön kleiden, aber genau wissen welchen Eindruck sie damit hinterlassen.«

Das Modedesign von Lena Hoschek

Das 2005 in Österreich gegründete Label Lena Hoschek ist ganz vom Vintage-Style inspiriert und durch exklusive Details geprägt. Wer die Designerin einmal in ihrem Atelier erlebt hat, spürt die Liebe und Leidenschaft, die sie für ihr Design aufwendet. Regale mit hochwertigsten Materialien und Wände, die mit Ideen und Inspirationen tapeziert sind, erzählen die Geschichten ihrer Kollektionen. Diese werden nur in ausgesuchten und spezialisierten Fachbetrieben in Europa nachhaltig hergestellt. Die Gründerin selbst stellt die Qualität bei Stoffen und deren Verarbeitung sicher, wodurch ihre Liebe zum Handwerk und zu den einzigartigen Details erkennbar wird.

Im Fokus ihrer Designs steht die weibliche Silhouette - perfektioniert durch schmeichelhafte Schnittführung. Durch ihren gekonnten Umgang mit Linien und den daraus resultierenden außergewöhnlichen und aufregenden Designs erlangte Lena Hoschek internationale Bekanntheit.

Neben ihren eigenen Kollektionen wie der Prêt-à-porter und den Trachten, die regelmäßig erscheinen, bietet sie auch Maßanfertigungen sowie Brautmode und Lena Hoschek Baby Kindermode an.

Die Prêt-à-porter Kollektion

Diese wird zweimal jährlich lanciert. Eigens entworfene Schuhmodelle, welche in einer italienischen Manufaktur produziert werden, runden ihre Kollektionen ab.

Nachhaltigkeit und Slow Fashion stehen bei Lena Hoschek nicht nur am Programm, sondern werden auch gelebt:

»Ich finde es nachhaltig, beständige Mode zu machen. Mit dem richtigen Geschick kann man alles pflegen und für Generationen aufbewahren.«

Lena Hoschek legt Wert auf nachhaltig und ethisch arbeitende Lieferanten sowie Transparenz. Stoffe und Accessoires kommen bevorzugt aus europäischen Betrieben: Drucke aus Italien, Spitzen aus Frankreich, Walk aus Südtirol, Loden aus der Steiermark, Tweed aus England, Stickereien aus Spanien. Gute Qualität und Verarbeitung sorgen dafür, dass die schönen Stücke lange halten. Kaputte Kleidung kann zudem im Atelier repariert werden und lässt sich so länger tragen.

Trachten von Lena Hoschek

Lena Hoscheks Anliegen, Handwerkskunst und Brauchtum zu bewahren sowie ihre Liebe zu traditionellen Details zeigt sich vor allem bei ihrem Trachtenlabel Lena Hoschek Tradition. Diese Kollektion erscheint ebenfalls zwei Mal im Jahr.

Die Kollektion steht für Naturverbundenheit, Heimatgefühl, Qualität und für die behutsame Weiterentwicklung von Tracht. Dabei zeichnet sich die Traditionslinie auch durch die traditionelle Verarbeitung von Naturstoffen aus.

Maßanfertigung & Brautmode

Es werden unter dem Label Lena Hoschek Atelier, dem Designer Thomas Kirchgrabner vorsteht, seit 2012 auch maßangefertigte Brautkleider und Roben auf Anfrage angefertigt.

Couture und Brautkleider sind Thomas Kirchgrabners Spezialität. Als Head of Couture in Hause Lena Hoschek geht er auf alle individuellen Wünsche ein und kreiert Traumroben für den großen Tag.

Die steirische Designerin kümmert sich gerne selbst um die Wünsche der Bräute, bei einem persönlichen Termin werden die individuellen Vorstellungen der Kundin und die Auswahl der Stoffe getroffen. Lena Hoschek kennt sich sehr gut mit diesen aus, da sie selbst 2014 geheiratet hat. Wer im Dirndl heiraten möchte, findet bei ihr zudem Lena Hoschek Hochzeitstracht.

Bunny Bogart Baby-Bekleidung

Im Jahr 2018 eröffnet Lena Hoschek erstmals ihren Little People Concept Store Bunny Bogart im 7. Wiener Gemeindebezirk. 2020 folgt ein Bunny Bogart Pop-Up Store im 1. Bezirk. Die liebevoll kuratierte Auswahl für Babys und Toddler ist ebenso online erhältlich und umfasst von der ersten Ausstattung über handgefertigte Produkte und Spielzeug alles bis hin zu Geschenken für die Taufe.

Lena Hoschek, die selbst Mutter ist, lässt bei Bunny Bogart das Herz von Design- und Vintage-liebenden Eltern höherschlagen. Sie legt zudem sehr viel wert auf nachhaltige Naturmaterialien, die GOTS (Global Organic Textile Standard) zertifiziert sind und den Öko-Standards entsprechen. Besonderes Augenmerk wird dabei ebenso auf die Herkunft, hochwertige Produktion und Handarbeit gelegt. Die Labels – seien es gehäkelte Häubchen oder das in Russland gefertigte Holzspielzeug - kommen vorwiegend aus kleinen Handwerksbetrieben. Neben all den besonderen schönen Dingen für Kinder bietet Lena Hoschek darüber hinaus selbst entworfene Bänderröcke für Kinder sowie Bettwäsche und Decken an.

Lena Hoscheks Karriereweg zur Designerin

Magdalena Hoschek wurde am 23. April 1981 in Graz als Tochter der Hochschullehrerin Ernestine Hoschek und dem selbstständigen Handelsvertreter Christian Hoschek geboren.

Die frühen Jahre von Lena

Lena wusste schon als Kind, dass sie irgendwann eine eigene Fima haben wollte. Der Wunsch eine Modefirma zu haben, konkretisierte sich dann im Lauf der Zeit. Sie hat sich schon in jungen Jahren immer gerne mit Kleidern und Textilien beschäftigt und angefangen Stoffe zu sammeln:

»Meine erste Kollektion habe ich aus ausgeschnittenen Socken für meine Bärenwaldfiguren gemacht und Kleider für Barbies aus Ferrero Rocher Stanniolpapier. Als Teenager, wenn man dann schon langsam dran denkt welche Ausbildung man mal machen möchte, da ist Mode studieren schon auf die Agenda gekommen. «

Nach Ihrer AHS Ausbildung in Graz schloss sie von 1999 bis 2000 eine Ausbildung zum Make-Up Artist ab. Im Anschluss besuchte Lena Hoschek die Modeschule Wien Hetzendorf, wo sie 2003 mit einem Diplom absolvierte. Es folgte ein einjähriges Praktikum bei Vivienne Westwood in London.

Praktikum bei Vivienne Westwood

Lena hat uns persönlich erzählt, was sie aus dieser Zeit für sich selbst mitgenommen hat:

"Ganz wichtig für mich zu sehen als junge Modestudentin war, dass große internationale Firmen auch nur mit Wasser kochen und eigentlich ein Betrieb sind, wie alle anderen Branchen. Man glaubt, dass die Modebranche immer nur glamourös ist aber dort arbeiten von Früh bis Spät Menschen - mit Mode, mit Stoffen, mit Schnitten. Ich fand auch sehr beeindruckend, dass Vivienne immer von morgens bis abends da war. Sie ist nicht zwischendurch nur mal gekommen und ist dann wieder gegangen. Sie hat den ganzen Tag gearbeitet und hat auch ihr Kaffeehäferl selber abgewaschen. Diese Bodenständigkeit fand ich schon beeindruckend und ein Stück Bescheidenheit, dass man nicht zur Praktikantin sagt, wasch das ab."

"Was mich auch extrem beeindruckt hat und was ich auch für mich selber als wichtig und richtig empfunden habe ist, dass sie selber nur Westwood angehabt. Sie war jeden Tag gestylt, auf ihre coole, crazy Art und Weise aber sie hat immer ihre eigenen Sachen getragen. Egal ob es im Büro war oder ob sie eine Appearance gehabt hat. Sie IST es einfach. Genauso wie sie designt, ihre ganze Firma. Sie ist das Label! Ich habe mich früher immer gewundert, warum Designer so krasse Sachen entwerfen und dann selber nur Schwarz tragen? Würden sie das einfach selber nie anziehen?"

"Und ich entwerfe eben auch so. Ich entwerfe alles, was ich selber gerne tragen möchte."

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© Susanne Hassler-Smith

Gründung des eigenen Labels

Lena hat ihren Weg nie in Frage gestellt:

»Was ist, wenn ich scheitere, was ist, wenn die Firma nicht läuft oder was ist, wenn ich zu wenig Geld verdiene. Ich habe mich nie mit so was beschäftigt. Ich sag immer: Talent, Fleiß und eine gesunde Portion Größenwahn sind eine gute Mischung für Erfolg in der Selbstständigkeit.«

Im November 2005 gründet sie in einem kleinen Atelier inmitten der Grazer Altstadt ihr Label „Lena Hoschek“. Im Jahre 2009 öffnet sie ihren erster Store in Graz, welcher 2018 erweitert wurde und bis heute besteht. Der bereits seit 2008 bestehende Shop im 7. Bezirk in Wien, wurde 2016 vom Flagship Store im 1.Bezirk abgelöst. 2009 wagte Lena den Sprung nach Deutschland und präsentierte bis 2020 ihre Prêt-à-Porter Kollektionen im Rahmen der Berlin Fashion Week. Im Juni 2011 folgte die Expansion im Netz mit einem eigenen Onlineshop. Im gleichen Jahr bringt sie in einer Kooperation mit Robert la Roche eine Brillenkollektion heraus.

Seit 2012 ist ihr Firmensitz in Wien, wo sie sich ihr großräumiges Atelier in einer alten Strickwarenfabrik eingerichtet hat. Die großzügigen Räumlichkeiten erlaubten der Designerin schließlich auch den Ausbau der maßangefertigten Couture- und Brautmoden Linie. Für die Leitung des Couture Ateliers ist seit 2013 der Designer Thomas Kirchgrabner verantwortlich.

Der berühmte Bänderrock von Lena Hoschek

Der traumhafte Rock ist wohl das berühmteste Design aus dem Hause Hoschek. Das ausgestellte Modell mit betonter Taille und schmeichelhaftem A-Linien-Schnitt zählt zu den ersten Designs mit dem Lenas Karriere begann. Das außergewöhnliche Kleidungsstück wird gänzlich aus einer Auswahl an bestickten Bändern und Borten gefertigt.

Der "Ribbon Skirt" ist immer noch ein wichtiger Bestandteil ihrer Kollektionen und ist bei Fans ein allseits beliebtes zeitloses Sammlerstück.

Wir haben Lena gefragt, wie sie auf die Idee für den genialen Bänderrock kam:

Die Idee kam ihr beim Urlaub in Griechenland:

"Auf jeden Fall wollte ich immer einen Carmen Rock haben. Denn in den 90ern hat es das alles nicht gegeben. Damals war die Mode eher minimalistisch – damals war alles extra schmal, nie viel Stoff und ich mit meiner schmalen Taille und mit meinem breiteren Unterkörper wollte immer lieber einen weiteren Rock haben. "

"Ich habe Nähmaschinen früher immer nur zum Basteln genutzt und habe eigentlich nie viel genäht. Das Schnittzeichnen und etwas nach Schnitt zu nähen, habe ich dann erst so richtig in Hetzendorf gelernt. Also musste es einfach gehen. Bei der Nähmaschine der Nadeltransporter zieht den unteren Stoff immer etwas rein, dann bekommt man unterschiedlich lange Stoffe, wenn man nicht aufpasst. Da dachte ich mir, eigentlich könnte ich mir das zu Nutze machen und einen Bahnenrock nähen. Dann muss ich keinen Schnitt zeichnen und den Stoff eigentlich nur in Stoffbahnen reißen und er rüscht sich automatisch ein. Die Idee hatte ich dann im Urlaub und habe sie mir nur schnell aufgekritzelt und dachte mir, wenn ich heimkomme, probiere ich es aus."

"Ich habe es nie ausprobiert und der Zettel mit der Idee, ist immer in dieser Mappe herumgekullert. Dann habe ich das Modestudium gemacht. Alle Studenten in Hetzendorf gehen zum Textil Müller in Kritzendorf einkaufen. Dort habe ich erstmals eine Vielfalt an tollen Stoffen und Bändern entdeckt. Und jedes Mal, wenn ich dort war, habe ich Bänder, Bänder, Bänder gekauft. Ich war süchtig nach diesen Bändern. Der Müller hatte einfach ein endlos großes Lager an Bändern und ich habe dann in der Modeschule schon angefangen diese Bänder zu kaufen, auch wenn ich sie damals nicht gebraucht habe. Nur bei meinem allerersten Boho Skirt, das war ein Kreisrock, der war mit Bändern versehen."

Aus ihrer Post-It Idee in Griechenland und ihrer Sammelleidenschaft für Bänder wurde dann der berühmte Bänderrock - eines ihrer vielen großartigen Designs.

Diese Celebrities tragen Lena Hoschek

Unter den vielen Fans der Marke finden sich viele internationale Stars wie Dita Von Teese, Sarah Jessica Parker, Katy Perry, Lana Del Rey und viele mehr. Königin Maxima trug bei einer Veranstaltung den ikonischen Bänderrock, der aus Graz stammenden Designerin Lena Hoschek.

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© Patrick van Katwijk/Getty Images

Lena Hoschek privat

Im September 2014 schreitet die Designerin zum Altar um Ja zu sagen und Mrs. Magdalena Hoschek-Frajuk zu werden. Die Planung und Organisation zu ihrer Hochzeit dokumentiert sie in einem Blog mit einem Lena Hoschek Hochzeitstagebuch. Die standesamtliche Hochzeit findet im Pavillon im Park von Schloss Eggenberg in Graz statt. Am 13. September heiraten die beiden im steirischen Schloss Stainz. Für das Kleid engagierte sie natürlich ihren Designerkollegen Thomas Kirchgrabner.

Lena Hoschek ist Mutter von zwei Kindern. Ihr Sohn kam 2017 zur Welt und heißt Johann. 2020 kam Tochter Apollonia auf die Welt.

Ihre größten Erfolge und Auszeichnungen

  • 2012 Vienna Fashion Award in der Kategorie Designer
  • 2010 Platz 3 im Bereich „Handel“ & Platz 1 im Bereich „Innovation“ der Zeitschrift top of styria
  • 2009 Vienna Fashion Award in der Kategorie Designer Branding
  • 2009 Nominierung durch Die Presse zur Österreicherin des Jahres