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Sandra Bullock: Hollywood-Schauspielerin mit deutschen Wurzeln

Komödien, Actionfilme, Thriller, Dramen – die Bandbreite der Schauspielkunst von Sandra Bullock ist riesengroß. Zudem gilt sie als großzügige Unterstützerin diverser wohltätiger Organisationen auf der ganzen Welt.

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Sandra Bullock
© Getty Images

Sandra Bullock ist ein wahres Allround-Talent. Die sympathische Schauspielerin mit deutschen Wurzeln glänzt nicht nur vor der Kamera, sondern auch dahinter. Egal ob als Synchronsprecherin, Regisseurin, Drehbuchautorin oder Filmproduzentin - Bullock kann einfach alles.

Ihre Vielseitigkeit fand auch bei den Academy Awards anklang, wo sie 2010 ihren ersten Oscar gewann. Dennoch war ihr Weg zur Hollywood-Ikone kein leichter. Heute zählt sie zu den größten Filmstars aller Zeiten.

Steckbrief

  • Name: Sandra Annette Bullock
  • Geburtstag: 26. Juli 1964
  • Sternzeichen: Löwe
  • Wohnort: Los Angeles; New Orleans; Austin
  • Beruf: Schauspielerin, Sängerin, Synchronsprecherin, Regisseurin, Drehbuchautorin, Filmproduzentin
  • Ehepartner: Bryan Randall (verheiratet seit 2015)
  • Kinder: Louis Bardo Bullock, Laila Bullock

Sandra Bullocks Kindheit: Ihre Ersten Jahre

Sandra Bullock entstammt einer Künstlerfamilie. Ihre Mutter – Helga Meyer – war eine deutsche Opernsängerin und ihr Vater, der US-amerikanische Militärangehörige John Bullock, Gesangslehrer. Und so ist es kein Wunder, dass die kleine Sandra und auch ihre jüngere Schwester schon im Kindesalter Gesangs- und Ballettunterricht bekamen.

Die meiste Zeit ihrer Kindheit – genauer gesagt bis zu ihrem 12. Lebensjahr - lebten sie in Nürnberg, da die Mutter am Staatstheater engagiert war. Dort traten die Kids im Kinderchor auf und durften auch die eine oder andere kleine Rolle in den Opernaufführungen übernehmen. Natürlich beherrscht die Künstlerin aus diesem Grund auch die deutsche Sprache – mit einem leicht fränkischen Akzent.

Als sie wieder zurück nach Amerika zogen, besuchte Sandra in Arlington County die Washington-Lee High School, wo sie nicht nur ihr Talent bei vielen Theateraufführungen zeigte, sondern auch als Cheerleader-Captain ihr Können unter Beweis stellte. Nach dem High-School-Abschluss studierte sie Schauspiel an der East Carolina University.

Allerdings brach sie das Studium nach einiger Zeit ab, da sie lieber Schauspielerfahrung in New York sammeln wollte. Dort setzte die junge Künstlerin ihre Schauspielausbildung bei Sanford Meisner – dem Mitbegründer des Group Theatre – fort, musste jedoch als Kellnerin, Putzfrau, Diskotänzerin und Hundefriseurin ihr Geld verdienen um diverse Schauspielkurse überhaupt besuchen zu können.

Anfänge einer großen Schauspielkarriere

Während ihrer Ausbildung in New York trat Bullock ab und zu in Studentenfilmen auf und bekam endlich ihr erstes Engagement: Im Off-Broadway-Stück "No Time Flat". Die relative Erfolglosigkeit in der Stadt die niemals schläft, setzte Sandra ziemlich zu und sie zog 1987 kurzerhand nach Los Angeles.

Dort ergatterte sie kleine Film- und Fernsehrollen und wirkte in einigen Kinofilmen mit. Unter anderem in "Love Potion No. 9 – Der Duft der Liebe", dem Thriller "Spurlos" mit Kiefer Sutherland oder dem Drama "The Thing Called Love – Die Entscheidung fürs Leben" mit River Phoenix.

Hier konnte sie mit dem Song "Heaven Knocking on My Door" auch ihre Sangeskunst zum Besten geben. Schön langsam schien es mit der Karriere von Sandra Bullock aufwärts zu gehen, denn 1993 spielte sie neben Sylvester Stallone in "Demolition Man" eine Polizistin. Zum ersten Mal verdiente sie sehr gutes Geld, heimste jedoch im Nachhinein eine Nominierung als schlechteste Nebendarstellerin bei der "Goldenen Himbeere" ein.

Sandra Bullocks Durchbruch mit "Speed"

Von dieser Niederlage ließ sich Bullock jedoch nicht verunsichern und schon ein Jahr später konnte sie ihren Durchbruch an der Seite von Keanu Reeves und Dennis Hopper im Actionthriller "Speed" feiern.

Danach waren dann endlich einige Hauptrollen an der Reihe und zwar in "Get Ready For Rush Hour" und in der Romanze "Während Du schliefst". Dafür gab es dann auch eine Golden-Globe-Nominierung. Es folgten Filme wie "Das Netz", "Gestohlene Herzen", "Die Jury" und plötzlich galt Bullock als eine der beliebtesten und am besten bezahlten Schauspielerinnen in Hollywood.

Höhen und Tiefen ihrer Karriere

Weniger erfolgreiche Filme folgten, wie etwa "In Love and War" oder "Speed 2 – Cruise Control", für den es wieder eine Goldene Himbeere für die Schauspielerin regnete – dieses Mal als schlechteste Hauptdarstellerin. Bullock ist jedoch eine wahre Powerfrau und Aufgeben gibt es nicht.

1998 gab sie ihr Debut als Filmproduzentin im Drama "Eine zweite Chance", spielte mit Nicole Kidman in "Zauberhafte Schwestern" und war im Kurzfilm "Making Sandwiches" sowohl als Drehbuchautorin als auch als Regisseurin tätig.

Als "Miss Undercover" landete sie einen weltweiten Kinohit. Die Liste an erfolgreichen Filmen ist unendlich lang und so wollen wir hier nur einige wenige erwähnen. Etwa "The Blind Side – Die große Chance", "Selbst ist die Braut" und "Gravity".

Auszeichnungen und Preise

Die Anzahl an Auszeichnungen von Sandra Bullock ist mindestens genauso lang wie jene ihrer Filme. So bekam sie – neben unzähligen Nominierungen - 1 Oscar, 1 Golden Globe, 3 Critics' Choice Movie Awards, 2 Screen Actors Guild Awards, 1 Blockbuster Entertainment Award, 4 CINEMA Jupiter, 4 MTV Movie Awards, 10 People's Choice Awards uvm. verliehen.

1997 wurde Bullock von der Britischen Zeitschrift Empire auf Platz 58 der 100 größten Filmstars aller Zeiten und von der Zeitschrift People unter die 50 schönsten Menschen der Welt gewählt. Laut Forbes Magazin war sie 2010 die bestbezahlteste Schauspielerin Hollywoods. Kein Wunder, dass auch ein Asteroid nach ihr benannt wurde. Nämlich (78453) Bullock. Und natürlich erhielt Sandra ihren Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Sandra Bullock: Wohltäterin mit Herz

Die Schauspielerin gilt als großzügige Unterstützerin wohltätiger Organisationen. Etwa nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Damals spendete sie eine Million Dollar an das Rote Kreuz.

Auch nach dem Seebeben im Indischen Ozean im Jahr 2004 half sie mit der gleichen Summe aus, genauso wie nach dem Erdbeben in Haiti im Jahr 2010. Der Betrag ging an Ärzte ohne Grenzen. Für die Erdbebenopfer des Tohoku-Erdbebens 2011 spendete sie ebenfalls eine Million Dollar.

Die Hollywood-Ikone ganz privat

Sandra Bullock hatte etliche Beziehungen. So war sie etwa 2002 mit dem Schauspieler Ryan Gosling liiert – allerdings nur sieben Monate lang. Im Jahr 2005 wurde es dann ernst und sie heiratete den Moderator der TV-Show Monster Garage, Jesse James . Mit einem Schlag wurde sie dabei auch Mutter, besser gesagt Stiefmutter, denn Jesse brachte drei Kinder in die Ehe mit.

Fünf Jahre später adoptierte das Paar Louis Bardo Bullock. Allerdings wurde die Ehe noch im gleichen Jahr rechtskräftig geschieden. Grund dafür waren öffentliche Demütigungen, als bekannt wurde, dass ihr Mann sie jahrelang betrogen hatte.

»Der einzige Mann, der mir mein Herz gestohlen hat, ist mein Sohn.«

2015 ging Sandra Bullock eine weitere Beziehung ein. Und zwar mit dem Fotografen und Model Bryan Randall. Und sie adoptierte ihre Tochter Laila Bullock. Sie hat diverse Wohnsitze. Etwa in New Orleans in Louisiana, Austin - Texas oder Los Angeles. In Austin eröffnete sie 2006 das Nobelrestaurant "Bess" und – zusammen mit ihrer Schwester – die Konditorei "Walton’s Fancy and Staple".

Rückzug aus dem Film-Business und Burnout

Große Karrieren gehen zumeist nicht spurlos an Menschen vorüber und so ist es kein Wunder, dass Sandra Bullock sich oft ziemlich ausgebrannt fühlt und mit Burnout-Symptomen kämpft.

Aus diesem Grund ist sie in letzter Zeit nicht mehr so oft auf der Leinwand zu sehen, denn am Wichtigsten ist ihr die Familie. Auf die möchte sie jetzt ihren Fokus setzen und hat einfach die Notbremse gezogen. Sie plant zwar sowohl als Schauspielerin und Produzentin zurückzukehren, weiß aber noch nicht wann.