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Albträume: Deshalb träumst du gerade so schlecht – und das kannst du dagegen tun

Wie du während der Corona-Pandemie wieder mehr Ruhe findest und besser schlafen kannst.

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Albträume: Deshalb träumst du gerade so schlecht – und das kannst du dagegen tun
© istockphoto.com

Schläfst du derzeit auch schlechter als sonst oder wachst sogar auf, weil du schlecht geträumt hast? Du bist nicht allein. In den letzten Wochen und Monaten sind vermutlich mehr Menschen denn je von regelmäßigen Albträumen geplagt.

Da tauchen plötzlich Kakerlaken und anderes Getier in der Wohnung auf, es fallen einem alle Zähne aus, man wird von Mördern gejagt oder wird plötzlich selbst zur Mörderin oder zum Mörder. Familienmitglieder müssen sterben, man kann plötzlich nicht mehr sprechen oder fällt bei der Matura durch, die eigentlich schon 20 Jahre zurückliegt.

Warum träumen wir gerade mehr, und können uns auch besser daran erinnern?

Gerade, wenn die Woche besonders stressig war, scheinen sich die Albträume noch mehr zu häufen. Was bei den Träumen immer ähnlich ist? Man fühlt sich irgendwie gefangen, hilflos. Um das zu deuten, braucht es eigentlich keine ExpertInnen, wenn man sich das Jahr 2020 so anschaut.

Seit Beginn der Pandemie haben SchlafexpertInnen und PsychologInnen bei vielen Menschen eine Zunahme lebhafter Träume festgestellt, deren Ursachen von Veränderungen in unseren Schlafmustern bis zu einem erhöhten Medienkonsum vor dem Schlafengehen reichen. Obwohl nicht alle diese Träume verstörend sind, hat doch insbesondere die Häufigkeit von Albträumen merklich zugenommen. Eine kürzlich in der Zeitschrift Frontiers in Psychology veröffentlichte Studie ergab, dass 26 % der über 4.000 Befragten seit Beginn der Pandemie öfter von Albträumen heimgesucht werden.

Unsicherheit führt zu schlechten Träumen

"Gerade ist definitiv eine Zeit des verstärkten - und meist negativen - Träumens für die meisten Menschen", sagt Dr. Kelly Bulkeley, Psychologin, Autorin und Direktorin der Schlaf- und Traumdatenbank gegenüber HG. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die zu Albträumen bei Erwachsenen beitragen können, beispielsweise Medikamente wie Antidepressiva, Alkoholkonsum vor dem Schlafengehen und Schlafstörungen. Auch zunehmende Angst und Furcht können zu unerwünschten Träumen führen.

... und diese Unsicherheiten boomen seit der Coronakrise ...

Schlechter Schlaf ist eine der vielen Konsequenzen dieser Corona-Pandemie. Und zwar nicht nur, weil unser Schlafrhythmus seit dem Corona-Lockdown im Eimer ist. Es sind der ständige Druck, die soziale Unsicherheit, die unseren Schlaf stören.

Die Pandemie ist dabei aber eigentlich nur die Spitze des Eisbergs. Es geht um Covid-19 selbst, die Klimakrise, die Wahlen in den USA, die Terroranschläge rund um die Welt, die Flüchtlingskrise in Moria - die Unsicherheit, die gerade in der ganzen Welt herrscht, ist ein ziemlich perfekter Cocktail für einen ordentlichen Albtraum.

2020 kommt einer postraumatischen Belastungsstörung nahe

ForscherInnen wollen sogar herausgefunden haben, dass das Durchleben des Jahres 2020 einer postraumatischen Belastungsstörung gleich kommt. Eines der Symtpome? Genau. Albträume.

Was aber tun, um die Albträume in den Griff zu bekommen?

Zum Einen ist es wichtig mentalen Support zu haben, um die negativen Emotionen nicht nur untertags, sondern eben auch im Schlaf im Zaum zu halten. Das kann in Form einer Therapie passieren, es gibt aber auch Taktiken, die du alleine ausprobieren kannst.

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So könntest du vor dem Schlafengehen versuchen, die Albträume als Geschichten anzusehen, Und zwar als Geschichten, deren Ende du kontrollieren kannst. Denke das Nächste mal spezifisch diesen Gedanken "Ich will, dass diese Geschichte heute anders endet!"

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Außerdem kann es helfen, rationaler an die Sache ranzugehen. Du träumst oft, dass du oder deine Liebsten an Covid-19 erkranken oder sogar dem Coronavirus erliegen? Ruf dir die genauen Zahlen ins Gedächtnis. Die Chance, wirklich an Corona zu erkranken oder an einem schweren Verlauf zu sterben sind nämlich am Ende des Tages ziemlich gering, wenn man sich an die Sicherheitsvorkehrungen hält.

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Apropos Sicherheitsvorkehrungen: Übernimm so weit es geht die Kontrolle. Dämme deine sozialen Kontakte ein, halte Abstand, trage eine Maske und wasche deine Hände. Je mehr du untertags die Kontrolle übernimmst, desto eher hast du auch abends deine Ruhe.

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Hilfreich kann zudem sein, deine Albträume aufzuschreiben. Was schlechte Träume so schrecklich macht, ist nämlich auch, dass sie uns überfordern. Wer den Traum nach dem Aufwachen reflektiert, hat bessere Chancen, aus ihm "auszusteigen". Das kreiert Distanz.

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Überhaupt hilft eine verbesserte Schlafhygiene bei schlechten Träumen. Versuche, das Handy nicht mit ins Schlafzimmer zu nehmen oder kurz vorm Zubettgehen noch Alkohol zu trinken. Mit Familie oder FreundInnen über die Träume zu sprechen ist auch kein schlechter Ansatz und schadet nie.

Wir leben gerade in keiner einfachen Zeit. Das ist klar. Umso wichtiger ist es, sämtliche Ressourcen auszuschöpfen!

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