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Endometriose: 16 Fakten, die jede Frau wissen sollte

Endometriose ist noch immer ein Fremdwort für viele Frauen sowie Ärzte und Ärztinnen. Es ist an der Zeit mit Mythen rund um diese Krankheit aufzuräumen und Bewusstsein zu schaffen.

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Endometriose: 16 Fakten, die jede Frau wissen sollte
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Endometriose ist eine unbekannte Krankheit. Wirft man aber einen Blick auf die Zahl der erkrankten Frauen, ist es erschreckend, warum der Begriff "Endometriose" nicht täglich von den Dächern geschrien wird. Laut der Endometriose-Vereinigung in Österreich sind weltweit etwa zehn bis fünfzehn Prozent aller Frauen davon betroffen. In den USA sind es knapp zehn Millionen Frauen, in Deutschland etwa drei Millionen und in Österreich rund 300.000 Frauen. Somit ist sie die häufigste "gutartige" chronische Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Womit wir auch schon beim eigentlichen Problem wären.

Ursache: Was ist Endometriose?

Die Ursache dafür, weshalb die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) sich auf einmal selbstständig macht, in andere Organe wandert und dort Unheil in Form von schmerzvollen Zysten und Verklebungen anrichtet, ist bis heute unbekannt. Der Grund? Keine Fördergelder für Forschung, denn Endometriose ist schließlich "gutartig" und zudem auch noch ein "Frauenproblem".

Diagnose: Symptome bei Endometriose

Von den ersten Beschwerden bis hin zur eigentlichen Diagnose vergehen im Durchschnitt sieben bis neun Jahre. Bis zu neun Jahre voller Schmerzen, Unsicherheiten und einer eingeschränkten Lebensqualität. Bei der Hälfte der betroffenen Frauen kehrt nach einer operativen Entfernung aller Herde (Zysten und Verklebungen) die Krankheit zurück. Das bedeutet, dass allein in Österreich etwa 150.00 Mädchen und Frauen langfristig unter Endometriose leiden. Die Dunkelziffer muss gewaltig hoch sein: "Viele Frauen haben bei der Menstruation starke Schmerzen, verbinden dies aber überhaupt nicht mit Endometriose und leiden so jahrelang – und zwar unnötig", sagt so Kazem Nouri von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde.

Bewusstsein für Endometriose und Infertilität

Um das Bewusstsein für Endometriose und Infertilität zu schärfen, haben die Frauenkliniken der medizinischen Universitäten Österreichs beschlossen, die Gruppe "BEI" (Bewusstsein für Endometriose und Infertilität) zu gründen. Am 11. März starten die medizinischen Unis Wien, Graz, Wels & Innsbruck eine Awareness-Aktion für Endometriose und in diesem Zusammenhang auch zu Infertilität.

Die Aktion BEI beginnt am 11. März 2019 in Wien mit einem Kick-Off-Event im Van Swieten-Saal der MedUni Wien (ab 18:00 Uhr), tagsüber fährt ein "BEI-Endometriose-Bus" quer durch Wien, um die Bevölkerung zu informieren. Alle Stationen sind auf der Website www.beiaustria.at zu finden. Am 13. März ist der Bus in Graz, am 14. März in Innsbruck & am 15. März macht er Halt in Wels.

Starke Periodenschmerzen sind nicht normal und genau deshalb sollten Frauen sowie Ärzte und Ärztinnen Zeichen einer schwerwiegenderen Erkrankung frühzeitig erkennen können. Um ein Bewusstsein für diese chronische Erkrankung zu schaffen, möchten wir heute mit Mythen aufräumen:

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Bei Endometriose wandert die Gebärmutterschleimhaut in andere Organe (oftmals im Bauchbereich) und bildet dort Zysten und Verklebungen, die zyklusgebunden sind. Das bedeutet, dass jedes Mal während der Periode irgendwo im Körper entzündete Stellen bluten, die im Normalfall nicht bluten dürften. Dies sorgt für unbeschreiblich starke Schmerzen und Krämpfe. In einigen Fällen fallen Frauen sogar in Ohnmacht.

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Eine Schwangerschaft ist kein Heilmittel für Endometriose. Sie bietet eine vorübergehende Linderung der Symptome - keine Regel, keine Beschwerden - aber sie heilt den Zustand nicht.

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Endometriose wird auch die Krankheit der Karrierefrauen genannt, weil sie sich dafür entscheiden, in ihren 20ern keine Kinder zu bekommen. Dieser Logik nach zu urteilen, sollten junge Mädchen keine Endometriose haben, dem widersprechen jedoch sämtliche Statistiken.

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Eine Hysterektomie (die operative Entfernung der Gebärmutter) ist kein definitives Heilmittel für Endometriose. Wenn ein Arzt oder eine Ärztin das empfiehlt, sollte man sich sofort eine andere Meinung einholen!

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Endometriose ist schwer zu diagnostizieren. Hat man große Endometriose-Zysten an den Eierstöcken oder in der Gebärmutter können sie per Ultraschall zwar erkannt werden, doch die einzige, definitive Diagnose bietet nur eine Laparoskopie durch einen erfahrenen Spezialisten oder eine erfahrene Spezialistin, welche auch wirklich wissen, worauf zu achten ist. Aufgrund der allgemeinen Unwissenheit und der schweren Diagnose, vergehen oft Jahre bis Frauen Gewissheit haben.

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Bei der Endometriose geht es nicht nur um wehenhafte Schmerzen und Krämpfe während der Periode, bei denen einem die Luft wegbleibt. Andere Symptome sind auch Schmerzen während des Eisprungs, während oder nach dem Sex, beim Wasserlassen oder Stuhlgang, Sodbrennen, Magen-Darm-Probleme, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Blutungen, chronische Unterbauchschmerzen, langanhaltende Erschöpfung, Fieber und unter anderem auch ein geschwächtes Immunsystem.

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Endometriose bedeutet nicht zwangsläufig Unfruchtbarkeit. Es stimmt natürlich, dass etwa 30 Prozent Prozent der Frauen, die an Endometriose leiden, unfruchtbar sind. Das hat aber viele Gründe. Entweder sind die Eierstöcke durch die Herde verklebt oder durch die Operationen leicht beschädigt. Oftmals ist es aber so, dass Frauen nur eine kleine Hilfe von Außen brauchen und schon geht der Kinderwunsch in Erfüllung. Es ist nicht unmöglich, nur etwas schwieriger.

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Niemand weiß, was Endometriose verursacht. Wahrscheinlich ist, dass genetische, hormonelle, immunologische und mechanische Faktoren an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind.

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Endometriose beeinflusst das Immunsystem, aber es ist keine Autoimmunerkrankung. Wenn der Körper ständig damit beschäftigt ist Entzündungen zu bekämpfen, hat er keine Energie mehr für kleine Erkältungen.

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Endometriose äußert sich bei jeder Frau anders. Der Schweregrad der Erkrankung korreliert nicht unbedingt mit der Menge an Schmerzen oder anderen Symptomen, die eine Frau hat.

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Das bedeutet, dass es keine Behandlung gibt, die für alle funktioniert. Oftmals muss man mehrere Therapien ausprobieren, bis man etwas gefunden hat, das hilft.

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Die Pille ist kein Heilmittel. Sie unterdrückt die Symptome und lindert die Schmerzen. Sobald die Hormonbehandlung abgesetzt wird, geht das Theater von vorne los.

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Es gibt drei Hauptbehandlungen für Endometriose: Chirurgie, Hormon- und Schmerztherapie. Alternative Schmerztherapien sind: Akupunktur, Osteopathie, Physiotherapie und traditionelle chinesische Medizin.

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Endometriose braucht Östrogen, um zu wachsen. Hormonelle Behandlungen, die die Produktion von Östrogen verlangsamen oder stoppen (z.B. Pille), werden oft als Therapie eingesetzt.

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Nicht alle Endometriose-Operationen sind gleich. Eine laparoskopische Exzision ist die beste Behandlung.

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Endometriose wird schlimmer, wenn man keinen Sport macht. Mit chronischen Schmerzen Sport machen ist aber nicht einfach. Daher sollten Patientinnen viel gehen und lange Spaziergänge machen.

© Video: Wochit