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7 Fakten über Beziehungen, die niemand hören will

Du meinst, deine Beziehung sei anders als jede andere? Sorry, aber: Nein. Wir verraten dir 7 Fakten über die Liebe, die man nicht so gerne hört.


7 Fakten über Beziehungen, die niemand hören will
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Beziehungen sind harte Arbeit. Und du wirst mit deinem Partner nicht immer glücklich bleiben. So. Damit wäre eigentlich schon die wichtigste Sache besprochen. Das soll nicht zynisch und nicht desillusioniert klingen. Im Gegenteil. Es soll verhindern, dass du mit falschen Erwartungen in eine Beziehung gehst und aus allen Wolken fällst, sobald ihr eine Meinungsverschiedenheit habt. Und dazu kommt es wie das Amen im Gebet. Wenn zwei unterschiedliche Menschen ihr Leben teilen, dann ist immerwährende Harmonie eine gefährliche Illusion.

Tief im Innersten weiß das natürlich jeder. Aber trotzdem will man glauben: Meine Beziehung ist anders.

Wir haben für euch sieben der wahrsten, aber am schwersten zu akzeptierenden Einsichten über moderne Beziehungen aufgeführt. Wenn du diese annimmst, dann wirst du weniger enttäuscht. Und führst eine glücklichere, weil abgeklärtere Partnerschaft.

1. Wir fühlen uns meist von Menschen angezogen, die uns später auf die Palme treiben

Die Paartherapeutin und Bestseller-Autorin Gretchen Rubin machte bei ihren Recherchen für ihr Buch "The Four Tendencies" eine interessante Beobachtung. Menschen, die sie als "Rebellen" bezeichnete, suchten sich meist Partner, die man als "Bewahrer" beschreiben könnte.

"Rebellen" widerstehen sowohl den inneren als auch den äußeren Erwartungen. Bittet man so eine Persönlichkeit, etwas bestimmtes zu erledigen, so wird sich ihr Widerstand regen und sie wird verweigern. Anders die "Bewahrer". Sie erfüllen vor allem die Erwartungen anderer, brauchen für alles eine Bestätigung und Rechenschaft von außen.

Die "Bewahrer" leben ihr Leben gerne nach Plan. Sie würden nie ihr Trainingsprogramm schwänzen, halten sich bei der Ernährung zurück, passen beim Alkohol auf und sorgen dafür, dass sie ausreichend Schlaf bekommen. Auch im Beruf arbeiten sie ordentlich alle Pflichten ab, würden nicht zu spät kommen und werden unruhig, wenn irgendetwas von der Norm abweicht. Für sie fühlt es sich aufregend und spannend an, wenn sie auf einen "Rebellen" treffen, der sie mit seiner Ungezwungenheit und Freiheitsliebe zwischenzeitlich aus dem Trott holt.

Doch wenn der Reiz des Neuen endet, dann geraten die beiden unterschiedlichen Typen miteinander in Konflikt. Können sie trotzdem glücklich werden? Natürlich. Sie müssen nur die Muster und Rollenbilder erkennen, in denen der jeweils andere verhaftet ist. Und akzeptieren, dass dies die Persönlichkeit des Partners ausmacht, sich also auch nicht ändern lässt.

2. Es gibt nicht "DIE oder DEN Richtige(n)"

Bei mehreren tausend Singles, die bei "Tinder" auf einen Swipe nach rechts warten: Wie soll man da wissen, wer der oder die Richtige für dich ist?

Trickfrage. Diese Person gibt es nämlich nicht. Das sagt Esther Perel, Autorin der beiden Beziehungsratgeber "Mating in Captivity" und "Wild Life: Die Rückkehr der Erotik in die Beziehung": "Es gibt nicht eine Person, die all unsere Erwartungen und Ansprüche an den perfekten Partner erfüllen kann. Wir entscheiden uns für einen Menschen, der am ehesten die Anlagen für eine gemeinsame Zukunft mitbringt. Über diese Eigenschaften verfügen auch andere potentielle Partner, wir haben nur zuerst diese eine Person ausgewählt." Dann beginnt die Beziehungsarbeit. Erst die dabei ausgehandelten Kompromisse entscheiden, ob ihr die unter allen Richtigen die Besten füreinander sein könnt.

3. Auch wenn ihr euch liebt: Schlechtes Timing kann zur Trennung führen

Timing spielt in Beziehungen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das liegt zum Teil auch an unterschiedlichen Zeitvorstellungen, die Männer und Frauen laut Paartherapeuten in puncto Lebensplanung haben. Männer wollen sich (zumindest das Gros) erst beruflich und finanziell etabliert fühlen, ehe sie sich niederlassen und eine Familie gründen. Frauen hingegen sind bereit, parallel an Liebe und Karriere zu arbeiten.

Es kann also manchmal die Liebe innig sein, aber der Zeitpunkt für die Erfüllung der jeweiligen Wünsche und Ideen nicht der passende. Klaffen die Vorstellungen aber zu weit auseinander, dann kommt es zur Trennung. Wichtig: Wenn jemand sagt, dass er "nicht bereit für eine ernsthafte Beziehung ist", dann sollte man das ernst nehmen. Und besser weiter suchen, als seine Zeit mit jemandem zu verschwenden, der es nicht zu schätzen weiß.

4. Leidenschaft kann in der Beziehung wachsen – aber auch schwinden

Nein, das leidenschaftliche Feuerwerk der Anfangszeit wird – das ist ein biologisches Faktum - nie mehr geben. Sorry. Jede langfristige Beziehung durchläuft Phasen, in denen es mal mehr und mal weniger Sex gibt. Der Schlüssel zum Erfolg ist es, in den weniger leidenschaftlichen Momenten nicht auszuflippen. Sondern sich daran zu erinnern, dass Sex und Erotik etwas ist, was man immer wieder neu anfachen kann (und muss).

Eine Strategie ist es, den Sex wie alle anderen To Do's im Kalender zu planen. Klingt technisch, schafft aber den Freiraum, als Paar wieder bewusst am Liebesleben zu arbeiten. Eine andere These: Man muss als Paar ein neues Hobby erlernen. Tanzen, Klettern, Radfahren, einem Chor beitreten. Es spielt keine Rolle, was es ist. Es geht nur darum, dass ihr euch miteinander beschäftigt und das Interesse am jeweils anderen wieder erwacht.

5. Wenn ihr unterschiedliche Wertvorstellung habt, dann wird eure Beziehung schwierig

Man darf Werte nicht mit Interessen verwechseln. Wenn du gerne Salsa tanzen gehst und dein Partner aber nicht, dann wird das keinen grundlegenden Konflikt auslösen. Anders sieht die Sache aus, wenn dir Geld und Status wichtig sind, das für deinen Partner aber keine Rolle spielt. Karl Pillemer, Professor für menschliche Entwicklung an der Universtät von Cornell, sprach für sein Buch "30 Lehren über die Liebe" mit mehr als 100 älteren amerikanischen Ehepaaren über ihr Geheimrezept für eine glückliche Beziehung.

Dabei kam die Sprache signifikant oft auf gemeinsame Werte, die auch in schwierigen Zeiten einen Kitt zwischen zwei Menschen darstellen können. Pillemers Interview-Partner empfahlen, bereits vor der Eheschließung eine explizite Diskussion über Grundwerte wie Kinderwunsch, Geld, Treue, Religion und andere für dich wichtige Themen zu führen. Ein 80jähriger Mann formulierte es so: "Wenn ihr unterschiedliche Vorstellungen darüber habt, was richtig und was falsch ist, was ihr wollt und was für euch ein Ausschlusskriterium ist, dann sage ich euch: Es kann mit eurer Ehe mittelfristig nicht gut gehen, sondern nur bergab führen."

6. Du wirst dich in deiner Beziehung manchmal schrecklich unglücklich fühlen

Das perfekte Glück ist schwer zu erreichen. Im Leben, aber ganz besonders in einer Beziehung. Es wird Zeiten geben, in denen du nur raus aus dieser Partnerschaft willst, es wird Momente geben, da möchtest du deinen Partner am liebsten umbringen, du wirst gelangweilt, frustriert, wütend und manchmal auch unendlich traurig sein. Teilweise sogar alles auf einmal. Es ist deshalb wichtig, hier realistisch zu bleiben und zu wissen, dass das alles völlig normal ist. Alleine wie ihr diese Phasen verarbeitet, entscheidet darüber, ob eure Beziehung Bestand haben wird.

7. Du und dein Partner werden nicht immer zusammen passen

Achtung, hier ein etwas beängstigender Gedanke: Der Mensch, mit dem du aktuell glücklich bist, muss nicht der Mensch sein, mit dem du für immer happy bist. Wir alle verändern uns. Es kommen neue Prioritäten, neue Interessen. Es ist für Paare nicht einfach, mit dem jeweils anderen Schritt zu halten, ihn und sein Leben im Blick zu behalten. Kommunikation ist deshalb der wichtigste Schlüssel, um einander nicht zu verlieren.