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Feng Shui: Wie du mit der Harmonielehre positive Energien begünstigst

Es bringt Unglück, unser Bett gegenüber der Tür zu positionieren - das besagt zumindest Feng Shui. Bei der Harmonielehre dreht sich alles um Farben, Elemente sowie Formen, die Tai Chi und damit unser Wohlbefinden steigern sollen. Wir zeigen, wie auch du dein zu Hause aufpeppen kannst!

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Feng Shui: So richtest du die Wohnung nach der Harmonielehre ein
© Elke Mayr

Es gibt kein besseres Gefühl, als nach einem langen, anstrengenden (Arbeits-)Tag endlich nach Hause zu kommen! Unsere eigenen vier Wände bilden Rückzugsort, "Ladestation" und Wohlfühloase zugleich. Um maximalen Komfort genießen zu können, muss jedoch die Energie stimmen - und das tut sie nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Laut "Feng Shui" - was übersetzt so viel wie "Wind" und "Wasser" bedeutet - sollten Möbel und Dekoration nach einem bestimmten Muster angeordnet werden. Der Mensch selbst besteht ebenfalls aus circa 70% Wasser - der Wind bildet unsere Luft zum Atmen. Es ist also kein Wunder, dass sich die Harmonielehre als sinnvoll erweist.

Worum handelt es sich bei Feng Shui?

Feng Shui ist - und dem sollte sich jede:r bewusst sein - keine anerkannte Wissenschaft. Viel eher lässt es sich mit einer "Lehre" vergleichen, welche die Beziehung zwischen Mensch und Natur erklärt. Mithilfe verschiedener Materialien, Farben und Formen kann sowohl unser Wohnstil als auch Wohlbefinden positiv beeinflusst werden. Das Ziel: Schutz, Balance und Stärke für alles, was einem im Leben begegnet.

Glaubt man der Harmonielehre, so spielt es nicht nur eine große Rolle, wie man seinen Wohnraum einrichtet, sondern auch, wo dieser platziert ist. Ein lichtdurchflutetes Haus in den Bergen weist demnach anderes Chi auf als eine kleine Wohnung in der Stadt ... Chi-Was?

Mit Feng Shui soll das Chi in Schwung gebracht werden

Tai Chi ist das, was man als Essenz des Universums beschreiben könnte: Taoist:innen - das sind Anhänger:innen der Lehre des Weges - waren der Auffassung, dass Chi aus Yin- und Yang-Elementen besteht. Durch den Ausgleich dieser eigentlich komplementären Elemente ist es möglich, das äußere Chi für die eigene, innere Energie zu nutzen. Im Grunde genommen sorgt die Anordnung bestimmter Dinge dafür, dass der Chi-Fluss - und damit auch unsere Energie - ungehindert strömen kann. Im Feng Shui wird davon ausgegangen, dass die Kraft dieses Flusses unendlich ist.

Woher kommt der Begriff ursprünglich?

Wie bereits erwähnt, lässt sich Feng Shui auf die Taoist:innen zurückführen. Im alten China - und damit meine ich vor ungefähr 3000 Jahren - war es bereits üblich, Häuser sowie ganze Städte nach den Prinzipien von Feng Shui auszurichten. Insbesondere bei Gräbern musste darauf geachtet werden, ein positives Chi zu erzeugen und das Leid in etwas Positives zu transformieren.

Bevor Feng Shui als solches bezeichnet wurde, war es unter "Kan Yu" bekannt. Erst später etablierte sich der finale Begriff. Wind und Wasser - was, wie wir wissen, die Übersetzung von Feng Shui ist - wurden früher mit Wohlstand und Gesundheit assoziiert: Wessen Ernte dank der Grundelemente gut ausfiel, musste sich keine Sorgen ums Überleben machen. Die Wahl des Wohnortes konnte letztendlich über Leben und Tod entscheiden - der Beginn der Harmonielehre.

Inwiefern spielt "Bagua" eine Rolle?

Unter Bagua kann man sich einen Lageplan vorstellen, der vorgibt, wie man diverse Wohnräume optimal aufteilt, nutzt und ausstattet. Die wortwörtliche Übersetzung lautet "acht Trigramme", was genau das darstellt, was es ist: Insgesamt besteht Bagua aus acht Lebensbereichen, die in Form eines Quadrats oder Achtecks über den jeweiligen Grundriss gelegt werden. Im Zentrum steht das Chi. Es gilt, die darum liegenden Bereiche so anzusiedeln, dass sie dessen Energiefluss optimal fördern.

Bei den Bereichen handelt es sich um Karriere, Partnerschaft, Freunde, Familie, Kinder, Reichtum, Ruhm, Wissen und das Chi. Jede Zone sollte mit passenden Farben, Materialien und Formen gestaltet werden! Wie genau das funktioniert, erfährst du hier:

  • Karriere: Dieses Haus symbolisiert Lebensweg und Lebensaufgabe. Wer den Raum bestmöglich nutzen möchte, sollte auf helle, klare Farben setzen. Farbe: Blau.
  • Partnerschaft: Dieses Haus symbolisiert zwischenmenschliche Beziehungen. Hier werden sanfte, weiche sowie gemütliche Textilien und Materialien herangezogen. Farben: Gelb, Weiß, Rosé.
  • Freunde: Dieses Haus symbolisiert Unterstützung und Schutz. Es gilt, metallische, einladende Akzente wie Blumen oder Heilsteine einzubauen. Farben: Silber, Gold, Grau, Schwarz, Weiß.
  • Familie: Dieses Haus symbolisiert Vitalität, Bewegung und Vorfahren. Dementsprechend ist es sinnvoll, sich auf Erbstücke mit emotionalem Wert und visuelle Erinnerungen wie Fotos zu berufen. Farbe: Grün.
  • Kinder: Dieses Haus symbolisiert Kreativität und Fantasie. Personen, die diese Bereiche fördern wollen, sollten individuell auswählen, welche Objekte und Möbel ihre Inspiration steigern. Farben: Braun, Orange, Beige.
  • Reichtum: Dieses Haus symbolisiert Wohlstand. Entgegen mancher Erwartungen geht es hier jedoch nicht nur um Finanzen, sondern auch um inneren Reichtum. Dazu zählen positive Erfahrungen und Erinnerungen. Farben: Rot, Grün.
  • Ruhm: Dieses Haus symbolisiert die äußere Wahrnehmung. Um ein gepflegtes, glückliches Bild zu vermitteln, kann auf helle Einrichtung gesetzt werden. Farben: Orange, Rot.
  • Wissen: Dieses Haus symbolisiert Weisheit, Ruhe, Beständigkeit und Willenskraft. Ein Raum dieser Art sollte als Erholungsort genutzt werden, beispielsweise mithilfe einer kleinen, privaten Bibliothek. Farben: Gelb, Braun, Grün.
  • Tai Chi: Dieses Haus verkörpert Gesundheit und Ausgewogenheit - es ist der Ort, wo alles zusammenkommt. Um das Chi nicht zu blockieren, muss dieser Bereich möglichst leer stehen. Farben: Gelb- und Ockertöne.

Welche Elemente gibt es?

Überraschung: Nicht nur Farben sind im Feng Shui von großer Bedeutung! Um einen vollständigen Energiefluss ermöglichen zu können, müssen auch verschiedene Elemente - das sind Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz - herangezogen werden. Sollte dir eine bestimmte Energie fehlen, kann mithilfe von Farben, Accessoires oder sogar Kleidung nachgeholfen werden. Schamanin und Expertin Nicki Eser betont:

»Es geht darum, die für uns positiven Energien zu stärken, die negativen Energien auszugleichen und die perfekte Balance der fünf Elemente herzustellen.«

Feuer

Ganz wie das Element sollte ebenso der jeweilige Raum eingerichtet werden: Um die feurige, warme, leidenschaftliche Energie einzubringen, können Kerzen, viele Lampen und ein gemütlicher Kamin aufgestellt werden. Alles sollte kantig und spitz sein - ein eckiger Tisch eignet sich hervorragend! Wie auch beim Haus "Ruhm" ist das Feuer von den Farben Rot und Orange geprägt.

Erde

Eigentlich sind fast alle Elemente selbsterklärend. Es liegt nahe, bei der Erde auf naturbelassene, "erdige" Stoffe zurückzugreifen. Dafür eignen sich Naturmaterialien wie Stein, Terrakotta, Porzellan oder Leinen. Möbel sollten nicht zu hoch (angebracht) sein - hier dreht sich alles darum, "grounded" zu sein! Wie auch bei den Häusern "Wissen", "Partnerschaft" und "Tai Chi" ist die Erde von den Farben Grün, Gelb, Braun und Weiß geprägt.

Metall

Metallische Gegenstände sind nützlich, um einen klaren Durchblick zu garantieren - sie werden üblicherweise als Vision Boards dargestellt. Die Einrichtung basiert auf glänzenden, runden Formen sowie Materialien wie Glas, Metall und Kristall. Wie auch bei den Häusern "Freunde" und "Kinder" ist das Metall von den Farben Silber, Gold, Grau, Schwarz, Weiß, Braun, Orange und Beige geprägt.

Wasser

So wie Wasser braucht ein nach diesem Element angelegter Raum viel Unregelmäßigkeit und Wellen. Um Wasser in Dekoration und Mobiliar zu integrieren, eignet sich eine Einrichtung aus fließendem Material: (Feucht-)Pflanzen, Zimmerbrunnen, Aquarien und asymmetrische Designs - beispielsweise in Form eines Spiegels - können perfekt eingesetzt werden. Wie auch bei dem Haus "Karriere" ist das Wasser von der Farbe Blau geprägt.

Holz

Plant Parents aufgepasst: Endlich gibt es einen Grund, eure Pflanzensucht zu rechtfertigen! Nach Feng Shui bringen Gegenstände aus Holz - das können Möbel aus Rattan, Bambus und Kork, Zimmerpflanzen oder Blumensträuße sein - neue, frische Energie in den Raum. Es wird "neue Luft zum Atmen" produziert. Ein wahrer, täglicher Neuanfang! Wie auch bei den Häusern "Familie" und "Reichtum" ist das Holz von den Farben Grün und Rot geprägt.

Einrichtungstipps: Wie richtet man seine Wohnung nach Feng Shui ein?

Wie wäre es mit einem Raum Makeover? Dafür muss es auch nicht unbedingt Frühling sein. Ein energietechnisches Update ist immer gerne gesehen! Allgemein gilt zu beachten: Objekte, die kaputt sind - dabei kann es sich um abgesplitterte Tassen, aber auch ausgebrannte Glühbirnen handeln - sollten keinesfalls über längeren Zeitraum aufgehoben werden. Auch, wenn ihr es nicht direkt merkt: Eure Energie wird dadurch negativ beeinflusst.

Fenster gelten im Feng Shui als "Augen" der Bewohner:innen - dadurch wird unsere Seele repräsentiert ... oder eben unser zu Hause. Dementsprechend ist es wichtig, Fenster stets sauber zu halten. Geschieht dies nicht, so ist unsere Wahrnehmung eingeschränkt oder sogar verfälscht.

Eingangsbereich

Wir beginnen mit dem "Anfang" unserer eigenen vier Wände: Der Eingangsbereich repräsentiert den Blick, den Außenstehende auf uns und unser zu Hause haben - quasi die allererste Impression. Hier sollte darauf geachtet werden, so wenig "unnützes" Zeug wie möglich aufzustellen oder hinzulegen. Damit ist nicht gemeint, dass ihr Hausschlüssel und Regenschirme unbedingt verstauen müsst - es soll lediglich aufgeräumt, hell und einladend wirken.

Ein Flur - und damit auch der Eingangsbereich - ist meist sehr schmal und lang geschnitten. Im Feng Shui ist dies eher ungünstig, da das Chi zu schnell durchfließt! Um dem entgegenzuwirken, können beispielsweise Garderoben oder Schuhschränke aufgestellt werden. Schutzsymbole wie Löwe oder Hund sind auch sehr empfehlenswert.

Wohnzimmer

Das Wohnzimmer ist meist der Raum, in dem alle zusammenkommen. Sei es bei Familienfeiern oder WG-Partys - alles spielt sich im Wohnzimmer ab. Hier muss auf verschiedene Aspekte geachtet werden: Einerseits darf die Couch nicht zwischen Tür und Fenster stehen, andererseits sollte man vom Schreibtisch aus weder eine Tür im Rücken noch ein Fenster im direkten Blickwinkel haben. Ach Feng Shui, du machst es einem auch nicht leicht!

Im Gegensatz zum Eingangsbereich muss es nicht super hell sein. Im Wohnzimmer geht es um Gemütlichkeit und Harmonie - dafür eignen sich indirekte, warme Lichtquellen wie Kerzen und Stehlampen.

Schlafzimmer

Falls ihr zuvor bereits von Feng Shui gehört hab, so ist dies wahrscheinlich in Kombination mit dem Schlafzimmer passiert. I mean, das macht schon Sinn! Wir verbringen wirklich viel Zeit mit Schlaf - und bringen dem Zimmer damit auch die meiste Aufmerksamkeit entgegen. Dies ist der Ort, an dem wir regenerieren, uns ausruhen und neue Kraft schöpfen.

Die wohl allerwichtigste Regel ist es, so wenig Elektrosmog wie möglich im Schlafzimmer zu haben - verabschiedet euch also von Laptop, Handy und Fernseher. Diese können nachts ruhig in einem anderen Zimmer liegen. Unter der "commanding position" versteht sich, dass gewisse Möbel - darunter auch das (bitte stets gemachte) Bett - nicht genau gegenüber der Tür aufgebaut werden sollten. Es ist trotzdem empfehlenswert, diese im (diagonalen) Blick zu haben.

Badezimmer

Wellness – ein Schlagwort, das uns mittlerweile in jeder Lebenslage begleitet. Im Badezimmer dreht sich alles um ein relaxendes Spa-Feeling. Leider ist es nicht unüblich, dass im Badezimmer kein Fenster - und gleichzeitig kein Tageslicht - vorhanden ist. Es ist enorm wichtig, dies durch andere Lichtquellen zu ersetzen! Eine klare Lichtquelle sorgt dafür, dass wir uns selbst im guten Licht sehen.

Damit das Badezimmer zur Wellnessoase wird, braucht es ein paar Tools: Mit einem Diffuser, ätherischen Ölen, luftreinigenden Pflanzen und Duftkerzen macht man nie etwas falsch! Bitte denkt daran, dass Elektrogeräte nichts im Bad zu suchen haben! Hier ist ganz strikt "Digital Detox" angesagt.

Küche

Ja, auch die Küche wird im Feng Shui berücksichtigt. Obwohl dieser Raum eigentlich überall gleich aufgebaut ist, können ein paar Aspekte beachtet und eventuell verbessert werden: Als Ort, an dem wir Nahrung zubereiten oder aufnehmen, verkörpert die Küche unsere Gesundheit. Herd und Spülbecken, die für Feuer und Wasser stehen, sollten niemals nebeneinander oder gegenüber voneinander stehen. Beide Elemente stehen im Konflikt - stattdessen wird ein Abstand von einem halben Meter empfohlen.

So wie auch im Eingangsbereich empfiehlt die Harmonielehre, alles sauber und aufgeräumt zu halten: Messer sollten in einem Messerblock oder einer Schublade verstaut werden, statt offen auf der Arbeitsfläche zu liegen. Allgemein wird betont, so wenig offene Regale wie möglich aufzubauen.

Kann man sich professionell beraten lassen?

Es ist definitiv möglich, eine private, professionelle Feng Shui Beratung zu beantragen. Dabei geht es nicht allein um ein paar Möbel und Accessoires, sondern auch um Raumpsychologie, Energiearchitektur, Raumplanung und Akupunktur im Raum. Ihr könnt es euch fast denken: Eine solche Beratung ist nicht unbedingt günstig. Je nach Zeitaufwand - und der ist in den meisten Fällen eher hoch - kann man mit einem vierstelligen Betrag rechnen.

Als Faustregel gilt, 8€ bis 12€ pro Quadratmeter an Wohnfläche einzuplanen. Puh, da kommt definitiv eine stolze Zahl zustande! Vielleicht solltet ihr also doch erst einmal unsere Tipps "inhalieren" und abspeichern.

Fazit: Wie sinnvoll ist Feng Shui?

Weil die Wirkung von Feng Shui (bisher) nicht bewiesen wurde, ist es schwierig, ein richtiges Fazit zu ziehen. Ich sags mal so: Im Endeffekt sollte jede:r nach eigenem Gefühl und Empfinden an die Sache herangehen. Es ist absolut verständlich, wenn man nicht daran glaubt, dass es einen Energiefluss gibt, der durch Farben, Elemente und Möbel beeinflusst wird - abgefahren klingt es allemal.

Dennoch schadet es nicht, dem Feng Shui zumindest eine Chance zu geben. Wenn ich sage, dass wir das Maximum aus unserem zu Hause herausholen wollen, spreche ich wahrscheinlich für die Mehrheit ... und mal ganz ehrlich: Räume, die nach Feng Shui eingerichtet werden, sehen einfach schön und ästhetisch aus! Wer möchte das bitte nicht?

Themen: Schlafen, Home,
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