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Grey's Anatomy: So funktioniert Solidarität nach Vergewaltigung

Diese Szene rund um ein Opfer von sexueller Gewalt aus "Grey's Anatomy" bringt gerade alle zum Weinen (uns ebenso!) - und das obwohl es weder um Tod noch um Liebe geht.

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Kommentare: 1

Grey's Anatomy: So funktioniert Solidarität nach Vergewaltigung
© ABC

TRIGGER WARNUNG: Dieser Artikel beschreibt sexuelle Übergriffe. Wenn dies in irgendeiner Weise Auswirkungen auf dich haben kann, höre bitte mit dem Lesen auf oder lies nur vorsichtig weiter.

Die Serie "Grey's Anatomy" hat sich nie gescheut, gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen und sich für Diversität einzusetzen: Abtreibung, häusliche Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Transgender und noch vieles mehr fand Platz innerhalb der emotionalen Geschichten im Krankenhaus.

Aktuell wurde in den USA jedoch eine Folge ausgestrahlt, die viele Fans als eine der wichtigsten Folgen in der Fernsehgeschichte für Frauen bezeichneten.

Denn die Episode konzentrierte sich auf eine Patientin, die Opfer von sexueller Gewalt wurde. Dabei wird jedoch nicht - wie leider allzu oft in Kino und TV - voyeuristisch die Vergewaltigung präsentiert, sondern vielschichtig die Wichtigkeit von Einwilligung dargestellt sowie das "Danach" und die Angst, mit der so viele Frauen konfrontiert sind, wenn sie die Übergriffe melden.

In der Folge behandelt Jo eben jene Frau namens Abby, die sich zunächst weigert, sich bezüglich der Vergewaltigung untersuchen zu lassen. Aus Angst, dass ohnehin niemand - einschließlich ihres eigenen Mannes - ihr glauben wird.

Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen kann Jo sie doch dazu überreden und zum ersten Mal sieht man im Fernsehen detailliert, was bei dieser Untersuchung zur Beweissicherung überhaupt passiert. Darüber hinaus wird festgehalten, dass Opfer wie Abby ihre eigene Entscheidungsbefugnis behalten und "Ja" sagen können, wenn sie bereit sind, und an jedem Punkt "Stopp" sagen können während dieses invasiven Verfahrens.

Eine unglaublich schöne Szene - trotz des schwierigen Themas sexueller Gewalt

Der emotionalste Teil der Episode jedoch ist, als Abby auf die folgende Not-Operation vorbereitet wird und Angst davor hat. Sie vertraut den Ärztinnen an, dass sie keine Männer sehen kann, denn für sie sehen sie alle wie 'er' aus, der Täter, der ihr all das angetan hat. Daraufhin versammelt Teddy dutzende Frauen am Gang zum OP-Saal, die alle solidarisch für sie einstehen. Die alle für sie da sind und zeigen, wie wichtig es ist, dass Frauen zusammenhalten und einander glauben.

Und das tat das gesamte weibliche Team von Grey's Anatomy:

Die Szene zeigt Solidarität - und wie wichtig diese in genau solchen Momenten ist

Dank dieser Unterstützung findet Abby schließlich den Mut, ihren Ehemann zu informieren und den Überfall der Polizei zu melden - ein schwieriger Prozess, der im wirklichen Leben leider nicht so oft passiert, wie er sollte.

"Dieser Gang enthielt fast alle weiblichen Mitarbeiterinnen der Serie, nicht nur Schauspielerinnen", so Drehbuchautorin Krista Vernoff. "So viele Frauen kamen zu uns und fragten, ob sie in dieser Szene dabei sein könnten. Sie waren bereit, einen Tageslohn zu verlieren, um in dieser Szene zu sein."

Kommentare

KatJul86

Ich liebe diese Serie, aber diese Folge war noch einmal besser als jede andere... es war so mitreißend... war nur noch am Heulen... und so ein wichtiges Thema wunderbar umgesetzt!!!