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Wir haben eine Expertin gefragt, wie man halbtote Zimmerpflanzen retten kann

Ihr Name: Bettina Bayer-Grilz. Ihre Superpower: ein grüner Daumen. Ihre Mission: unsere Pflanzen retten. Die Expertin zeigt, wie man halbtoten Zimmerpflanzen wieder Leben einhaucht und verrät, welche kaum umzubringen sind.

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Wir haben eine Expertin gefragt, wie man halbtote Zimmerpflanzen retten kann

Wir haben bellaflora-Pflanzenexpertin Bettina Bayer-Grilz um Rat gebeten!

© iStock

Hilfe! Meine Pflanze ist verdorrt. Was kann ich tun?

Zunächst sollte man sie auf Hinweise des Lebens untersuchen. „Dazu bricht man Zweige und kleine Äste ab. Wenn sie auch innen vertrocknet sind, das heißt, wenn sie nicht mehr grün und saftig sind, dann ist die Pflanze wahrscheinlich nicht mehr zu retten“, so Bayer-Grilz. Die Betonung liegt auf „wahrscheinlich“: Denn wenn man Glück hat und die Wurzel noch nicht geschädigt ist, könnten Erste-Hilfe-Maßnahmen mit viel Geduld auch hier Erfolge zeigen. Die da wären:

  • Rasch handeln! Vertrocknete Blüten, Blätter, Triebe, Äste, … entfernen.
  • Die Pflanze in einen Kübel mit Wasser stellen (effektive Mikroorganismen beimischen) – so lange im Wasser stehen lassen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann auf ein Gitter stellen, dass das Wasser abrinnen kann. Staunässe vermeiden!
  • Die Pflanze kann auch in eine frische, gute Zimmerpflanzenerde umgesetzt werden. Gedüngt sollte sie jedoch erst werden, wenn sich die ersten Neuaustriebe zeigen.

Und was, wenn ich’s zu gut gemeint und meine Pflanze zu viel gegossen habe?

Symptome bei Übergießung: schlaff herunterhängende, gelbe Blätter, matschiges, feuchtes oder nasses Substrat und/oder Trauermücken- und Lausbefall. Und nun? Die Pflanzenexpertin rät, folgendermaßen vorzugehen:

  • Zuerst den Zustand der Wurzeln überprüfen. Gesunde Wurzeln sind hell, die Konsistenz ist fest und fleischig. Ist der Großteil matschig oder faul, ist die Pflanze wahrscheinlich nicht mehr zu retten.
  • Wenn nur wenige Wurzeln angefault sind, diese großzügig herausschneiden. Am besten verwendet man ein desinfiziertes, gut schneidendes Messer oder Gartenschere.
  • Weitere Sofortmaßmaßnahme: Den Wurzelballen aus dem Topf nehmen und ihn offen an einem warmen, nicht sonnigen Platz, gut abtrocknen lassen.
  • Alternative: Die nasse Erde vorsichtig vom Wurzelballen entfernen und in ein frisches Substrat einsetzen. Empfehlenswert: Eine mindestens zwei Zentimeter hohe Drainage-Schicht (z.B. Seramis, Blähton) einfüllen. Dadurch steht die Pflanze nicht im Wasser, die Luftfeuchtigkeit wird erhöht und das Kleinklima im Zimmer verbessert.

Ganz wichtig: Die Pflanze erst wieder gießen, wenn der Wurzelballen angetrocknet ist (Fingerprobe, Gewicht, Feuchtigkeitsfühler).

Woran erkenne ich, ob meine Pflanze richtig steht?

Bayer-Grilz: „Ein Hinweis dafür, dass mein Gewächs zu wenig Licht bekommt, ist der Geilwuchs.“ Geil was? „Dabei werden die Abstände zwischen den Blattknoten deutlich länger. Die Pflanze streckt sich dem Licht zu. Sie wächst dabei sehr schnell, sehr lange und instabil.“ Weitere Indizien, dass das Grünzeug nach mehr Helligkeit giert: Die Pflanze wirft Blätter und Knospen ab. Die Blätter verfärben sich gelblich und fallen ebenfalls ab. Neue Blätter bleiben kleiner. Pflanzen mit mehrfärbigen Blättern vergrünen. „Bekommt das Gewächs hingegen zu viel Sonne, äußert sich das, indem Blätter und Stängel weiße, abgestorbene Stellen bekommen.“

Die Erde schimmelt. Wie lautet der ultimative SOS-Tipp?

Laut Expertin muss man hier in vier Schritten vorgehen:

  1. Die betroffene Pflanze ins Freie stellen und den Wohnraum ausgiebig lüften.
  2. Zimmerpflanze umtopfen, vom Wurzelballen vorsichtig die Erde entfernen.
  3. Den Topf (mit Wasserabzugslöchern!) mit einer Essiglösung und einer Bürste gewissenhaft reinigen.
  4. Pflanzen in frisches, hochwertiges Substrat einsetzen – beim Substrat auf möglichst hohen mineralischen Anteil achten (Sand oder Lavasplitt).

Muss ich meine Pflanzen zwingend düngen?

Klare Antwort der Expertin: „Ja! Es ist notwendig, weil das Substrat nur begrenzt Nährstoffe bietet. Die Pflanze aber braucht viele davon, um zu wachsen und Blüten treiben zu können.“

Auf welche Hausmittel kann ich dabei zurückgreifen?

Auf einige! Pflanzenprofi Bayer-Grilz listet auf:

  • Kartoffel-Kochwasser (ungesalzen und abgekühlt)
  • Gemüse-Kochwasser (ebenfalls ungesalzen und abgekühlt)
  • Zwiebelschalentee
  • Wasser vom Eierkochen (nicht bei kalkempfindlichen Pflanzen anwenden!)
  • alter Kaffeesatz (trocknen lassen, weil sonst kommt es zur Schimmelbildung)
  • Teebeutel (für mehrere Stunden in einen Wasserkrug hängen, senkt den pH-Wert, ideal für Orchideen und Azaleen)
  • fettarme Milch im Verhältnis 1:8 mit Wasser mischen

Welche Zimmerpflanzen sind besonders pflegeleicht?

  • Grünlilie
  • Bogenhanf
  • Efeutute
  • Fensterblatt
  • Glücksfeder
bellaflora-Pflanzenexpertin Bettina Bayer-Grilz


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