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Marina Hoermanseder: Die Modedesignerin im Portrait

Marina Hoermanseder ist schon seit geraumer Zeit international erfolgreich. Stars wie Lady Gaga, Rihanna oder Kylie Jenner tragen ihre Kreationen. Die spannende Karriere der österreichischen Designerin.

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© Getty Images

Marina Hoermanseder? Kennt man. Mit ihren außergewöhnlichen Designs hat es die Wienerin, die schon seit längerer Zeit in Berlin lebt, zu internationalem Erfolg gebracht. Ihre Mode ist ein Mix aus Fetisch, High Fashion und Verspieltheit – Key-Pieces wie der Schnalle, dem Vasenkleid oder dem Strap-Skirt bleibt sie seit Jahren treu und erfindet diese immer wieder neu.

Ihre Designs sprühen nur so vor Popkultur und werden regelmäßig an Stars wie Lady Gaga, Katy Perry oder Rita Ora gesichtet. Nicki Minaj trug eins ihrer legendären Vasenkleider sogar in einem Musikvideo, Kylie Jenner ist mit ihrem Leo-Cowboyhut auf einer Lidschattenpalette von Kylie Cosmetics abgebildet. Wir haben uns den Verlauf ihrer Karriere etwas näher angeschaut.

Steckbrief

  • Name: Marina Hoermanseder
  • Geboren am: 19. Juni 1986
  • Sternzeichen: Zwilling
  • Wohnort: Berlin, Deutschland
  • Beruf: Modedesignerin
  • Ausbildung: Masterabschluss in Internationale Betriebswirtschaftslehre (IBWL), Mode-Studium an der ESMOD

Anfänge ihrer Karriere

Auf Wunsch ihrer Eltern studierte Hoermanseder zunächst IBWL an der Wirtschaftsuniversität (WU) in Wien, welches sie 2010 mit dem Master abschloss. Dazwischen belegte sie Kurse am Central Saint Martins College of Art and Design in London. "Eigentlich wollte ich schon immer schon als Modedesignerin arbeiten. Das fertige Wirtschaftsstudiums war einerseits ein Wunsch meiner Eltern – was ich im Nachhinein gut nachvollziehen kann – andererseits wollte ich mir ein Basiswissen für meine eigene Modelabel-Gründung aneignen", erzählt sie im WOMAN-Talk.

Nach der WU ging sie nach Berlin, um dort an der École supérieure des arts et techniques de la mode (ESMOD) Modedesign zu studieren. Währenddessen absolvierte sie ein Praktikum bei Alexander McQueen unter Kreativdirektorin Sarah Burton. Dort wurde sie dazu inspiriert, sich näher mit Korsetten zu beschäftigen, die später ein Hauptbestandteil ihrer Designs werden sollten.

Ihre Diplomkollektion wurde auf der "Graduation Show" in London gezeigt und mit der "Goldenen Nadel" ausgezeichnetes Design geehrt.

Marina Hoermanseder: Ihr Durchbruch

2013 gründete sie ihr Label, danach ging es steil bergauf. Bereits kurz nach ihrer Labelgründung, im Januar 2014, präsentierte sie ihre erste Kollektion auf der Berlin Fashion Week. Dort zeigte sie auch den Strap Skirt, ein enger Rock aus übereinandergelegten Lederstreifen, der mit Schnallen verziert ist. Seitdem ist Hoermanseder ein fixer Bestandteil der deutschen Modewoche. Im November 2014 eröffnete sie im Zuge der Fashion Week einen Showroom in Paris.

Orthopädie und Leder als Inspiration

Schon während ihres Studiums begann die Designerin, viel mit Leder zu arbeiten. "Ich habe eine große Liebe zum manuellen Arbeiten mit Materialien", erzählt sie. "Zum Ende meines Designstudiums habe ich bei einem Ledermeister in Berlin wochenlang auf dem Boden meine Abschlusskollektion erstellt und gelernt, mit Leder zu arbeiten. Mein Herz schlägt einfach für aufwändige Lederkreationen!"

Im Rahmen der Recherche für ihre ESMOD-Abschlusskollektion stieß sie zudem auf orthopädische Korsetts, von denen sie sofort fasziniert war und die sie ab diesem Zeitpunkt in ihre Designs integrierte. "Das Spannende an der Mode ist es, sich austoben zu können. Ob mit Materialien oder Farben, es sind einfach keine Grenzen gesetzt."

Marketing-Genie: Hoermanseders zahlreiche Kooperationen

Nicht nur ihre eigenen Kollektionen, die im Rahmen der Fashion Week präsentiert werden, sind ein Bestandteil ihrer Arbeit – Kooperationen mit namhaften Firmen wie Lego bis oder dem österreichischen Unterwäscheriesen Palmers spielen eine zentrale Rolle in ihrer Karriere. Nicht selten wird sie deshalb als die "Queen of Co-Branding" bezeichnet.

So entwarf sie Uniformen für Austrian Airlines und die österreichische Post, Schuhe für Buffalo, eine Uhr für Rado, Schmuck für Purelei, aufklebbare Fingernägel im Strap-Design für Maniko Nails, Kaffeetassen für Lavazzo, eine Kosmetiktasche für Colgate, Adventkalender für Amorelie, Kindermode für Babauba und sogar eine DTM-Kollektion.

Marina Hoermanseder: Ihre größten Meilensteine

  • 2010: Masterabschluss Internationale Betriebswirtschaftslehre an der WU in Wien.
  • 2012: Praktikum bei Alexander McQueen.
  • 2013: Modedesign-Abschluss an der ESMOD, Auszeichnung ihrer Abschlusskollektion mit der "Goldenen Nadel" und Labelgründung von "Marina Hoermanseder".
  • 2014: Erste Kollektion auf der Berlin Fashion Week, Showroom auf der Paris Fashion Week. Außerdem gewinnt sie den "Premium Young Designers Award".
  • 2015: Als erste Kooperation entwirft sie Uniformen für Austrian Airlines. Außerdem eröffnet sie die MQ Vienna Fashion Week und gewinnt den Modepreis der Stadt Wien (Austrian Fashion Awards).
  • 2017: Sie entwirft ihre erste Dirndl-Kollektion mit dem Münchner Trachtenlabel Angermaier sowie neue Uniformen für die österreichische Post.
  • 2019: Marina Hoermanseder und Palmers kündigen langfristige Zusammenarbeit an.
  • 2020: Sie gewinnt die Vienna Awards in der Kategorie "Style Icon of the Year".

Das können wir uns von ihr abschauen

Als wir sie nach Tipps für Jungdesigner:innen fragen, die im Modebusiness Erfolg haben möchten, sagt sie: "Es ist ganz wichtig zu seinen Designs zu stehen, Mut zu beweisen und sich mit Leuten zu umgeben, die an einen glauben und unglaublichen Support bieten!"

Außerdem spricht sie sich entschieden gegen Bodyshaming und für Female Empowerment aus. "Es soll sich JEDE trauen, es soll sich JEDE schön finden, ganz egal, wie das irgendjemand anders findet. Wir sind in einer Zeit, in der alles erlaubt ist. Man sollte einfach anziehen, was einem taugt. Es interessiert doch niemanden. Es geht um ein Lebensgefühl und nichts anderes."

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