Ressort
Du befindest dich hier:

Seitensprung: So überlebt die Beziehung

Ein Seitensprung bringt jede Beziehung aus dem Lot. Doch deshalb alles hinschmeissen? Wir verraten, durch welche emotionale Phasen Sie als Paar durch müssen, um wieder zueinander zu finden.


Seitensprung: So überlebt die Beziehung

Ein Seitensprung muss nicht zwangsläufig Hass und das Ende der Beziehung nach sich ziehen.

© © Corbis. All Rights Reserved.

Der Seitensprung von Hollywood-Star Kristen Stewart beweist: Fast niemand – auch nicht in der scheinbar glücklichsten Beziehung – ist wirklich davor gefeit. Fast jeder macht zumindest einmal in seinem Leben die Erfahrung, wie es ist, betrogen zu werden – oder zu betrügen.

Die Erklärungen sind zahlreich: Die Leidenschaft in der Beziehung ist eingeschlafen, die Gelegenheit war da, die Sehnsucht nach Bestätigung groß. Doch oft kommt nach der heißen Nacht im fremden Bett das böse Erwachen. Und mit ihm die Sehnsucht, die langjährige Beziehung doch aufrecht zu erhalten. Wir verraten Ihnen, mit welchen Gefühlen ein Seitensprung für Paare verbunden ist – und durch welche emotionalen Phasen Sie gehen müssen, ehe Sie wieder eine glückliche Beziehung führen können.

Phase 1: Der große Schock

Ist der Seitensprung gestanden, geraten beide Partner in einen schockähnlichen Zustand. Jahrelang hatte man seinen Partner als liebevollen, aufrechten Menschen kennengelernt – nun sieht man ihn als verlogenen Betrüger. Diesen Widerspruch müssen Sie erst einmal akzeptieren. Und auch der Betrüger selbst hat mit Ängsten zu kämpfen.

So gehen Sie mit dem Schock um:

• Machen Sie keine unterschwelligen Vorwürfe, sondern fragen Sie ganz offen nach, welche Gründe es für die Affäre gab. Gehen Sie aber davon aus, dass Sie nicht gleich die ganze Wahrheit hören werden.

• Sie haben Ängste – und die sollten Sie auch erklären. Aber versuchen Sie, dabei ruhig zu bleiben. Sonst reagiert ihr Partner defensiv oder aggressiv.

• Meiden Sie Worte wie „niemals“, „immer“ und „solltest“. Sie führen nämlich immer nur zu Streit.

Phase 2: Die Fragestunde

Die ersten sechs Monate nach dem Auffliegen einer Affäre entscheiden über den Fortbestand der Beziehung. Sie haben ein Recht auf die Wahrheit – und sollten nachfragen. Aber nehmen Sie sich vor Wutausbrüchen und Schuldzuweisung in Acht. Diese sind zwar kurze Zeit schmerzlindernd (und auch normal) – aber Sie bringen sie nicht weiter. Sie wollen natürlich Details zur Affäre – aber fokussieren Sie nicht auf die dritte Person. Sie sollten sich nun Gedanken über Ihre Beziehung machen – und nicht über den verhassten Störfaktor. Machen Sie auch nicht den Fehler, die Beziehung sofort verbessern zu wollen. Damit täuschen Sie etwas vor, was erst nach einem längeren, intensiven Prozess möglich ist.

So reagieren Sie in der Frage-Phase:

• Machen Sie klar, warum Ihnen soviel an Ehrlichkeit liegt.

• Sie wollen verstehen, warum Ihr Partner fremdgegangen ist – und an welchem Punkt Ihrer Beziehung die Kommunikation oder die Leidenschaft flöten gegangen ist.

Phase 3: Die Entscheidung

Sie brauchen Zeit, um für sich festzustellen, ob Sie gehen oder bleiben wollen. Halten Sie sich vor Augen, dass schlimme Phasen irgendwann auch besser werden – eine Scheidung oder Trennung aber ein endgültiger Schlussstrich ist. Wollen Sie durch das "Tal der Tränen" gehen – um dann vielleicht wieder auf dem "Berg des Glücks" zu stehen? Versuchen Sie nicht, den Partner zum Bleiben zu überreden oder in vorauseilendem Gehorsam all seine Wünsche von den Augen abzulesen, damit er Sie wieder wahrnimmt.

So kommen Sie zu einer Entscheidung:

• Haben Sie alle Infos, um die Bedeutung der Affäre und ihre Ursache zu bewerten?

• Bedenken Sie die langfristigen Auswirkungen auf andere, z.B. Kinder, Familie – ihr gemeinsam aufgebautes Leben.

• Behalten Sie im Hinterkopf: Manchmal ist es besser, zu kämpfen und zu scheitern, als es erst gar nicht zu versuchen.

Phase 4: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Natürlich sind Sie wütend auf Ihren Partner, würden gerne alles zerstören und ihn ebenfalls verletzen. Trotzdem: Wenn Sie Hoffnung auf den Fortbestand Ihrer Beziehung haben, dann sollten Sie das auch signalisieren. Der Schmerz kann auch einen Sinn haben. Das ist die Gelegenheit für neue Einsichten und Verhaltensweisen.

So finden Sie Hoffnung:

• Was zählt, ist das Jetzt. Die Vergangenheit wird sie nur deprimieren. Wichtig ist, dass Sie nun gute, positive Gefühle nach vorne holen – und die negativen beiseite legen.

• Haben Sie keine Angst, um die Sachen, die Sie nun benötigen, zu fragen. Abstand? Nähe? Sex? Keine Umarmungen? Wichtig: Handeln Sie nicht in der Absicht, zu strafen – sondern transparent und Ihren Gefühlen entsprechend.

• Vergleichen Sie sich nicht mit der dritten Person. Sie hat nun in Ihrem Leben, mit Ihrem Glück nichts mehr zu tun. Was zählt, sind Sie.

Phase 5: Die Normalität kehrt zurück

Diese Phase ist trügerisch. Die Beziehung scheint wieder in normalen Phasen zu verlaufen – aber die Wunden sind noch nicht verheilt. Versuchen Sie, Gefühle wie Schmerz, Misstrauen und überhöhte Wachsamkeit zu unterdrücken. Derlei gefährdet den Heilungsprozess.

So kehrt wieder Normalität ein:

• Machen Sie sich bewusst: Eine Affäre zu verschmerzen und zu verkraften, braucht Monate. Nicht Wochen – und schon gar ncht Tage.

• Beobachten Sie sich und Ihr Verhalten. Ihr Partner muss sich öffnen können.

Phase 6: Tiefe Verzweiflung

Erst jetzt können sich Paare den eigentlichen Ursachen des Seitensprungs widmen (und nein: die dritte Person ist nicht die Ursache!). Gab es langjährige Probleme, die nie angesprochen wurden?

So gehen Sie damit um:

• Zuhören, zuhören und nochmals zuhören. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihren Partner wirklich bewegt, gestört hat.

• Sie wollen Veränderungen. Die lassen sich aber nicht übers Knie brechen. Setzen Sie kleine Schritte, die positive Effekte haben.

Phase 7: Wir vergeben einander

Der Betrüger hat sich umfassend entschuldigt, der Betrogene ist bereit zu vergeben. Vergebung ist der erste Schritt, um mit der Vergangenheit abzuschliessen. Sie wissen zwar noch nicht, warum – aber Sie haben langsam begonnen, wieder Vertrauen in Ihren Partner zu haben.

So vergeben Sie:

• Halten Sie sich vor Augen, dass Ihr Partner Sie ergänzt. Das Sie die gemeinsame Zukunft wollen – und dass Sie bereit sind, dafür auch den Schmerz zu vergessen.

• Ziehen Sie einen Schlussstrich – und lassen Sie die Vergangenheit endgültig ruhen.

Sollte Ihre Beziehung doch scheitern: Hier erfahren Sie, wie man am besten Schluss macht.

WOMAN Newsletter

Deine täglichen Infos per Mail: News, Gewinnspiele und tolle WOMAN-Aktionen.

Ja, ich möchte den WOMAN Newsletter tägl. erhalten und bin mit Übermittlung von Informationen über die Verlagsgruppe News, deren Produkte und Aktionen einverstanden.