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Kristina Worseg: Wir baten die Frau eines berühmten Schönheitschirurgen zum Interview

Kristina Worseg ist alles andere als nur die Frau des bekannten Beauty-Chirurgen Artur Worseg. Wir haben die engagierte Zahnärztin zum Interview getroffen.

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Kristina Worseg: Wir baten die Frau eines berühmten Schönheitschirurgen zum Interview

Wir sprachen mit ihr über schlechtes Gewissen gegenüber ihren beiden Kindern, Schönheitseingiffe und wahres Luxusleben.

© (c) Moni Fellner

Weißes T-Shirt, Jeans und völlig ungeschminkt. So empfängt uns Kristina Worseg in ihrer Zahnarztpraxis am Wiener Graben. Nur ganz so uneitel wie es scheint, ist sie nicht, vielmehr habe sie Angst vor dem Älter werden, vor allem vor dem Alt aussehen, gesteht Kristina Worseg: „Ich bin keine 23 mehr, der Körper verändert sich, gerade nach zwei Geburten.“ Noch sei sie nicht die gesättelte 45-Jährige, die über den Dingen steht. „Ich habe es schon noch gerne, wenn mir jemand nachschaut. Soweit bin ich noch nicht, dass mir jedes Fältchen egal ist. Aber ich freue mich irrsinnig darauf, wenn meine persönliche Reife dieses Level einmal erreicht.“

"Er hat einfach goldene Hände"

Die Frau des erfolgreichen plastischen Chirurgen Artur Worseg steht Beauty-Eingriffen durchaus aufgeschlossen gegenüber: „Botox lasse ich mir, allerdings nur von Artur, regelmäßig in kleiner Dosis in die Stirn spritzen, damit tiefe Falten erst gar nicht entstehen. Er hat einfach goldene Hände und mit einer Zornesfalte sieht man gleich zehn Jahre älter und immer grantig aus. Das muss nicht sein.“ Von Hyaluron hält die Zahnärztin dafür umso weniger: „Fremdmaterialien kommen nicht in meinen Körper, weder als Brustimplantat noch als Filler. Es gibt mittlerweile unzählige nicht invasive Eingriffe, wie Laser oder Radiofrequenz. Da mache ich auch gerne etwas zwischendurch.“ Und ein Lifting mit 60 kann sich die überaus sympathische Naturschönheit gut vorstellen: „Wenn es gut gemacht ist, sieht man es nicht. Man erstrahlt nur viel frischer.

Aber eines möchte Kristina bei diesem Thema unbedingt erwähnen: "Ein Eingriff bringt neue Lebensqualität oder ein besseres Körpergefühl. Aber natürlich, wenn jemand versucht vielmehr seine Psyche zu behandeln, weil er auf Facebook oder Instagram irgendeine perfekte Influencerin gesehen hat, der er nacheifern möchte, dann liegt es am Feingefühl des Arztes, das Schlimmste zu verhindern."

Gelangweilte Frau eines erfolgreichen Mannes?

Kristinas Mann Artur Worseg sage dann immer: „Warten Sie noch ein bisschen. Sie sehen eh super aus.“
Klischeegedanken an die gelangweilte Frau eines erfolgreichen Mannes kommen bei der zweifachen Mutter erst gar nicht auf: „Meine Praxis am Laufen zu halten ist eine große Verantwortung. Kein Patient kommt ein zweites Mal, wenn er sich nicht erstklassig betreut fühlt.“ Und ehrgeizig sei sie schon immer gewesen, fast schon krankhaft: „Aufgeben gibt’s nicht, aber sehr wohl eine Wegänderung, falls etwas nicht richtig läuft.“ Stur sei sie nicht, aber schlau. Diese Einstellung hat die 33-Jährige schon in ihrer Schulzeit geholfen, aber vielleicht auch etwas blockiert: „Meiner Mama hätte ein Vierer auch gereicht, ich wollte immer besser sein.“ Heute nimmt sie sich das Motto eines Boxers zu Herzen: „Ich verliere nicht, ich lerne nur dazu.“

Ihr Traum? Die Teilnahme bei Dancing-Stars

Auch beim Tanzsport, den die Zahnärztin viele Jahre lang auf Profi-Niveau betrieben hat: „Mit meinem damaligen Freund habe ich mit 16 Jahren begonnen.“ Viele Preise haben sie ertanzt, 2018 wurden sie sogar niederösterreichische Landesmeister in Latein. „Jetzt tanzen wir in erster Linie Shows, nicht mehr Wettkampf. Das schaffe ich zeitmäßig nicht mehr. Aber ich achte darauf, meinen Körper fit zu halten. Zumindest ein zehn Minuten Programm in der Früh muss sein.“ Wäre da nicht die Teilnahme bei „Dancing Stars“ naheliegend? „Oh ja, das wäre ein Traum! Gefragt hat mich nur noch niemand.“ Vielleicht, weil sie zu professionell ist? „Also Standardtänze kann ich gar nicht. Das wäre lustig, weil sehr viele Tanzsportkollegen aus meinem ehemaligen Team, als Profitänzer dabei sind.“ Ehemann Artur würde sie jedenfalls unterstützen, als Trainingspartner wäre er jedoch völlig ungeeignet: „Obwohl er ein Geigenwunderkind war und extrem musikalisch ist, aber Tanzen … Einmal haben wir Boogie probiert und ich hatte immer das Gefühl, dass er mich mehr wegstößt als an sich zieht. Er hat dann gesagt, bei Menschen, die ihm so nahe kommen, hätte er das Gefühl, ihnen ein reinhauen zu müssen.“ Also wurde letztendlich auch der Hochzeitstanz vor fast fünf Jahren ausgelassen.

"Bin ich eine Katastrophenmutter?"

Abseits der Tanzfläche harmoniert das Paar perfekt: „Wir sind uns einfach passiert.“ Sie durchbrach auch Artur Worsegs lange Zeit bevorzugtes Frauenschema. „Wir haben uns auf einer anderen Ebene als der äußeren Schönheit gefunden. Er hat so einen lieben Spruch: ,Eine schöne Frau ist wie eine schöne Aussicht, man gewöhnt sich daran.‘ Und er hat ausreichend Models vor mir gehabt, er weiß lange Beine und Größe 34 ist nicht das einzige das zählt. Es zählt mehr das Miteinander.“ Und ihre beiden Kinder, Nicolas, 5, und Elena, 4, verbinden ungemein: „Das Familienleben ist uns beiden gleich wichtig.“ Auch wenn sie sich öfter als Mutter hinterfragt, denn: „Mit dem Perfektionswahn den ich habe, kommt eine Riesenportion Egoismus dazu. Ich habe ein dreijähriges Mädchen, einen vierjährigen Sohn und eine 300 Quadratmeter Ordi am Graben, die ich alleine mit meinem Team bespiele. Wenn ich hier reinkomme geht mein Herz auf. Ich liebe es hier und bin unendlich dankbar, dass das so ist."

"Aber meine Kinder? Ich habe zwei Nachmittage unter der Woche und das Wochenende für sie. Andere Mütter fragen mich, ob mir das nicht wichtig genug ist. Und ich hadere oft damit, ob ich nicht eine Katastrophenmutter bin, weil ich sie nicht jeden Tag vom Kindergarten abhole und nicht einmal hinbringe. Das macht Artur oder meine Mama. Aber jetzt habe ich die Chance mir etwas aufzubauen, ich habe etwas Tolles gelernt. Viele können ihren Job nicht so erleben wie sie es wollen. Meine Kinder haben in zehn Jahren kein Interesse mehr an mir und was ist dann? Ich versuche einen Kompromiss für alle Beteiligten zu finden, aber das ist immer mit schlechtem Gewissen verbunden.“ Dennoch: „In der Zeit mit meinen Kindern bin ich 100 Prozent bei ihnen, keine Arbeit oder Haushalt und das Handy ist dabei im Flugmodus. Ich liebe meine Kinder über alles und sie sind, trotz all meiner Spinnereien, das Beste was ich erleben darf.“

Dass sie ein privilegiertes Leben führt, weiß die Niederösterreicherin, trotzdem hält sie von einem materiellem Luxusleben wenig: „Ja, ich liebe es Urlaub zu machen, ohne zu überlegen, ob ich mir das Essen leisten kann oder nicht. In meiner Kindheit waren wir oft auf Campingurlaub, haben immer selbst gekocht und einmal sind wir essen gegangen. Das war aber auch okay.“ Und Kristina Worseg ist überaus sparsam, das stecke wohl in ihr drinnen: „Ich brauche keine Designerkleider, die Fast Fashion-Jeans passt auch. Beim einkaufen achte ich immer auf die Preise, kann auf den Cent genau sagen, was was kostet. Ich versuche auch zunehmend den Plastikmüll, der in unserer Ordi anfällt, einzudämmen.“ Längst habe sie verstanden was der einzig wahre Luxus ist: Eine glückliche Familie zu erhalten, trotz „des Wahnsinns, den wir leben.“

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