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Was ist HIV und AIDS?

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AIDS, HIV

©Elke Mayr
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Anlässlich des jährlichen Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember, der für HIV-positive und an AIDS-erkrankte Menschen Aufmerksamkeit und Solidarität schaffen soll, haben wir die wichtigsten Informationen zu HIV und AIDS zusammengefasst.

AIDS ist die Folge einer HIV-Infektion, die unbehandelt im Endstadium der Infektion zur Zerstörung des körpereigenen Immunsystems führt. In Österreich werden jährlich 300 bis 400 HIV-Infektionen neu diagnostiziert. Zwar ist eine Infektion nicht heilbar, aber HIV-positive Menschen haben die gleiche Lebenserwartung wie die Gesamtbevölkerung, wenn die HIV-Infektion rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird.

Was ist HIV / AIDS?

HIV (Human Immunodeficiency Virus oder Humanes Immunschwäche-Virus) ist eine Infektionserkrankung mit grippeähnlichen Symptomen, die das Immunsystem schwächt. Krankheiten können somit leichter auftreten, die ein gesunder Organismus sonst abwehren könnte. Als Folge einer unbehandelten HIV-Infektion tritt AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome oder Erworbenes Immunschwäche-Syndrom) auf, so die AIDS-Hilfe Wien auf ihrer Website.

Wenn ein Mensch HI-Viren im Körper hat, spricht man von HIV-positiv. Ein HIV-positiver Mensch erhält nicht zeitgleich die Diagnose AIDS. Ohne HIV-Therapie dauert es ca. zehn bis zwölf Jahre, bis nach der Ansteckung mit HIV das Immunsystem so stark geschwächt ist, dass man von AIDS spricht.

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© Elke Mayr

Wie wird HIV übertragen?

HI-Viren werden am häufigsten durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma oder Vaginalflüssigkeiten übertragen. Beim ungeschützten Anal- oder Vaginalverkehr besteht das höchste Risiko einer Ansteckung. Bei Oralsex besteht ein geringeres Risiko sich mit HIV anzustecken, solange kein Menstruationsblut oder Sperma in den Mund gelangt.

Wolfgang Wilhelm, ehem. Obmann der Aids Hilfe Wien, betonte 2017 im großen WOMAN Sex-Report: "Es gibt keine besonderen Risikogruppen, wichtig ist, wie man sich schützt. Konkret hat jemand mit drei ungeschützten Sexualkontakten im Jahr ein höheres Risiko, sich anzustecken, als jemand mit 100 geschützten Kontakten."

Andere Infektionsmöglichkeiten sind gemeinsam verwendete Utensilien bei Drogenkonsum, zum Beispiel Spritzbesteck, jede Art von Blutkontakt (auch bei Erster Hilfe) sowie Mutter-Kind-Übertragungen – wobei diese Übertragungsmöglichkeit in Österreich aufgrund der medizinischen Vorbeugemaßnahmen fast nicht mehr vorkommt.

Hände schütteln, küssen, umarmen, aber auch die gemeinsame Benutzung von Essbesteck oder Trinkgläsern führt zu keiner HIV-Infektion, so das Gesundheitsportal Österreich.

HIV-Therapie kann Ausbruch von AIDS verhindern

Die HIV-Therapie ist lebenslang und kann die Infektion nicht heilen. Aber die Medikamente der Therapie verhindern die Vermehrung der HI-Viren, das Immunsystem kann sich stabilisieren und bleibt funktionstüchtig.

Menschen, die mit HIV infiziert sind, sind mit einer HIV-Therapie nicht mehr infektiös, da die Virenlast mit den Medikamenten unter die Nachweisgrenze gedrückt wird. Dieser Effekt wird als Treatment as Prevention oder Viruslast-Methode bezeichnet.

Mithilfe der heutzutage verfügbaren Therapien kommt es bei HIV-positiven Menschen nicht mehr zum Ausbruch von AIDS. In Österreich übernimmt die Gesundheitskasse die Kosten der HIV-Therapie.

Ich hoffe, Mut zu machen und einen weiteren Schritt zu setzen gegen die Stigmatisierung von Menschen, die sich durch ihr eigenes Verhalten oder aber unverschuldet mit HIV infiziert haben.

Conchita Wurstösterreichischer Sänger, Travestiekünstler

Frühzeitige Erkennung der Erkrankung mit HIV-Test

HIV-Schnelltests sind für den Therapieverlauf und die Eindämmung der HIV-Erkrankung bedeutend. "Eine frühzeitige Diagnose wirkt sich positiv auf den Therapieerfolg aus. Denn eine Infektion mit dem HI-Virus muss heute Dank der verfügbaren Arzneimittel nicht mehr zwangsläufig zu AIDS führen. Voraussetzung dafür ist aber, dass Betroffene ihren Infektionsstatus kennen. Wer einen HIV-Test macht, schafft Gewissheit und kann gegebenenfalls früher behandelt werden und andere davor bewahren, sich zu infizieren", so Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG (Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs).

Eine frühzeitige Diagnose wirkt sich positiv auf den Therapieerfolg aus.

Alexander HerzogGeneralsekretär des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs (PHARMIG)

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