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Frida Kahlo ist die Ikone der Kunst und eine Lebenskämpferin

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Frida Kahlo, eine Ikone der Kunst und inspirierende Frau, die bis heute ein Symbol für den Feminismus darstellt. Sie verkörperte Stärke, Willenskraft und Durchsetzungsvermögen. Die mexikanische Künstlerin wurde mit ihrer unabhängigen sowie freien Persönlichkeit und ihren ganz speziellen Selbstporträts zu einer der bedeutendsten Malerinnen.

Ein Blick voller Stolz und voller Schmerz. Frida Kahlo ist wohl die bekannteste Malerin des 20. Jahrhunderts. Ihre Kunstwerke - insbesondere die Portraits ihrer selbst - sind heute weltberühmt.

Ein bunter Blumenkranz, zusammengewachsene Augenbrauen und markante Gesichtsbehaarung – diese Merkmale zeichneten das äußere Erscheinungsbild der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo aus. Das ist die bewegende Geschichte hinter ihren Selbstportraits.

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Steckbrief

Frida Kahlo

geboren
06.07.1907
Geburtsort
Mexiko
Aktuelle Position
Malerin
Beruf:

Malerin

Gestorben:
  1. Juli 1954

Kindheit: Mit 6 Jahren erkrankte Frida Kahlo an Kinderlähmung

Am 6. Juli 1907 wurde Frida als Tochter des deutschen Fotografen Carl Wilhelm Kahlo und der mexikanischen Malerin Mathilde Calderón in Mexiko-Stadt geboren.

Ihr Lebensmittelpunkt war größtenteils das Familienhaus, das Casa Azul - das "Blaue Haus", welches von ihrem Vater gebaut wurde. Hier erlebte Frida, gemeinsam mit ihren drei Schwestern (sowie ihren zwei Halbschwestern), die Höhen und Tiefen ihres Lebens, von familiären Konflikten bis hin zu kreativen Entfaltungen.

Mit 6 Jahren, im Jahr 1914, begannen ihre gesundheitlichen Probleme. Aufgrund ihrer Beschwerden, musste Frida Kahlo lange Zeit im Bett verbringen. Als Folge der Erkrankung litt sie unter einem kürzeren und dünneren Bein, was die Anfänge einer lebenslangen körperlichen Herausforderung darstellte.

Als Vorreiterin für Gleichberechtigung ins Medizinstudium

Im Jahr 1922 besuchte Frida Kahlo die renommierte Escuela Nacional Preparatoria in Mexiko-Stadt, um sich auf ein bevorstehendes Medizinstudium vorzubereiten. Dort gehörte sie zu den ersten Mädchen, die zugelassen wurden.

Als eine Wegbereiterin für die Zulassung von Mädchen an dieser Bildungseinrichtung durchbrach sie geschlechtliche Barrieren und ebnete den Weg für zukünftige weibliche Medizinstudentinnen.

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© imago

Ein schwerer Unfall prägte Frida Kahlos Leben

Ein schlimmer Tag im Jahr 1925 hinterließ Spuren in Fridas Leben. Mit 18 Jahren erlebte sie einen tragischen Busunfall, bei dem eine Haltestange ihr Becken und ihren Rücken durchdrang. Diese schrecklichen Verletzungen führten zu langen Krankenhausaufenthalten, lebenslangen Schmerzen und starken körperlichen Einschränkungen.

Leider zwang sie dieser tragische Vorfall dazu, ihr Medizinstudium aufzugeben, wochenlang musste sie einen Ganzkörpergips oder ein Stahlkorsett tragen. Die nachfolgenden unzähligen Operationen und die traumatische Wiederholung ihrer Kinderlähmung führten dazu, dass Frida ihren großen Traum, Kinder zu bekommen, nicht erfüllen konnte. Um mit dieser schweren Situation umzugehen, begann sie zu malen.

Während ihrer Genesung begann Frida mit dem Malen

Lange Zeit musste Frida im Krankenhausbett verbringen. Ihr Vater brachte ihr in dieser Zeit Staffeleien, Farbe und Pinsel mit ins Krankenhaus. In ihrem Schmerz und ihrer Trauer malte Frida genau die Selbstporträts, die sie später berühmt machen sollten. Während ihrer Genesung verbrachte sie viel Zeit allein, ihr erstes Selbstportrait malte sie im Jahr 1926.

Ihre Selbstbildnisse begründet sie mit Zitaten wie diesen:

Ich male mich, weil ich viel Zeit allein verbringe und weil ich das Motiv bin, das ich am besten kenne

Frida KahloMalerin

Turbulentes Auf und Ab: Ihre Liebe zum Maler Diego Rivera

Trotz der anfänglich hoffnungslosen Prognosen der Ärzte, kämpfte sich Frida tapfer zurück und erlangte schließlich die Fähigkeit zum Gehen zurück.

Kurz nach ihrem schrecklichen Unfall trat sie der Kommunistischen Partei Mexikos bei. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann, den Künstler Diego Rivera, kennen. Mit ihm teilte sie nicht nur ihre Leidenschaft für die Malerei, sondern auch ihre politischen Ansichten. Sie unterstützte progressive Ideen und soziale Gerechtigkeit und setzte für die Rechte von unterdrückten Gruppen ein.

Frida Kahlo und der 20 Jahre ältere Diego Rivera heiraten am 21. August 1929 in Coyoacán. Anfang der 1930er Jahre zog das Ehepaar in die USA und ließen sich schließlich 1932 in Detroit nieder. Nach zehn Jahren turbulenter Ehe, unzähligen Affären von Diego (unter anderem mit Fridas Schwester), folgte die Scheidung. Ein Jahr später heiraten sie jedoch ein zweites Mal und blieben als Ehepaar bis zu Fridas Tod zusammen.

Obwohl Diego Rivera der wichtigste Mensch in ihrem Leben war und sie ihm seine Untreue zu ihr zum Vorwurf machte, gab es auch an Fridas Seite immer wieder andere Männer. Die Beziehung der beiden stellt eine intensive, aber auch schmerzvolle Phase ihres Lebens dar.

Kinderwunsch und Fehlgeburt

Den Traum eines Kindes wollte Frida nicht aufgeben und versuchte trotz Abraten der Ärzte immer wieder schwanger zu werden. Im dritten Schwangerschaftsmonat erlitt sie jedoch eine Fehlgeburt.

Diese schmerzhafte Erfahrung prägte nicht nur ihr persönliches Leben, sondern spiegelte sich auch in ihrer Kunst wieder. Sie begann mit ihren geschriebenen und gemalten Tagebuchaufzeichnungen, in denen sie versuchte, den Schmerz ihres Körpers und der Herrlichkeit der Welt auszudrücken. In ihren Tagebüchern behandelte sie Themen wie Esoterik, Magie und Sexualität.

Moment der Verzweiflung: Frida Kahlos Suizidversuch

Fridas Leben war geprägt von körperlichen Leiden aufgrund eines schweren Busunfalls in ihrer Jugend, zahlreichen Operationen, und persönlichen Krisen, einschließlich ihrer turbulenten Ehe mit dem Künstler Diego Rivera. 1953 musste zudem ihr rechter Unterschenkel amputiert werden. Ihr Suizidversuch fand in einem Moment der Verzweiflung statt.

Frida Kahlos Kunst ist das Ergebnis ihrer Emotionen

Trotz dieser schweren Schicksalsschläge manifestierte sich ihre Stärke und ihr Überlebenswille in ihrem künstlerischen Schaffen.

In ihren Gemälden setzte sie sich intensiv mit den Themen Weiblichkeit, Identität und Schmerz auseinander. Sie sind das Ergebnis ihrer Emotionen, ihres großen Leidens, ihrer verschiedenen Krankheiten und Ängste.

Frida malte ihre Wunden, ihre Narben und ihre Fehlgeburten. Sie zelebrierte aber auch ihre Verbundenheit mit ihrer Herkunft und malte mexikanische Gewänder, sowie ihr markantes und wunderschönes Gesicht.

Der Stil von Frida Kahlo verband surreale Elemente mit Bildmitteln der Realität und wird deshalb dem Surrealismus zugeordnet.

Berühmte Werke

Eines der bekanntesten Werke von Frida Kahlo ist sicherlich "Die gebrochene Säule" (1944). Das Gemälde ist eine Darstellung des Schmerzes, von ihrem Unfall im Alter von 18 Jahren. Kahlo, dargestellt mit einer zerbrochenen ionischen Säule anstelle ihrer Wirbelsäule, reflektiert das Leiden nach einer Rückenoperation.

Aber auch "Ein paar kleine Dolchstiche" (1935). Es ist die Darstellung von Fridas Leid über die Untreue von Diego Riveras mit ihrer Schwester Cristina. Es stellt eine Frau dar, die von ihrem Mann erstochen wurde.

Symbol für den Feminismus: Frida Kahlo

Was Frida Kahlo auszeichnete, war ein ungewöhnlich freiheitliches Denken. Diese intellektuelle Freiheit bestimmte ihr Handeln, ihre Gedankenwelt und ihre Kunst.

Als befreite Frau setzte sie sich stetes für Frauenrechte ein und machte Karriere als Aktivistin in der Frauenrechtsbewegung. Innerhalb ihrer Ehe wollte sie finanziell Unabhängig sein und widersetzte sich damit dem damaligen Bild der Frau in der Gesellschaft.

Über ihre zusammengewachsenen Augenbrauen sagte sie einst: "Ich verbiege mich nicht, um dem Bild zu entsprechen, das ihr von Frauen habt." Die dichten Haare an ihren Brauen sind ein Statement für ihre bewusste Zurückweisung von Geschlechterrollen, was und was nicht attraktiv ist.

Ewige Verbindung zum "Blauen Haus": Der Tod und das Erbe von Frida Kahlo

Fridas Geschichte beginnt und endet am gleichen Ort: Im berühmten "blauen Haus" in Coyoacán, am südlichen Rand von Mexico City, das heute ein Museum zu ihrem Andenken ist. 1954 starb Frida Kahlo im Alter von siebenundvierzig Jahren an einer Lungenentzündung.

Nach ihrem Tod dauert es Jahrzehnte, bis Frida Kahlo über die Grenzen Mexikos hinaus Berühmtheit erlangte. Die kraftvollen Farben, die symbolischen Elemente und die expressiven Darstellungen ihrer Werke faszinieren uns noch heute und sind Inspirationsquelle für zahlreiche Künstler: innen.

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