Logo

Die häufigsten Sommerkrankheiten: Das hilft

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
11 min
Die häufigsten Sommerkrankheiten: Das hilft
© Shutterstock©Shutterstock
  1. home
  2. Balance
  3. Ratgeber

Im Sommer werden wir nicht krank? Leider nicht! Gerade in der Urlaubszeit sind wir für bestimmte Krankheiten anfällig. Ärztin Dr. Doris Gapp erklärt, was hilft und wie Sie vorbeugen können.

See- und Reisekrankheit

Bei Fahrten mit dem Schiff aber auch bei Autofahrten kommt es bei vielen Menschen zu Übelkeit. Die genauen Ursachen dafür sind noch nicht bekannt. Vor allem Kinder klagen während des Reisens oft über Übelkeit – und oft kommt es sogar zu Erbrechen.

Was hilft:

Blurred image background
Was hilft:
Dr. Doris Gapp © Woman and Health

„Zunächst ist es wichtig, nicht zu schwer zu essen. Toastbrot und Obst sind ideale Snacks für Reisen. Auch ausreichend Flüssigkeit ist unverzichtbar, um den Kreislauf zu stabilisieren!“, sagt Dr. Doris Gapp von Woman & Health in Wien, Ingwer in Form von Kapseln, Tropfen oder Tabletten hilft, der Reisekrankeit vorzubeugen.
Auch Medikamente mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat sind in der Apotheke erhältlich. Fragen Sie auf jeden Fall wegen der Nebenwirkungen.
Wichtig ist, während des Fahrens nicht zu lesen oder zu spielen, sondern nach draußen zu schauen. Hilfreich ist auch frische Luft und immer wieder einmal Pausen einzulegen.

Sonnenbrand

Wer kennt ihn nicht, den Sonnenbrand! Schnell passiert es, dass man eine Körperpartie beim Eincremen übersieht oder insgesamt zu lange in der Sonne bleibt – und schon ist die Haut gerötet und schmerzt.

Was hilft:

Schnelle Linderung bei Sonnenbrand bringen neben After Sun-Lotions auch kühler Topfen oder Joghurt auf der Haut. Auch Aloe Vera hat sich bewährt, um den Heilungsprozess von Sonnenbrand zu beschleunigen. Das beste Mittel ist allerdings Vorbeugung: „Lieber den Wunsch nach intensiver Bräune hintenanstellen und einen hohen Lichtschutzfaktor oder auch mal Sunblocker verwenden!“, so Dr. Gapp. Und: Sparsam auftragen ist bei Sonnencreme nicht angesagt! Der beste Schutz ist, Körperpartien mit Kleidung zu bedecken.

Sonnenstich

Wenn Kopf und Nacken länger ungeschützt der prallen Sonne ausgesetzt wird, reagiert die Hirnhaut gereizt und es kann zu einem Sonnenstich kommen. Symptome sind Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit bis hin zu Erbrechen. „Achtung, kleine Kinder sind besonders gefährdet!“, warnt Doris Gapp.

Was hilft:

Sofort an einen schattigen oder am besten kühlen Ort gehen, sich hinlegen und den Kopf leicht erhöht lagern. Kopf und Nacken mit kalten Tüchern kühlen. „Allerdings sollten Eisbeutel nie direkt auf den Kopf gelegt werden“, sagt Doris Gapp. Wichtig ist auch, viel zu trinken.
Vorbeugend unbedingt die pralle Sonne – besonders um die Mittagszeit – vermeiden und immer eine Kopfbedeckung tragen! Natürlich ist auch ausreichend Wasser trinken oberstes Gebot an heißen Tagen, um einem Sonnenstich vorzubeugen.

Bade-Ohrenentzündung

Wasser in den Ohren kann auf Dauer dazu führen, dass die Schutzfunktion im Ohr herabgesetzt wird und Bakterien und Pilze, die sich im Wasser befinden, leichter eindringen und eine Entzündung verursachen können. Das Ohr juckt und scheint verstopft. „Die sogenannte Bade-Otitis, eine typische Sommererkrankung des äußeren Gehörgangs, macht sich zuerst durch Jucken bemerkbar“, erklärt Dr. Gapp, „Zudem wirkt das Ohr, als wäre es verstopft. Später kann es ziemlich schmerzhaft sein, Fieber bleibt aber – im Gegensatz zur Mittelohrentzündung – aus.“

Was hilft:

Wer sich eine Bade-Otitis eingefangen hat, muss auf das Schwimmen nicht verzichten. Allerdings sollte das Ohr unbedingt trocken gehalten werden! Die Behandlung mit entsprechenden Medikamenten sollte ein Arzt vornehmen.
Zur Prävention nach dem Schwimmen oder Plantschen die Ohren mit sauberem Wasser ausspülen. Dann die Gehörgänge ausschütteln bzw. mit dem Föhn sanft trocknen. Hilfreich ist es auch, die Ohren mit Stöpseln zu schützen.

Magenbeschwerden und Durchfall

Gerade auf Urlaub kommt es immer wieder zu Verdauungsproblemen – vor allem zu Magenbeschwerden wie einem verdorbenen Magen. Das kann hygienische Gründe haben oder der Magen kann durch besondere, ungewohnte Lebensmittel oder Zubereitungsformen einfach überfordert sein. Häufig tritt dies bei Fisch- und Meeresfrüchten oder speziellen Gewürzen auf. „Auch Eiswürfel können eine potenzielle Quelle für Keime sein, die sich auf den Magen schlagen“, sagt Dr. Gapp. Warum das vor allem im Urlaub passiert? Bei Hitze vermehren sich Keime schneller und so ist es für das Immunsystem schwieriger, die Bedrohung abzuwehren.

Was hilft:

Die meisten Magen-Darm-Infekte sin nach ein bis drei Tagen wieder vorbei, da Durchfall und Erbrechen Reinigungsprozesse des Körpers sind. „Hilfreich ist, am ersten Tag möglichst wenig feste Nahrung zu sich zu nehmen und dann Schonkost“, sagt Doris Gapp. Trinken ist immens wichtig, um den Kreislauf zu stabilisieren und außerdem die Keime und Viren schneller aus dem Körper zu schwemmen. Wer besonders viel Flüssigkeit verloren hat, sollte unbedingt Elektrolyte zuführen.
Vorbeugend wirkt eine möglichst gute Hygiene beim Essen, sofern man selbst Einfluss darauf hat. Ansonsten: Kritische Speisen wie z.B. besonders scharfe Gerichte oder rohe Lebensmittel vermeiden. Und: Regelmäßig Händewaschen nicht vergessen!

Blasenentzündung

Blasenentzündung im Urlaub ist besonders ärgerlich, und sie betrifft vor allem Frauen. Und sie kann schnell entstehen – zum Beispiel, wenn man die nasse Badekleidung zu lange anbehält. Auch Keime auf den Toiletten oder im Wasser des Swimmingpools oder zu leichte Kleidung bei kühleren Temperaturen können zu Blasenentzündungen führen. Auch beim Sex können Keime übertragen werden, die Blasenentzündung verursachen. Bemerkbar macht sich die Entzündung durch brennende Schmerzen beim Urinieren, durch vermehrten Harndrang und Krämpfe.

Was hilft:

Oberste Regel ist: viel trinken! „Am besten geeignet ist neben Wasser Blasen- oder Nierentee, der sich aus Bärentraubenblättern, Birkenblättern, Brennnesselblättern, Goldrute, Cranberries und Schachtelhalm zusammensetzt“, so Dr. Gapp. Gegen die Schmerzen hilft eine Wärmflasche auf dem Bauch.
Dauern die Beschwerden länger als drei Tage an und gesellt sich noch Fieber dazu, sollte man den Arzt aufsuchen. Denn verschleppt werden sollte eine Blasenentzündung keinesfalls, damit sie sich nicht zu einer Nierenbeckenentzündung verschlimmert!
Vorbeugend hilft es, nach dem Schwimmen oder Plantschen die nasse Badekleidung zu wechseln. Nach dem Sex am besten auf die Toilette gehen und die Blase entleeren.

Geschwollene Beine und Füße

Venenschwächen machen sich bei großer Sommerhitze schnell durch Schwellungen, Schmerzen und Müdigkeit der Beine bemerkbar.

Was hilft:

Beine hochlegen, wann immer es möglich ist, kühle Fußbäder, oder auch ein spezielles Venen-Gel.
„Vorbeugend unbedingt ausreichend Bewegung machen, zum Beispiel durch Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Auch Barfußgehen in der Wiese tut den Füßen und Beinen gut“, so Gapp. Bei langen Autofahrten, im Flugzeug oder in der Bahn können Sie auch Fußgymnastik machen.
Wer dauerhaft unter Venenschwäche leidet, sollte diese entsprechend behandeln – zum Beispiel mit Cremes, die Rosskastanienextrakt enthalten. „Der Wirkstoff Aescin strafft die Venenwände und dichtet sie ab, wodurch das Austreten von Flüssigkeit ins Gewebe und die Bildung von Ödemen gelindert oder verhindert wird“, sagt die Ärztin.

Halsschmerzen

Halsschmerzen sind gerade im Sommer tückisch. Klimaanlagen, zu langes Baden im kalten Wasser oder eiskalte Getränke gegen den Durst bei starker Hitze – all das kann unerwartet gerade im Sommer Halsschmerzen bescheren.

Was hilft:

Wie immer auch hier – viel trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten. Wenn es schon zu spät ist, helfen warmer Salbei-, Thymian- oder Kamillentee, warmes Wasser mit Zitronensaft und Honig sowie Lutschtabletten.
Um es gar nicht zu Halsschmerzen im Sommer kommen zu lassen, achten Sie darauf, die Klimaanlage nicht zu kalt einzustellen. Auch jede Form der Stärkung des Immunsystems beugt Halsschmerzen vor.

Logo
Jahresabo ab 7,90€ pro Monat