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Squirting: Kann ein Orgasmus bei jeder Frau die weibliche Ejakulation hervorrufen?

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Squirting: Kann ein Orgasmus bei jeder Frau die weibliche Ejakulation hervorrufen?

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Bei einem intensiven Orgasmus ist es nicht ausgeschlossen, dass auch die Frau ejakuliert. Realistisch gesehen kommt dies aber eher selten vor. Was beim sogenannten "Squirting" passiert und wie man den Prozess unterstützen kann, erfährst du hier.

Die amerikanische Suchmaschine "Pornhub" veröffentlichte Daten, welche Sex-Suchbegriffe von ihren User:innen am häufigsten mit schwitzigen Fingerchen eingegeben werden. Platz 1 sicherten sich die Schlagwörter "große Brüste", darauf folgte " Blow Job" – und dann bereits ein Wort, das nicht unbedingt jederfrau sofort ein Begriff ist: Squirting.

Worum handelt es sich beim Squirting?

Übersetzt wird Squirting mit dem wenig eleganten Begriff "abspritzen" - gemeint ist damit allerdings nicht die männliche, sondern die weibliche Ejakulation. Kaum ein anderes Thema spielt bei sexuellen Mythen eine größere Rolle als die Fähigkeit mancher Frauen, beim Orgasmus eine größere Menge Flüssigkeit zu lassen.

Wie kommt es zur weiblichen Ejakulation?

Kurz gesagt: Indem der G-Punkt stimuliert wird. Dieser liegt ungefähr fünf Zentimeter tief in der Vagina an der oberen Scheidenwand. Durch Stimulation der Zone entlang der Harnröhre bildet sich bei einigen, vielleicht sogar bei allen Frauen eine Flüssigkeit, die als "weibliches Ejakulat" bezeichnet wird. Dieses wird von den sogenannten Skene-Drüsen gebildet und kann während des Orgasmus' über kleine Ausgänge in den Endabschnitten der Harnröhre abgespritzt werden. Kann - aber muss nicht!

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Weibliche Ejakulation, Orgasmus und Squirting: Ist das dasselbe?

Weibliche Ejakulation und Squirting sind genau genommen zwei verschiedene Vorgänge. Während eines Orgasmus' kann allerdings beides gleichzeitig auftreten! Beim Squirting wird die in der Blase befindliche Flüssigkeit stoßweise heraus gespritzt. Dabei handelt es sich um Flüssigkeit, die Eigenschaften verdünnten Urins aufweist.

Bei der weiblichen Ejakulation wird ein Sekret abgesondert, das durch mehrere sehr kleine Ausgänge in den Endabschnitten der Harnröhre - sowie rechts und links davon - freigesetzt wird. Über die genaue Zusammensetzung des Ejakulats, den genauen Entstehungsort, sowie über die Vorgänge, durch die eine Ejakulation ausgelöst wird, ist sich die Wissenschaft selbst heute noch uneinig.

Warum haben nicht alle Frauen beim Orgasmus eine Ejakulation?

Die Empfindlichkeit des G-Punktes ist von Frau zu Frau anders ausgeprägt. Manche geben an, ihn gar nicht zu spüren - weshalb seine Existenz nach wie vor oft bezweifelt wird. Fakt ist: Die besonders empfindliche Lustzone zwischen der Scheidenvorderwand und der Harnröhre ist nicht immer gleich groß! Nach Angaben von Wissenschaftler:innen ist die Größe von der ursprünglichen Größe der Skene-Drüsen, dem Zeitpunkt des letzten sexuellen Kontaktes und der Konzentration männlicher Sexualhormone im Blut der Frau abhängig. Es ist auch eine Frage des Timings.

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Wie viel Flüssigkeit wird beim Squirting abgegeben?

Entgegen der Darstellung in Pornofilmen muss die weibliche Ejakulation nicht immer ein riesiger Schwall sein, sondern auch aus ein paar austretenden Tröpfchen bestehen. Es ist weniger ein "abspritzen", sondern eher ein "auslaufen" - für manche Frauen fühlt es sich dann so an, als müssen sie urinieren. Das abgesonderte Sekret ist jedoch glasklar bis milchig und keinesfalls mit Urin zu verwechseln. Also: Es gibt keinen Grund zur Panik - eventuell hätte es dir ja aber sowieso gefallen.

In welcher Stellung ist der Orgasmus so intensiv, dass Squirting bei der Frau möglich ist?

Die als G-Punkt bezeichnete Zone wird etwa bei der "Reiterstellung" - hier befindet sich die Frau meist oben - besonders intensiv stimuliert. Das Gefühl kann verstärkt werden, indem sich die Frau mit dem Oberkörper ein wenig zurücklehnt. Auch "Doggy Style" - dabei kniet der Mann hinter der Frau - sorgt für intensivere Reibung.

Kann man Squirting trainieren?

Nicht wirklich. Wie immer sollte man sich beim Sex nicht unter Druck setzen lassen, sondern stattdessen entspannen und diesen einfach in vollen Zügen genießen. Unter diesem Umständen kann es am ehesten zur Ejakulation kommen!

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Mit der afrikanischen Liebestechnik "Kunyaza" zu multiplen Orgasmen und Ejakulationen

Richtig! In Ruanda wird beim Liebesspiel gerne die "Kunyaza"-Technik angewandt. Wörtlich übersetzt bedeutet dies "zum Urinieren bringen" - wobei das von der Frau abgesonderte Liebessekret, wie wir jetzt wissen, gar kein Urin ist. Durch "Kunyaza" ist es angeblich möglich, nicht nur multiple weibliche Orgasmen hervorzurufen, sondern auch starke Ejakulationen.

Während des Liebesspiels wird der durch Scheidensekret angefeuchtete Penis aus der Vagina herausgezogen und vom Mann zwischen zwei Fingern gehalten. Nun beginnt er, sanft und rhythmisch mit der Eichel auf die Vulva der Frau zu klopfen - zunächst auf die kleinen Schamlippen, später auch auf den Scheidenvorhof und die Klitoris. Das Klopfen kann auch mit einem Reiben der Eichel über die gesamte Vulva kombiniert werden. Frau hilft mit, indem sie ihre Schamlippen weit offen hält.

Was, wenn Squirting nicht funktioniert?

Mach' dir bitte keine Sorgen, das ist absolut nicht schlimm! Fakt ist: Nicht jede Frau erlebt eine Ejakulation. Deswegen wird oftmals sogar angezweifelt wird, ob Squirting als weibliche Ejakulation überhaupt möglich ist. Hauptsache ist doch, dass man Spaß bei der Sache hat, oder? Um Sex spannend zu gestalten, gibt es genug andere Alternativen.

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