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Sollen wir überhaupt noch Kinder kriegen trotz Klimakatastrophe?

"Ich habe gelesen, wie unsere Welt 2050 aussehen wird, wenn wir so weiter machen wie bisher. Jetzt sitze ich 2020 schwanger da. Mein Kind wird 30 sein, wenn diese Dinge tatsächlich passieren. Und das macht mir Angst." So wie Madeleine geht es vielen jungen Menschen. Sie fragen sich: Sollen wir in diese Welt überhaupt noch Kinder setzen? Wir haben dazu mit Klimaexpertinnen, Müttern und jungen Frauen gesprochen.

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Sollen wir überhaupt noch Kinder kriegen trotz Klimakatastrophe?
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In der aktuellen Corona-Pandemie scheint ein Thema unterzugehen, das aufgrund der massiven Dringlichkeit jedoch keineswegs vernachlässigt werden sollte: der Klimawandel. Oder wie einige Expertinnen mittlerweile sagen: die Klimakatastrophe. Denn die menschgemachte Veränderung unseres Klimas ist die größte Herausforderung dieses Jahrhunderts. Die ersten Auswirkungen sind bereits zu spüren in Form von Überschwemmungen, Wirbelstürmen, Waldbränden und mehr. Wir hier in Mitteleuropa merken abgesehen von heißeren Sommern noch nicht allzu viel davon. Aber für die nächste Generation - unsere Kinder - wird das schon anders aussehen.

Eine Tatsache, die viele junge Menschen fürchten. So sehr, dass sie sogar überlegen, keine Kinder mehr in diese Welt mit dieser unsicheren Zukunft setzen zu wollen, die bestimmt sein könnte von Naturkatastrophen, Hunger oder Krieg. So ergab etwa eine Umfrage des Business Insider aus dem Jahr 2019, dass eineR von drei AmerikanerInnen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren den Klimawandel als wichtigsten Faktor dafür angibt, ob man Kinder will oder nicht.

Wie die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez letztes Jahr anführte: "Grundsätzlich besteht ein wissenschaftlicher Konsens darüber, dass das Leben unserer Kinder sehr schwierig werden wird. Und es führt dazu, dass junge Menschen eine berechtigte Frage haben: Ist Ist es noch okay, Kinder zu kriegen?"

»Es besteht ein wissenschaftlicher Konsens darüber, dass das Leben unserer Kinder schwierig werden wird. Und es führt dazu, dass junge Menschen eine berechtigte Frage haben: Ist Ist es noch okay, Kinder zu kriegen?«

Und abgesehen davon, ob wir unseren eigenen Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen, stellt sich auch die Frage, ob es überhaupt noch ethisch vertretbar wäre, Kinder zu haben. Eine Studie aus dem Jahr 2017 besagt, dass das Wirkungsvollste, was ein Mensch für unseren Planeten tun kann, darin besteht, weniger Kinder zu bekommen. Ein Kind anstelle von zwei Kindern würde beispielsweise 58 Tonnen CO2 für jedes Lebensjahr der Eltern einsparen. Diese Zahl wurde berechnet, indem die Emissionen des Kindes und aller seiner Nachkommen kombiniert und dann durch die Lebensdauer der Eltern dividiert wurden.

Die Studie musste einiges an Kritik einstecken, dennoch stehen die AutorInnen zu ihren Ergebnissen: "Das Erschaffen einer neuen Person ist immer eine große Lebensentscheidung. Wenn man zudem eine Person in die Welt setzt, die den gleichen Lebensstil führt und die gleichen Konsummuster wie wir heutzutage hat, dann verursacht diese Person Tonnen an CO2 und damit Umweltverschmutzung."

Wie groß ist also der Einfluss, den eine einzelne (neue) Person wirklich auf unseren Planeten hat? Um unseren Kindern eine bessere Welt zu hinterlassen, haben wir nur mehr ein zeitlich begrenztes Fenster: Bis 2030 haben wir noch die Chance, das Klima unter 1,5 Grad Erwärmung zu stabilisieren. Und wir wissen, dass dies ein kritischer Marker für die menschliche Zivilisation und für den Rest des Lebens auf der Erde ist. Dazu müssen wir die Umweltverschmutzung - speziell die Kohlendioxidemissionen - bis 2030 halbieren. Und wir brauchen eine Politik, die die Dringlichkeit der Klimakrise versteht und darauf reagiert.

Ist es also noch ethisch vertretbar, Kinder zu bekommen? Letztendlich ist die Antwort darauf eine sehr persönliche - aber die Tatsache, dass wir überhaupt fragen, zeigt schon die Schwere der Lage. Dazu haben wir auch die Klimaexpertinnen Univ. Prof. Ilona Otto (Expertin in Ökonomie, gesellschaftlicher Auswirkung von Klimawandel und komplexer Systemwissenschaft) sowie DI Hemma Bieser (Geschäftsführerin der Innovation Company avantsmart, welche neue Geschäftsmodelle für den Energiemarkt sowie den Klimaschutz entwickelt), Mütter als auch Frauen, die noch keine Kinder haben, befragt:

WOMAN: Ein Drittel aller US-AmerikanerInnen zwischen 18 und 29 Jahren benennt den Klimawandel als wichtigsten Faktor dafür, ob sie Kinder haben möchten oder nicht. Sehen Sie das ähnlich?
Otto: Die Klimawandelfolgeprognosen sind nicht optimistisch und ich verstehe diese Frauen. Jedoch zeigt die Fridays for Future-Bewegung, dass junge Menschen die Welt positiv verändern können und vielleicht werden wir bald eine neue Weltordnung gestalten, in der unsere Kohlendioxidemissionen stark reduziert werden und in der es mehr Solidarität und Gerechtigkeit im Sinne der Klimawandelfolgenanpassung gibt. Kinder und junge Menschen üben oft Kritik am “Business-as-usual” und fordern gesellschaftlichen Wandel. Eigene Kinder zu haben kann uns selbst auch motivieren, bessere Menschen zu werden und uns mehr mit Umweltproblemen zu beschäftigen.
Es ist aber unglaublich wichtig, wie wir unsere Kinder erziehen. Wir sollten unseren Kindern zeigen, wie man sparsam mit Ressourcen und Energie umgeht, dass man Respekt für die Natur und schwächere Menschen haben soll, und die Kinder sollten gefördert werden, kritisch zu denken. Viele praktische Kompetenzen - zum Beispiel wie man Sachen selbst macht oder repariert und wiederverwendet – sind hier bestimmt auch nützlich.

Bieser: Ein Kind zu bekommen ist für jede Frau eine sehr persönliche Entscheidung. Viele Faktoren haben darauf einen großen Einfluss, wie z. B. das Finden des richtigen Partners, die finanzielle Absicherung oder das Alter der Frau. Zukunftsängste können dazu führen, dass frau keine Kinder haben möchte. Neben dem Klimawandel spielen aber sicher auch Krieg oder politische Unsicherheit eine Rolle. Für mich persönlich hat der Klimawandel keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt, zwei wunderbare Söhne in die Welt zu setzen.

In einer 2017 veröffentlichten Studie wird angeführt, dass das Wirkungsvollste, was eine Einzelperson tun kann, um den Klimawandel positiv zu beeinflussen wäre, weniger Kinder zu bekommen. Wie stehen Sie dazu?
Otto: Die wissenschaftliche Analyse von lebensstil-bedingten Kohlendioxidemissionen zeigt, dass unsere Emissionen sehr unterschiedlich sind. Die reicheren Bevölkerungsgruppen haben über 10-mal höhere Lebensstil-Kohlendioxidemission als die ärmeren. Das Problem ist auch, dass die Mittelklasse sich an den Reicheren orientiert und deren Lebensstil imitiert.
Es geht also nicht nur um die Zahl der Kinder, sondern auch um den Lebensstil und die Erwartungshaltungen, mit denen unsere Kinder heranwachsen. Es bedeutet, dass die reicheren Bevölkerungsgruppen versuchen sollten, ihre Kinder so zu erziehen, dass sie weniger konsumorientiert sind und sparsamer mit Ressourcen umgehen. Die Wohlhabenden sollten viel mehr in erneuerbare Energien investieren und sollten ambitioniert sein, unter den Ersten zu sein, die klimaneutral leben.

Bieser: Wir können heute für jeden Menschen seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck berechnen. Der ist in den westlichen Ländern viel größer als z. B. in Afrika oder in vielen Teilen Asiens. Rein rechnerisch ist es klar, dass umso stärker die Weltbevölkerung wächst, auch die gesamten ökologischen Auswirkungen immer größer werden. Wie gesagt, es kann jede Frau selber entscheiden, ob sie Kinder haben möchte oder lieber darauf verzichtet. Politische Maßnahmen, die das Kinderkriegen regulieren, lehne ich jedoch ab.

Ausgerechnet Kinder bzw. Jugendliche wie Greta Thunberg haben seit 2018 dafür gesorgt, dass das Thema Klimakatastrophe wieder präsenter in Medien und Politik war. Hat seitdem tatsächlich eine positive Entwicklung eingesetzt?
Otto: Es gibt viele positive gesellschaftliche Änderungen, zu denen uns Jugendliche herausgefordert haben. Zum Beispiel war der European Green Deal, der vor ein paar Monaten in der EU abgeschlossen wurde, möglich, weil in der Wahl zum Europaparlament im Jahr 2019 die Grüne Partei viel mehr Stimmen bekommen hat als vor 5 Jahren. Es war ein Signal für andere Parteien, dass die Umweltthemen sehr wichtig für die WählerInnen geworden sind. Die Klimastreiks haben mehr Aufmerksamkeit für Klima und Umweltpolitik gebracht.
Viele Änderungen passieren aber auch auf der Mikroebene. Zum Beispiel fahren immer mehr Menschen mit dem Fahrrad zu Arbeit und Städte bauen Fahrradstraßen aus. Der Markt für Elektroautos steigt. Die Klimastreiks haben auch “Flightshaming” verursacht: Fliegen wird langsam peinlich und viel mehr Menschen entscheiden sich für Zugverbindungen, Urlaub in der Nähe, und in der Arbeit gibt es immer mehr Telekonferenzen. Natürlich hat auch die Corona-Pandemie einen Beitrag dazu geleistet. Es gibt auch immer mehr klimaneutrale Produkte und verschiedene Firmen suchen wissenschaftliche Beratung in dem Bereich.

Bieser: Greta Thunberg und Fridays for future haben eine weltweite Bewegung ausgelöst. Auftritte von Greta bei der UN und mit den Staats- und Regierungschefs zeigen, dass das Thema Klimawandel ernst genommen wird. Viele Menschen gehen auf die Straße und setzen ein klares Zeichen, dass es so nicht weitergehen kann. Junge Menschen engagieren sich, weil es nicht egal ist und sie die Zukunft mitgestalten wollen. Es hat tatsächlich eine positive Entwicklung weltweit eingesetzt. In Österreich wird das Thema Klimaschutz aktuell durch die Regierungsbeteiligung der Grünen vorangetrieben und ist sehr präsent. Das hat es davor in dieser Stärke noch nicht gegeben.

»Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unser Welt-Erde-System und führt zu massiven Ökosystemveränderungen und Artensterben. Wir sind ein Teil dieses Ökosystems und wir brauchen dieses Ökosystem, um zu überleben.«

Was müsste getan werden, um die Welt auch für kommende Generationen lebenswert zu hinterlassen?
Otto: Das Wichtigste ist, weniger Fossilenergie zu verbrauchen und auf erneuerbare Energiequellen umsteigen. Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unser Welt-Erde-System und führt zu massiven Ökosystemveränderungen und Artensterben. Wir sind ein Teil dieses Ökosystems und wir brauchen dieses Ökosystem, um zu überleben. Das Ziel ist die globale Kohlenstoffemission bis 2035 um 50% zu reduzieren und bis 2050 klimaneutral zu werden. Aber auch Landnutzungsänderungen, Abholzen von Urwäldern, und Agrarmonokulturen müssen gestoppt werden. Plastikverschmutzung zu vermeiden und Plastikmüll aus den Ozeanen zu fischen ist auch sehr wichtig. Das ist wichtig für die Natur, aber auch für unsere Gesundheit. Die Umweltveränderungen verursachen viele Krankheiten. Der Kontakt mit Natur und viele natürliche Pflanzstoffe sind aber auch Heilmittel.

Können wir als Einzelpersonen überhaupt genügend tun?
Otto: Wir können jede Menge Sachen tun als Einzelpersonen, da sind unsere Konsum- und Lebensstilentscheidungen wichtig. Durch unser Verhalten können wir auch gesellschaftliche Normen verändern, z.B. wenn wir unserer Familie, FreundInnen oder ArbeitskollegInnen zeigen, dass wir mit dem Fahrrad zu Arbeit fahren, Urlaub in der Nähe verbringen, mehr regionale Produkte essen, weniger Kleider und Haushaltsartikel kaufen, alles länger nutzen, und gebrauchte Sachen wiederverwenden.
Wir können aber nicht alle Probleme als Einzelpersonen lösen und wir brauchen auch Politik und Infrastrukturänderungen. Zum Beispiel brauchen wir in Europa mehr Zugverbindungen, mehr Nachtzugverbindungen, und diese Zugverbindungen müssen aber auch günstiger werden. Die Politik kann durch Subventionen, Verbote, und Qualitätsprüfung und Kennzeichnungsprogramme die positiven Veränderungen fördern und helfen sie zu verbreiten.

Bieser: Die Bereiche Nachhaltigkeit, Green Tech und Climate Action sind sehr attraktive Wachstumsfelder. Ich selber engagiere mich beruflich seit mehr als 10 Jahren in dieser Branche. Jede kann die Entscheidung treffen und einen Beruf wählen, der zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Und darüber hinaus bestimmt jede von uns ihren eigenen Lebensstil. Regionale Lebensmittel einkaufen, Reisen mit der Bahn statt mit dem Flugzeug, Öko-Strom beziehen, Müll trennen, das alles sind einfache Maßnahmen, mit denen wir alle unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

»Ohne gesunde Ökosysteme gibt es langfristig keine Wirtschaft und wahrscheinlich auch keine Zivilisation, ich hoffe, dass das allen klar ist.«

Wie würde mit Ihrer jetzigen Einschätzung die Welt in 20, 40 oder 60 Jahren aussehen?
Otto: Ich bin immer noch hoffnungsvoll und ich glaube, wenn wir alle erkennen was wir tun können und es in den nächsten Jahren auch machen, dass die Welt in den nächsten 20 Jahren ein besserer und gerechterer Ort werden kann. Ohne gesunde Ökosysteme gibt es langfristig keine Wirtschaft und wahrscheinlich auch keine Zivilisation, ich hoffe, dass das allen klar ist. Wir haben nur einen Planeten, der unser Zuhause ist. Wir müssen ihn schützen, um uns selbst und unsere Kinder zu schützen.
Ich lese gerne historische Bücher. Es gab viele dunkle Momente in der menschlichen Geschichte, aber wir haben es immer geschafft diese schwierigen Zeiten zu überwinden und die Welt etwas besser zu machen. Wir erleben gerade so einen Kipppunkt, an dem sich alles ändern kann. Die Entscheidungen von jedem von uns sind sehr wichtig und jeder von uns kann das entscheidende Gewicht haben, um die Veränderung zu bewirken.

» Es gab viele dunkle Momente in der menschlichen Geschichte, aber wir haben es immer geschafft diese schwierigen Zeiten zu überwinden und die Welt etwas besser zu machen. Wir erleben gerade so einen Kipppunkt, an dem sich alles ändern kann. Die Entscheidungen von jedem von uns sind sehr wichtig und jeder von uns kann das entscheidende Gewicht haben, um die Veränderung zu bewirken. «

Bieser: Ich glaube, dass sich in 20 Jahren noch nicht sehr viel ändern wird. Der Trend der Urbanisierung hin zu den Megacities wird sicher weitergehen. Immer mehr Menschen werden in den Städten leben. Die Lebensmittelproduktion wird noch mehr industrialisiert werden, um die Menschen in den Millionenstädten zu ernähren. Ich glaube an den technischen Fortschritt und dass wir es in 40 Jahren geschafft haben werden, den Klimawandel zu stoppen und die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß einzuschränken. In 60 Jahren wird sich das Klima in fast allen Regionen der Erde verändert haben – aber es wird uns gelungen sein, uns anzupassen und unter den neuen Bedingungen ein nachhaltiges Wirtschaftssystem zu betreiben.

Univ. Prof. Ilona Otto und DI Hemma Bieser

Wir haben Mütter gefragt:

Welche Gedanken hast du, wenn du an die aktuelle Situation und dein Kind denkst?

Gudrun (40), Mutter von Jonas (4): "Ich bin wütend (untertrieben) auf fast alle aktuellen PolitikerInnen weltweit. Weil sie kurzfristige Strategien fahren und extrem wichtige Entscheidungen verharmlost und immer wieder aufgeschoben werden. Es steht immer noch die Wirtschaft an oberster Stelle. Und Entscheidungen sind geprägt von einer falschen Wertegesellschaft, Machthunger, Gier und Egoismus."

Madeleine (29), im achten Monat: "Ich habe all dieses Zeug gelesen, wie unsere Welt 2050 aussehen wird, wenn wir so weiter machen wie bisher. Jetzt sitze ich 2020 schwanger da. Mein Kind wird also 30 sein, wenn all diese Dinge tatsächlich passieren. Und das macht mir Angst."

Ulli (44), Mutter von Lorenz (8) und Vitus (4): "Ich würde mich auch heute immer noch für Kinder entscheiden. Es ist mir jedoch bewusst, dass meine Buben wohl eine andere Lebensqualität haben werden, als wir heute. Aber ich denke auch, dass sich Menschen immer auf alle Umstände einstellen können. Dennoch versuchen wir schon seit Jahren klimaschonend zu leben."

Wir haben junge Frauen gefragt:

Ist die Klimakrise entscheidend für deinen Kinderwunsch?

Susanne (31): "Eigentlich war ein Kind immer fester Bestandteil meines Lebensplans. Nun bin ich 31, habe derzeit keinen fixen Partner und bekomme von ärztlicher Seite oftmals zu hören: „Ihre biologische Uhr tickt“. Und es stimmt ja auch. Nur… Stress bringt in dieser Situation erstmal gar nichts. Den fühle ich auch nicht, um ehrlich zu sein. Grund dafür ist die wenig rosige Zukunft, die meine Kinder erwarten würde. Eine Welt, in der die Klima-Thematik ganz oben auf der Agenda stehen wird – noch vor Pandemien oder fragwürdigen US-Präsidenten. Viele Kinder bekommen zu wollen empfinde ich angesichts der Lage als egoistischen Akt.
Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, hätte ich gern zumindest EIN Kind – aber nur aus dem eigenen emotionalen Bedürfnis heraus. Es geht dabei nicht darum, den Fortbestand der Menschheit zu sichern. Was ich damit sagen will: Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich mich entscheiden werde. Falls ich mal in fixer Partnerschaft lebe, muss ich mir diese Fragen sicherlich erneut stellen…"

Anne-Marie (29): "Ich will Kinder. Es gibt gute Argumente dagegen. Trotzdem will ich es zumindest versuchen mit der Familienplanung. Ich bin selber mit zwei Brüdern aufgewachsen und wir alle drei haben ein tolles Verhältnis zu unseren Eltern. Wir unternehmen viel miteinander, haben sogar ähnliche Hobbys. Und auch, wenn wir nicht immer übereinstimmen und auch nicht ständig aufeinander kleben, weiß ich, dass wir füreinander da sind. Dieses Gefühl will ich an meine Kids weitergeben, denn ich hab noch echt viel Liebe übrig."