Ressort
Du befindest dich hier:

Das passiert mit deinem Körper, wenn du dich streckst!

Wir erklären dir, warum du dich ab sofort jeden Morgen ganz bewusst strecken solltest. Ein paar wenige Sekunden mit einer großen Wirkung.

von

Strecken am morgen - warum so wichtig?

Nimm dir jeden Morgen Zeit für eine ordentliche Streckung!

© istockphoto.com

Eigentlich macht es der Körper ja von ganz alleine - zumindest, wenn man auf ihn hört und nachfühlt. Die meisten nehmen heutzutage allerdings als erstes ihr Smartphone zur Hand und stehen dann ganz ohne eine wohltuende Streckung auf. Was man dabei verpasst, wenn man sich nicht bewusst und genüsslich streckt, haben wir bei einem Yoga-Retreat am Knappenberg mit Janina Brunner (www.janinyoga.com) gelernt.

"Nicht umsonst empfinden die meisten Menschen strecken und räkeln als Genusss, erklärt Yoga-Lehrerin Janina. "Beim Strecken werden Verklebungen in den Faszienstrukturen gelöst. Die Verklebungen in den Faszien bestehen aus Kollagenfasern, die jede Nacht, wenn wir schlafen, in unserem Körper produziert werden." Sie weist während unseres Yoga-Retreats aber noch einmal extra darauf hin, dass Kollagenfasern auch zur Straffung des Bindegewebes beitragen und deswegen eigentlich super sind. Was aber passieren kann: die Kollagenfasern lagern sich fusselähnlich zwischen den Muskelfasern ab. "Wenn wir uns strecken und räkeln brechen diese Fusselbündel auf und können abtransportiert werden." Janina gibt deswegen den Tipp, dass man sich jeden Morgen einmal ordentlich strecken sollte ehe man das Bett überhaupt verlässt. Natürlich ist es noch besser gleich morgens Yoga zu machen, um die Faszienverklebungen zu lösen.

Was passiert, wenn man sich nicht streckt?

"Wenn man sich einige Tage lang nicht streckt rekelt und dehnt, so beginnen die Kollagen-Fussel-Fasern damit sich zu verflechten und zu verfilzen", erklärt Janina. "Diese Verfilzungen schränken die Gleitffähigkeit unserer Muskelfasern ein und der Bewegungsradius vermindert sich - wir fühlen uns zunehmen starrer und steifer."

Für alle, die im Job lange und viel sitzen:

"Um das Wohlgefühl zu erhöhen ist es total hilfreich und sehr zu empfehlen, sich auch nach Phasen längeren Sitzens, wie z.B. im Büro oder im Zug, immer wieder zu strecken. Wenn wir uns beobachten, tun wir dies ohnehin automatisch und intuitiv. Hier können wir uns definitiv auf die intuitive Weisheit unseres Körpers vertrauen", ist sich Janina sicher.

Zusätzlicher Effekt durch bewusstes Atmen

Janina weiß als Yoga-Lehrerin natürlich auch, wie wichtig die Atmung ist: "Tiefes uns bewusstes Durchatmen während dieser Streck- und Räkelbewegungen hilft, die Sauerstoffzufuhr zu erhöhen, was belebend wirkt. Außerdem wirkt tiefes Atmen auch reinigend. Giftstoffe, die sich in den Muskeln abgelagert haben, können übers das somit aktivierte Herzkreislaufsystem abtransportiert werden."

Wie streckt man sich richtig und gesund?

"Ich würde sagen, es gibt hier kein richtig und kein falsch - solange es sich gut anfühlt! Wenn man gleichzeitig dem Rücken und der Wirbelsäule etwas Gutes tun möchte, kann man darauf achten, die Wirbelsäule in all ihre Bewegungsrichtungen durchzubewegen: Vor- und Rückbeuge, Seitbeuge links und rechts, Drehbewegungen links und rechts. Somit löst man besonders die Verklebungen der Rückenmuskulatur und tut den Bandscheiben gut."

Hier ein Streck-Beispiel, das man auch im Büro anwenden kann/soll:
1. Zuerst im Stehen richtig gut strecken: die Arme über den Kopf nehmen und sich in Form einer Seitbeuge nach links und rechts beugen.
2. Dann die Arme pendeln lassen und leichte Drehbewegungen nach links und rechts anschließen.
3. Im nächsten Schritt kann man sich hinsetzen (im Fersensitz oder am Bürosessel), die Hände auf die Knie geben und die Katze-Kuh-Bewegung aus dem Yoga ausführen. Das sind fließende Bewegungen mit Vorbeuge ("Katzenbuckel") und Rückbeuge (leichtes Hohlkreuz).

Weitere Yoga-Tipps gibt's auf WOMAN.at .
Folgt uns auch auf Facebook, Instagram, Twitter und Pinterest.

Themen: Yoga, Schlafen