Ressort
Du befindest dich hier:

Die Paradies Diät: Ein Jahr nur rohes Obst & Gemüse!

Was passiert eigentlich, wenn man ein Jahr lang nur rohes Obst und Gemüse isst? Der Autor von "Die Paradies-Diät" wagte den Selbstversuch - mit erstaunlichen Folgen.

von

Die Paradies-Diät - Obst und Gemüse Selbsttest

Ist die Paradies-Diät wirklich das Paradies?

© Thinkstock Images. Pic by JackF.

Warum eigentlich Paradies-Diät? Naja, ganz einfach: Man ernährt sich bei dieser Diät, als wäre man auf einer einsamen Insel gestrandet. Und was gibt es dort? Nur rohes Obst und Gemüse. Ausschließlich. Klingt machbar... so für ein bis zwei Tage. Doch Bernhard Salomon wollten wissen was denn nach einem Jahr passiert. Also wagte der 52-Jährige den radikalen Selbstversuch. Begleitet wurde er von der Ernährungsspezialistin Veronika Lichtner-Hoyer. Die erstaunlichen Ergebnisse des Experiments kann man jetzt im Buch "Die Paradies-Diät" nachlesen. Erstaunlich deswegen, weil diese Form der Ernährung nicht nur schlanker, fitter und gesünder machte, sondern auch klarer im Kopf, sozialer und sogar glücklicher. So das Remüsee des Autors.

Die Paradies-Diät Buch Rohkost Obst und Gemüse
Bernhard Salomon wagte den radikalen Selbstversuch. Begleitet wurde er von der Ernähungsspezialistin Veronika Lichtner-Hoyer.

Einfacher Ernährungsplan

Salomon folgt einem einfachen Ernährungsplan: Achtzig Prozent seiner Kalorien bezieht er aus Kohlehydraten, also vor allem aus Obst, zehn Prozent aus Eiweiß, das zum Beispiel in grünem Gemüse enthalten ist, und zehn Prozent aus Fett, also etwa aus Avocados und Nüssen. Die Reihenfolge ist im Hinblick auf die Verträglichkeit entscheidend: Obst zum Frühstück und zum Mittagessen, Gemüse, Salate und Fett am Abend.

So hat z.B. ein normaler Tag ausgesehen:
- 12 Bananen
- 20 frische Datteln
- 4 Mangos
- 4 Orangen
- 1 Endiviensalat
- 1 Radiccio-Salat
- 1 Stück Rettich,
- 4 Tomaten
- 5 Stangen Sellerie
- eine handvoll Bohnensprossen
- eine halbe Avocado
- 5 Walnüssen
- etwas Schnittlauch und Petersilie

Körperliche Veränderung

Salomon, 52, wiegt jetzt so viel wie zuletzt mit 19. Seine körperliche Leistungsfähigkeit hat sich nach dem Jahr um „etwa 30 Prozent“ verbessert, was auch mit einem gestiegenen Bewegungsbedürfnis zu tun hat. Er regeneriert schneller. Körperliche Schwächen wie chronischer Husten im Winter sind verschwunden. Sein Blutbild ist das beste, das er je hatte, und er war seit seiner Ernährungsumstellung nie mehr krank.

„Meine Grundüberlegung war, dass die Natur alle Wesen wohl so geschaffen haben muss, dass sie die für sie nahrhaften und heilenden Lebensmittel essfertig vorfinden“, sagt Salomon. „Bei uns Menschen wären das rohes Obst und Gemüse, weil wir zum Verzehr der meisten anderen Nahrungsmittel unnatürliche Verarbeitungsprozesse anwenden müssen. Diese Überlegung hat sich für mich bestätigt.“

»Bei manchen Menschen würden durch die Ernährungsumstellung die Muttermale verschwinden und sich die Augenfarbe ändern.«

Veronika Lichtner-Hoyer, die ihre Heilung von einem Gehirntumor mit einer Ernährungsumstellung unterstützte, sagt, dass alle möglichen Krankheiten wie Zuckerkrankheit, Herzkrankheiten, Krebs, Gebärmuttererkrankungen und Depressionen bereits nach einer Ernährungsumstellung auf nur noch rohes Obst und Gemüse verschwunden seien. Zwei moderne Medikamente gegen Brustkrebs seien fast synthetische Entsprechungen der in Pflanzen natürlich vorkommenden so genannten Flavonoide. Bei manchen Menschen würden durch die Ernährungsumstellung die Muttermale verschwinden und sich die Augenfarbe ändern.

Geistige und seelische Veränderung

Salomon stellte nach seiner Ernährungsumstellung bei sich zudem eine um ebenfalls rund 30 Prozent verbesserte Konzentrationsfähigkeit sowie eine Persönlichkeitsveränderung fest. „Ich denke positiver, bin empathischer und sozialer, ich schlafe besser, habe weniger Ängste und bin glücklicher“, sagt er. Salomon sieht damit die von ihm zitierten Thesen der britischen Forscher Tony Wright und Graham Gynn über den Zusammenhang zwischen Neurochemie und Bewusstsein bestätigt. In ihrem Buch „Return to the Brain of Eden“ gehen die beiden davon aus, dass die Pflanzenchemie ein natürliches Verhältnis zwischen der rechten und der linken Gehirnhälfte herstellt, das Eigenschaften wie Egoismus und Aggression zurück drängt und Eigenschaften wie Kreativität, Empathie und das Gefühl der Verbundenheit mit einem größeren Ganzen fördert. Das gesteigerte Glücksgefühl infolge einer rohen pflanzlichen Ernährung ist durch eine damit verbundene stärkere Produktion von Serotonin im Gehirn erklärbar. „Menschen, die über längere Zeiträume so gegessen haben erklären, dass sie sich unentwegt high fühlen“, sagt Lichtner-Hoyer. „Rohes Obst und Gemüse wirken wie ein Antidepressivum.“

»„Früher ging ich ins Fitness-Center, um abzunehmen, jetzt gehe ich hin, um zuzunehmen.“«

Schwierige Überwindung der Gier

Salomon erzählt auch von der schwierigen Umstellungsphase. Etwa davon, dass er in einem Anfall von Heißhunger beinahe die Servietten und die durchgebrochenen Zahnstocher vom Teller eines verlassenen Restauranttisches gefegt hätte, um sich die darauf befindlichen Reste eines Steakes mit Pommes Frites in den Mund zu stopfen und hinterher das Ketchup vom Teller zu lecken. Diese Entzugserscheinungen von der herkömmlichen Ernährung hätten aber bereits nach wenigen Wochen an Kraft verloren. Inzwischen wäre seine Lust auf Gerichte aus rohem Obst und Gemüse ebenso groß wie früher die auf seine Lieblingsspeisen. Die herkömmliche Ernährung bindet Muster und Ängste in den Zellen, die durch die Umstellung auf nur noch rohes Obst und Gemüse frei werden, so die These von Salomon und Lichtner-Hoyer. „Ich war darauf vorbereitet, mich auf intensive Weise mir selbst stellen zu müssen, das hat mir geholfen, die Gier zu überwinden“, sagt Salomon. Er kenne inzwischen keine Heißhungerattacken mehr. Er habe jetzt ein viel entspannteres Verhältnis zu Essen als früher. Er habe umso mehr Hunger, je mehr er sich körperlich anstrengen würde, weshalb sich das Verhältnis zwischen Bewegung und Gewicht für ihn umgekehrt habe: „Früher ging ich ins Fitness-Center, um abzunehmen, jetzt gehe ich hin, um zuzunehmen.“

Kein Verzichts-Apostel

„Das Merkwürdigste ist, dass mich jetzt alle Welt für einen besonders disziplinierten Verzichts-Apostel hält“, schreibt Salomon, der in „Die Paradies-Diät“ auch eine auf einer mehrheitlich rohen veganen Ernährung basierenden, bessere und gesündere Welt skizziert. „In Wahrheit kasteit sich alle Welt beim Essen mehr als ich. Ich esse von den Dingen, die ich inzwischen am liebsten esse, einfach so viel ich will, und wenn ich noch mehr will, esse ich einfach noch mehr davon, in dem Wissen, dass es richtig für mich ist und mir gut tut. Ich kenne niemanden, der das auch von sich behaupten kann.

Die Paradies-Diät Buch

Das Buch "Die Paradies-Diät" von Veronika Lichtner-Hoyer und Bernhard Salomon ist ab jetzt für ca. 19,95 Euro erhältlich.