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Kann man eigentlich die Taufpaten des Kindes wechseln?

Ihr hattet einen Streit mit den Taufpaten eures Kindes oder diese kümmern sich zu wenig? Wir haben die Frage geklärt, ob man sie wechseln kann.

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Kann man eigentlich die Taufpaten des Kindes wechseln?
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Eine Entscheidung, die man sich gut überlegen sollte: Wer soll Taufpate oder Taufpatin meines Kindes werden? Denn Taufpaten haben nicht nur die Funktion, die Kinder an die Religion heranzuführen, sondern sind traditionellerweise bei vielen Ereignissen des Kindes dabei. Ob der Besuch an Allerheiligen, gemeinsame Freizeitaktivitäten mit dem Kind, bis – wie in vielen Regionen üblich – zur Funktion als Trauzeuge oder Trauzeugin bei der kirchlichen Hochzeit: Ged, Gedi oder Godi haben ganz schön viel Verantwortung. Doch was passiert, wenn sich die Taufpaten überhaupt nicht um das Kind kümmern? Oder man sogar einen schlimmen Streit mit ihnen hatte? Wir haben bei der Erzdiözese Wien nachgefragt.

Kann man die Taufpaten nach einem Streit einfach wechseln?

Formal sei das nicht möglich, meint Dr. Michael Prüller von der Erzdiözese Wien. "Die Taufpaten können nicht gewechselt werden. Wobei gesagt werden muss, dass sie nach der Taufe bei keinen weiteren Sakramenten teilnehmen müssen", meint Prüller. Die Aufgabe der Taufpaten bestehe darin, die Kinder an den christilichen Glauben heranzuführen und sie zu begleiten. Natürlich sind Taufpaten bei allen weiteren Sakramenten, wie beispielsweise der Erstkommunion willkommen, allerdings können Kinder diese auch ohne die Anwesenheit der Taufpaten empfangen.

Den Taufpaten komme lediglich die Rolle der religiösen Begleiter zu. Wer sie also wechseln möchte, kann das tun – allerdings nur "intern". Auf dem Taufschein bleiben die Taufpaten, die bei der Geburt des Kindes gewählt wurden, eingetragen. Wenn man also einen Streit mit den Taufpaten hatte oder diese sich schlichtweg nicht um das Kind kümmern, kann man theoretisch jemand anderen beauftragen, das Kind zu begleiten und bei allen wichtigen Ereignissen dabei zu sein. Offiziell geht das aber nicht.

Was passiert, wenn die Taufpaten oder der Taufpate stirbt?

"Auch hier gilt: Die Taufpaten, die im Taufschein eingetragen sind, bleiben eingetragen und können nicht durch neue Taufpaten ersetzt werden", so Prüller. Auch nicht, wenn sie verstorben sind. Sollte das der Fall sein, können – wie oben beschrieben – Freunde oder Verwandte die Aufgaben der Taufpaten übernehmen. Das geht aus Sicht der Kirche also nur inoffiziell.

Können auch Personen Taufpaten werden, die aus der Kirche ausgetreten sind?

Das sei nicht möglich, meint Prüller. "Das würde den eigentlichen Aufgaben der Taufpaten widersprechen. Nämlich, dem Kind den christlichen Glauben näher zu bringen und es zu begleiten", sagt Prüller. Wer also der Kirche nicht angehört, tut sich womöglich etwas schwer damit.

Am besten, ihr überlegt euch gründlich, wer als Taufpatin oder Taufpate für euer Kind geeignet ist und sprecht mit den jeweiligen Personen über gegenseitige Erwartungen und Aufgaben, bevor es letztlich zu Streit kommt und ihr euch gezwungen fühlt, neue Taufpaten für euer Kind auszuwählen.

Themen: Eltern, Kinder

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