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7 Zeichen, dass deine Ehe nicht so happy ist, wie du meinst

Von kühler Distanziertheit beim Streit bis zu extremen Klammern: 7 Anzeichen, dass deine Beziehung nicht so glücklich ist, wie du eigentlich dachtest.

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7 Zeichen, dass deine Ehe nicht so happy ist, wie du meinst
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Es ist meistens einfacher, Dinge unter den Teppich zu kehren, als sich ihnen zu stellen und aufzuräumen.

Vielleicht ist dir erst jetzt aufgefallen, dass dein Partner von seiner Karriere besessen ist. Oder die Magie der ersten Verliebtheit lässt auf einmal nach und dein Liebster beginnt, sich wieder ein wenig von dir zu lösen. Was auch immer es ist: Du spürst, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und du hoffst, dass es von selbst wieder verschwindet, wenn du es nur lange genug ignorierst.

Es gibt aber sieben Probleme in einer Beziehung, die nicht so einfach verschwinden werden. Und damit zu einem echten Desaster für eure Liebe werden können.

Aber kein Grund zur Panik: Die meisten davon lassen sich reparieren und wieder in den Griff bekommen. Vorausgesetzt, du stellst dich ihnen.

Woran du erkennst, dass deine Beziehung nicht so glücklich ist, wie du meinst

#1: Ihr seid bei eurer Hochzeit übertrieben glücklich

Uff. Natürlich waren wir bei der Hochzeit extrem glücklich, wirst du jetzt hoffentlich rufen. Gemeint ist aber etwas anderes: Diese fast übertriebene Zuneigung, dieser unbändige Glückstaumel, der selbst Außenstehende irritiert. Eine in "Psychology Today" veröffentlichte Studie belegt, dass Paare, die sich nach sieben Jahren scheiden ließen, als frisch Verheiratete etwa ein Drittel mehr Zuneigung zueinander bekundeten und zeigten als jene Paare, deren Ehe dann aber langfristig glücklicher war. Die Studienleiterin Aviva Patz: "Diese Intensität und Glückseligkeit lässt sich nur schwer über mehrere Jahre erhalten. Das zieht Enttäuschung nach sich, man hat schneller das Gefühl, die Liebe hätte nachgelassen. Paare, die weniger "Hollywood-Romantik" erleben, haben meist eine vielversprechendere Zukunft."

#2: Einer von euch zieht sich bei einem Streit zurück

Es ist nicht gut, bei einem Streit vor Wut herumzubrüllen. Aber wenn der Partner es überhaupt ablehnt, während eines Konflikts zu sprechen, dann ist das ein sehr schlechtes Zeichen. Eine Studie aus dem Jahr 2010, die im Magazin "Journal of Marriage and Family" veröffentlicht wurde, ergab, dass ein "Rückzugsverhalten" (vorwiegend der Männer) höhere Scheidungsraten nach sich zog. Eine andere Untersuchung kam 2014 zu dem Schluss, dass Beziehungen, in denen die Partner in Konfliktsituationen ein "Nachfrage/Rückzug"-Muster leben, weniger glücklich sind. Paul Schrodt, Hauptautor dieser Studie: "Dadurch denkt jeder Partner, dass der andere die Ursache des Problems ist. Dieses Muster muss dringend durchbrochen werden, jeder erkennen, dass auch sein individuelles Verhalten zum Streit beiträgt und es respektvollere Strategien des Konfliktmanagements gibt."

#3: Ihr denkt nicht aneinander, wenn ihr getrennt seid

2007 wählten Forscher 300 verheiratete Paare und befragten sie zu ihren Beziehungen und dazu, wie verliebt sie noch seien. Interessanter Befund: Je öfter Menschen berichteten, dass sie an ihren Partner denken, wenn sie Zeit ohne ihn verbringen, desto verliebter fühlten sie sich auch. Bei einem Folge-Experiment mit 400 verheirateten Menschen zeigte sich, dass vor allem verliebte Männer Schwierigkeiten haben, sich auf andere Dinge zu konzentrieren, weil sie immer wieder an ihre Partnerin denken. Herrscht bei euch während zwischenzeitlichen Trennungen das Prinzip "Aus den Augen, aus dem Sinn", dann hängt in eurer Beziehung etwas schief.

#4: Ihr verbringt keine Zeit mit anderen Menschen

Gebt euch die Chance, einander zu vermissen. Laut Eli Finkel, Psychologin an der Northwestern University, setzen moderne Paare zu hohe Erwartungen in ihre Beziehungen. Sie wollen Geliebte, Seelenverwandte, beste Freunde, intellektuelle Sparring-Partner und Therapeuten füreinander sein. Wir können aber nicht alle Rollen übernehmen – was oftmals in Enttäuschung endet. Es sei empfehlenswerter, sich für manche dieser Aufgaben eine Person von außen zu suchen. Die beste Freundin, die Kollegin oder jemand aus der Familie. Das hinterlässt uns mit einem befriedigten Gefühl und macht die Beziehung glücklicher.

#5: Eure Beziehung gleicht einer Achterbahnfahrt

Ja, die schlechten Zeiten sind richtig schlecht. Aber die guten Zeiten sind so wahnsinnig gut... Zählt das etwa nicht? Hm. Vielleicht. Forscher veröffentlichten 2016 einen Bericht im "Journal of Marriage and Family". Nach Befragungen von 400 Ehepaaren konnten sie vier verschiedene Bindungsmuster identifizieren: Dramatisch, konfliktbeladen, sozial engagiert und partnerorientiert. "Dramatische" Paare verlieren rasch das Gefühl der Bindung zu ihrem Partner, jede kleine Abweichung vom Drehbuch wird als Ende der Welt und vor allem der Liebe angesehen (interessanterweise stellten sie auch die größte Gruppe). Partnerorientierte Paare sahen ihren Partner positiv und fühlten sich nur dann nicht so verbunden, wenn sie wenig Zeit zusammen verbringen konnten. Sozial engagierte Paare stellten die Beziehung erst dann in Frage, wenn Freunde oder Familie das Bild, das sie selbst von ihrer Ehe hatten, in Frage stellten. Konfliktreiche Beziehungen erlebten viele kleine, aber nicht zu extreme Schwankungen. Wenig überraschend hielten die partnerorientierten Ehen am längsten. Beziehungen, in denen die Gefühle zum Partner zwischen Liebe und Hass extrem schwankten, scheiterten am häufigsten.

#6: Ihr wollt einander "ausgleichen"

Gegensätze ziehen einander zwar zu Beginn an – im Laufe einer Beziehung werden aber genau diese Unterschiede zu einem Problem. Die Paartherapeutin Rachel Sussman erzählte dem "Business Insider", dass die Unterschiede zwischen zwei Menschen (der eine expressiv, der andere zurückgezogen) in ihrer Praxis am häufigsten zum Scheitern einer Liebe führen. "Kein Mensch kann einen anderen ausgleichen oder dauerhaft eine Balance zwischen völlig unterschiedlichen Charakteren herstellen. Für solche Beziehungen braucht es ein Übermaß an Kompromissbereitschaft und gegenseitigem Verständnis."

#7: Eure Werte unterscheiden sich extrem

Willst du Kinder? Bist du religiös? Diese Fragen sollte man unter anderem klären, ehe man ernsthaft eine Beziehung eingeht. Der Paarpsychologe Peter Pearson erzählte dem "Business Insider", dass geteilte Werte eigentlich der "heilige Gral" fürs Beziehungsglück seien. Wichtig sei es, Werte von Interessen zu trennen. Wenn dein Partner Konzerte liebt, du aber nicht: Dann gibt es immer auch eine Kompromisslösung. Sollte für ihn aber die Karriere und Geld auf dem obersten Platz der Prioritätenliste stehen, für dich aber ohne Bedeutung sein, dann führt das mittelfristig zu Problemen.