
Welchen Einfluss die Partnerwahl auf unsere Karriere hat, analysiert Corinne Low in ihrem neuen Buch, das sie als „Liebesbrief an Frauen“ beschreibt. Die wichtigsten Learnings der amerikanischen Ökonomin finden Sie hier.
Der Wendepunkt kam für Corinne Low auf einem dreckigen Zugklo. Auf ihrem zweistündigen Arbeitsweg von New York City zu ihrer Universität in Philadelphia pumpte sie Milch ab und weinte. Sie hatte das Gefühl, zu versagen. Im Job, als Mutter und auch als Partnerin. „Ich lebte nicht, ich überlebte und war unglaublich unglücklich“, erinnert sich die Ökonomin an ihre handfeste Midlife-Crisis 2017, die ihr Leben komplett verändern sollte.
Sie trennte sich und zog mit ihrer Tochter nach Philadelphia. „Meine Scheidung war keine Scheidung von meinem Mann, sondern von allen Männern. Mein Ex-Mann ist kein schlechter Typ, es ist das soziale Modell, das nicht funktioniert. Ich bin glücklicherweise bisexuell.“
Heute lebt sie in einer harmonischen Beziehung mit einer Frau und hat mit ihr noch ein weiteres Kind bekommen. Sie forscht an der Wharton School der University of Pennsylvania und ist Expertin für die Ökonomie von Diversität und Diskriminierung.
Low weiß: „Hausarbeit ist in homosexuellen Beziehungen deutlich fairer aufgeteilt. Lesbische Frauen verdienen im Schnitt mehr als heterosexuelle, obwohl sie häufiger Diskriminierung erleben.“ Rückblickend fragt sich Low, warum sie so lange gebraucht hat, um ihr Leben passend für sich zu gestalten. „Ich möchte andere Frauen vor Fehlentscheidungen bewahren, die ich selbst getroffen habe“, beschreibt sie ihre Motivation.