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Stilvolle Nachhaltigkeit: Wie sich Luxus und Umweltbewusstsein vereinbaren lassen

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Ein It-Piece vom Laufsteg, eine Premium-Kaffeemaschine, ein zeitloses Schmuckstück mit funkelnden Smaragden. Manchmal wollen wir uns einfach etwas gönnen – und das ohne schlechtes Gewissen. Wir zeigen, welche Luxusmarken sich im Sinne der Nachhaltigkeit engagieren und was konkret sie für die Umwelt tun. Eine Reportage über Unternehmen, die nicht nur Trends, sondern auch Standards setzen.

Sustainable luxury ist das Stichwort der Stunde

Viele Premiummarken haben längst erkannt, worauf es in einer Welt, in der die Ressourcen immer knapper werden, wirklich ankommt. Immer mehr Unternehmen wissen, dass Luxus nicht mehr mit Prunk, Dekadenz und Protz zu tun hat. Gucci, Louis Vuitton und Burberry etwa richten ihre Geschäftspraktiken seit Jahren in Richtung Nachhaltigkeit aus – und zeigen, wie stilvoll Umweltschutz sein kann.

Es ist die Qualität, die den Unterschied macht. "New Luxury", Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt. Die neuste Kollektion vom Laufsteg – sie soll gut ausschauen, besonders sein und unter sozialverträglichen Bedingungen hergestellt werden. Smartphones, Küchenmaschinen, Kosmetikgeräte – wichtig ist nicht nur, was sie können, sondern, ob sie aus recycelten Materialien bestehen, langlebig sind und dass die Hersteller keine miese Entlohnung von Mitarbeiter:innen in Produktionsstätten unterstützen.

Green Fashion-Pionierin: Stella McCartney

Modedesignerin Stella McCartney, selbst strenge Veganerin, setzt sich seit 2001 für eine cruelty-free und ethische Produktion ein. Eine Nachhaltigkeitspionierin, denn sie tat es zu einer Zeit, wo das mit der Sustainability noch nicht en vogue war. Leder, Pelze, Häute und Federn werden seither in keiner ihrer Kollektionen verwendet. Ihr Leitsatz lautet seit damals: "We strive to create the most beautiful and desirable products with the least impact on our planet."

Die schönsten Produkte mit so wenig Konsequenzen wie möglich für die Umwelt herstellen – dafür werden für ihre Kollektionen innovative Materialien wie Savian verwendet, eine 100 % pflanzliche, plastik- und gentechnikfreie Alternative zu Tierfellen, die natürliche Materialien, traditionelle Handwerkskunst und Biotechnologie vereint. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit: Respekt vor Mensch, Natur und Tier. Mittlerweile zählt Green Fashion in der Modebranche zu einem der Mega-Trends.

Starke Botschaften am Laufsteg von Vivienne Westwood

Die Modedesignerin Vivienne Westwood war bekannt dafür, unangepasst, provokativ und ehrlich ihren Weg zu gehen, entgegen allen Konventionen. Bis kurz vor ihrem Tod führte sie, mit 81, noch immer ihr Unternehmen selbst, entwarf noch immer Kollektionen und setzte sie für Menschenrechte und Klimaschutz ein, gegen Krieg und Kapitalismus ein. Sie machte gesellschaftlich wichtige Themen salonfähig und gab ihnen eine Bühne. Mutig und laut. So forderte Westwood zum Beispiel Kate Duchess of Cambridge 2013 öffentlich dazu auf, weniger Kleider zu kaufen.

Nachhaltige Luxusmarken

Keine Ausbeutung von Menschen und Tieren

Für das slowakische "Fashion-Brand NEHERA" ist Nachhaltigkeit ebenfalls ein kompromissloser Grundsatz: So arbeiten sie ausschließlich mit Partner zusammen, die ihre Mitarbeiter:innen fair entlohnen. Und: Stoffe aus vorigen Saisonen werden in der Studio-Kollektion wiederverwendet.

Eine ähnliche Philosophie verfolgt "Giulia & Romeo" – das Modelabel kreiert vegane Kollektionen, die zeigen sollen, dass luxuriöse Mode auch ohne Ausbeutung von Menschen und Tieren funktionieren kann.Es geht noch nachhaltiger. Auch in Beauty-Branche hat sich die "La Maxime" durchgesetzt: Je grüner, umso besser.

Viele Unternehmen wirtschaften im Einklang mit unserer Natur – setzen auf natürliche, biologische Inhaltsstoffe, ressourcenschonende Arbeitsweisen, kurze Transportwege, sagen Nein zu Tierversuchen und stellen wiederverwendbare sowie langlebige Endprodukte her.

"Junglück": Gegen Raubbau und für mehr Transparenz

Das deutsche Unternehmen "Junglück" etwa wurde aus dem Anliegen heraus gegründet, den Kosmetikmarkt zu verändern – zugunsten unserer Umwelt. Bevor Benedikt Klarmann "Junglück" gegründet hat, betrieb er eine erfolgreiche Online-Druckerei, fuhr ein großes Auto und flog ständig in der Welt herum. Bis sich bei ihm der Schalter umlegte und er realisierte, "welch unfassbarer Raubbau wir Menschen an der Natur betreiben und wie achtlos mit ihren Ressourcen umgegangen wird, wurde ihm immer bewusster, dass das nicht so weitergehen darf", heißt's auf der Homepage.

Mittlerweile führt das Unternehmen 45 nachhaltige Produkte für Gesicht, Körper und Haare – und orientiert sich bei jedem einzelnen Arbeitsschritt an den 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Außerdem werden alle CO2e-Emissionen, die das Unternehmen verursacht, getrackt und können von den Verbraucher:innen auch nachverfolgt werden.

Viele Beauty-Marken setzen auf: "eniger ist besser, natürlichen Inhaltsstoffen und soziale Projekte

"Rituals" wiederum hilft mit der "Nachfüll-Kollektion", Material und Wasser zu sparen und Müll zu reduzieren. Auch ein klar definiertes Ziel des Unternehmens: Bis 2050 wollen sie klimaneutral sein.

Bei Tata Harper werden zu 100 Prozent natürliche Wirkstoffe wie Arnika, Ringelblume und Melisse verwendet – zu einem Großteil werden sie auf der Farm der Gründerin angebaut.

"Lush" setzt sich stark gegen Tierversuche und für verschiedene Umweltinitiativen ein.

Ähnlich wie "La Mer" – sie engagieren sich sehr für soziale Projekte, neben einer verantwortungsvollen Herstellung ihrer Produkte.

"Foreo" ist es wichtig, langlebige Endprodukte auf den Markt zu bringen. Für die Konsument:innen lautet ihre Botschaft außerdem: Weniger ist besser. "Unsere Haut ist durchaus in der Lage, sich selbst zu regenerieren, und Hautpflegeprodukte dienen lediglich als unterstützende Maßnahme", heißt es seitens des Unternehmens, "Bei genauer Betrachtung der Hautstruktur und des Stoffwechsels wird deutlich, dass nicht viele Produkte notwendig sind, um eine gesunde Haut zu erreichen und aufrechtzuerhalten."

Bucherer & Cartier: Ethische Herkunft der Materialien

Die "The Green Path Collection" von "Bucherer" ist ein weiterer Beweis dafür, wie sich Luxus mit Nachhaltigkeit miteinander vereinen lässt. Für den Schmuck wurden nämlich sämtliche Smaragde mit einem sogenannten Emerald-Paternity-Test versehen, durch den Käufer:innen eine Übersicht zur Geschichte und Herkunft des Edelsteins sowie auch Hintergrundinformationen zur Herstellung des erworbenen Schmuckstückes erhalten.

So wie "Cartier" – das französische Schmuck- und Uhrenunternehmen hat sich dazu verpflichtet, die ethische Herkunft ihrer Diamanten, Edelsteine und Metalle sicherzustellen. Die Marke unterstützt die Verwendung von konfliktfreien Diamanten und bemüht sich um Transparenz in der Lieferkette.

Eco-Chic im Interior Design

Eco-Chic. Die Symbiose aus Design, Luxus und Nachhaltigkeit ist im Interior Design und bei Wohnaccessoires ebenfalls sehr gefragt. Start-ups wie "Badesofa" sind sich ihrer Aufgabe für die Zukunft bewusst. Ihr Fokus: Female Empowerment und mehr Gleichberechtigung.

"Iconic Home" arbeitet unter anderem mit biobasierten Materialen wie PLA, Biokunststoff, dessen Basis nachwachsende Rohstoffe wie Mais- oder Zuckerrohr sind.

Die Wege, die Unternehmen wählen, um nachhaltig zu wirtschaften, sind sehr individuell. Die Vision aber ist immer dieselbe: Sie alle tun heute etwas für morgen.

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