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Der größte Biohack

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Was ich auf einem Retreat gelernt habe

Letztens war ich ein paar Tage lang an einem magischen Ort im Salzburgerland auf einem so genannten "Longevity & Biohacking"-Retreat.

 Biohacker wollen ihren Körper und Geist durch wissenschaftliche und technologische Ansätze optimieren und "Longevity"-Experten sind auf der Suche nach der ewigen Jugend. Sie möchten alles vermeiden, was alt und krank macht und tun alles, um möglichst lang möglichst gesund zu bleiben. Dafür investieren sie viel Zeit und Geld. Mit Hilfe von innovativen Maßnahmen wie Nährstoffinfusionen, Kältekammer, IHHT-Sauerstoff-Therapien oder Behandlungen mit Rotlicht sollen stille Entzündungen reduziert, die Immunzellen gestärkt und unsere Regenerationsmechanismen beschleunigt werden.

Routinen entlasten unser Gehirn

Gut für die Langlebigkeit, so erfahre ich, sind auch Morgen- und Abendrituale. Sie geben uns Halt und spielen in nahezu jedem Lebensbereich eine wichtige Rolle. Das Meditieren in der Früh, der Mama-Anruf am Weg in die Arbeit, die wöchentliche Yoga-Stunde, der Power-Nap am Nachmittag, der Abendspaziergang oder die Tasse Lavendeltee vor dem Einschlafen – all das entstresst Körper und Geist. Durch Wiederholungshandlungen kann sich unser Gehirn viel Aufwand ersparen. Wichtig ist aber, dass die Routinen zu uns passen – und uns nicht „von Außen“ auferlegt werden. Auch Selbstbestimmung ist ein Schlüssel zu einem langen, gesunden Leben.

Biohacker machen vor nichts Halt, um messbar mehr Energie und Gesundheit zu verbuchen: Sie entgiften Darm, Leber und Nieren, lassen ihre DNA aufschlüsseln und sich Chips unter die Haut setzen, etwa um die Körpertemperatur zu kontrollieren. Sie benutzen Blaulichtfilter-Brillen zum Schutz vor Melatonin-Unterdrückung und schwören auf Vitalpilze, um ihre Konzentration zu steigern. Es gibt unzählige weitere Bio-Hacks, die sicher nicht alle mit einem gesunden Hausverstand kompatibel sind.

Lieben, lachen, laufen

Es gibt aber auch Biohacks, die wissenschaftlich sehr gut erforscht sind. Die besten sind vielleicht die unspektakulärsten. Ich verrate sie Ihnen trotzdem: Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Entspannung, bewegen Sie sich regelmäßig und essen Sie möglichst pflanzenbasiert. Wenn Sie auch noch soziale Kontakte pflegen, machen Sie schon sehr viel richtig. Einer der Retreat-Speaker hat es schön auf den Punkt gebracht: "Familie und Freunde sind der größte Biohack."

Was einmal mehr beweist: An unseren grundlegenden Bedürfnissen hat sich – Langlebigkeitsforschung hin oder her – kaum etwas verändert.

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