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Romy Schneider im Starportrait – Fakten & Infos über die ikonische Schauspielerin der Sissi-Filme

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24 min
Romy Schneider

©IMAGO/Bridgeman Images
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Die Aktrice spielte sich mit den "Sissi"-Filmen in die Herzen ihrer Fans. Die Rolle der jungen und naiven Kaiserin ist wohl eine ihrer bekanntesten - eine aus der sie immer ausbrechen wollte!

Romy Schneider zeigte auf der Leinwand wie im Privatleben vielschichtige Rollen - von der süßen jungfräulichen Sissi, über das skandalöse Enfant Terrible bis zur reuigen Mutter. Begleitet von privaten Schicksalsschlägen blieb die Schauspielerin stets professionell in ihrer Arbeit und drehte bis zu ihrem jungen Ableben 61 Filme. Der internationalen Powerfrau wird großer Einsatz bei all ihren Projekten nachgesagt und ein kritischer Anspruch an sich selbst.

Ich kann nichts im Leben, aber alles auf der Leinwand.

Steckbrief: Romy Schneider

Steckbrief

Romy Schneider

geboren
23.09.1938
Geburtsort
Wien, Österreich
Todestag
29.05.1982
Beruf
Schauspielerin, Synchronsprecherin
Familienstand & Kinder

Ehepartner: Daniel Biasini (verh. 1975-1981), Harry Meyen (verh. 1966-1975); Kinder: Sarah Biasini (*1977), David Christopher Meyen (*1966-✝1981)

Beschreibung

bürgerlicher Name: Rosemarie Magdalena Albach

Sternzeichen

Jungfrau

8 spannende Fakten zu Romy Schneider

  • Karrierestart in jungen Jahren: Ihre erste Hauptrolle erhielt sie im Alter von 14. Romy Schneider war 17 Jahre jung als sie Sissi spielte.

  • Preise und Auszeichnungen: wie den internationalen französischen Filmpreis (César) oder den Bambi sowie eine Nominierung für die Golden Globe Awards.

  • Film-Preise wurden nach ihr benannt: Die Romy in Österreich oder der Romy-Schneider-Preis in Frankreich für französische Nachwuchsschauspielerinnen tragen ihren Namen.

  • Fashion-Style: Sie war mit der französischen Designerin Coco Chanel befreundet. In den 1960er und 1970er Jahren trug sie häufig Kleidung von Chanel.

  • Ihr liebster Duft: L'Heure Bleue von Guerlain war ihr Lieblingsparfüm.

  • Romy Schneider trug in den Sissi-Filmen schwere Perücken: Die echte Kaiserin Elisabeth war bekannt für ihre legendären Locken, für die sie einen ganzen Tag zum Waschen und mehrere Stunden zum Stylen brauchte. Romy Schneider erzählte einmal, dass einige der Perücken mehr als sechs Kilo wogen.

  • Ikonen: Sie war gut befreundet mit Marlene Dietrich, einem ihrer Idole und eine Ikone der damaligen Zeit.

  • Befreundet mit einer Feministin: Romy wurde von ihren Fans geliebt, aber von der Boulevard-Presse oft auch zerrissen. Zur Publizistin und Feministin Alice Schwarzer, mit der sie eine Freundschaft verband, sagte sie 1976 in einer durchzechten Nacht: "Wir sind die beiden meistbeschimpften Frauen Deutschlands". Schwarzer bezeichnete sie auch als ein Frauenidol und Beispiel "für die Chancen und Grenzen der weiblich identifizierten Frau."

Romy Schneiders Kindheit und frühe Jahre

Sie wurde in Wien im heutigen Rudolfinerhaus dem früheren Billrothkrankenhaus als Rosemarie Magdalena Albach geboren. Ihr Vater entstammt der österreichischen Schauspielerdynastie Albach-Retty, ihre Urgroßeltern waren der Regisseur und Schauspieler Rudolf Retty und die Sängerin Maria Katharina "Käthe" Retty. Die Großmutter Rosa Albach-Retty war als k. u. k. Hofschauspielerin tätig.

Die ersten vier Wochen nach ihrer Geburt verbringt Romy in Schönau am Königssee, wo sie wie auch ihr Bruder bei den Großeltern mütterlicherseits Franz Xaver und Maria Schneider auf dem Landgut Mariengrund aufwachsen. In ihrem ersten Lebensjahr kümmert sich eine Gouvernante um Romy. Mutter und Vater sind als Schauspielerpaar meist mit dem Drehen von Filmen und anderen Engagements beschäftigt. Sie sind selten anwesend. 1943 trennen sich die beiden und lassen sich scheiden.

Romy geht 1944 in die Volksschule von Schönau und gilt als Wildfang. Fünf Jahre später macht sie im Mädcheninternat auf Schloss Goldenstein nahe Salzburg ihre ersten Erfahrungen mit der Schauspielerei und wirkt bei Theateraufführungen des Internats mit. In ihrem Tagebucheintrag vom 10. Juni 1952 schreibt sie:

Wenn es nach mir ginge, würde ich sofort Schauspielerin werden. […] Jedes Mal wenn ich einen schönen Film gesehen habe, sind meine ersten Gedanken nach der Vorstellung: Ich muß auf jeden Fall einmal eine Schauspielerin werden. Ja! Ich muß!"

Sie schließt das Internat mit einem Abschluss mittlerer Reife am 12. Juli 1953 ab. Ihre Mutter Magda Schneider hat sich in der Zwischenzeit in Köln mit dem Gastronom und Unternehmer Hans Herbert Blatzheim niedergelassen, den sie im Dezember des gleichen Jahres heiraten wird. Eine geplante Ausbildung im Bereich der Künste in Köln lässt sie aufgrund ihrer ersten Filmrolle sausen.

Romy Schneiders Weg auf die Kinoleinwand

Der Produzent Kurt Ulrich und der Regisseur Hans Deppe besetzen Magda Schneider mit der weiblichen Hauptrolle in dem Heimatfilm "Wenn der weiße Flieder wieder blüht". Für die Rolle ihrer Filmtochter schlägt sie die 14-jährige Romy vor, obwohl sie nichts von deren Berufswunsch und Talent wusste. Romy bekommt die Rolle und startet die Dreharbeiten an der Seite ihrer Mutter in Wiesbaden und nimmt den Künstlernamen Romy Schneider an.

Im Mai 1954 folgt ihr zweiter Film "Feuerwerk", in dem sie ein junges Mädchen darstellt, das von zu Hause ausreißt, um Artistin in einem Wanderzirkus zu werden. Während der Dreharbeiten lernt sie über ihre Mutter Magda den späteren Regisseur der Sissi-Trilogie Ernst Marischka kennen. Er steht kurz vor den Dreharbeiten zu seinem Film "Mädchenjahre einer Königin", der vom Leben der jungen Victoria erzählt, bevor sie Königin von Großbritannien wird. Die Rolle hatte er bereits vergeben, entschied sich aber nach dem Kennenlernen spontan dafür die Rolle mit Romy umzubesetzen.

1955 folgt der nächste Film, in dem Romy gemeinsam mit ihrer Mutter unter der Regie von Marischka, vor der Kamera stand. Die Komödie "Die Deutschmeister" erhält großartige Kritiken und das von Romy gesungene Lied "Wenn die Vöglein musizieren" erscheint als Schallplatte. Sie wird zu einem der erfolgreichsten Stars im deutschsprachigen Raum und bekommt ihre erste Auszeichnung als beliebtester Nachwuchsstar.

Romy Schneider - Wenn die Vögel musizieren

Romy Schneiders großer Erfolg in den Sissi-Filmen

Im August 1955 beginnt Romy mit Karlheinz Böhm, der die männliche Hauptrolle des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. spielt, die Dreharbeiten zum Historienfilm. Magda Schneider erhält die Rolle der bayerischen Herzogin Ludovika, Sissis Mutter.

Der Film hatte am 21. Dezember 1955 Weltpremiere im Apollo-Kino in Wien. In der Rolle als Sissi wird Romy Schneider weltberühmt und zählt zu den beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands. Der Spiegel bringt sie im März 1956 aufs Titelblatt. Aufgrund ihres raschen Aufstiegs wird Romy "Shirley Tempelhof" genannt, in Anlehnung an den US-amerikanischen Kinderstar Shirley Temple.

Romys Stiefvater Hans Herbert Blatzheim wird ihr Manager und verwaltet ihre Einnahmen sowie die Zusammenstellung ihrer Rollen. Ein Angebot des bekannten spanisch-mexikanischen Regisseurs Luis Buñuel wird von ihm abgelehnt sowie ein mögliches Engagement in "Die Drei von der Tankstelle". Eine Hollywood-Version von "Mädchenjahre einer Königin" scheitert an den Bedingungen, die ihr Manager stellt, der auf eine sehr kurze Drehzeit von drei Monaten besteht. Romy spielt stattdessen wieder neben Karlheinz Böhm. Die beiden gelten als beliebtes Duo beim Publikum, das volle Kinokassen sichert.

Die Fortsetzung von Sissi lehnt Romy zunächst ab, sie lässt sich aber von ihrem Management und den Produzenten 1956 dazu überreden wieder die äußerst erfolgreiche Rolle zu übernehmen uns gibt erneut die junge Kaiserin. Der Film lief zudem als Beitrag Österreichs bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes. Für diesen wird sie 1957 für den Bambi nominiert, den aber Gina Lollobrigida erhält.

Der dritte und letzte Teil der Sissi-Trilogie ("Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin") wird im ein Jahr später gedreht. Romy ist überhaupt nicht begeistert und macht nur widerwillig mit. Sie will sich nicht mehr auf diese eine Rolle festlegen lassen, verweigert einen vierten Teil zu drehen und schlägt dessen hohe Gage von einer Million Mark aus, das würde heutzutage ungefähr einer halben Million Euro entsprechen. Die Absage kommt nicht gut bei ihrem Manager an und bringt auch einen Nachteil für die Karriere ihrer Mutter mit sich, um die es danach sehr still wird. Für den künstlerischen Anspruch seiner Stieftochter hat Blatzheim wenig übrig, er bevorzugt finanzielle lukrative Rollen und es kommt zu einem getrübten Verhältnis zwischen den beiden.

Romy rebelliert still in ihren Tagebüchern und der Wunsch aus ihrem goldenen Käfig und der Bevormundung ihres Managers auszubrechen wächst. Sie möchte den kindlich-süßen Charme der Sissi-Figur hinter sich lassen und sehnt sich nach ernsthaften Rollen. Sie versucht zunehmend die Wahl ihrer Rollen selbst zu bestimmen.

Ausbruch aus dem goldenen Käfig, die Liebe zu Alain Delon und Aufbruch nach Paris

Mit der Rolle einer Baumwollspinnerin aus der Unterschicht ("Robinson" 1957) kann sie dann endlich eine Wunschrolle spielen und sich von ihrem festgelegten Rollenbild abgrenzen. Die im Vorfeld befürchtete Ablehnung des Publikums findet nicht statt, der Film verbucht hohe Zahlen und kommt gut bei den Besuchern an. Der Erfolg bleibt aber hinter den Zahlen der zweiten Sissi-Fortsetzung.

1957 wirkt sie in "Monpti" mit und kommt so zum ersten Mal aufgrund der Dreharbeiten nach Paris. "Mädchen in Uniform" (1958) ist ihr erster anspruchsvollerer Film, in dem sie zeigen kann, das mehr in ihr steckt. Dieser wird unter der Regie von Géza von Radványi inszeniert und spielt im Jahr 1910 in Preußen. Er erzählt die Geschichte einer Internatsschülerin (Schneider), die sich in ihre Lehrerin (Lili Palmer) verliebt. Romys Leistung wird von der Presse gelobt.

1958 wird Sissi mit dem Melodram "Christine" eine der bestbezahlten Schauspielerinnen in Deutschland. Die Dreharbeiten mit ihrem Filmpartner Alain Delon beginnen im Juni. Er ist ein noch unbekannter französische Schauspieler. Ihre Liebe vor der Kamera wird auch zu einer im echten Leben. Die zwanzigjährige Romy geht nach Abschluss des Films mit Delon nach Paris. Die Beziehung der beiden findet in ihrer Familie keinen großen Anklang. Romy Schneider und Delon feiern am 22. März 1959 ihre Verlobung am Luganer See.

Romy hofft in Paris ihrer Karriere die richtige Wendung zu geben und lässt die deutsche Filmindustrie nun endgültig hinter sich. Die deutsche Presse nimmt ihren neuen Weg weniger gut auf und weiß nur wenig Gutes über sie zu berichten. 1959 beendet sie ihre letzten Filme in Deutschland "Ein Engel auf Erden", "Die schöne Lügnerin" sowie "Katja, die ungekrönte Kaiserin".

Ihrer Karriere in Frankreich beginnt jedoch eher zögerlich. Rollenangebote blieben aus, während Alain immer mehr und mehr zum großen Star wurde. Das sollte sich bald ändern, Delon stellt ihr den Regisseur Luchino Visconti vor. Sie bekommt die weibliche Hauptrolle in seiner Inszenierung von John Fords Stück "Schade, dass sie eine Dirne ist". Sie nimmt französischen Sprachunterricht und Privatstunden bei einer Phonetik-Lehrerin, um ihren eigenen selbstkritischen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Premiere findet 1961 statt und wird zu einem großen Erfolg, der zu vielen Rollenangeboten führt. Schneider, die nie eine reguläre Schauspielausbildung absolviert hatte, sagte später über die Zusammenarbeit mit Visconti:

Ich habe vier Lehrer: Visconti, Welles, Sautet und Żuławski. Der größte ist Visconti. Er hat mir beigebracht, was er allen beibringt, die mit ihm arbeiten, nämlich seine Art, die Dinge auf die Spitze zu treiben, seine Disziplin.

1962 dreht sie unter der Regie von Visconti "Boccaccio 70" und geht auf Theater-Tournee mit Tschechows "Die Möwe". Ihr zweiter Ausflug in die Welt des Theaters, bleibt dann auch ihre letzter.

Künstlerische Rollen und Auszeichnungen

Romy geht jetzt ganz in ihren Rollen auf und kann nun endlich ihre Leidenschaft für die Schauspielkunst ausleben. Auf Ehrgeiz und Hingabe folgen Auszeichnungen und Preise.

"Der Prozeß" (1962) von Kafka unter der Regie von Orson Welles bringt ihr eine Auszeichnung mit dem Étoile de Cristal als beste ausländische Darstellerin ein. Unter der Regie von Carl Foreman spielt sie in "Die Sieger" (1963) eine junge Geigerin, die während des Zweiten Weltkriegs zur Prostitution gezwungen wird. Um als Musikerin zu überzeugen, nimmt sie Geigenunterricht, woraufhin ihr Filmpartner George Hamilton meinte, sie würde wohl auch den Ärmelkanal durchschwimmen, wenn es eine Rolle erfordere.

In Otto Premingers "Der Kardinal" (1963) ist zum ersten und einzigen Mal mit ihrem Vater gemeinsam auf der Leinwand zu sehen. Sie erhält für ihre Leistung eine Golden-Globe-Award-Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einem Drama.

Karriere und Absturz

Im Herbst 1963 dreht sie in Los Angeles ihren ersten Hollywood-Film "Leih mir deinen Mann" mit Jack Lemmon. Ihre Karriere läuft glänzend im Gegensatz zu ihrem Privatleben. Delon hat eine Affaire mit der Schauspielerin Nathalie Barthélemy, Romy erfährt davon aus der Presse. Nach ihrer Rückkehr aus den Staaten, hat Delon bereits die gemeinsame Wohnung und Romy verlassen. Sie unternimmt daraufhin einen Suizidversuch.

Nach einer längeren beruflichen Pause dreht sie unter der Regie von Henri-Georges Clouzot den Film "L’Enfer" (Die Hölle). Die Dreharbeiten werden abgebrochen und der Film bleibt unvollendet, da der Hauptdarsteller ersetzt werden muss und der Regisseur einen Herzinfarkt erleidet. Das Archivmaterial findet 2009 seinen Weg in einen mit César prämierten Dokumentarfilm. Im darauffolgenden Jahr dreht sie mit Peter Sellers und Peter O’Toole in Paris eine Komödie von Woody Allen ("Was gibt’s Neues, Pussy?").

Neue Liebe in Deutschland: Romy Schneider & Harry Meyen

Im April 1965 geht Romy Schneider wieder zurück nach Deutschland, wo sie ihren neuen Partner, den Regisseur und Schauspieler Harry Meyen kennenlernt.

Ihre nächsten Kinofilme sind das deutsch-französische Drama "Schornstein Nr. 4" (1966) und "Spion zwischen 2 Fronten" (1966). Romy und Harry heiraten am 15. Juli 1966. Am 3. Dezember desselben Jahres kommt Romy Schneiders Sohn David Christopher Haubenstock in Berlin auf die Welt. Die folgenden zwei Jahren widmet sie sich hauptsächlich ihrer Rolle als Mutter.

Im Februar 1967 stirbt ihr Vater Wolf Albach-Retty im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt. Ein Jahr später stirbt ihr Stiefvater an derselben Todesursache.

Ihr erster Film nach der Geburt ihres Sohnes "Ein Pechvogel namens Otley" wird 1968 in London gedreht. Anschließend dreht sie wieder mit Alain Delon einen Film. "Swimmingpool" wird ein großer Erfolg und bekommt gute Kritiken. 1970 folgen die Filme "Inzest" und "Die Dinge des Lebens".

Höhepunkt der Karriere

Sie dreht jetzt wieder hauptsächlich in Frankreich, wo sie neben Catherine Deneuve und Annie Girardot zu den populärsten Schauspielerinnen zählt. Sie verkörpert nun einen unabhängigen und starken Frauencharakter.

Es entstehen Filme wie "Die Geliebte des Anderen", "Bloomfield", "La Califfa" sowie "Das Mädchen und der Kommissar". Sie beteiligt sich außerdem an einer von Alice Schwarzer initiierten Medien-Aktion zum Thema Abtreibung ("Wir haben abgetrieben!"), zu der sich in der Zeitschrift Stern 374 Frauen bekannten.

1972 übernimmt Romy erneut die Rolle der Kaiserin Sissi, diesmal aber unter der Regie von Visconti. In Ludwig II. ist Visconti bemüht den wahren Charakter der historischen Figur darzustellen. Die Dreharbeiten finden in Bad Ischl statt und werden in englischer Sprache durchgeführt. Helmut Berger spielte die männliche Rolle. Als Synchronregisseur bringt Romy Schneider ihren Ehemann Harry Meyen ins Team. Die beiden leben mittlerweile in Hamburg. 1973 trennen sich die beiden und Romy geht mit ihrem Sohn zurück nach Paris.

Ihre Karriere befindet sich am Zenit ihres Schaffens und Romy kann sich ihre Rollen aussuchen und arbeitet mit bedeutenden Regisseuren und Schauspieler:innen wie Richard Burton, Jean-Louis Trintignant, Klaus Kinski und Jane Birkin zusammen. Zwischen 1973 und 1974 dreht fünf Filme. Einer davon ist das Drama "Nachtblende", das 1975 auf die Leinwand kommt. Es handelt von einer Dreiecksbeziehung im Milieu der französisch-italienischen Mafia. Sie erhält im April des nächsten Jahres für ihre Darstellung der weiblichen Hauptrolle endlich ihren ersten César als beste Hauptdarstellerin.

Sie dreht wieder mit Sautet, einem ihrer liebsten Regisseure den Film "Mado" (1976) und "Eine einfache Geschichte" (1978). Romy Schneider bekommt herausragende Kritiken und wird wieder mit dem César ausgezeichnet. Sie spielt ebenfalls in der Verfilmung von Heinrich Bölls Roman "Gruppenbild mit Dame". Für ihre Darstellung bekommt sie das deutsche Filmband in Gold in der Kategorie Beste darstellerische Leistung verliehen.

Im November 1979 ist sie neben Audrey Hepburn, Omar Sharif, Ben Gazzara, James Mason und Gert Fröbe in "Blutspur" auf der Leinwand zu sehen. Der Film erhält sehr schlechte Kritiken.

Liebesglück mit Biasini und private Tragödien

Am 18. Dezember 1975 feiert Romy Schneider zum zweiten Mal in ihrem Leben Hochzeit. Sie heiratet ihren elf Jahre jüngeren Sekretär Biasini. 1977 kommt Romy Schneiders Tochter Sarah Magdalena Biasini zur Welt.

Ihr Ex-Ehemann Harry Meyen erhängt sich am 14. April 1979 in Hamburg und Romy macht sich deswegen Vorwürfe. Romy ist immer mehr am Ende ihrer Kräfte. Die Schauspielerin bricht aufgrund von Alkoholkonsum und Medikamentenmissbrauch zusammen. Die Ehe mit Biasini beendet sie im Mai 1981 wegen Problemen, die sich nicht mehr ausräumen lassen. Im Sommer 1981 stirbt ihr vierzehnjähriger Sohn bei dem Versuch, über einen Zaun zu klettern.

Trotz aller privaten Schicksalsschläge dreht Romy "Die Spaziergängerin von Sans-Souci". In dem Film spielt sie eine Frau, die sich um einen jüdischen Jungen kümmert. Sie wird erneut mit dem César nominiert.

Mit ihrem neuen Partner, dem französischen Filmproduzenten Laurent Pétin möchte sie sich auf dem Land außerhalb von Paris in Boissy-sans-Avoir niederlassen. Trotz ihrer Karriere, die von Preisen und gutbezahlten Engagements geprägt ist, kommt es zu finanziellen Problemen beim geplanten Kauf des Landhauses. Romy fährt nach Zürich, um die Lage mit ihrem Finanzberater zu klären. Ihr früherer Manager und Stiefvater Hans Herbert Blatzheim, der bis zu seinem Tod im Mai 1968 die Gagen seiner Stieftochter verwaltete, hatte Einnahmen veruntreut. Bei ihren Scheidungen fielen hohe Abfindungen an und eine enorme Nachzahlung ans französische Finanzamt ist ausstehend.

Romy Schneiders Tod

Wie ist Romy Schneider zu Tode gekommen? Die genauen Umstände ihres Ablebens im Alter von 43 Jahren bleiben bis heute ein Mysterium. Am 29. Mai 1982 stirbt sie laut Sterbeurkunde an Herzversagen. Romy wird von ihrem Lebensgefährten Pétin, zusammengesunken und leblos an ihrem Schreibtisch aufgefunden.

Die Presse legt ihren Tod als Suizid aus. Dies wird aber von ihrem Umfeld ausgeschlossen, da sie neben den Plänen zum Hauskauf auch schon für diverse Engagements unterschrieben hatte.

Quellen

NationalSchauspieler:innen

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