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Langfristige Verhütung mittels Dreimonatsspritze (Depotspritze): Wirkung, Vorteile und Nachteile

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Dreimonatsspritze (Depotspritze)

Dreimonatsspritze (Depotspritze)

©Elke Mayr
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Die Dreimonatsspritze enthält ein hochdosiertes, lang wirkendes Gelbkörperhormon, das den monatlichen Eisprung verhindert. Die Depotspritze wird dabei alle 3 Monate ärztlich verabreicht. Wie wirkt & funktioniert sie? Welche Vor- und Nachteile gibt es? [Interview mit Gynäkologin]

Was ist die Dreimonatsspritze (Depotspritze)?

Die Dreimonatsspritze (Depotspritze) zählt zu den hormonellen Verhütungsmitteln. Im Gegensatz zur Anti-Baby-Pille wird sie nicht täglich eingenommen, sondern alle drei Monate verabreicht.

Die Verhütungsspritze enthält ein Hormon, das den Eisprung verhindert. Das Hormon Gestagen bewirkt auch zusätzlich eine Veränderung an der Gebärmutterschleimhaut. Dadurch wird verhindert, dass die Spermien in die Gebärmutter eindringen können. Der Verhütungsschutz bleibt dabei aufrecht, solange die Abstände der Injektionen eingehalten werden.

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Sie gilt zudem als sehr sichere Verhütungsmethode mit einem Pearl Index von zirka 0,3. Je geringer dieser Wert ausfällt, umso sicherer gilt die Methode. Das heißt im Fall von der Dreimonatsspritze, dass von 1000 sexuell aktiven Frauen pro Jahr ungefähr 3 schwanger werden. Für die Kupferspirale liegt dieser zum Vergleich zwischen 0,3 - 0,8. Damit ist die Verhütungsspritze ebenfalls sehr sicher.

Die Dreimonatsspritze gehört eher zu den seltener angewandten Methoden. Laut dem Verhütungsreport von 2019 wurde sie unter den Befragten (881 Frauen) von 4 Prozent verwendet. In der Statistik führt unter den wirksamen Methoden nach wie vor die Pille mit 34 Prozent diese an. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sogar mit 52 Prozent.

Sehr wirksame Methoden werden laut dem Report nicht so oft angewendet. Mit zunehmenden Alter der Frauen nimmt die Bedeutung dieser aber zu und langfristige Verhütungsmittel, wie beispielsweise die Dreimonatsspritze, werden öfter benutzt. So wird die Hormonspirale zum Vergleich von 6 Prozent und die Kupferspirale von 4 Prozent verwendet. Weniger wirksame Methoden wie Coitus Interruptus (5 %), Tagezählen (3%) und die "natürliche Verhütung" (3 %) kommen laut der Umfrage ähnlich selten, als Verhütungsmethode zur Anwendung.

Bei der Verwendung der Dreimonatsspritze stellen sich Frauen meist viele Fragen. Wir haben bei Dr. Denise Tiringer, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, vom Institut SANTÉ FEMME für Frauengesundheit nachgefragt!

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Wie wirkt und funktioniert die Verhütung mit der Dreimonatsspritze (Depotspritze)?

Je nachdem um welches Präparat es sich handelt, wird die Spritze entweder in den Gesäßmuskel, den Oberarmmuskel oder in den Bauch gespritzt. In der Dreimonatsspritze ist ein hoch dosiertes Gestagen, auch Gelbkörperhormon genannt, enthalten. Dieses Hormon verhindert, dass es bei der Frau zu einem Eisprung kommt. Bei der Dreimonatsspritze handelt es sich um eine sogenannte Depotspritze.

Die behandelnde/r Ärzt :in wird das jeweilige Präparat zwischen dem ersten und fünften Tag des Zyklus spritzen. Ab dem Moment, indem die Spritze erhalten wurde, besteht ein sicherer Schutz vor einer Schwangerschaft. Spätestens nach 14 Wochen sollte die nächste Spritze verabreicht werden, da der Verhütungsschutz nach dieser Zeit nicht mehr in vollem Umfang gegeben ist.

Wie unterscheidet sich die Hormonspritze von anderen Verhütungsmethoden?

Die Sicherheit bei der Verhütung mittels Dreimonatsspritze ist sehr hoch und sie wird vor allem bei Frauen angewendet, welche andere Verhütungsmittel nicht vertragen. Daher kann in solchen Fällen der Einsatz der Dreimonatsspritze hilfreich sein.

Für wen ist die Dreimonatsspritze geeignet?

Die 3-Monats-Spritze kann jeder Frau verabreicht werden, vor allem denen die andere Verhütungsmethoden nicht vertragen.

Wie viel kostet die Dreimonatsspritze?

Die Dreimonatsspritze darf nur von Frauenärzt:innen verabreicht werden. Die Kosten für sie belaufen sich auf rund 30-50 Euro und werden nicht von der Sozialversicherung übernommen.

Welche Vorteile bringt die Verhütung mit Depotspritze?

Es kommt zu keinen Anwendungsfehlern, da die Spritze nur von einer medizinischen Fachkraft verabreicht werden darf. Magen-Darm-Beschwerden haben keinen Einfluss auf die Wirksamkeit.

Bei der Verhütung mit der Pille muss jeden Tag an deren Einnahme gedacht werden, während Frauen die Dreimonatsspritze lediglich einmal im Quartal bekommt. Zusätzlich darf die Spritze auch während der Stillzeit verabreicht werden.

Und welchen Nachteile bringt sie mit sich?

Es kann zu einer stärkeren Gewichtszunahme kommen, die Periode kann sehr unregelmäßig vorkommen. Kopfschmerzen, Akne, Schwindelgefühle oder auch Depressionen können auftreten. Ein für viele Frauen sehr großer Nachteil ist, dass es nach dem Absetzen der Dreimonatsspritze mitunter sehr lange dauern kann, bis sich Ihr Zyklus wieder vollständig normalisiert und eine Schwangerschaft möglich ist.

Welche Nebenwirkungen kann es geben?

Vereinzelt kann es bei einigen Frauen zu starken Dauerblutungen kommen, nachdem die Dreimonatsspritze verabreicht worden ist. Dies ist aber nur sehr selten der Fall. Natürlich kann es auch vorkommen, dass Frauen das injizierte Hormon Gestagen nicht richtig vertragen und mit Symptomen aufgrund der Unverträglichkeit reagieren. Dies können beispielsweise Depressionen, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme oder Schwindelgefühl sein. Eine weitere Nebenwirkung der Dreimonatsspritze sind Zwischen- beziehungsweise Schmierblutungen oder die Periode setzt in sehr unregelmäßigen Abständen ein.

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Dreimonatsspritze, Periode & Absetzen

Wie wirkt sie sich auf die Regelblutung/ Periode aus?

Es können vereinzelt Dauer- , Zwischen- oder Schmierblutungen auftreten.

Was muss beim Absetzen beachtet werden?

Wie schon oben erwähnt kann es nach dem Absetzen länger dauern bis sich der Zyklus wieder normal einstellt.

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Dreimonatsspritze (Depotspritze)

© Elke Mayr

Die hauptsächliche Entscheidung für das persönlich angewendete Verhütungsmittel trifft meistens die Frau, da es für Männer weniger Möglichkeiten gibt (Kondome und Sterilisation). Eine Pille für den Mann ist aktuell noch nicht verfügbar. Überlegungen wie die gegenwärtigen Lebenssituation sind dabei besonders wichtig sind. Soll die Verhütung kuz oder langfristig sein? Zu den etwaigen Vor- und Nachteilen der diversen Methoden, solltest du auch individuelle gesundheitliche Aspekte abwägen.

Es gibt derzeit viele Mittel zur Verhütung - von der Anti-Baby-Pille über die Kupferspirale, Hormonspirale, Hormonstäbchen bis hin zum Verhütungspflaster. Dabei solltest du auch nicht vergessen, das einige nur zur Vermeidung von Schwangerschaften geeignet sind und daher nicht vor sexuell übertragbaren Erkrankungen schützen! Du solltest dir genug Zeit nehmen, um die richtige Verhütungsmethode für dich zu finden. Eine individuelle Beratung bekommst du bei deiner/m Frauenärtzt:in!

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