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Arabella Kiesbauer: Talkshow-Queen, True Crime oder Traumschiff – eine Powerfrau mit vielen Talenten

Sie prägt seit Jahrzehnten das österreichische Unterhaltungsfernsehen: Arabella Kiesbauer. Ein Portrait über eine Frau, die ihre Schüchternheit überwinden musste, um eine von Österreichs erfolgreichsten Moderatorinnen zu werden.

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Arabella Kiesbauer
© Elke Mayr

Das Image der gut gelaunten Talkshow "Quasselstrippe" wurde Arabella Kiesbauer lange nicht los. Dabei ist Kiesbauer im deutschsprachigen Raum für verschiedenste Fernsehformate bekannt.

Von "Starmania" über die Opernballmoderation, vom "Life Ball" bis hin zu "Bauer sucht Frau" und dem "Eurovision Songcontest", die professionelle Moderatorin ist vielseitig einsetzbar. Hinter ihrem Erfolg stecken viel Fleiß, harte Arbeit und auch der Mut an Grenzen zu gehen und sich nicht in die Schranken weisen zu lassen.

Eine Powerfrau, deren Perfektionismus sie fast ins Burnout getrieben hätte. Ein Briefbombenattentat Mitte der 1990er Jahre war eine Zäsur und lebensverändernd. Seitdem engagiert sich Kiesbauer, die Tochter einer Wienerin und eines Ghanesen ist, nicht nur öffentlich im Kampf gegen Rassismus, sondern nimmt sich auch mehr Zeit für ihr Privatleben.

Das private Glück fand sie mit Florens Eblinger und ihren beiden Kindern Nika und Neo. Ein Portrait über eine Frau, die ihre Schüchternheit überwinden musste, um eine von Österreichs erfolgreichsten Moderatorinnen zu werden.

Steckbrief: Arabella Kiesbauer

  • Name: Arabella Kiesbauer, geborene Cosima Arabella-Asereba Eblinger
  • Geboren am: 08. April 1969
  • Wohnort: Wien
  • Ausbildung: Studium Publizistik und Theaterwissenschaft
  • Beruf: TV-Moderatorin, Schauspielerin, Autorin
  • Familienstand: verheiratet
  • Kinder: 2 Kinder, Nika (*2007) und Neo (*2010)
  • Geschwister: Alex Aniston, John T.Melick
  • Größe: 1,72 m
  • Sternzeichen: Widder

Karrierestart durch Zufall

Seit über 30 Jahren ist Cosima Arabella-Asereba Eblinger, so Kiesbauers bürgerlicher Name, bereits im Geschäft. Dabei hat sie viele Höhen und auch so manch schwere Zeit erlebt. Der Start ihrer Fernsehkarriere kam ungeplant und war ein Zufall.

Während ihres Studiums lernte sie einen ORF-Redakteur kennen, der sie zu einem Casting einlud. Was folgte war der Beginn einer überaus erfolgreichen Fernsehlaufbahn, die 1989 mit der Moderation des Magazins X-Large ihren Anfang nahm.

Der große Durchbruch: Arabella, die Talkshow Sensation

Mit dem Talkshow-Format "Arabella" gelang der jungen Kiesbauer der Durchbruch im deutschsprachigen Raum. Als jüngste Talkshowmasterin unterhielt sie ab 1994 TV-Zuseher mit spannenden Studiogästen. Dabei wurde kein Tabuthema ausgelassen, auch sich beschimpfende Gäste sorgten für Unterhaltung.

Die Idee des Talkshow-Teams war es Neues auszuprobieren, an Grenzen zu gehen. Dass dabei Grenzen auch manchmal überschritten wurden, gab Kiesbauer Jahre später in einem Interview selbst zu.

Die Talkshow Frontfrau war bei ihren Sendungen immer in Plauderlaune, entlockte Gästen so manches Geständnis und bezog das Publikum aktiv mit ein. Das Image der fröhlich plaudernden Quasselstrippe war geboren. Dieses sollte die junge Moderatorin über viele Jahre begleiten.

Rassismus und Briefbombenattentat machten Arabella Kiesbauer nur stärker

Eine Zäsur in Arabella Kiesbauers Leben war ein auf sie verübtes Briefbombenattentat im Jahr 1995 mit rassistischem Hintergrund. Eine Assistentin öffnete den an sie adressierten Brief. Der Schock nach diesem Anschlag saß erst einmal tief, Angst und Fassungslosigkeit machten sich bei Kiesbauer breit.

»Ich wusste nicht, ob ich weiter machen kann und weiter so offen auf Menschen zugehen kann.«

Doch eben diese Offenheit, ihr gekonnter Umgang mit Menschen war und ist ein so wichtiger Teil ihres Berufs. Zum Glück waren diese Sorgen unbegründet. Denn einmal vor der Kamera war die talentierte Showmasterin wieder ganz in ihrem Element. Sie konnte und wollte weiter machen.

Von Rassismus und dem gegen sie gerichteten Anschlag ließ sich Kiesbauer nicht in die Schranken weisen. Im Gegenteil er regte sie dazu an auch öffentlich gegen Rassismus Stellung zu beziehen.

Vorbildwirkung: Einsatz für Integration und gegen Rassismus

Seitdem engagiert sich die gebürtige Wienerin aktiv im Kampf gegen Rassismus und setzt sich für eine bessere Integration ein. So ist Arabella Kiesbauer seit 2011 Integrationsbotschafterin. Im Rahmen der Initiative ZUSAMMEN:ÖSTERREICH des Österreichischer Integrationsfonds (ÖIF) diskutiert sie dabei u.a. mit Schüler:innen über die Werte des Zusammenlebens und des Miteinanders und übernimmt eine wichtige Vorbildfunktion.

Die Showmasterin ist sich nämlich sicher, dass es Identifikationsfiguren braucht, um kommende Generationen von Migranten darin zu bestärken ihr Chancen einzufordern und um Alltagsrassismus abzubauen.

»Es gibt einfach einen Alltagsrassismus, den Menschen mit Migrationshintergrund erleben. Ich versuche meinen Beitrag zu leisten, um diesen abzubauen.«

Für ihr Engagement für Toleranz und gegen Rassismus erhielt Kiesbauer 2013 das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich.

Moderatorin, Showmasterin, Schauspielerin: Erfolge der Powerfrau Arabella Kiesbauer

Bis heute wurde die dynamische Moderatorin, Showmasterin und Autorin schon mehrfach ausgezeichnet. So erhielt sie neben dem "Goldenen Kabel" auch den "Bayrischen Fernsehpreis" und eine "Romy". Kiesbauer, die zu Beginn ihrer Karriere viel Kraft aufwenden musste, um ihre Schüchternheit vor der Kamera zu überwinden, ist heute eine der beliebtesten Moderatorin im deutschsprachigen Fernsehen.

Denn sie ist nicht nur sympathisch, sondern auch überaus vielseitig. So moderierte Kiesbauer bereits die Opernballübertragung des ORF gemeinsam mit Alfons Haider, den "Kiddy Contest" oder auch den "Life Ball". Sich auf unterschiedlichste Themen und Menschen einzustellen ist ihre Stärke.

Dazu kommt viel Training und eine sehr gute Vorbereitung. Diese Fähigkeiten ermöglichen der Moderatorin einen guten Zugang zu Interviewpartnern und ihrem Publikum. Ihr Einfühlungsvermögen kann Arabella Kiesbauer auch beim TV-Format "Bauer sucht Frau" unter Beweis stellen.

Sie betont hier gerne, was für sie am wichtigsten ist: Respekt und Wertschätzung den Bauern und Bäuerinnen gegenüber. Das goutieren die Zuseher mit hohen Einschaltquoten. Die Liste ihrer Shows und Erfolge ist lang. Ob Österreich, Deutschland oder auch die Schweiz, in zahlreichen TV-Formaten konnten und können wir die vielseitige TV Frontfrau bewundern.

Starmania und der Eurovision Song Contest

Musik ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens der erfolgreichen Showmasterin. So führte Kiesbauer locker und sympathisch ab 2002 durch das Castingformat Starmania. 1,6 Millionen Menschen sahen damals das Finale der ersten Staffel, ein Erfolg. Bis zum vorläufigen Sendeaus 2009 war Arabella Kiesbauer als Moderatorin für das Format in Österreich tätig.

Nicht verwunderlich also, dass die sympathische Wienerin mit ghanaischen Wurzeln auch für das Comeback der Show im Jahr 2021 wieder als Moderatorin eingesetzt wurde.

»Musik ist mein Leben. Durch Musik erinnere ich mich an die intensivsten Momente und Phasen meines Lebens. Musik zeigt mir, wie die Zeit vergeht, durch die Veränderung der Stile und der Trends. Musik ist für mich auch Freiheit der Gefühle - Liebe, feiern, Sorgen vergessen. Musik macht mich frei.«

Eine besondere Auszeichnung wurde Kiesbauer 2015 zu Teil, als nach dem "Songcontest"-Sieg von Conchita Wurst 2014, Wien zum Austragungsort des Eurovision Songcontest wurde. Gemeinsam mit Mirjam Weichselbraun und Alice Tumler führte sie durch das Musik-Event, dessen wichtigste Botschaft Toleranz ist. Eine positive Botschaft, die auch ganz im Sinne Kiesbauers ist. Möchte sie denn Menschen doch immer auch etwas Positives mitgeben.

Neben ihrer Tätigkeit als Moderatorin und Showmasterin stand Kiesbauer bereits als Schauspielerin vor der Kamera und übernahm Nebenrollen in Kommissar Rex oder, wie erst kürzlich zu sehen, im Traumschiff.

Abseits der Fernsehkameras ist sie als Autorin tätig. So setzte sie sich in ihrem 2007 erschienen Buch "mein afrikanisches Herz" mit ihren ghanaischen Wurzeln auseinander. Eine Reise nach Ghana brachte sie ihrem Vater und ihrer afrikanischen Familie näher.

Ein Gewinn für sie, die sich früher oft zerrissen fühlte zwischen den verschiedenen Welten ihrer Herkunft. Das ein verwurzelt sein in beiden Kulturen ein Gewinn sein kann, vermittelt Kiesbauer nun auch ihren Kindern.

Ihr großes Glück: Ehemann Florens Eblinger und ihre Kinder

Seit über 17 Jahren ist Arabella Kiesbauer mit Personalberatungsunternehmer Florens Eblinger verheiratet. Weil es ihm wichtig war, hat sie nach der Hochzeit 2004 seinen Namen angenommen. Nur beruflich ist sie bei ihrem Markennamen geblieben. Das Paar hat zwei Kinder: Tochter Nika und Sohn Neo. Die Familie ist für Kiesbauer ihr größtes Glück und steht an erster Stelle.

Einblicke in ihre Privatleben gibt der Familienmensch Kiesbauer hin und wieder auf Instagram. Hier finden sich Familienfotos mit ihren Kindern und ihrem Ehemann.

Auch kleine Liebeserklärungen und Worte der Zuneigung teilt Kiesbauer ganz persönlich auf ihrem Account. So schreibt sie zum Beispiel zu einem Post mit ihrem Mann Florens und Sohn Niko: "Die zwei wichtigsten Männer in meinen Leben– (sic) ich liebe Euch!"

Arabella Kiesbauer heute

Arabella Kiesbauer hat heute neben "Starmania" und der immer noch sehr erfolgreichen Sendung "Bauer sucht Frau", seit letztem Jahr auch ein eigenes True Crime Format auf dem Sender TLC. "Arabellas Crime Time – Verbrechen im Visier" zeigt die dramatischen Geschichten hinter viral gegangenen Verbrechen. So überrascht uns die Moderatorin wieder mit einer neuen Facette, der Faszination am Schaurigen.

Doch eigentlich zaubert sie den Menschen lieber ein Lächeln ins Gesicht und verbreitet positive Energie. "Ich muss mir nichts mehr beweisen, Bücher schreiben oder sonst etwas tun, um mein Ego zu befriedigen", sagt Kiesbauer, deren Fleiß und hoher Leistungsanspruch sie vor vielen Jahren fast in ein Burnout getrieben hätten. Heute kann sie ihren Erfolg und ihr Privatleben genießen. Konzentriert sich auf ihre Familie. Sie genießt ihr Glück. Für eine Sache hätte sie aber gerne mehr Zeit: um mit ihrem Mann, Florens Eblinger, zu verreisen. Auch das, wird die erfolgreiche Powerfrau sicher noch in die Tat umsetzen.

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