Ressort
Du befindest dich hier:

Interview: "Ich liebe einen Callboy"

Die Schweizerin Christina Förster weiß, wie es ist, den Partner mit vielen anderen Frauen zu teilen, gegen Vorurteile zu kämpfen und sich dabei nicht selbst aufzugeben. Wir sprachen mit der Zürcherin über Monogamie, Erwartungshaltung, Eifersucht und sexuelle Intensität.

von
Kommentare: 2

callboy
© Photo by Daniel Schmuki

Was bewegt eine gebildete, attraktive Frau dazu, sich einen Callboy zu bestellen und dann auch noch eine Beziehung mit ihm einzugehen? Die Schweizerin Christina Förster weiß, wie es ist, den Partner mit vielen anderen Frauen zu teilen, gegen Vorurteile zu kämpfen und sich dabei nicht selbst aufzugeben. Nur ein Spaß, nicht mehr.
Bei Internet-Recherchen nach dem Mann für alle Fälle stieß die 52-Jährige schließlich auf Edel-Callboy Nick Laurent, 39. Seit 2006 beglückt der gelernte Konstrukteur in erster Linie Frauen zwischen 35 und 50 Jahren mit seinen "einfühlsamen Fähigkeiten". 300 Euro pro Stunde sind das Minimumentgelt für seine lustvollen Dienste. Christina Förster buchte und verliebte sich. Vor kurzem hat Christina, die heute als Lebenscoach und Autorin arbeitet ihr Buch Die Liebe und der Krieger auf den Markt gebracht. Darin berichten sie und Nick detailreich über ihre erotische Liebes-Story.
Wir sprachen mit der Zürcherin über Monogamie, Erwartungshaltung, Eifersucht und sexuelle Intensität.

WOMAN-INTERVIEW

WOMAN: Sie haben Nick als Geburtstagsgeschenk als Callboy gebucht. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen und weshalb ausgerechnet ihn?

Christina Förster: Zu dem Thema hatte ich nicht die geringste Ahnung. Ich war neugierig, interessiert und wollte mal etwas völlig Neues erleben. Wenn schon so einen "Unsinn", dann nur mit dem Besten, dem Basler "Callboy für echte Genießerinnen".

WOMAN: Waren Sie schon immer so aufgeschlossen gegenüber Sex?

Christina Förster: Ganz und gar nicht. Als europäisches, blondes, blauäugiges Kind, das in verschiedenen Ländern Südamerikas aufgewachsen ist, bin ich bis heute auf Vorsicht, Schutz und Abwehr geprägt.

WOMAN: Liegt das auch an Ihrem Elternhaus? Wurden Sie sehr aufgeschlossen erzogen?

Christina Förster: Meine Eltern, zwei ganz faszinierende, cosmopolite Persönlichkeiten, leben glücklich die klassische, monogame Ehe, die auf liebevollen Respekt und vollstes Vertrauen aufbaut. Wir können gemeinsam völlig natürlich über alles reden. Doch ihrem guten Ehe-Vorbild nachzukommen, war mir trotz zahlreicher Versuche noch nie mit jemandem gelungen.

WOMAN: Was dachten Sie vor Ihrer Beziehung mit Nick über Callboys und wie hat sich Ihre Einstellung verändert?

Christina Förster: Durch Nick habe ich mich erstmals mit dieser Branche je beschäftigt. Null Kenntnis und eine Hand voll unbrauchbarer Vorurteile waren mein Ausgangspunkt, der heute durch enormes Wissen und präzise Details ersetzt wurde.

WOMAN: Haben Sie je eine "normale" monogame Beziehung geführt?

Christina Förster: Ja immer! Jeder Partner war exklusiv der Einzige für mich und sollte es von Anfang an "für immer" sein. Eine andere Vorstellung von Beziehung gab es bei mir nie.

WOMAN: Wie war Ihre Erwartungshaltung vor Ihrer ersten Begegnung mit Nick?

Christina Förster: Ich erwartete einen kalten, abgebrühten Typ, der möglichst gleichgültig, aber breit grinsend professionell seinen Job macht. Der mir auf Knopfdruck Gemeinsamkeit und knisternde Erotik vorspielt. Der pünktlich, mit meinem Geld in seiner Tasche, wieder geht und man sich nie wieder sieht. Oder, dass ich ihm als zahlende Stammkundin bis Ende Leben verfallen sein würde.

WOMAN: Und wurden diese Erwartungen erfüllt?

Christina Förster: Nichts kam wie erwartet.

WOMAN: Kann da überhaupt Lust entstehen wenn man weiß, der Sexualpartner macht das ja nur für Geld?

Christina Förster: Fragen Sie das mal die Männer, die solche Dienste nutzen. Ja sicher kann Lust entstehen, wenn der Mensch passend ist. Die Bezahlung versucht man auszublenden und des Callboys Kunst ist, einen das nicht spüren zu lassen. Es entsteht ja auch »Heilung« bei einem Arzt, obwohl man weiß, dass dieser das auch nur für Geld tut.

WOMAN: Was haben Sie beim ersten Treffen gefühlt? Haben Sie nicht gedacht, dass Nick Ihnen sein Interesse nur vorspielt?

Christina Förster: Die Tür ging auf und es war sofort ein starker Magnetismus im Herz spürbar, der den Verstand augenblicklich verdrängte und zum Zaungast machte. Er versuchte vergeblich einzugreifen, aber das Herz hatte längst im Moment für den Moment entschieden. Da das Herz mit unserer Seele verbunden ist, weiß es um unsere Bestimmung und ist dem Verstand voraus. Nicks "Vergessen der Zeit" und "interessierte Bemühtheit" deutete ich als ein Marketing Trick, eine Art Neukundinnen-Bonus oder reine Taktik mich anzufüttern.

WOMAN: Wann haben Sie gespürt, dass da mehr ist als pure Geilheit?

Christina Förster: Die Berührung im Herzen, ausgerechnet durch einen bezahlten Edel-Callboy, brachte mir genau diese Frage: ob es der Blitz des seltenen Momentes eines "plötzlichen Wiedererkennens zweier Seelen" war oder wir nur in geeigneter Perfektion einem phantastischen Wahn erlagen? Als ich den Rausch in mir fühlte und sich diese immense Freude in mir ausbreitete, sich begegnet zu sein, wusste ich: für die Summe der Lebenserkenntnisse ist es egal, wann etwas passiert, wie es passiert und mit wem es passiert. Entscheidend ist, dass es passiert.

WOMAN: Auch Nick zeigte offenkundig Interesse an Ihnen. Wie hat er das geäußert und haben Sie ihm das tatsächlich geglaubt?

Christina Förster: Es kamen lobende, interessante SMS von ihm, die weitere Treffen dieser Art in Aussicht stellten. Ich zeigte auch meine Begeisterung, machte aber klar, dass ich ihn sicher nicht mehr für Geld buchen würde. Zum Glück war ich mir auch meines Wertes bewusst. Wenn er mehr Zeit mit mir verbringen wollte, dann gern privat. Drei Monate später kündigte er sich erstmals abends spät, spontan und privat bei mir an. Die Situation wurde dadurch noch prekärer. Keinerlei Sicherheit gab mir die kleinste Zuversicht. Ich dachte bei jedem Treffen, das ist das letzte Mal.

WOMAN: Worüber haben Sie gesprochen. Welchen Fragen an ihn haben sich für Sie an ihn aufgedrängt?

Christina Förster: Wir sprachen über die Summe unserer Lebenserfahrung, Erkenntnisse und Vorstellungen, wie das Leben optimal sein sollte. Auch über sexuelle Details oder was guter Sex überhaupt ist. Den Sinn von Beziehungen, das mögliche Leid einer Ehe, erlittene Verletzungen, wie geht Verzeihen und was Vergebung sein könnte. Es war grotesk, ausgerechnet mit einem Callboy über "Treue" zu sprechen. Nick sagte mir dazu: "Ich bin da altmodisch – ich finde Treue geil".

WOMAN: Wie wurden Sie ein Paar?

Christina Förster: Unsere kleinen aber intensiven, unverbindlichen privaten Treffen wurden immer häufiger. Nach fünf Monaten kannten wir uns so gut, dass es keine Rolle mehr spielte, ob wir als Paar zusammen kamen oder nicht. Nick stellte mich vor die Wahl: "Ganz oder gar nicht."

WOMAN: Wann schaltet man den Verstand aus und nur mehr das Herz spielt eine Rolle?

Christina Förster: Menschliche Qualität, Kompatibilität, Freundschaft oder Liebe können nicht gemacht oder gekauft werden. Ab dem Moment, wo unser Verstand keine Erwartungen hat, jegliche Wertung wegfällt und wir nicht mehr urteilen, ab dann sucht unser Herz den passenden Weg. Erst dann kann es in Resonanz gehen mit einer anderen Herzensqualität, die zu ihm passt.

WOMAN: Was fasziniert Sie an Nick und was finden Sie an ihm so spannend?

Christina Förster: Dass er authentisch ist, lebt was ihn im Herzen bewegt und keine Geheimniskrämerei daraus macht. Das er dazu steht, sich zeigt, jede Norm hinterfragt und dabei ein wissbegieriger, präziser und würdiger Gesprächspartner ist, der für einen Mann recht gut und offen kommuniziert. Weil er ein vielseitig interessiertes Wesen hat und obwohl er manchmal Tendenzen zum Außenseiter oder Einzelgänger aufweist, ein umgängliches, spannendes menschliches Unikat ist. Nicht zuletzt auch die passende Sexualität, in der uns beiden ganz eigenen Perfektion.

WOMAN: Und was glauben Sie fasziniert ihn an Ihnen?

Christina Förster: Von Anfang an, sagt er, beeindruckt ihn meine lebensfähige Eigenständigkeit und diese geistige Unabhängigkeit. Auch daraus resultierend mein stressfreier, verstehender Umgang mit seinem Callboy Beruf. Er weiß um die Seltenheit dessen, unter möglicherweise Millionen von Frauen. Erst später staunte er mehr und mehr über die Art, wie ich mit Menschen umgehe, wie ich sie sehe, klar erkenne und zutiefst verstehe. Auch er scannt Menschen, aber meine Treffsicherheit haut ihn immer wieder um. Er weiß um den unschätzbaren Wert dieser Fähigkeit und ist stolz darauf mitzuerleben, was ich daraus mache.

WOMAN: Was haben Sie von ihm gelernt?

Christina Förster: Erstens, dass es den Männern primär um die "Eroberung der Frau" geht und dieses Spiel niemals endet! Zweitens, seine Entwicklung praktisch über Nacht zum Veganer, Umweltschützer und Tierrechtler, zeigt mir, dass kein Mensch wohl mehr wert ist als ein Tier. Die Tiere begegnen uns gern im Vertrauen mit einer uns Menschen beschämenden seelischen Vollkommenheit. Nur wer sein Herz noch verschlossen hat, kann sich gedankenlos an den Produkten bedienen, die wir Menschen den Tieren auf meist brutale, herzlose Weise, gierig entreißen. Eine Erkenntnis, die uns beide enorm bewegt und wir noch lange nicht am Ende dieser Entwicklung stehen.

WOMAN: Sie sind jetzt seit fünf Jahren ein Paar. Bei den meisten ebbt die sexuelle Leidenschaft da schon ab. Wie ist das bei Ihnen?

Christina Förster: Bei uns ebbt nichts ab, auch wenn wir die erste Nacht nicht jeden Tag aufs Neue erleben können. Wir leben sexuelle Intensität durch viele kleine spontane Details, die sich humorvoll in das tägliche Leben integrieren lassen. Für Sex in vielen Ausdrucksformen nehmen wir uns immer gern Zeit, sei es das volle Programm oder eine kleine körperliche Geste und sinnliche Aufmerksamkeit.

WOMAN: Nick hatte ja schon vor Ihnen eine fixe Partnerin. Woran ist diese Beziehung gescheitert?

Christina Förster: Seine frühere Ehe scheiterte sicher an unterschiedlicher persönlicher Entwicklung und Stagnation zu unpassenden Momenten. Seine Beziehung direkt vor mir scheiterte, aus meiner Sicht, weil diese reifere Frau noch verheiratet war. Ihr Mann hatte billigende Kenntnis davon und beide erwarteten, dass Nick sie aus dieser unglücklichen Verbindung herausholen würde. Dann für sie, wie von ihrem Mann Jahrzehnte gewohnt, finanziell aufkäme und natürlich mit seinem Callboy Job bitte sehr aufhören würde. Doch wer weiß, vielleicht war es auch ganz anders, ich kenne sie nicht persönlich.

WOMAN: Denken Sie manchmal, dass Ihnen das auch passieren könnte?

Christina Förster: Nein, keine Sekunde habe ich solche Gedanken, beides hat überhaupt nichts mit mir zu tun. Unsere jetzige Beziehung ist ganz anderer Natur und Qualität. Dazu wirkt eine völlig neue Entwicklung in uns, mit einer der normalen partnerschaftlichen Denkweise oder gesellschaftlichen Erwartungshaltung übergeordneten Absicht.

WOMAN: Stand je zur Diskussion, dass er seinen Job für Sie aufgeben solle?

Christina Förster: Nein, wozu sollte er das tun? Dieser Job gehört zu ihm und seiner heilenden Erkenntnissuche im Leben. Seine Seele hat diesen Weg für ihn selbst und für alle Menschen, die ihm dabei begegnen, geebnet. Das macht viel Sinn.

WOMAN: Haben Sie das nie eingefordert?

Christina Förster: Nein, auf so einen Gedanken käme ich nie. Wir sind freiwillig zusammen. Achten und fördern uns gegenseitig auf dem Weg zu unserer Bestimmung. Zum Teil bin ich sogar mit Nick so eng verbunden, gerade weil er diesen Job immer noch und auf eine so faszinierende Weise macht. Das ist Teil des göttlichen Spiels für unsere Erkenntnis.

WOMAN: Welchen Stellenwert hat Vertrauen in Ihrer Beziehung?

Christina Förster: Den höchstdenkbaren Stellenwert, den menschliches Leben sich vorstellen kann.

WOMAN: Leben Sie zusammen?

Christina Förster: Ja, seit über vier Jahren in einer großen, modernen Dachwohnung.

WOMAN: Wie kann man sich Ihren Alltag vorstellen?

Christina Förster: Sie meinen, dass Nick sich freut, wenn ich für ihn koche? Sich gern erfolgreich um die tägliche Hausarbeit drückt? Aber unschlagbarer Perfektionist ist, wenn es um Installationen und Konstruktionen zuhause geht? Bei uns ist wenig alltäglich, wir folgen keinen festen Strukturen oder herkömmlichen Vorstellungen. Wir sind immer gern spontan in unseren Entscheidungen, hören Heavy Metal, Fun Radio aus Frankreich und auch mal Techno/Trance. Es liegt nahe, dass wir beide Nachtmenschen sind, die die erhöhte, verfügbare Energie nachts nutzen, wenn die Welt um uns herum in den Schlaf-Modus fällt. So entsteht unsere beste schriftstellerische Kreativität, präzise Vorbereitung auf neue Events oder Planung ferner Reisen. So können wir sehr effizient von zuhause am PC arbeiten. Vor einem Monat fand ein besonderes Katzen-Brüderpaar aus dem Tierheim zu uns. Ihre wertvolle Gesellschaft beschenkt uns jetzt täglich mit viel Freude, nachdem unser heiß geliebter, weiser Kater Pascha im Alter von 17 Jahren, kürzlich von uns gegangen ist. Wir weinen bis heute um ihn.

WOMAN: Was empfinden Sie, wenn Sie wissen, er kommt gerade von einer anderen Frau?

Christina Förster: Ich habe dabei immer ein gönnendes, vollkommen friedliches Herz. Ich freue mich für die Kundin und für Nick, dass sie sich begegnet sind und gemeinsam an diesem Austausch erfreuen oder wachsen konnten. Es ist aber auch schön, wenn er wieder wohlbehalten nachhause kommt. Es geht ihm und mir immer gut danach, es gab bei uns deswegen noch nie einen missgestimmten Moment.

WOMAN: Erzählt er von den Frauen? Wer sie sind und was sie von ihm erwarten?

Christina Förster: Ja sicher, er erzählt mir im Vertrauen was genau ihn bewegt, weil er weiß, ich nutze diese Kenntnis nicht aus. Oft habe ich sogar eine Idee dazu, die ihn die Frau, mit der er zu tun hat, noch tiefer verstehen lässt. Ich weiß mal einen Vornamen oder eine Situation, die ihn bei der Arbeit erwartet, aber keine persönlichen, sexuellen Details. Was er außer Haus erlebt, beeinflusst energetisch betrachtet, sein Leben und demzufolge auch meins. Deshalb lohnt es sich für Nick, genau darauf zu achten, mit wem er sich einlässt, welche Stimmung und Absicht hinter einer Buchung steckt.

WOMAN: Erzählt er Kundinnen von Ihnen?

Christina Förster: Ja, das tat er von Anfang an. Als Kundin, dachte ich, möchte man doch für viel Geld die Illusion erhalten, die einzige Frau seiner Begierde zu sein und weniger wissen, wie glücklich er zuhause ist. Aber Nick machte mir klar, welch einzigartige Kommunikationsebene er mit den Ladies hatte, dass solche Gespräche, über Privates, möglich sind. Seine Kundinnen gönnen ihm sein privates Glück, beteuert er. Je glücklicher er zuhause sei, desto unbeschwerter oder besser könne er seinen Job Vorort ausführen. Ich staunte damals schon und staune heute immer noch.

WOMAN: Ja auch diese Frage muss leider sein, liegt auch auf der Hand: Keimt nie Eifersucht auf. Dieses Gefühl lässt sich ja nicht steuern?

Christina Förster: Doch, es lässt sich steuern, wenn man die eigene Einzigartigkeit erkennt, sich weder vergleicht noch wertet und sich über alles freut, was anderen Menschen gut tut. Ein entwickelter, liebender Geist ist ganz bewusst wohlwollend, gönnerisch, verständnisvoll und voller Liebe für andere. Natürlich auch für den eigenen Partner. Mit dieser Sichtweise kann Eifersucht kaum entstehen und wenn doch, kann sie sich nicht lange halten. Nicht mehr eifersüchtig zu sein heißt aber keinesfalls, dass ich die tendenziell kleingeistige Haltung, von Anlügen oder Hintergehen der Menschen, in irgendeiner Form entschuldige. Es regt Eifersüchtige ja nur maßlos auf, wenn die Aufmerksamkeit des anderen abwandert und nicht mehr zu kriegen ist, was einem selbst eigentlich zusteht. Das hat aber mit Liebe nichts zu tun und ist auch kein Liebesbeweis, sondern zeigt kolossale Verlustangst. Das erklärt mir deutlich, warum Partnerschaften gern kriseln und so viele Beziehungen in einem schlechten Zustand sind. Sie bauen nicht auf einer reinen Form der Liebe auf. Wer eifersüchtig ist meint, ohne den anderen, selbst und allein nicht fähig zu sein für ein schönes Leben zu sorgen. Das bringt Abhängigkeit und Verwicklung, Schmerz, Leid, Hass und vieles mehr. Von all dem hab ich mich schon länger entschieden distanziert und wünsche heute, wann immer es geht, jedem Menschen das Beste, was ihm oder ihr im Leben passieren kann. Worauf sollte ich dann noch eifersüchtig sein?

WOMAN: Und wenn ihn eine Kundin öfter bucht, entsteht da Argwohn?

Christina Förster: Nicht bei mir, aber bei Nick. Er lässt nicht über sich bestimmen, sich nicht als Sex-Sklave halten. Er entscheidet, wer ihn buchen darf, wann, wohin und wie oft. Regelmäßige Stammkundinnen, die er lange kennt, sind ein von ihm erlaubter Teil des Lebens und somit auch organisatorischer Teil unseres Lebens. Eine definierte Menge seiner Energie fließt bewusst dorthin. Ganz besonders sind die Ferienbuchungen, wenn Nick mehrere Tage oder gar eine Woche lang von einer Frau ans Meer oder in die Berge gebucht wird. Auch währenddessen sind wir kurz in Kontakt und alles ist gut – jeder nutzt seine Zeit und wir erzählen uns im Nachhinein wie es uns ergangen ist.

WOMAN: Wenn Sie wissen er geht zu einer Kundin verändert er sich da? Stimmt er sich quasi darauf ein?

Christina Förster: Ja, auf jeden Fall. Er verändert sich in Bezug auf jede einzelne Kundin individuell. Das ist deutlich spürbar im Energiefeld, dass sich ca. zwei Stunden vorher, in seiner Vorbereitungsphase, um ihn herum aufbaut. Ich erlebe ihn zuhause in jeder dieser Stimmungen und respektiere diese Unantastbarkeit mit einer gewissen Distanz zu ihm. Diese Zeit ist schon Teil der Buchung und Berührung mit der zahlenden Kundin. Wir verzichten ganz bewusst auf einen Abschiedskuss oder Umarmungen mit meinen langen blonden Haaren an seiner Kleidung.

WOMAN: Hat sich seine Auswahl an Damen verändert, seit er mit ihnen zusammen ist?

Christina Förster: Auch das, ja natürlich, da hat sich viel verändert in den letzten fünf Jahren. Nick selbst hat sich sehr verändert und in eine spezielle Richtung weiterentwickelt in dieser Zeit. Somit hat sich seine Ausstrahlung verändert, die für ihn Passendes anzieht und Unpassendes abfallen lässt. Manche Verbindungen lösen sich dann wie von alleine auf, durch die Lebenssituationen der Frauen. Einige wollte oder musste Nick selbst beenden, damit Neues entstehen konnte. Selektierte Stammkundinnen sind ihm aus früheren Zeiten immer noch geblieben.

WOMAN: Wie groß ist Ihre Angst, ihn zu verlieren?

Christina Förster: Null Angst, denn wir sind beide unabhängig und frei. Ich bin täglich dankbar für das was ist. Angst ist dabei immer ein schlechter Ratgeber, eine innere Lähmung oder anders formuliert: die negative Form der Hoffnung. Angst ihn zu verlieren, würde bedeuten, dass ich mir das Leben nur so oder nur mit ihm vorstellen kann. Solche Gedanken erzeugen eine Enge, die meinem Wesen nicht entspricht.

WOMAN: Sind Sie selbst treu oder führen Sie ganz einfach eine offene Beziehung?

Christina Förster: Treue ist eine Qualität des Vertrauens. Ich bin immer treu zu jedem Menschen. Lebe aber gleichzeitig alles, was zu mir passt und kommuniziere dann offen und ehrlich mit denen, die es betrifft. Alles andere macht für mich keinen Sinn, da Untreue im Sinne von Unehrlichkeit, nur Verwicklungen bringt, die meine Vorstellung von geistiger Freiheit und einem reinen Herzen verunmöglicht. Sich höchstwahrscheinlich auch noch in der Kompliziertheit des Lebens widerspiegelt. So zerstört man auf Dauer zuverlässig das eigene Herz und das der anderen Menschen noch gleich dazu.

WOMAN: Was halten Sie von Monogamie? Ist diese Lebensform für Sie überholt?

Christina Förster: Es gibt eine grausame Wahrheit, die besagt: "Was sich wiederholt stirbt". Sicherlich ist Monogamie eine romantische Vorstellung, der ich als Jugendliche schon nur zu gern nachgekommen wäre. Und es gibt sicherlich auch Menschen, die es schaffen, ihre monogame Beziehung ein Leben lang zu erneuern. Aber ich weiß auch, dass der Mensch zerfällt und altert, wenn sein Lebensspiel irrelevant wird, sich wiederholt und man keine neuen Ideen umzusetzen hat. Wer sich nicht erneuert wiederholt sich, wird krank. In dem Moment, wo wir Dinge nur noch aus Selbstzweck festhalten, beginnt sich der Sinn des Lebens zu erledigen. Demnach muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden, was wie lange für ihn Sinn macht und mit wem er sich auf welche Art austauschen, erneuern oder wiederholen möchte.

WOMAN: Wenn Sie wählen könnten, würden Sie nicht lieber mit Nick in monogamer Beziehung leben?

Christina Förster: Nein, das würde ihn und mich klein halten, verhungern lassen und uns die Freiheit einer passenden Entwicklung nehmen. Es kann jederzeit in uns der tiefe Drang entstehen entsprechende neue Energien zu suchen, um zu erfahren, wie was wirkt, und die eigene Energie steigern, um mehr zu werden als zuvor. Die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen auszutauschen sollte immer gegeben sein, aber muss ja nicht zwingend genutzt werden. Ob und wie man dies zu gegebener Zeit lebt, mit welchen Energien man sich einlassen möchte, um herauszufinden, wie sie zu einem passen, bleibt dem Fluss des Lebens und der gesuchten Erkenntnis überlassen. Entscheidend ist dabei, sich über die neuen Erlebnisse und daraus resultierenden Erkenntnisse mit dem eigenen Partner zeitnah auszutauschen, ihn teilhaben zu lassen, damit auch er daran wachsen kann.

WOMAN: Wie definieren Sie Liebe?

Christina Förster: Liebe ist für mich ein tiefes Verstehen warum der andere ist, wie er ist und warum er tut, was er tut. Ohne ihn zu brauchen genießt man es, wenn er da ist. Man ist selbst autark und gönnt dem anderen was ihm gut tut, was ihn voran bringt. Demnach ist Liebe für mich kein Gefühl, sondern ein Resonanzzustand, der auf Wahrnehmung beruht. Verliebt sein dagegen wäre, den anderen weniger verstehen, aber entdecken, was man selbst von ihm haben möchte, was wiederum keine Liebe ist. Es gibt eine Idee, die besagt, dass alles was nicht aus Liebe entsteht, also die Freude darüber, dass etwas ist, wie es ist oder dass und wie der andere seinen Lebensweg sucht, zum Scheitern verurteilt ist. Wen wundert es da noch, dass heute so viele Ehen und Beziehungen scheitern?

WOMAN: Bedingungslose Liebe klingt schön, aber ist das tatsächlich lebbar? Was sagen Sie zu Menschen, die meinen, Sie machen sich nur etwas vor?

Christina Förster: Nun, bedingungslos lieben heißt ja nicht in Selbstaufgabe zu zerfließen, die Opferrolle zu spielen oder alles nur auszuhalten, egal was kommt im Leben. Sondern, den anderen nicht für die eigenen Belange auszunutzen, ihn aber maßgeblich zu unterstützen auf seinem Weg, zu geben, was ihm gut tut. Das ist schon mal eine ganz andere Qualität des Miteinanders. Was andere Menschen über irgendwas und irgendwen denken, ist selten relevant, da sie möglicherweise aus ihrer Sicht hochrechnen, wild spekulieren und dann noch irgendwas darüber urteilen. Viele verurteilen ihre eignen Vorurteile, weil sie von der Sachlage selbst nichts verstehen. Aber um uns oder andere zu beurteilen, müsste man hellsichtig sein in Raum und Zeit und ehrlich gesagt, wie viele Menschen kennt man, die das mal eben sind?

WOMAN: Wie reagiert Ihr Umfeld (Familie, Freunde) auf Ihre außergewöhnliche Partnerschaft?

Christina Förster: Insgesamt sehr gut, meine Familie steht immer hinter mir, sie kennen meine Wertvorstellungen im Leben und haben Nick in Herzlichkeit und Vertrauen aufgenommen. Für die Art unserer Partnerschaft sind wir selbst verantwortlich und alt genug, als das Eltern da nicht mehr reinreden. Meine zehn Jahre jüngere Schwester hat von Anfang an sehr cool, humorvoll, interessiert und mit vollstem Verständnis reagiert. Vom Alter her ist sie Nick ja näher als ich. Echte Freunde bleiben Freunde fürs Leben. Viele neue Freundschaften kamen seither hinzu. Und die vermeintlichen Freunde, die sich zurückgezogen haben, sei es per Zufall oder mit Absicht, diejenigen, die sich plötzlich nicht mehr melden, sind uns nicht besonders tragisch aufgefallen. Sie fehlen auch nicht und machen gut Platz für Neues.

WOMAN: Sind Sie von Anfang an so offen damit umgegangen oder haben Sie Ihre Beziehung verschwiegen?

Christina Förster: In der Kennenlernphase, als nichts klar war zwischen uns, wussten nur eine Handvoll vertrauenswürdiger Personen was ich da so trieb. Mit einem Augenzwinkern amüsierten sie sich, waren aber sicher, die Sache würde sowieso im Sande verlaufen. Ab dem Tag, wo wir im November 2011 fest zusammen kamen, habe ich großflächig offen kommuniziert. Nick meinen Eltern vorgestellt, den Freunden davon erzählt, was stets ein abendfüllendes Programm wurde. Je mehr Fragen wir beantworteten, desto mehr neue Fragen kamen hinzu. Daraufhin liebäugelte ich erstmals mit der Idee, die Geschichte zu notieren, die Hintergründe auszuarbeiten und ein niveauvolles Buch darüber zu schreiben

WOMAN: Haben Sie je Erfahrungen mit aufdringlichen Kundinnen von ihm gemacht?

Christina Förster: Vor unserer Haustür stand bisher bei Nacht und Nebel noch keine. Aber, ja, es gab bisher 2-3 Fälle, wo die Damen Nicks Rückzug mir in die Schuhe schieben wollten. Nick ist immer sehr konsequent. Wenn eine Kundin nicht verstehen will, dass er sie aus guten Gründen nicht mehr besucht, dann bleibt er erst recht verschlossen. Ich wurde dann beschuldigt, dass ich ihm wohl verbieten würde, weiterhin oder überhaupt dorthin zu gehen. Wir seien unglaubwürdig, falsch und sowieso das Allerletzte, so wurden wir diffamiert. Auch wenn ich Nick beschwichtigen möchte, entscheidet er immer selbst und ist dabei ein wortkarger, längst entschiedener, typisch nordischer Krieger.

WOMAN: Wie erklärt Nick, dass er Callboy wurde?

Christina Förster: In jungen Jahren schon hatte er Freude an Sex und Abenteuer. Er spürte die Neugier auf das Leben und die Lust an der Vielfalt, der sich ihm bietenden Frauen. Ein ihm aus Spaß gegebener Tipp einer Frau in einem Club, er könne dafür doch locker auch Geld verlangen, brachte den damals 29-jährigen Nick auf die zündende Idee. Er schaltete ein erstes Kleininserat und hatte Erfolg. Später programmierte er seine eigene Webseite, zeigte sich mit Gesicht und Namen und war fortan Pionier der Branche. Heute, mit mehr Weitsicht, nimmt er an, dass ihn ein innerer Drang und Wunsch lenkt, den Frauen etwas von sich zu geben, was sie heil(er) oder vollkommen(er) macht. Die Idee ein "Callboy als Heiler" zu sein, entspricht seiner heutigen Sicht der Dinge und bestimmt größtenteils seine Motivation.

WOMAN: Meinen Sie, ist er süchtig nach Anerkennung der Frauen?

Christina Förster: Süchtig wäre tendenziell krankhaft und übertrieben, das ist er sicher nicht. Klar schmeichelt es ihn, wenn eine gut verlaufene Buchung zu Lob, Dank und Bestätigung führt. Er freut sich, wenn er Heilung der Gefühle, Inspiration für das Leben oder auch nur Spaß und Freude an der Körperlichkeit bringen kann. Wenn er durch seine Art, die Frauen nachhaltig berührt und sie ihm meist kurz darauf ihre Dankbarkeit oder Bewunderung per SMS zum Ausdruck bringen. Nick weiß, wer andere heilt, heilt auch sich selbst und er fühlt sich verdienterweise selbst gut dabei.

callboy

WOMAN: Nick scheint ein großer Frauenversteher und Frauenliebhaber zu sein – woher kommt das?

Christina Förster: Nebst relativ viel sexueller Erfahrung mit Frauen, mag er weibliche Wesen grundsätzlich gern. Nicht nur reduziert auf Sexpartnerinnen, sondern als Persönlichkeiten, die ihn als Ganzes interessieren, wie sie denken, wie sie leben, was sie machen und in ihrer Zukunft planen. Obwohl er sich in seiner Jugend selbst als "Spätzünder" bezeichnet hat, ist seine heutige Absicht, mit Herz und Seele ganz bei der jeweiligen Frau zu sein, der entscheidende Punkt seines Erfolgs. Es gibt nichts Größeres im Leben eines Menschen als im Herzen verstanden zu werden. Das weiß einer wie Nick zu nutzen. Einen Hauch davon versucht er, im Rahmen seiner Möglichkeiten als Callboy, wenn auch nur auf Zeit und bezahlt, seinen Kundinnen zu geben. Ein Mann, der Frauen nur als austauschbare Massenware sieht, schnelle finanzielle Interessen verfolgt oder egozentrisch zur verlängerten Selbstbefriedigung benutzt, wird als Callboy keinen nennenswerten Erfolg haben.

WOMAN: Meinen Sie, dass er nicht zu viel Toleranz von seiner Partnerin erwartet?

Christina Förster: Nein, er erwartet gar nichts von mir – sonst wären wir nicht zusammen. Ich biete ihm meine Feinfühligkeit und mein tiefstes Verständnis im Herzen an. Dabei unterstütze ich ihn in seinen Belangen, wo es nur geht und er nimmt dies gern und dankend an. Selbst wenn er mal einen weniger guten Tag hat, nicht aus dem Haus möchte oder mit dem Gedanken spielt, sich beruflich irgendwann doch noch anders zu orientieren, bin ich diejenige, die ihn positiv motiviert und wieder Leichtigkeit und Freude in die Situation bringt.

WOMAN: Sie waren noch nicht verheiratet, haben keine Kinder. Bewusst oder hat es sich nie ergeben?

Christina Förster: Ganz bewusst beides nicht. Trotz dem guten Vorbild meiner Eltern waren mir Ehen, die vielen Zerwürfnisse und Scheidungen, die man allein im eigenen Umfeld erfuhr, schon immer suspekt. Ich spürte die hohen Fassaden, die Erwartungen und Enttäuschungen dahinter und hätte mir mit keinem meiner früheren Partner je getraut, diesen Weg spekulativ auf Lebenszeit im Einklang zu gehen. Heute weiß ich, ohne dass ich einem davon Vorwürfe mache, denn wir konnten es ja alle nicht besser, dass mich von allen Partnern keiner je im Herzen verstanden hat und ich sie womöglich auch nicht. Jedoch, was nicht in liebevollem Verständnis entsteht, ist bekanntlich zum Scheitern verurteilt. Es hätte in jedem Fall zwingend Differenzen gegeben. Auch Kinder wollte ich bewusst noch nie, dass träumte und wusste ich schon mit 12 Jahren. Für viele Menschen sind Kinder ein sinnvoller Weg, sich selbst zu erfahren, entwickeln, Verantwortung und bedingungslose Liebe zu lernen. Kinder sind aber auch kleine Vampire, die ihren, nicht selten überforderten Eltern, gnadenlos und gierig Energie zugunsten ihres jungen, neuen Lebens regelrecht aussaugen, abquengeln und abringen. Sie können mit Sicherheit viel Schönes ins Leben bringen, aber verwickelt ist man mit ihnen auf Lebzeiten. Sowas wollte ich nicht verantworten. Kinder kann ich mir nur vorstellen, wenn die Selbstverantwortung auf der Welt drastisch erkennbar zunehmen würde. Wenn mehr Raum für Liebe und Verständnis unter den Menschen geschaffen ist. Dann sähe die Sache gleich ganz anders aus. Dann wären Nick und ich gern nochmal ganz jung und sofort mit vielen eigenen Kindern aus ganzem Herzen gern dabei.

WOMAN: Sie haben vor Nick viele Partnerschaften gelebt, mal kürzer mal länger. Wie verliefen diese? Waren sie mit vielen Enttäuschungen verbunden?

Christina Förster: Jede liebgewonnene Partnerschaft war mir wertvoll und begann immer vielversprechend und passend mit vielen interessanten Möglichkeiten. Auch wenn sie dann deutlich kürzer war als anfangs vorgestellt. Gern erinnere ich mich an jeden Partner. Sie waren mir einzigartig, wertvoll, etwas Besonderes und wir lernten über das Leben, liebten uns und erlebten unbeschwerte Zeiten. Mit zunehmender Lebenserfahrung philosophierten wir bald immer besser und die Beziehungen sollten natürlich von Dauer sein, was uns in jungen Jahren unter Druck setzte oder aufgrund immenser räumlicher Distanzen nicht leicht umzusetzen war. Es gab gemeinsame Ziele, keinerlei Zweifel an dem "für immer" und wir vertrauten einander. So wie wir auch Gott und der Welt blauäugig vertrauten, weil wir vertrauen wollten. Trotzdem muss mir bei aller Euphorie irgendwie Entscheidendes entgangen sein!

WOMAN: Wie sind Sie mit Lügen jeweiliger Partner umgegangen? Hat sie das geprägt oder verändert?

Christina Förster: Vermutlich glaubte ich bei menschlichen Beziehungen noch lange an so was wie den "Weihnachtsmann". Ich hatte ganz einfach nie damit gerechnet von Menschen, mit denen ich alles im Leben teilte, und irrtümlicherweise meinte Nähe und Verständnis im Herzen zu leben, wissentlich hintergangen und bewusst angelogen zu werden. Nicht mit allen, die Ausnahmen auf ewig in Ehren! Manche aber hatten gar kein schlechtes Gewissen dabei zu lügen, da sie ihre Lügen gar nicht als solche erkannten oder sie großzügig vor sich selbst ausblendeten. Die Lügen meiner Partner hatten alle kurze oder gar keine Beine und die Balken brachen immer! Keiner bekam je eine zweite Chance, da auch ich damals noch in der berühmten "Opferrolle" feststeckte, nicht anders konnte als zu urteilen und mich abwendete.

WOMAN: Gab es bei Ihnen je große Liebesdramen bei einer Trennung?

Christina Förster: Klar, das war so ziemlich alles dabei. Trennungen hatte ich immer mit Schmerz verbunden, weniger mit Dankbarkeit oder gar einem geschärftem Sinn zu mehr Freiheit. Sollte ich dem Ganzen etwas Positives abringen, dann vielleicht der Gedanke, dass ich durch die zahlreichen Trennungen immer wieder gezwungen war, mein Verhalten, mein Fühlen und meine menschlichen Werte unermüdlich zu überdenken und zu hinterfragen. Vor allem bewahrte mich das erneute "Auf-mich-allein-gestellt-sein", fern der Familie und südamerikanischen Heimat, immer mehr erfolgreich davor, mich vorschnell äußeren Einflüssen anzuschließen. Natürlich war ich vor Rückfällen noch lange nicht gefeit. Ich verstand erst weit über 40 den vielsagenden Satz: "Jede Trennung ist ein Angebot zu mehr Freiheit." Leichtfertig konnte ich mit Trennungen niemals umgehen, weil mich meine Fehleinschätzung der Menschen sehr beschäftigte.

WOMAN: Nick ist 11 Jahre jünger als Sie. War oder ist das je ein Problem gewesen?

Christina Förster: Er ist sogar 12,5 Jahre jünger als ich. Einen jüngeren Mann wollte ich früher nie, heute passt es genau richtig. Aber auch mich und meine heftige Power muss man erst mal "aushalten und überhaupt wollen". Je älter ich wurde und mir dann so ab dreißig die gleichaltrigen oder älteren Männer anschaute, wurde die Auswahl derer, die zu mir hätten passen können, so dünn wie die Haare auf ihren Köpfen. Nick passt zu mir in vielerlei Hinsicht und er wollte auch eine Frau auf Augenhöhe. Dies wiederum verstand ich anfangs nicht, warum er keine Gleichaltrige oder gar Jüngere hat.

WOMAN: Können Sie sich ein Leben ohne Nick vorstellen?

Christina Förster: Ja sicher, jederzeit. Mein Leben ist bereits aus eigener Kraft lebendig, sinnvoll und schön. Wir haben uns damals gegenseitig eingeladen, an der Schönheit unseres Lebens teilzunehmen. Wenn Nick bei mir, mit mir ist, freut es mich sehr. Wenn er nicht bei mir, mit mir ist, ist es auch schön. Ohne ihn wäre es anders angenehm, aber stets so oder so sehr wertvoll. Keiner von uns lebt Mangelbewusstsein.

WOMAN: Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?

Christina Förster: Ein Freigeist ist immer dort, wo die größte Resonanz zu ihm ist. Genau dort werden wir in 10 Jahren sein. Nur das macht aus Sicht einer aufmerksamen Seele auch Sinn. Übrigens nicht nur für Nick und mich, sondern für jeden Menschen auf dieser Welt.

WOMAN: Mit welchen Vorurteilen ist man konfrontiert, wenn der Partner als Callboy arbeitet

Christina Förster: Das man selbst in der gleichen Branche arbeiten muss, da es sich anders ja gar nicht aushalten lässt. Das der Teufel in ihm steckt und das man wohl hässlich, dumm und verzweifelt sein muss, weil man keinen Besseren bekommen hat.

WOMAN: Gibt es Tabus für ihn, die Sie beide gemeinsam festgesetzt haben?

Christina Förster: Alle Tabus von heute hatte Nick für sich selbst schon lange vor mir festgesetzt. Zum Beispiel, dass nie eine Kundin seinen privaten Wohnbereich betritt oder gar in seinem eigenen Bett landet. Er wusste auch vor mir schon um die zerstörerische Wirkung von Lug und Trug. Demnach war all dem nichts mehr hinzuzufügen.

callboy

Kommentare

Noah Danke

Ich bin selbst in der Branche als Escortmann tätig und kann vieles unterstreichen was in dem o.g. Artikel geschrieben wird. Viele Damen sind alleinstehend, haben entweder keine Zeit oder keine Lust auf eine Beziehung, viele mögen keinen One-Night-Stand weil sie befürchten den Typen nicht mehr los zu werden, wenn sie verheiratet sind scheuen Konsequenzen.

Noah Danke

Ich bin selbst in der Branche als Escortmann tätig und kann vieles unterstreichen was in dem o.g. Artikel geschrieben wird. Viele Damen sind alleinstehend, haben entweder keine Zeit oder keine Lust auf eine Beziehung, viele mögen keinen One-Night-Stand weil sie befürchten den Typen nicht mehr los zu werden, wenn sie verheiratet sind scheuen Konsequenzen.