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US-Wahl 2020: Die frauenfeindlichsten Aussagen von Donald Trump

"Bimbo", "fette Sau", "eine Person mit flachen Brüsten kann keine Zehn sein" - es ist kaum vorstellbar, dass ein US-Präsident öffentlich solche Dinge von sich gibt. Donald Trump war das immer egal.

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US-Wahl 2020: Die frauenfeindlichsten Aussagen von Donald Trump
© 2018 Getty Images

Donald Trump, seit November 2016 der Präsident der Vereinigten Staaten, wird seit Jahren für seinen offenen Sexismus und die Objektivierung von Frauen kritisiert. Die Liste kontroversieller Kommentare ist lang. Seine Sager aus dem Jahr 2005, Frauen einfach "by the pussy" anzufassen, sorgten wahrscheinlich bisher für die meisten Schlagzeilen.
Noch ein paar Gustostückerl gefällig?

»Sie ist auf jeden Fall hässlich!«
»Frauen haben einen niedrigen IQ«
»Leider ist Heidi Klum nicht länger eine 10«
»Du musst verleugnen, verleugnen, gib niemals zu, eine Frau unsittlich angefasst zu haben. Sonst bist du tot«
»Ob ich mit Melania zusammen bleiben würde, wenn sie nach einem Unfall entstellt wäre? Nun ja, wie würden ihre Brüste aussehen?«
»Sexuelle Übergriffe in der Army? Naja, was haben sie erwartet, wenn sie Männer und Frauen zusammenstecken?«
»Schaut euch dieses Gesicht an – würde irgendjemand diese Frau wählen?«

Aber auch wie er von prominenten Frauen wie Hillary Clinton, Carly Fiorina, Elizabeth Warren, Heidi Cruz, Alexandria Ocasio-Cortez oder gar seiner eigenen Tochter Ivanka spricht, ist eigentlich ein Wahnsinn. Hier nur ein paar Beispiele:

Trump über Hillary Clinton

"Sie hat nicht das Aussehen und auch nicht das Durchhaltevermögen!"

Trump über die Journalistin Megyn Kelly

"Man konnte sehen, wie Blut aus ihren Augen kam. Blut kam überall aus ihr heraus!"

Trump über Schauspielerin Rosie O'Donnell

"Wie kommt diese Frau überhaupt ins Fernsehen? Ich würde sie feuern. Ich würde ihr direkt in ihr fettes, hässliches Gesicht schauen und sagen 'Rosie, du bist gefeuert!'"

Trump über seine Tochter Ivanka Trump

"Sie hat eine richtig gute Figur. Wäre sie nicht meine Tochter, würde ich sie wahrscheinlich daten!"

Eine Studie hat übrigens kürzlich herausgefunden, dass Frauen, die sexistische Kommentare mitbekommen - auch, wenn diese gar nicht direkt an sie gerichtet wurden - weniger Selbstbewusstsein haben und ihre Leistungen und Fähigkeiten schlechter einschätzen als sie sind. Donald Trump schafft so seit Jahren ein frauenfeindliches Umfeld, das sämtliche Frauen der Bevölkerung trifft. Wenn er Kontrahentinnen kritisiert, reduziert er sie meistens als Sexobjekt oder als jemanden, der keinen Respekt oder Aufmerksamkeit verdient.

Wenn Donald Trump davon spricht, dass Frauen fragil oder schwach seien, wirkt das auf den ersten Blick vielleicht harmloser als wenn er von deren Geschlechtsteilen redet; die Worte sind dabei mindestens genauso schädigend. Er verteidigt damit die Meinung, dass Frauen weniger wert seien als Männer.

Das in einer Welt, in der es ohnehin erst seit guten 40 Jahren die rechtliche Gleichstellung von Frauen gibt. Eine vergleichsweise kurze Zeit, in der alte Muster noch lange nicht überwunden sind, aber zumindest brüchiger werden. Übrigens: 54 Prozent der AmerikanerInnen haben damals im November 2016 Hillary Clinton gewählt, was einen deutlichen Überhang von Frauenstimmen für sie bedeutete. Wie das Ganze heute, vier Jahre später im Wahlkampf Donald Trump vs. Joe Biden aussieht, ist zu diesen Stunden noch unbekannt. Laut Umfragen sind unter den Frauen aber 59 Prozent für Biden und nur 36 Prozent für Trump.