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Femtasy im Test: Kommst du schon oder hörst du noch?

Auf Femtasy kann man sich über 100 erotische Geschichten anhören, die zum Happy End führen sollen. Wir haben die Plattform mit den Audio-Pornos getestet.

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Femtasy im Test: Kommst du schon oder hörst du noch?
© Collage / Photo by Jan Zhukov on Unsplash

Wenn es um Sex geht, tickt jeder Mensch total anders. Man kann den Homo Sapiens aber zumindest bei ein paar Aspekten über den Kamm scheren. Erstens sind wir sehr visuell veranlagt und reagieren deshalb recht schnell körperlich auf erotische Szenen. Zweitens braucht es manchmal nicht mehr vom Partner oder der Partnerin, als einen hauchzarten Streichler über den Nacken, um scharf zu werden. Drittens werden wir ziemlich sicher in Schweiß ausbrechen, wenn uns jemand explizit ins Ohr stöhnt. Oder etwa nicht?

Für letzteren Punkt könnte ich keine Garantie abgeben, aber ich bin mir sicher, dass es einigen Leuten genauso geht. Und für die wurde Femtasy gemacht - eine neue Art, Pornos zu genießen. Nämlich nicht mit den Augen, sondern mit den Ohren. Und damit meine ich keine Softporno-Thriller, die im Buchladen mit recht expliziten Covers ausgestattet sind. Und auch keine History-Pornos, die manche Frauen gerne auf ihrem Kindle in der U-Bahn lesen. Auf Femtasy gibt es über 100 erotische Hörgeschichten, die nur ein Ziel haben: den Orgasmus der Hörerin.

Die Geschichten reichen vom sanften Kennenlernen in der Uni, über netten Blümchensex, bis zu Sadomaso-Spielchen in einem Hinterhof. Wobei letztere, also der Hardcore-Bereich, den kleinsten Teil der Hörspiel-Datenbank ausmacht. "Sanft" und "intensiv" halten sich dabei die Waage. Femtasy kann man als App und im Browser abrufen. Das Abo kostet 9,99 pro Monat. Man kann sich aber auch einen Tageszugang für 3,49 Euro gönnen. Oder aber man hört erst mal ein paar gratis zur Verfügung gestellte Geschichten, um ein Gefühl für den Spaß zu bekommen.

Doch die wichtigste Frage ist in diesem Fall gar nicht der Zugang, sondern, ob diese Audio-Pornos einen wahren Masturbationshype auslösen können. Will ich mir jetzt jeden Tag ein bisschen Selbstliebe gönnen, nur weil ich jetzt Femtasy-Benutzerin bin? Mit dieser Frage bin ich an das Experiment Hörspiel-Erotik rangegangen. Angefangen habe ich es ganz wissenschaftlich: Welche Sujets stehen zur Auswahl? Schnell bin ich draufgekommen, dass für mich fast die Stimme der/die Leser/in wichtiger ist, als die Geschichte selbst. Denn manche der Männer hauen so viel Sexappeal in ihre Stimme, dass im meinem Gehörgang leider nur ein raues Krächzen ankommt. Wusstet ihr, dass manche Leute fast schon allergisch auf Kaugeräusche, Husten und Schnarchen reagieren? Ich gehöre zu diesen Menschen und möchte deshalb alles, was krächzt, am liebsten fünfmal kräftig auf den Rücken klopfen.

Wird der Audio-Porno einen Masturbationshype auslösen?

Aber das ist eben mein persönlicher Geschmack, der mich dazu bringt, manche der Femtasy-Leser eben nicht weiter zu beachten. Auch finde ich Dialekt nicht besonders sexy, aber es ist wirklich super, dass sie einen Österreicher und eine Österreicherin verpflichtet haben. Dialekt und Sexyness werden nämlich in der Medienwelt normalerweise nicht zusammengebracht, wobei die meisten österreichischen Paare im Bett wohl nicht ins Hochdeutsche wechseln.

In den Geschichten wird gepeitscht, gestreichelt, geküsst, gekuschelt und gestöhnt. Tatsächlich gibt es sogar Tracks, auf denen nur gestöhnt wird. Dies ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig und passt vielleicht nicht in jede Situation. Doch deshalb gibt es ja auch über 100 Stories, die so viele Vorlieben und Fantasien abdecken, wie nur möglich. Erstaunlich ist es, dass fast jede in einem anderen Stil gehalten ist. So hat man nicht das Gefühl, immer dieselbe Storyline zu hören.

So, genug vom Vorgeplänkel: Hilft Femtasy beim Masturbieren? Für mich ist das ein klares Nein. Ich habe die Geschichten mit Interesse, mit einem Schmunzeln und mit Spannung angehört, aber dabei hätte ich nie den Drang gefühlt, mich selbst zu berühren. Auf Nachfrage im Freundeskreis, fand sich eine Person, die den Test noch eine Stufe ernster genommen hat. Sie setzte sich zuhause hin, suchte sich eine Geschichte aus und nahm ihren Womanizer in die Hand. Das Happy End blieb nicht aus. Auch sie meinte, dass sie die Geschichten nicht per se angeturnt hätten. Aber die Kombination auf Womanizer & Stories hat dann doch einen netten Effekt gehabt.

Solltest du Femtasy testen? Auf jeden Fall! Dadurch, dass manche Geschichten gratis zu hören sind, geht man auch kein finanzielles Risiko ein, wenn einem das Angebot nicht liegen sollte. Wer weiß, vielleicht müssen wir einfach wegkommen vom Visuellen und uns langsam auf unsere Ohren verlassen. Wenigstens kann man auf Femtasy sicher sein, dass man keine frauenfeindlichen Inhalte zu hören bekommt. Hier wird der Ansatz "Pornos für Frauen" wirklich ernst genommen.