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So lernst du (auf nette Art) NEIN zu sagen

Es fällt so schwer - und ist gleichzeitig so wichtig: Ein "Nein" hilft dir, dich abzugrenzen oder vor Überlastung zu schützen. Wie es auf nette Art gelingt.

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So lernst du (auf nette Art) NEIN zu sagen
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Warum fällt es uns so schwer, "NEIN" zu sagen? Weil wir harmoniesüchtige Trullas sind, die Angst haben, bei Verweigerung auf Ablehnung zu stoßen. Man könnte uns ja nicht mehr mögen, wenn wir uns abgrenzen, wenn wir nicht bei allem den Kopf schütteln. Dumm sind wir. Denn so lasten wir uns oft mehr auf, als wir schaffen können, geraten in Stress, sind überlastet – und werden krank. Burn-Out, Erschöpfungszustände: Das alles kommt nicht von ungefähr.

Ein "Nein" ist also Selbstschutz, ein Schritt zu mehr Freiheit und Selbstbestimmung, mit einem Wort: Extrem notwendig. Aber wie lehnen wir ab, ohne unhöflich oder – unsere größte Angst – zickig zu wirken? Kann man NEIN-Sagen lernen? Kann man.

So lernst du "Nein" zu sagen

Zunächst muss dir einmal klar sein, was du eigentlich willst. Tut mir das gut? Wenn ich das auch noch erledige … dann, weil es notwendig ist? Oder weil ich mir selbst Schuldgefühle einrede? Je genauer du weißt, warum du etwas ablehnst, desto klarer kannst du auch kommunizieren.

Denn wir können unser Nein erklären, unsere Wünsche deutlich machen. Dadurch können wir den Blickwinkel verändern. Aus Ablehnung gegenüber dem Bittsteller wird auf diese Weise Zustimmung zu unseren Wünschen.

Gerate aber nicht in die Falle, dich zu sehr zu erklären. Du hast deine Gründe, die nennst du in einem Satz ("Tut mir leid, aber Nein. Ich muss selbst noch meine Präsentation fertig bekommen." Oder: "Nein, ich kann die Kinder leider am Sonntag nicht vom Fußballplatz zu dir bringen. Ich habe ein Treffen vereinbart, das wird sonst zu knapp.") Es ist nicht deine Aufgabe, dein "Nein" bis ins Detail so zu formulieren, dass der andere kein bisschen enttäuscht ist und dich immer noch mag.

Wie übe ich es, "Nein" zu sagen?

Der erste Schritt: Nimm' das Wort ganz bewusst in deinen Wortschatz auf. Es geht wirklich darum, das "Nein" möglichst oft in den Mund zu nehmen. "Nein, ich möchte keinen Wein mehr." "Nein, da bin ich leider nicht deiner Meinung." "Nein, wir sollten das anders machen..."

Stell' dir auch vor, was so das allerschlimmste Szenario wäre, wenn du eine Bitte ablehnst. Wie wird sich dein gegenüber verhalten? Sind deine Schultern breit genug, um eine Leidensmiene des Kollegen auszuhalten? Wir gehen davon aus...

Fakt ist: Die Reaktionen auf dein "Nein" sind bei Gott nicht so negativ, wie vielleicht befürchtet. Denn niemand ist ein fieser Egoist oder ein Kollegenschwein, wenn er einmal nicht das macht, worum er gebeten wird. Im Gegenteil: Ein "Nein" schärft dein Profil und sorgt im besten Fall sogar dafür, dass dir mehr Respekt entgegen gebracht wird.

Denk aber daran: Es ist ein wenig wie bei der Kindererziehung. Ein "Nein" muss ein "Nein" bleiben. Wenn du deinen Standpunkt paar Minuten später aufweichst und dir die zusätzliche Arbeit doch aufhalst, dann wird man auch in Zukunft dein Veto nicht ernst nehmen.

Thema: Psychologie

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