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Mary-Kate und Ashley Olsen: „Wir reden nicht gerne über uns.“

Sie sind Schauspielstars der 00er Jahre und die Modeikonen einer ganzen Generation. Doch das Leben der Olsen-Twins im Rampenlicht ist vorbei. Ein Portrait über die berühmtesten Zwillinge der Welt.

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Mary-Kate und Ashley Olsen: „Wir reden nicht gerne über uns.“
© 2017 Getty Images

Kein Instagram, wenig Interviews, kein öffentliches Leben: Mary-Kate und Ashley Olsen leben mittlerweile sehr zurückgezogen. In ihrer Kindheit und Jugend stehen sie als erfolgreiche Schauspielerinnen vor der Kamera, viele Kids der 90er Jahre sind mit ihren Filmen aufgewachsen. Diese Woche wurden die Schwestern 35 und geben schon lange keine privaten Details mehr über sich preis. Aber warum nicht?

Von klein auf Stars

Es ist lange her, als die süßen blonden Zwillinge in der Serie "Full House" die Figur der Michelle Tanner (die Schwestern wurden als Doppelbesetzung gecastet) verkörperten und so weltweite Bekanntheit erlangten. Ihre Karriere begann im Alter von neun Monaten. Sie wurden berühmt, bevor sie überhaupt gehen und sprechen lernen. Es folgen viele weitere Filme, Merchandising-Produkte, TV-Auftritte, Bücher, Interviews – das Unternehmen Dualstar Entertainment Group wurde 1993 eigens dafür gegründet, um sich um die Vermarktung der Olsen-Zwillinge zu kümmern.

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Die Olsen Twins im Alter von 18 Jahren (c) Getty Images

Paparazzi und Ruhm

2004 wendet sich das Blatt: Im Mai erscheint der Film New York Minute. Ein Monat später geht Mary-Kate wegen ihrer Essstörung in Behandlung. Zu diesem Zeitpunkt weiß es noch niemand, dass es der letzte Film für die Zwillinge sein soll. Im Juni desselben Jahres feiern sie ihren 18. Geburtstag und übernehmen offiziell Dualstar. Der Jahresumsatz der Firma wird damals auf zwei Milliarden US-Dollar geschätzt. Und die beiden waren zum ersten Mal in ihrem Leben selbst für ihr Image verantwortlich. Obwohl die Zwillinge den Dualstar-Gründern eine enorme Rolle für ihren Erfolg zusprechen, sagt Ashley in einem Interview mit der amerikanischen Marie Claire: „Mary-Kate und ich wollten nie wirklich, dass unsere Namen auf einer Reihe verschiedener Dinge stehen. Es waren nicht wir – es fühlte sich nie wie wir an.“

Ein turbulenter Sommer neigt sich dem Ende zu, und die Zwillinge sind bereit, ein neues Kapitel ihres Lebens zu beginnen: die Uni. Die Schwestern immatrikulieren an der New York University, aber von normalem Studentenleben keine Spur. Sie werden auf Schritt und Tritt von Paparazzi verfolgt. Unterwegs am Campus, Party im Butter, Kaffee bei Starbucks – die Medienberichterstattung ist überwältigend: Kein Schritt der Zwillinge bleibt unbeobachtet. Als schließlich ein Beziehungsdrama zwischen Mary-Kate, ihrem Ex und Paris Hilton öffentlich wird, verlassen die Zwillinge die NYU und ziehen zurück nach Los Angeles.

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Mary-Kate und Ashley auf der New York Fashion Week (c) Getty Images

Rückzug aus der Öffentlichkeit

Dann wird es ruhiger um die Schwestern. Mary-Kates Essstörung, ihre Trennung und der extreme Medienrummel hatten das Fass zum Überlaufen gebracht. Sie ziehen sich aus dem Showbiz zurück, Interviews werden immer seltener und sie versuchen, ihr Privatleben so gut wie möglich geheim zu halten. Die Schwestern, die sich nie bewusst für diesen Ruhm entscheiden konnten, sind, so sagen sie selbst, eigentlich zurückhaltende Menschen.

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(c) Getty Images

Der Style der Twins

Die Olsen Twins sind zweifellos die Modeikonen einer ganzen Generation. Schon ihre ganze Jugend über begeistern sie Fans mit ihrem außergewöhnlichen Styling. Sie haben verschiedenste Modephasen durchlaufen, darunter Boho-Glam, Gothic und Minimalismus, bei dem sie schließlich hängen geblieben sind. Die Zwillinge haben einige der größten Trends der Nuller und 2010er Jahre mitgeprägt. Wer erinnert sich an den Alexander McQueen Totenkopfschal? Das war MK. Und die Balenciaga City Bag? Die Schwestern waren maßgeblich daran beteiligt, sie als eine der ersten It-Bags überhaupt zu positionieren.

The Row

Der Gedanke entsteht noch im Studentenwohnheim in New York: Es war die Suche der Schwestern nach dem perfekten T-Shirt, die die Idee vom eigenen Label ins Leben rief. Dieses erste Kleidungsstück, ein weißes T-Shirt mit Rundhalsausschnitt und einer einzigen Naht auf der Rückseite, dauert eineinhalb Jahre, bis es perfekt ist. Es war in vielerlei Hinsicht ein interessanter und bemerkenswerter Schritt, den Mary-Kate und Ashley da gingen – im Jahr 2006, in dem die Läden überfüllt von Logos und bunten, schrillen Klamotten á la Paris Hilton und Nicole Richie waren. 2000er eben. Dinge, mit denen sich The Row nicht identifiziert – und noch nie getan hat. Stattdessen stehen Qualität und sanfte Raffinesse im Vordergrund. Anfangs werden die Schwestern von der Modeindustrie belächelt, eine weitere Promi-Marke eben, obwohl es ihnen von Anfang an klar war, dass sie das nicht werden soll.

„Wir wollten nicht im Vordergrund stehen. Wir wollten nicht einmal, dass die Leute wissen, dass wir es waren“, erklärt Ashley in einem seltenen, erst kürzlich erschienenen Interview mit dem ID-Magazin. „Es ging rein um das Produkt.“ Es war der Beginn ihres Erwachsenenlebens, obwohl sie damals keine Ahnung hatten, wo der Weg mit The Row sie noch hinführen würde: „Ich weiß nicht, wie bewusst uns das damals war, was wir machten“, sagt Ashley. „Wir waren gerade nach New York gezogen. Wir waren 18 und ich denke, was wir wussten war, dass wir uns diese Zeit nehmen möchten, um eine Pause von dem zu machen, was wir vorher gemacht haben. Erkunden, was das Leben sonst noch so zu bieten hat.“ „Kreativ sein“, fügt Mary-Kate hinzu.

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Die Zwillinge bei den CFDA-Awards, einem der wichtigsten Mode-Awards (c) Getty Images

Der Ansatz der Schwestern, Business zu machen, ist anders im Vergleich zum Rest der Branche. Er ist minimalistisch und zurückhaltend, wie die Zwillinge selbst. Wenig Werbung, kleine, intime Modenschauen, nicht viele FotografInnen. Als die Schwestern vom Wall Street Journal nach ihrer Arbeit als Team und ihren kreativen Prozessen gefragt werden, antwortet Ashley: „Ich weiß nicht, ob es daran liegt, wie wir aufgewachsen sind – aber wir reden einfach nicht gerne über uns selbst oder das, was wir tun.“ Sie stellen sich bewusst nicht ins Rampenlicht. Doch das Design und die Qualität sprechen für sich. Die prominenten Kundinnen – die Hadids, die Jenners, Hailey Bieber, Michelle Obama, um nur ein paar zu nennen – tun ihr Übriges: The Row boomt noch immer.

Thema: Star-Style

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