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Paris Hiltons Weg vom wilden It-Girl zur erfolgreichen Geschäftsfrau

Man kann sie lieben oder hassen, Paris Hilton bleibt ein Symbol der Popkultur wie kein anderes. Sie ist das Rich Girl und die ultimativen Ikone des amerikanischen Exzesses. Doch hinter dem Reality-Star steckt auch eine erfolgreiche Geschäftsfrau.

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Paris Hilton
© Getty Images

Bevor es Influencer gab, gab es Paris Hilton: Sie war ein Reality-Star, der sich als reiche Person in Handarbeit versuchte. Sie nahm Musik auf, modelte, trat auf Partys auf, machte Fernsehauftritte, schrieb einen Ratgeber. Und sie wurde gnadenlos kritisiert, als "berühmt dafür, berühmt zu sein" (famous for being famous).

Die Erbin und Influencerin sagt, dass sie fast zwei Jahrzehnte damit verbracht hat, eine Rolle zu spielen. Jetzt sei sie bereit, sie selbst zu sein. Für viele war sie einfach nur die "dumme Blondine" mit einem Hund am Arm, die für Sätze wie "That’s hot" berühmt wurde – doch dahinter steckt so viel mehr.

Steckbrief

  • Name: Paris Whitney Hilton
  • Geboren am: 17. Februar 1981
  • Geburtsort: New York City, Vereinigten Staaten von Amerika
  • Sternzeichen: Wassermann
  • Beruf: Medienpersönlichkeit, Geschäftsfrau, Model, Entertainerin, DJane, Schauspielerin
  • Familienstand: verheiratet mit Carter Reum (seit 2021)
  • Wohnort: Malibu, California, Vereinigten Staaten von Amerika

Paris Hilton geboren als Hotelerbin mit einem Silberlöffel: Fluch und Segen

Paris Whitney Hilton wurde als Urenkelin von Conrad Hilton, dem Gründer der globale Hotelkette Hilton Hotels and Resorts, geboren und hatte damit bereits vor ihrem ersten Atemzug für das ganze Leben ausgesorgt. Sie ist das älteste von vier Kindern und hat eine Schwester, Nicky, und zwei Brüder, Barron und Conrad Hughes Hilton.

Ihren Namen bekam sie übrigens, weil ihre Mutter und Vater in die Stadt Paris verliebt waren. Ihre Kindheit verbrachte sie fast durchgängig auf katholischen Schulen, da ihre Familie sehr konservativ war. Ihre Mutter wollte immer, dass sie den perfekten Schein nach Außen bewahren. So konnte sie aber nie sie selbst sein.

Die Hotel-Erbin sagte dazu: "Meine Mutter wollte, dass ich eine Hilton werde, ich wollte nur Paris sein." Ihre Eltern wären immer sehr streng und behütend gewesen. Sie wollten, dass sie Debütantin und eine Dame der High-Society wird. Aber Paris wollte nicht nur als Enkelin des Hilton Hotels bekannt sein. Im Teenager-Alter zog die Familie nach New York und dort begann Paris dann zu rebellieren. Damit begann das Leben der Paris als It-Girl in der Partyszene unter anderem mit Britney Spears, aber gleichzeitig auch das Drama mit ihrer Familie, worüber sie in ihrer Doku "This is Paris" spricht.

Die ersten Schritte als Model und Schauspielerin

Paris versuchte in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten, welche sehr erfolgreich im Model- und Schauspielerbusiness war. Ihre Mutter wollte dies aber nie. Trotzdem hatte Paris im Alter von 19 Jahren auch eine Karriere als Model begonnen und bei der Agentur des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, T Management, unterschrieben. Sie wurde zusammen mit ihrer Schwester in der Septemberausgabe 2000 von Vanity Fair vorgestellt und lief 2001 auf der New York Fashion Week. Sie erschien auch auf den Titelseiten der US-amerikanischen Vogue, des britischen Tatler und der Zeitschriften FHM.

Nicky und Paris Hilton 2001 in New York auf der Fashion Week
Nicky und Paris Hilton 2001 in New York auf der Fashion Week

Sie versuchte sich in der Filmschauspielerei, spielte 2000 in dem unabhängigen Teenie-Thriller "Sweetie Pie" mit und hatte einen Cameo-Auftritt als sie selbst in "Zoolander" mit Ben Stiller. Paris war auch ein Gaststar in "The OC" und "Veronica Mars".

Hauptsächlich bekannt in den Nullerjahren war Paris Hilton aber fürs Partymachen mit Britney Spears, Lindsay Lohan, Nicole Richie und Co.

Die harte Realität erreichte Paris Hilton nach dem geleakten Sextape

Als 2003 ein Sextape von ihr und ihrem damaligen Freund Rick Salomon ohne ihre Zustimmung online durchgesickert war, erregte das Filmmaterial große Aufmerksamkeit und machte die junge Paris Hilton in der Öffentlichkeit komplett lächerlich.

"Dass das herauskam, ein so privater Moment, und dass die ganze Welt es sah und lachte, als wäre es eine Art Unterhaltung, war einfach traumatisierend“, sagte Paris. In gewisser Weise hat diese Enthüllung ihre Karriere, als etwas anderes als eine Erbin, in Schwung gebracht. Es folgten weitere Auftritte in Reality-Shows und andere Deals. Ihre Freundin und ehemalige Assistentin Kim Kardashian folgte ein paar Jahre später dem gleichen Weg zu weltweitem Ruhm.

Paris beteuert aber bis heute, dass sie nichts von der Veröffentlichung des Videos wusste und dem nie zugestimmt hätte. Sie beschreibt die damalige Zeit als "elektronische Vergewaltigung".

"The Simple Life" mit Nicole Richie

Paris zementierte ihr Image als wildes It-Girl in der Popkultur der Nullerjahre, als sie in einer Reality-Serie "The Simple Life", die auf Fox veröffentlicht wurde, an der Seite von Nicole Richie auftrat. Die Show wurde am 2. Dezember 2003 uraufgeführt und wurde schnell zu einem Fernsehphänomen.

Paris Hilton und Nicole Richie 2004 "The Simple Life"
Paris Hilton und Nicole Richie 2004 bei einer Party von "The Simple Life"

Paris kultivierte in dieser Zeit ihre Rolle als "dumme Blondine", aber sie sagte später, sie habe die Figur benutzt, um sich gegen die "vorgefassten Meinungen der Welt über mich" zu schützen.

»Ich bin keine dummes Blondinchen. Ich bin aber wirklich gut darin, so zu tun, als wäre ich eine.«

Die Serie überdauerte fünf Staffeln, bis sie am 5. August 2007 endete. Sie drehte sich um Paris und Nicole, die Jobs wie Zimmerreinigung, Landarbeit oder Servieren in Fast-Food-Restaurants übernahmen.

Paris Hilton veröffentlicht Doku "This is Paris"

2020 veröffentlichte Paris einen neuen Dokumentarfilm "This is Paris" mit dem gleichen Titel wie ihr Podcast, um der Welt die Frau hinter der dem verwöhnten, reichen It-Girl zu zeigen. Darin spricht auch ihre Schwester, obwohl sie sehr selten private Einblicke in das Leben gibt. Doch niemand soll laut Nickys Aussagen Paris besser kennen als sie.

So beschreibt sie ihre Schwester als "weniger glamourös als ihre Marke selbst. Sie ist gerne daheim und sieht sich Fotoalben mit ihren Hunden an, während sie die Reste von gestern aufwärmt." Auch einer ihre Freundin Kim Kardashian meldet sich in der Doku zu Wort und beschreibt die damalige Zeit, die auch sie berühmt machte.

Hilton hat selten so offen über die Ereignisse ihres Lebens gesprochen wie in "This is Paris". Am schockierensten ist die Enthüllung, dass Hiltons Eltern sie im Alter von nur 16 Jahren in die Provo Canyon School schickten, "ein intensives, psychiatrisches Wohnbehandlungszentrum für Jugendliche“ in Utah, wo sie, wie sie sagt, 11 Monate verbrachte und währenddessen alle Arten von körperlichen und psychischen Missbräuchen ertrug.

"Sehr spät in der Nacht, so gegen 3 oder 4 Uhr morgens, brachten sie mich und andere Mädchen in diesen Raum und führten medizinische Untersuchungen durch. Es passierte nicht mit einem Arzt, sondern mit verschiedenen anderen Mitarbeitern. Sie legten uns auf einen Tisch und steckten ihre Finger in uns. Ich weiß nicht, was sie gemacht haben, aber es war definitiv kein Arzt. Es war wirklich beängstigend und etwas, das ich viele Jahre lang verdrängt hatte", so Paris in einem Interview mit der New York Times.

Provo war ein letzter verzweifelter Versuch von Kathy und Richard Hilton, ihre rebellische Tochter zu kontrollieren, die oft die Schule schwänzte und sich in Clubs rumtrieb. In der Doku stellt sie auch ihre Mutter zur Rede, die nichts von den Vorfällen wusste, und spricht mit ehemaligen Mitschülerinnen über die Geschehnisse. In diesem Zuge riefen die "Überlebenden", wie sie sich selbst nennen, auch eine Pedition ins Leben, die das Schließen der Schule als Ziel hat.

Es gibt aber auch viele Momente der Opulenz in dieser Dokumentation – Jet-Setting um die Welt, endlose Regale mit Kleidern, Schuhen und Schränke voller Schmuck, den sie nie getragen hat. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht jedoch das erlebte Trauma aus ihren Teenagerzeiten, welches sie laut eigenen Aussagen bis heute in ihren Träumen begleitet.

Die Geschäftsfrau von heute

Dummes gespieltes Blondchen war einmal, Paris Hilton entpuppt sich als ernstzunehmende Geschäftsfrau. Zusätzlich zu ihrer Model- und Fernsehkarriere scheint Paris seit dem Tag, an dem sie in die Öffentlichkeit trat, nicht aufgehört zu haben, sich zu vermarkten. Irgendwann wollte sie einfach nicht mehr nur das It-Girl sein, sondern ihr eigenes Image kreieren. Sie startete sich also selbst im ihren Alltag aufzunehmen – das war der Anfang einer neuen Ära, denn bis dahin wusste noch niemand, was ein Selfie ist.

Begonnen hat sie mit einem Modelabel in Japan, welches sie mit ihrer Schwester Nicky gründete. In den vergangenen Jahren baute sie rund 19 Produktlinien rund um Hautpflege, Make-up, Parfums, Sonnenbrillen- und Schuhkollektionen auf und hat in zahlreichen Werbekampagnen mitgewirkt, von der Fast-Food-Kette Carls Jr. bis hin zu SodaStream.

Paris bewies sich auch als talentierte DJane, veranstaltete wöchentliche "Foam and Diamonds"-Partys auf Ibiza und wurde im Jahr darauf Resident-DJ bei "The Pool After Dark" im Harrah's Atlantic City. Sie gewann eine Menge Auszeichnungen für ihre DJ-Fähigkeiten und war Ende 2014 der bestbezahlte weibliche DJ. Außerdem spielt sie seit 2019 immer wieder am Tomorrowland und begeistert dort tausende Fans mit ihrer Setlist.

Ihr größtes Ziel für die Zukunft sei eine Milliarde zu verdienen, denn erst dann sei sie glücklich und könne sich ausruhen. Als Grund gibt sie an, dass sie es Liebe Geld zu verdienen, sie unabhängig sein und sich keine Sorgen machen möchte.

Privates Happy End mit Traumhochzeit

Nach zahlreichen Beziehungen und Trennungen hat Paris Hilton endlich die große Liebe und ihr wahres Glück gefunden. Im Dezember 2019 machten Paris Hilton und der US-amerikanische Unternehmer Carter Milliken Reum ihre Beziehung öffentlich. Rund zwei Jahre später, am 11. November 2021, wurde es ernst und das Paar heiratete im engsten Kreis der Familie und Freund:innen in Paris.

Die Hochzeit fand im ehemaligen Anwesen ihres Großvaters statt und erinnerte an einen Ausschnitt eines Märchens. Für die dreitägige Feierlichkeit trug Paris Hilton 7 (!) traumhafte Hochzeitskleider. Bei der Zermonie trug sie ein Kleid von Oscar de la Renta.

Für den ersten Tanz mit ihrem frischgetrauten Ehemann entschied sich die Hotelerbin für ein Kleid von Galia Lahavs.

Zum Abendessen gab es ein mit Perlen und Pailletten besticktes Kleid von Pamella Roland.

Für den Empfang der Gäste schlüfte Pars in ein kurzes Kleid wieder von Oscar de la Renta.

Und was wäre eine Hochzeit von Paris Hilton ohne Pink? Für die Party im Anschluss wählte sie ein Tüllkleid von Alice + Olivia aus.

In einem Marchesa -Kleid verzauberte sie die Gäste am vorletzen Abend des Hochzeit-Wochenendes.

Für den letzten Abend des Hochzeitsfeierlichkeiten entschied sie sich für ein langes Kleid mit Swarovski-Kristallen wieder von Oscar de la Renta.

Kurz vor dem Antrag sprach Paris in einer Folge des Podcasts "Trend Reporter With Mara" sogar davon, mit ihrem zukünftigen Ehemann bald eine eigene Familie gründen zu wollen. Dafür lies sie sich während der Corona-Pandemie Eizellen entnehmen.

"Carter und ich sind seit über 15 Jahren befreundet", sagt Paris dazu. "Wir blieben im Laufe der Zeit im Leben des anderen und kamen 2019 bei einem Thanksgiving-Treffen wieder zusammen. Von diesem Abend an spürte ich den Funken und der Rest ist Geschichte."

Gekrönt wurde die Liebe 2023 mit einem Sohn, der durch eine Leihmutter auf die Welt kam. Dem People-Magazin gegenüber bestätigte sie dies. "Wir sind so aufgeregt, gemeinsam unsere Familie zu starten und unsere Herzen explodieren vor Liebe für unseren Buben", so die Hotelerbin.