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Präeklampsie: Erkrankung in der Schwangerschaft

Eine Präeklampsie, eine Erkrankung mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft, kann unbehandelt für Mutter und Kind gefährlich werden. Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Schwangerschaftshochdruck.

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schwangere Frau
© Elke Mayr

Auch wenn sich jede werdende Mama eine unkomplizierte Schwangerschaft wünscht, können währenddessen ernste Erkrankungen auftreten: Eine von ihnen ist die Präeklampsie. Es sind zwar nur wenige schwangere Frauen davon betroffen, aber die Symptome sind nicht leicht zu erkennen. Welche Anzeichen gibt es für Präeklampsie, was sind die Ursachen und wie gefährlich ist sie für Mutter und Kind? Wir haben bei Prim. Univ.-Prof. Dr. Fritz Nagele, Ärztlicher Direktor sowie Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Privatklinik Goldenes Kreuz, nachgefragt.

Was ist Präeklampsie?

Die Präeklampsie ist eine Erkrankung mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft und zählt zu einen der Formen der Gestose (= Krankheiten, die durch eine Schwangerschaft entstehen oder verstärkt werden und mit Bluthochdruck einhergehen). Gestosen sind auch unter dem Begriff Schwangerschaftsvergiftung bekannt, allerdings ist diese Bezeichnung verwirrend, da es sich um keine Vergiftung handelt.

Die Präeklampsie zählt zu den Spätgestosen, die sich ab der 20. Schwangerschaftswoche entwickeln kann. Etwa drei bis fünf Prozent aller Schwangeren erkranken an einer Präeklampsie, vor allem Frauen, die zum ersten Mal ein Baby bekommen oder Frauen mit einer Mehrlingsschwangerschaft.

Präeklampsie: Welche Symptome gibt es?

Typische Präeklampsie-Symptome sind Bluthochdruck, Eiweißausscheidung über den Urin sowie Ödeme (Wasseransammlungen) im Gewebe. Wasseransammlungen im Gesicht, an Händen und Füßen müssen nicht zwingend ein Anzeichen für Präeklampsie sein, Bluthochdruck , Eiweiß im Urin, starke Gewichtszunahme aber schon. In schweren Fällen kann sich die Präeklampsie in eine Eklampsie oder das HELLP-Syndrom entwickeln.

Präeklampsie-Symptome

  • Bluthochdruck
  • Eiweißausscheidung über den Urin
  • Ödeme (Wasseransammlungen) im Gewebe

Wie erkennt man Präeklampsie?

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen während einer Schwangerschaft kontrollieren Gynäkolog:innen Blutdruck, Gewicht sowie Urin und können Anzeichen für eine Präeklampsie erkennen. Außerdem besteht die Möglichkeit im Zuge des Ersttrimesterscreenings anhand von bestimmtem Biomarkern ein mögliches Risiko abzuschätzen.

Die genauen Ursachen für Präeklampsie sind nicht bekannt, aber vermutlich führt eine gestörte Anpassung des Organismus an die Schwangerschaft zu dieser Erkrankung.

Präeklampsie behandeln

Bei einem leichten Verlauf vor der 36. Schwangerschaftswoche ist Ruhe, körperliche Schonung und eine eiweißreiche Kost wichtig. Blutdrucksenkende Medikamente kommen ab bestimmten Blutdruckwerten zum Einsatz.

Wenn eine schwere Präeklampsie vorliegt, ist eine engmaschige Überwachung der Schwangeren notwendig, um beispielsweise den Blutdruck zu kontrollieren und Krampfanfälle zu verhindern. Zeigt das ungeborene Kind Stressreaktionen im CTG (Wehenschreiber), wird der werdenden Mutter ein Medikament verabreicht, das die kindliche Lungenreife anregt, um eine frühzeitige Entbindung (ab der vollendeten 34. Schwangerschaftswoche), meistens per Kaiserschnitt, zu ermöglichen. Wenn es der Gesundheitszustand der Mutter und des Kindes zulässt, ist auch eine vaginale Geburt möglich.

Spätfolgen einer Präeklampsie

Bleibt die Präeklampsie unerkannt, kann das schwere Folgen für Mutter und Kind haben. Ohne Behandlung entwickelt sie sich in den meisten Fällen zu einer Eklampsie, die Krampfanfälle, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen und sogar Bewusstlosigkeit mit sich bringt. Das ist für Mutter und Kind lebensbedrohlich.

Daher ist es als Schwangere wichtig, zu den Vorsorgeuntersuchungen zu gehen, um diese Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.